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A n a r c h y   i n   ( J a ) p a n t y

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

A u d i t i o n   ~   O d i s h o n

Reviewed 2001

Japan 1999 Der Witwer Shigeharu (Ryo Ishibashi) lässt sich von seinem Freund, einem Produzenten, überreden, bei der nächsten Audition für einen Film dabeizusein, um sich unter den Bewerberinnen eine hübsche Frau auszusuchen. Shigeharu fällt schon in der Kartei die zierliche Asami (Eihi Shiina) auf und als er sie bei der Audition entdeckt, verliebt er sich in sie. Sie werden ein Paar. Doch Asami birgt düstere Geheimnisse ...
Mehr sei nicht verraten, denn "Audition" von Japans Kultregisseur Takashi Miike (Fudoh, DoA, Ichi) entfaltet den Horror ganz langsam - fast schon etwas zu langsam für mich. Alles beginnt als Liebesdrama, doch was zum Schluss abgeht ist schlicht und einfach extrem. Wir erinnern uns: Im Zürcher Kino "Riff-Raff" sei ein unvorbereiteter Zuschauer deswegen in Ohnmacht gefallen.
Also, ihr seid gewarnt. Ich fand den Film nicht das Meisterwerk, für das es viele halten, da das Ende durch seine Deftigkeit ein wenig aufgesetzt wirkt. Und nur weil typisch japanische Sadismus-Rollen mal verkehrt sind, ist es noch kein Geniestreich, oder? "Misery" lässt ein wenig grüssen. Für alle, die wissen wollen, was am Ende abgeht [Spoiler - mit Maus anfärben]:
Asami fesselt Shigeharu, verpasst ihm eine Intensiv-Akupunktur (Augen nicht vergessen...) und sägt ihm genüsslich mit einer Klavierseite die Füsse ab. Alles ganz langsam. Takashi Miike ist eben ein Sadist: Kiri kiri kiri kiri.
Doch der Film fasziniert letztendlich schon und lässt einen so schnell nicht los. Ich mag andere Filme von Miike besser, doch "Audition" hat in seinem Oevre einen speziellen Platz, da er sich von gängigen Formeln abhebt und eine eigene Dynamik entwickelt: Als Zuschauer gerät man in eine Spirale der Gewalt, ohne es überhaupt zu ahnen. Und wenn man es merkt, ist es zu spät - dann folgt der Schock. Und den Namen Miike wird man danach nicht mehr vergessen.
Hier auf DVD erhältlich
Ich habe die UK-Version (Code 2) mit englischen Untertiteln gesehen.
Alternativer Titel: Odishon
Regie: Takashi Miike

Horrordrama

Spannung * *

Gewalt * * * *

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B o o t l e g   F i l m

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

C h a o s   ~   K a o s u

Reviewed 2002

Japan 1999 Nach einem Restaurantbesuch kriegt Mr. Kamiyama (Ken Mitsuishi) einen Anruf: Seine Frau Saori (Miki Nakatani) wurde entführt, der Kidnapper fordert 30 Millionen Yen. Kamiyama schaltet die Cops ein und will zahlen. Doch da meldet sich der Kidnapper nicht mehr. Was ist passiert? Saori wurde nicht gekidnappt - sie hat sich vielmehr den jungen Kuroda (Masato Hagiwara) gebeten, sie zu entführen ... und es kommt noch viel dicker.
Hideo Nakatas (Ring, Dark Water) "Chaos" ist ein äusserst gewagter Thriller, der die Chronologie über Bord wirft und nicht die geringste Ankündigung macht, wann er die Zeit wechselt. Nach den ersten Sequenzen war ich verwirrt, doch dann fing alles an Sinn zu machen. Puzzlestück für Puzzlestück baut sich ein kompliziertes Bild auf, das stets neue Formen annimmt. Brillant - wenn auch zum Teil etwas zu schwierig: Wenn man einen Film zweimal schauen muss, um alles zu verstehen, ist das nicht unbedingt ein Pluspunkt. Ich musste zweimal auf meiner DVD zurückspulen, um vorangegangene Szenen wieder aufzufrischen. Das geht ja noch - also wieso "nur" 3½ Sterne? Es liegt mal wieder am Schluss. Er ist zwar nicht schlecht oder verwirrend wie im koreanischen Tell Me Something - sondern einfach zu lahm. Antiklimaktisch. Aber das ist dann schon fast ein kleines Manko, denn der Film bleibt auch so absolut sehenswert. 
Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (US)
Ich habe die Japan-Version (Code 2) mit englischen Untertiteln gesehen.
Alternative Titel: Kaosu; Chaos - Entführt
Regie: Hideo Nakata

Thriller

Spannung * * *

Komplexität * * * *

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C h a r i s m a   ~    K a r i s u m a

Reviewed 2002

Japan 1999 Der erfahrene Grossstadtcop Yabuike (Koji Yakusho) vermasselt einen Auftrag: Ein Politiker verliert dabei sein Leben - und Yabuike seinen Job. Letzteres erfährt er beim Entspannungsurlaub in einem abgelegenen Wald. Doch in diesem scheinbar einsamen Wald tun sich bald Abgründe auf. Diese drehen sich primär um einen Baum namens "Charisma". Die einen denken, der Baum vergifte seine Umwelt, die anderen behaupten, Menschen vergiften die Umwelt. Ein wahrer Krieg bricht aus.
Wer gerne eine logische Handlung hat, sollte von "Charisma" fern bleiben, denn hinter den distanzierten, suggestiven & genialen Bildern versteckt Kurosawa eine Analyse der japanischen Gesellschaft sowie eine nüchterne / neutrale Betrachtung eines Kampfes, bei dem beide Seiten glauben, sie haben Recht. Mehr nicht. Böse Zungen behaupten sogar, Kiyoshi Kurosawa (Cure) wollte mit dem Film nur seinen überragenden Intellekt zelebrieren. Dieser Vorwurf geht mir dann doch zu weit. Die Handlung von "Charisma" kann man vergessen, manchmal nimmt sie ganze surreale Züge an und die Charaktere handeln nicht mehr rational. Ich vergöttere Kurosawas Stil (deshalb die 3 Sterne), aber seine Analyse (die etwa einen 60-Minuten-Film rechtfertigt) hätte er in einen besseren Rahmen packen sollen. Dennoch: irgendwie faszinierend. 
Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (US)
Hier auf DVD erhältlich (J)
Ich habe die Japan-Version (Code 2) mit englischen Untertiteln gesehen.
Alternative Titel: Karisuma; Charisma: Das Ende beginnt
Regie: Kiyoshi Kurosawa

Mysterydrama

Spannung * *

Anspruch * * * *

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D a n   O n i r o k u ' s   P e r s o  a l   D i a r y

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

D e a d   o r    A l i v e   ~   D e a d   o r    A l i v e :   H a n z a i s h a

Reviewed 2001

Japan 1999 Der unterbezahlte Polizist Jojima (Sho Aikawa), dessen Tochter todkrank ist und dessen Beziehung mit seiner Frau abgekühlt ist, wird auf den skrupellosen Ryuichi (Riki Takeuchi), Sohn chinesischer Einwanderer, angesetzt, der in der Unterwelt Tokyos zu Macht und Geld kommen will und sich dabei sowohl mit den Yakuza als auch den chinesischen Triaden anlegt. 
Die ersten 5-10 Minuten dieses Yakuza-Thrillers sind wild und frenetisch, ein wahrer Rausch aus Gewalt und Sex - und man fragt sich, ob sich Takashi Miike, Regisseur des hoch gelobten Audition, noch steigern kann. Nein, nicht ganz, aber den Schluss muss man dennoch gesehen haben: Miike überzeichnet das Finale geradezu comichaft und zeigt, dass es im Film schon so viele "finale Duelle" gegeben hat, dass man das gar nicht mehr steigern kann - ausser man setzt die Gesetze der Logik ausser Kraft. Das tut er und trifft voll ins Schwarze.
Bis dahin hat der Film hie und da ein paar Längen, viel Blut und Miike-typisch mindestens eine sehr eklige Szene (das Bad in der Scheisse wäre ein gutes Beispiel). Sicher nicht jedermans Geschmack, aber vielleicht der Film, der Miike verdient zum absoluten Kultregisseur gemacht hat. Und ohne Frage ein "Must See" für Fans des neuen asiatischen Kinos.
Zwei Sequels: Dead or Alive 2: Birds und Dead or Alive: Final
Hier auf DVD erhältlich (GB)
Ich habe die deutsche Version in japanisch (Code 2) mit deutschen Untertiteln gesehen.
Alternativer Titel: Dead or Alive: Hanzaisha
Regie: Takashi Miike

Thriller

Gewalt * * * *

Sex * *

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D e s p i t e   A l l   T h a t

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

E m b a l m i n g

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

G e m i n i   ~   S ô s e i j i

Reviewed 2002

Japan 1999 Japan nach dem Ersten Weltkrieg: Der junge Yukio (Masahiro Motoki, Bird People in China) ist einer der angesehensten Ärzte Japans. Er wohnt in einem grossen Haus mit seinen Eltern sowie seiner graziösen Frau Rin (Ryo). Doch da sterben kurz hintereinander Vater und Mutter. Sie erschraken zu Tode. Bald darauf meldet sich die Person, die die zwei getötet hat, bei Yukio: Es ist sein als Baby ausgesetzter Zwillingsbruder Sutekichi (Masahiro Motoki)! Er wirft Yukio in den Brunnen und lässt ihn langsam verrotten, während er sich an Rin heranmacht. Sie kennt Sutekichi aus ihrer Vergangenheit, an die sie sich langsam wieder erinnern kann.
Die Ausgangslage ist nicht gerade neu, doch die visuelle Umsetzung sehr ansprechend: manchmal äusserst hysterisch, dann wieder ausgesprochen beklemmend - vor allem die Szenen mit Yukio im Brunnen. Dazwischen streut Kultregisseur Shinya Tsukamoto (Tetsuo) ein paar hübsche Erotik-Sequenzen mit der geheimnisvollen Rin-Darstellerin Ryo ein sowie eine einzige, aber dafür umso derbere, blutige Sequenz in der Sutekichi einem Gegner die Haarnadel von Rin in den Hals steckt. Da spritzen wahrlich die Säfte.
Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (US)
Hier auf DVD erhältlich (NL)
Ich habe die HK-Version auf japanisch (Code 3) mit englischen Untertiteln gesehen.

Alternativer Titel: Sôseiji
Regie: Shinya Tsukamoto

Thriller

Gewalt * * *

Erotik * *

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G T O

Reviewed 11.11.03

Japan 1999 Der junge, unkonventionelle Lehrer Eikichi Onizuka (Takashi Sorimachi) kommt als Aushilfslehrer in das Kaff Horobinai in Hokkaido. Schon bei seiner Ankunft wollen zwei Schüler Selbstmord begehen: Ayano Katsuragi (Rena Tanaka), die Tochter des reichsten Mannes des Ortes, dessen Pläne für einen Kanada-Park wegen dem wirtschaftlichen Niedergang das Dorf ruinierten. Und Ayanos heimlicher Geliebter Raku (Hideyuki Kasahara). Mit Raku freundet sich Onizuka als erstes an. Danach macht er sich bei seinen Lehrer-Kollegen unbeliebt, und versucht, die Schule wieder ins Lot zu kriegen. Doch die Journalistin Kaoru Kitajima (Norika Fujiwara), die ihn für einen Gangster hält, ist ihm bereits auf den Fersen ...
"GTO" steht für "Great Teacher Onizuka" und war ursprünglich ein 25-bändiger Manga von Toru Fujisawa. Weil der so populär wurde, entstand 1998 daraus eine 12-teilige TV-Serie mit Takashi Sorimachi (Fulltime Killer) und ein Jahr später eine 43-teilige Anime-Serie. Zeitgleich mit dieser wurde auch die Kinoversion von "GTO" gedreht, abermals mit dem populären Takashi Sorimachi in der Hauptrolle. Während die Serie in der Stadt spielte, wurde der Film aufs Land verlegt - sozusagen um den Fans etwas ganz Neues zu bieten. Und genau an die richtet sich "GTO" (der Film) denn auch: An die Fans. Ich habe weder Anime noch Manga noch Serie gesehen, also gehe ich den Film als Novize an. Also solcher muss ich sagen: Okay, aber nichts Besonderes.
Sorimachi ist sogar ziemlich aufdringlich als Lehrer Onizuka. Ich kann mir vorstellen, dass sein energiegeladener, cooler Über-Lehrer ganz genial sein kann, aber in "GTO" wirkt er oft eher irritierend. Das Drehbuch ist eben keine Hilfe. Die Handlung ist lahm, die Nebencharaktere leblos und die Inszenierung von TV-Regisseur Masayuki Suzuki unspektakulär. Ein paar Tricks und visuelle Gags liess sich der Macher einfallen, aber als Ganzes kommt der Film nicht so ganz auf Touren. So bleibt dann halt doch alles an Sorimachi hängen. Wie erwähnt, er ist etwas irritierend, manchmal nervig, aber man sieht das Charisma. Er ist der Star des Films, er ist das Zentrum - und auch der Höhepunkt. Trotz allen Fehlern. Wegen ihm macht "GTO" Spass. Und wegen ein paar gelungenen humoresken Szenen. Und weil die Landbevölkerung leicht auf die Schippe genommen wird. Aber damit hat's sich. Nochmals: Das sag ich aus Sicht eines "GTO"-Banausen. Fans werden sich eventuell einen Schranz ab dem Film lachen - das kann ich nicht beurteilen.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (J): Code 2 NTSC. Japanisch 5.1. mit englischen UT. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel: Great Teacher Onizuka; GTO: The Movie; G.T.O.
Regie: Masayuki Suzuki

Komödie

Humor * * *

Action *

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H e l l   ~   J i g o k u

Reviewed 4.11.03

Japan 1999 Lord Emna taucht auf Erden auf und bietet der hübschen Rika (Miki Satô) an, sie in die Hölle zu begleiten. Dort soll sie mit eigenen Augen sehen, was ihr blüht, wenn sie weiter auf dem Pfad des Bösen wandert. Rika steht bald den furchteinflössenden Höllenkreaturen gegenüber und darf zusehen, wie sie einen Mädchenmörder zerstückeln. Danach sieht Rika die Greueltaten ihres Sektenführers - und dessen Bestrafung. Reicht das, um Rika zu "heilen"?
Ich brauch 'ne Dusche. Nach "Jigoku" fühlt man sich wirklich dreckig. Der Film ist das zweite "Remake" des 1960er-Splatterklassikers von Nobuo Nakagawa. Als Regisseur waltete der 1924 geborene Trash-Meister Teruo Ishii ("Shogun's Joy of Torture", 1968) - und der lässt hier jegliches inszenatorisches Gespür vermissen. "Jigoku" ist ein Chaos. Und das meine ich diesmal nicht positiv. Das Ganze beginnt wie der berühmte Vorläufer als Moralstück. Ein Mädchen sieht, was passiert, wenn es den Pfad des Bösen weiter geht. Es kommt in die Hölle - und da wird gefoltert. Einem Kindermörder werden die Glieder abgesägt und danach wieder angemacht, damit man sie erneut absägen kann. Bis in alle Ewigkeit. Geil, wenn der Film so weitergeht wird's ein schöner trashiger Folterspass ganz nach dem Motto
"There's no pity in hell!"
Aber oh nein, danach folgt rund eine Stunde lang die grenzenlos langweilige Geschichte einer Sekte. Okay, es ist noch interessant, die Parallelen zur Aum-Sekte zu entdecken, die 1995 die U-Bahn von Toyko mit Sarin-Gas attackierte, doch Ishii bringt keine Spannung in das Thema, keinen Witz, keine Einsicht, kein Interesse. Nichts, aber auch gar nichts. Selbst sleazy ist dieser Abschnitt nicht. Danach wird die Sektenbrut bestraft. Gut so, ab in die Hölle und sie bis in alle Ewigkeit quälen. Doch selbst dieser Teil, der eigentlich sadistische Schadenfreude hervorrufen sollte, versandet. Die Foltermethoden sind bis auf das Zunge-Herausreissen viel zu öde und der Spass ist im Nu vorbei. Was bleibt? Ein ekliger Film, der nicht halb so gory ist, wie er tut, furchtbar schlechte Effekte aufweist und grenzenlos langweilt. Wenn man bedenkt, welches Potential für einen herrlichen Sado-Trash in "Jigoku" gesteckt hätte, wird es einem übel. Moment, vielleicht sind das auch die Nachwehen des schlechten Films.  
Hier auf DVD erhältlich
Alternative Titel: Jigoku; Sinners of Hell; Japanese Hell
Regie: Teruo Ishii

Splatter-
Trash

Gewalt * * *

Humor *

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T h e   H y p n o t i s t   ~   S a i m i n

Reviewed 2002

Japan 1999 Eine junge Läuferin rennt, bis die Knochen brechen und sie stirbt. Ein alter Mann springt aus dem Fenster in den Tod. Ein frisch gebackener Ehemann erwürgt sich vor versammelter Festgesellschaft. Seltsame Selbstmorde erschüttern Tokyo. Der Polizist Sakurai vermutet Drogen oder Halluzinationen. Erst der junge Psychologe Saga bringt ihn auf eine andere Idee: Die Leute wurden hypnotisiert!
Die Ausgangslage erinnert etwas an Cure, "Hypnosis" ist jedoch spannender, blutiger und letztendlich auch schlüssiger. In einigen Szenen gegen das Ende hin werden sogar Erinnerungen an den genialen Ring wach (Mädchen im weissen Kleid, Hinweise auf Video). Oder kurz: sehr gruselig. Die Auflösung macht (und das ist für asiatisches Genrekino schon ein grosses Plus) Sinn und bleibt trotzdem geheimnisvoll. Kleine Mankos hat "Hypnosist" auch, so ist er ein paar Minuten zu lang. Dann empfand ich auch Sakurais Sidekick-Assistentin als etwas zu albern. Ansonsten ist der Streifen allen, die sich ein wenig gruseln wollen, herzlichst zu empfehlen!
Hier auf DVD erhältlich
Ich habe die US-Version (Code 1) auf japanisch mit englischen Untertiteln gesehen.

Alternative Titel: Saimin; Hypnosis
Regie: Masayuki Ochiai

Horrorthriller

Gewalt * * *

Spannung * * * *

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I k e n i e

Reviewed 21.3.04

Japan 1999 Mit einer Aktentasche voller Drogen rennt Kawaguchi durch den Wald, verfolgt von einer Gang von sieben Gangstern. Sie schnappen und töten ihn. Dabei werden sie beobachtet. Sie suchen nach der Person und stossen auf die zierliche und totkranke Erika (Yuuko Sakaki), die alleine mit ihrem Vater im Wald lebt. Die Gang tötet Erika und entstellt den Vater mit Säure. Mit letzter Kraft beerdigt der alte Puppenmacher seine Tochter und vollendet die Puppe, die seiner Tochte gleicht. Danach erweckt er sie mit seinem Blut zum Leben. Die Gangster, die ins Haus zurückkehren, da Kawaguchi den Koffer dort versteckt hat, werden von der Puppe reihum gekillt. Und auch Erikas Schwester Yurika (Yuuko Sakaki) wütet im Gemäuer.
Low-Budget-Horror ohne Stilempfinden. Nach einem einigermassen vielversprechenden Start (na ja, im weitesten Sinne des Wortes), der auf ein bisschen Sex und Gewalt schliessen lässt, wird "Ikenie" immer döfer und vor allem: immer langweiliger. Auf die Story und die Logik sollte man gar nicht erst achten, sonst fragt man sich, wieso diese sieben Gauner so grundverschieden sind. Was brachte sie zusammen? Wieso tötet sich der Vater gleich? Wieso taucht plötzlich eine Schwester auf? Alles sinnlose Fragen, denn eigentlich gehts nur drum, dass die blöde Puppe alle abschlachtet. Doch selbst dies macht sie ziemlich zahm. Besser ist schon der Einsatz von Sex. Gangster Yama-chan und seine zwei Küken Akemie und Rumi haben an den unnötigsten Stellen im Film Beischlaf. Das erhöht den Trash-Wert. Und wenn die eine beim Orgamus einen Schraubenzieher durch die Rübe gebohrt bekommt, dann sieht man, dass da doch etwas Potential dringesteckt hätte ...
Aber eben, der Regisseur hat kein Talent. Das wird in der zweiten Hälfte auf übelste Art offensichtlich. Ich habe noch selten einen so schlecht ausgeleuchteten Film gesehen. Aus allen möglichen Ecken leuchten rote, grüne, blaue und violette Lampen. Das ganze Haus ist schlimmer beleuchtet, als ein 80's-Pop-Video. Es ist echt ein Gräuel! Der Film ist nur 75 Minuten lang, doch die Augen hätten auch keine Minute mehr ausgehalten. Ja, "Ikenie" grenzt an visuelle Folter. Und da auch inhaltlich nichts geboten wirdbis auf ein bisschen Tits & Ass sowie ein, zwei nette Gewaltakte, hat dieser krude Horror den Stempel "schlecht" eindeutig verdient.

Hier auf DVD erhältlich (ohne Untertitel)
Alternativer Titel:
Sacrifice
Regie: Shinobu Murata

Horrorfilm

Gewalt * *

Erotik * *

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J u b a k u :   S p e l l b o u n d   ~   K i n ' y u u   f u s h o k u   r e t t ô :   J u b a k u

Reviewed 22.8.04

Japan 1999 Japan 1997: Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die "Asahi Central Bank" ACB illegaler Kredite und Zahlungen an die Mafia und an Sokaiyas. Ein Votum von Hiroshi Kitano (Koji Yakusho), dem Schwiegersohn des ehemaligen CEOs und heutigen "Exekutiv-Beraters" Hideaki Sasaki  (Tatsuya Nakadai), bringt die Untersuchungen ins Rollen. CEO Sakamoto und Chairman Imai treten ab, ihre Nachfolger Yoshino und Ota erklären, ACB habe 30 Milliarden Yen an die Firma Odajima bezahlt, die im Verwaltungsrat sass. Doch wer wusste von diesen illegalen Transaktionen? Nach und nach zieht die Affäre immer grössere Kreise. Die Bloomberg-Reporterin Miho Wada (Mayumi Wakamura) vermutet, dass die Firma bald einen neuen Chef bekommen wird. In der Tat organisieren Kitano und die drei mittleren Manager Akio Katayama (Kippei Shiina), Takuya Ishii (Kenichi Yajima) und Matsu einen Pseudo-Coup, indem sie den unbefangenen Kohei Nakayama (Jinpachi Nezu ) als neuen Firmenchef portieren. Doch die graue Eminenz im Hintergrund sitzt noch fest im Sattel: Sasaki. Wird sein eigener Schwiegersohn ihn mit Hilfe des moralisch integren Führers Takashi Hisayama (Kei Sato) stürzen? Kann er die Aktionäre hinter sich scharen und Angriffe von Gangstern auf seine Frau Kyoko (Jun Fubuki) und seine Kinder abwehren?
Masato Harada (Inugami, Bounce Ko Gals) adaptierte für diesen Wirtschaftsthriller den Roman von
Ryo Takasugi über einen Finanzskandal, den Japan während der Krise Ende der 90er-Jahre erschütterte. Wirtschaftsfilme haben in Japan seit längerem Tradition und taugen sogar als Superhelden-Stoff (Salaryman Kintaro). Doch "Jubaku" gibt dem Genre einen neuen Impuls, weil ein Grossteil der Charaktere korrupt ist und entfernt werden muss. Wie im Japan des ausgehenden Jahrtausends real mit Korruption und Vetternwirtschaft in den Führungsetagen aufgeräumt wurde, versucht dies auch Harada mit seinem Film. Einen Helden gibts dennoch: Cure-Star Koji Yakusho. Er spielt formidabel, doch wenn es eine Kritik am Film gibt, dann jene, dass eben doch ein properer Charakter aufgebaut wurde, der die Firma aus dem Schlamassel zieht. Die Realität dürfte düsterer ausgesehen haben ...
Der Film bleibt eigentlich stets spannend - vorausgesetzt, man hat ein wenig Vorwissen über wirtschaftliche Zustände im Japan der 90er. Ein Begriff, der immer wieder auftaucht, ist jender der "Sokaiya". Dieser Wirtschaftsausdruck, der auch hierzulande bekannt ist, bezeichnet Aktionärsgangster (CNN Artikel), die gerade soviel Aktien kaufen, damit sie an Aktionärsverhandlungen teilnehmen können. Dann erpressen sie die Firmenleitung, ansonsten würden sie an der Versammlung unbequeme Fragen stellen und die Firmenharmonie zerstören. Diese Sokaiya sind ein Teil der Korruption in "Jubaku". Ein weiterer sind die Verfilzung von Wirtschaft und Politik, namendlich in Mitarbeitern des Finanzministeriums, die Führungsjobs bei Firmen zugesagt bekommen.
Ganz spezifisch geht es in "Jubaku" doch in erster Linie um Manager, die unehrenvoll gehandelt haben, riesige Kredite an unsaubere Firmen gegeben haben und dafür nicht gerade stehen. Verstärkt wird diese Problematik durch den innerfamiliären Konflikt zwischen den tollen Akteuren Yukusho und Tatsuya Nakadai , sozusagen die "neue" und die "alte" Garde der Firma. Diesen Generationswechsel, dem ein Wandel in der Gesellschaft (bedingt durch die Wirtschaftskrise) einherging, beschreibt Harada eindringlich. Letztendlich bleibt der Film vielleicht eine Spur zu oberflächlich, um zum Schluss eben doch eine gewisse Aufbruchsstimmung zu verbreiten. Das ist sein gutes Recht, denn so bleibt er spannend und ist (halbwegs) ein Aufsteller - aber vielleicht hätte ein tragischeres Ende die Wichtigkeit der Reformen noch stärker unterstichen. Ganz am Ende wird ein düsterer Ausgang angedeutet, aber der ist höchstens eine Koda. Trotz diesen Verbesserungsvorschlägen: "Jubaku" ist zweifellos ein sehenswerter Streifen!

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (SK): Code 0 NTSC. Japanisch 5.1. umit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Spellbound; Jubaku; Kin'yuu fushoku rettô: Jubaku
Regie: Masato Harada

Thriller

Spannung * *

Anspruch * *

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J u n k

Reviewed 2002

Japan 1999 Fünf Gangster überfallen ein Juweliergeschäft. In einer abgelegenen Fabrikhalle wollen sie die Beute ihren Auftraggeber übergeben. Doch der legt sie rein und will alle abknallen. Da fallen Zombies über alle Anwesenden her! Das US-Miliär hatte in der Halle Experimente mit DNX durchgeführt, um Tote zum Leben zu erwecken. Dabei haben sie Zombies gezüchtet - und die laufen nun Amok.
Ein blutiger Zombie-Spass, der nicht die visuelle Verspieltheit von Wild Zero, aber trotzdem hübsch daneben ist und während den gerade Mal 85 Minuten stets unterhlält. Dennoch: Das Thema läuft sich mit der Zeit tot, die Musik ist bei "Terminator 2" und "Batman" abgeschaut und die Spannung ist nicht gerade gewaltig. Zu einem Kultfilm, als den ihn manche Kreise feiern, reicht es "Junk" jedenfalls nicht.
Hier auf DVD erhältlich (US)
Ich habe die deutsche Version auf japanisch (Code 2) mit deutschen Untertiteln gesehen.
Alternativer Titel: Shiryou gari
Regie: Atsushi Muroga

Horrorfilm

Spannung * *

Humor * *

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K i k u j i r o   ~   K i k u j r ô   n o   n a t s u

Reviewed 24.9.06

Japan 1999 Der achtjährige Masao (Yusuke Sekiguchi) lebt bei seiner Grossmutter (Kazuko Yoshiyuki). In den Sommerferien packt er seinen Rucksack und macht sich auf den Weg nach Tojohashi, wo seine Mutter leben soll, die er nie gesehen hat. Er kommt nicht weit, da fängt ihn eine Bekannte ab, die beschliesst, Masao einen Begleiter auf den Weg zu geben: Kikujiro (Takeshi Kitano). Der gelangweilte, ständig fluchende Yakuza bringt seinen Schützling aber erst einmal auf die Radrennbahn, wo sie all ihr Geld verprassen. Nun müssen sie sich per Anhalter durchs Land schlagen.
Takeshi Kitano ist der beste Mann für dieses bizarre Roadmovie, denn er schafft es, Sentimentalität subtil und trocken zu vermitteln. Das ist eine Kunst, die nur wenige fertig bringen und dass er es kann, zeigt die Schlüsselszene knapp nach Filmhälfte, als er beinahe kühl den niederschmetterndsten Anblick des Films präsentiert, ohne auf die Tränendrüse zu drücken - und trotzdem zu Tränen rührt. Viele Kritiker warfen Kitano vor, dass an dieser Stelle eigentlich der Film vorbei sei und man unnötigerweise mit noch knapp 50 Minuten "Epilog" bestraft würde.
Aber ist er vorbei? Auf eine Weise schon, denn der geradlinige Plot endet. Stattdessen biegen wir ab in eine surreale Welt der Träumerei, einerseits eine ausgedehnte Katharsis für alle Charaktere, andererseits der zwingend nötige Versuch, dem Jungen zu zeigen, was das Leben alles bieten kann. So unzusammenhängend diese zweite Filmhälfte sein mag, so wichtig ist sie doch für Masao - und Kikujiro. Letzterer, wieder einmal köstlich gespielt von Kitano selbst, verändert sich auf den ersten Blick den Film hindurch kaum: er flucht, er protestiert, er nervt. Doch während er anfänglich als Aussenseiter der Gesellschaft wirkt, sehen wir ihn später als Teil einer Welt, in der ein paar Männer auf kindliche Weise zusammen spielen. Eine Welt, in der jeder Charakter, sei er noch so sehr ein Aussenseiter, seine Existenzberechtigung hat. Keine Angst, das ist nichts Tiefgründiges, aber man nimmt es wahr, indem man schmunzelt und sich innerlich gut fühlt.
Deshalb hatte ich schon während des Films gar kein Verlangen, die Defizite zu registrieren. Es gibt manche - so etwa der erstaunlich flach spielende Yusuke Sekiguchi, eine unpassende Pädophilenszene und die oben beschriebene zweite Hälfte, die gegenüber der ersten
tatsächlich etwas abfällt. Nur: Angesichts der Fülle an Ideen, die Kitano einem auf unprätentiöse Weise vorlegt, verblasst all dies zu einer Randnotiz. Wichtiger ist eine tiefe Zuneigung, die man zu den Charakteren entwickelt, weshalb es dem Zuschauer auch sofort ans Herz geht, wenn etwa der Bub dem grantigen Onkel die Hand gibt und sie still am Strand (einem Kitano-Leitmotiv) entlang gehen.
Zu den vielen Ideen gehört die Engels-Symbolik, die sich in den Engelsflügeln an Masaos Rucksack oder der kleinen Engelsfigur manifestiert. Die Träume und Kapitel-Unterteilungen, die den Film angenehm brechen. Die skurrilen Figuren, die trotz Kikujiros oft bösartigen Worten einfach aus unverständlichen Gründen nett bleiben - ein richtiger Aufsteller. Die einfallsreichen Kameraspiele wie der Blick durch ein Libellenauge oder die Spiegelung an einer Radkappe. Und der absolut köstliche Humor - ein perfektes Beispiel ist die Szenenfolge, in der Masao ein junges Paar überredet, ihn mitzunehmen, und Kikujiro umgehend auch einsteigt. Er steigt aber nochmals aus, um einem LKW-Fahrer einen Stein an die Windschutzscheibe zu schleudern. Das war seine Rache dafür, dass jener ihn nicht mitgenommen hat. Man schmunzelt und glaubt den Gag abgeschlossen. Doch nach dem nächsten Cut hat der Fahrer Kikujiro eingeholt und ihn zur Rede gestellt. Kitano spielt auf solche Weise genüsslich mit unseren Erwartungen und auch damit, wo genau die Pointe angesiedelt sein soll.
"Kikujiro" mag der Fokus von Kitanos besseren Filmen fehlen, doch er beeindruckt durch eine einfallsreiche Inszenierung, die manche Gags an den Rand des Geschehens verlagert und andere aus der Distanz beobachtet. Er erfreut mit liebenswerten Figuren, schrägen Einfällen und überraschend viel Herz. In dieser Kombination aus Nüchternheit und Sentimentalität, aus Humor und leiser Tragik ist "Kikujiro" eigentlich ein ganz typischer Kitano und nicht, wie manche US-Kritiker beim Filmstart bemerkten, ein Abkehren von seinem Gangster-Image. Es ist lediglich eine andere Facette davon. Und eine ausgesprochen witzige.

Hier auf DVD erhältlich (US)
Hier auf DVD erhältlich (D)
Meine Disk (D): Code 2 PAL. Japanisch 2.0 und Deutsch 5.1. mit deutschen UT. Anamorphic Widescreen.

Alternative Titel: Kikujiro no natsu; Kikujiros Sommer
Regie: Takeshi Kitano

Roadmovie

Humor * * *

Spannung *

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L e a v e   I t   t o   t h e   N u r s e s   ~   N u r s e   n o   o s h i g o t o   -   T h e    M o v i e

Reviewed 2003

Japan 1999 Bei den Krankenschwestern des Wakabakai General Hospital herrscht schlechte Laune, weil die neue Chef-Schwester eine Tyrannin ist. Die bei der Belegschaft beliebte Oberschwester Ozaki (Yuki Matsushita) wurde bei der Beförderung übergangen. Ozaki ist auch beim Ex-Patienten Saruwatari beliebt: Er besucht sie ständig und bittet, hospitalisiert zu werden. Sie kümmert sich stets liebevoll um ihn. Als sie einmal nicht anwesend ist und die Chef-Schwester den "Patienten" brüsk abweist, geht der in die Garage, schnappt sich ein Sturmgewehr und nimmt die Leute auf der Schwesternabteilung als Geiseln. Im Nu eilt ein Polizei-Einsatzkommando herbei.
Für "Leave It to the Nurses" muss man in richtiger Stimmung sein. Der Film basiert auf der erfolgreichen japanischen Serie gleichen Namens und ist extem ausgeflippt. Wenn man auf Slapstick, Grimassen und schrillen Humor eingestellt ist, unterhält die Komödie perfekt - vor allem in der ersten Hälfte. Da stimmt alles vom sexy Tanz von Schwester Izumi (Arisa Mizuki) mit Kollegin über die Fights um die Gunst der Patienten bis zu Izumis Gifteleien mit ihren Ehemann Dr. Takasugi. Ein paar Hänger in der Mitte sowie ein etwas melodramatischer Schlussteil trüben zwar das Vergnügen, aber "Leave It to the Nurses" bleibt dennoch einer der ulkigsten Filme, der in letzter Zeit aus Asien kam. Wie gesagt, der aufdringliche Humor ist gewöhnungsbedürftig (wie es japanischer Humor so an sich hat), aber hat man sich mal damit angefreundet, ist man auf einem tollen Trip: "Schwarzwaldklinik" auf Ecstasy, sozusagen ...
Hier auf DVD erhältlich
Ich habe die HK-Version (Code 3) auf Japanisch mit englischen Untertiteln gesehen.
Alternativer Titel: Nurse no oshigoto - The Movie
Regie: Kazuyuki Morosawa

Komödie

Humor * * * *

Spannung *

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L e y   L i n e s   ~    N i h o n   k u r o s h a k a i

Reviewed 31.7.03

Japan 1999 Ryuichi ist der Sohn chinesischer Einwanderer in Japan und sieht sich in seinem Dorf als Ausgestossener. Deshalb reist er eines Tages mit seinen zwei chinesischen Freunden Chan und Shun spontan nach Tokyo. Schon kurz nach ihrer Ankunft werden sie von der Porostituierten Anita ausgeraubt. Um im Shinjuku-Quartier zu überleben, beginnen die drei Boys, Toluen (info) zu verkaufen. So kommen sie an Geld, doch für ihr Ziel reicht es nicht: Nach Brasilien auszuwandern. Sie freunden sich mit Anita an, besorgen sich eine Waffe und wollen beim grossen Geschäft mitmischen ...
"Ley Lines" folgt Shinjuku Triad Society und Rainy Dog und schliesst Takashi Miikes "Triad Society"-Trilogie ab. Ich bewerte den Film wie die beiden thematischen Vorgänger mit 3 Sternen - aber "Ley Lines" hat mir in der Trilogie eindeutig am besten gefallen. "Shinjuku" hatte die besten Ansätze mit dem ganzen Boy-Sex-Thema, "Rainy Dog" hatte die beste Story und "Ley Lines" hat am meisten Miike. Was soll das heissen? Nun, es gibt recht viel Gewalt. Einer der drei Boys blutet zu Tode und obwohl man nicht viel sieht im Vergleich zu späteren Miike-Filmen ist es eine abstossende Szene. Dann gibts Sex (in einer Szene wird ganz à la Visitor Q regelrecht die Kamera vergewaltigt), Schimpfwörter, Gewalt gegen Frauen, Drogen, Gangster und apokalyptische Filter auf der Kamera. Visuell ist "Ley Lines" eh der spielerischste. Lange Steadycamfahrten wechseln sich mit eingefärbten Szenen ab, was eine seltsame Stimmung erzeugt. Visuell und sogar inhaltlich erinnert das Finale von "Ley Lines" deshalb an Dead or Alive ... aber wie oben angetönt kommt "Ley Lines" dennoch nicht an Miikes grosse Werke heran.
Zum einen ist die Story etwas banal, die Charaktere nicht ausgereift. Die Gewalt ist zurückgenommen, die Szenen mit (nicht untertitelten) chinesischen Dialogen verlorene Zeit. Besser sind die Sequenzen, die ans Groteske grenzen. Da ist unter anderem das Ende - und eine kuriose Sexszene. Der ziemlich sicher homosexuell veranlagte Chan beginnt den Penis des bewusstlosen Ryuichi zu streicheln und ruft "it's so big!" - doch anstatt selbst Hand anzulegen, bittet er die Prostituierte, vor seinen Augen Ryuichi einen Blowjob zu geben. Dabei beginnen alle zu lachen und die Atmosphäre, die seltsam angespannt ist, lockert sich auf. Es ist eine Wegwerf-Szene, für den Plot nicht besonders wichtig, aber es doch wegen diesem Beigemüse, weshalb wir Miike so lieben. Neben der Gewalt. Und den Tabu-Brüchen. "Ley Lines" hat von all diesem ein wenig aber von nichts richtig viel. Er ist der beste Film der "Triad Society"-Trilogie, ein solider Gaunerfilm aber im Miike-Kanon bloss im Mittelfeld. Für Fans dennoch ein Must-see!

Hier auf DVD erhältlich (GB)
Hier auf DVD erhältlich (D)
Meine Disk (UK): Code 2 PAL. Japanisch 5.1. mit englischen UT. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Nihon kuroshakai
Regie: Takashi Miike

Gangsterdrama

Gewalt * *

Spannung * *

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M y   N e i g h b o r s   t h e   Y a m a d a s

Reviewed 28.8.05

Japan 1999 Die Familie Yamada lebt in einer japanischen Vorstadt. Vater Takashi hat Mühe, die Familie zu führen und hat einen langweiligen Bürojob. Wenn er nach Hause kommt, wartet meist kein richtiges Essen auf dem Tisch, denn seine Frau Matsuko ist grässlich faul. Die Oma hat deswegen auch kaum ein gutes Wort für ihren Sohn und ihre Schwiegertochter übrig sondern nörgelt den ganzen Tag im haus herum. Das gilt auch für den Sohn, der sich wünscht, seine Eltern wären cooler. Die kleine Tochter ist zufriedener, dafür schreit sie mit ihrer lauten Stimme meist das halbe Haus zusammen. Der Familienhund bekommt von all dem wenig mit: Er liegt einsam und gelangweilt in der Hütte im Garten.
"My Neighbors, the Yamadas" ist ein wunderbarer Film und trotzdem einer der schwächsten des japanischen Anime-Studios Ghibli. Das spricht für deren wahnsinnig hochstehenden Output. Verantwortlich zeichnete die Nummer zwei nach Hayao Miyazaki, Regisseur Isao Takahata (Grave of the Fireflies, Only Yesterday). Er ist der mutigere Filmemacher als Miyazaki und sein Oeuvre deshalb vielleicht auch etwas durchzogen. Mit "Yamadas" adaptiert er einen populären Comic von
Isaichi Ishii als innovativ gezeichneten Episodenfilm voller subversiver Komik.
In neun Episoden zeigt er nicht unähnlich einer satirischen Seifenoper das Leben einer japanischen Familie in der Vorstadt und erlaubt sich dabei manchmal bissig zu sein, dann sehr gefühlvoll, aber stets nahe am Puls. Der Film erinnert an das erste Drittel von The Incredibles, bloss dass diese kaputte Familie hier keine Superkräfte hat. Ganz im Gegenteil: Sie sind schrecklich normal. Normaler als etwa die Simpsons, aber nicht unähnlich in ihren Marotten und Neurosen.
Dieser Aspekt ist denn auch der wahre Grund für das Gelingen von "My Neighbors, the Yamadas". Diese Familie muss man lieben, von der faulen Mutter über den vergesslichen Vater, den neurotischen Sohn, die rabiate Oma und das grossäugige Töchterchen bis zum leider nie richtig vorgestellten, weltmüden Hund, der aber all seine Abschätzigkeit gegenüber dem Alltag mit seinem Blick aussagt. Die Animatoren um Takahata schaffen es, mit wenigen Strichen dieses "Universum" zu definieren. Doch da liegt denn auch der Hund begraben: Der Zeichentrick-Stil.
Die ersten paar Minuten ist dieser Storyboard-mässige, minimalistische Stil ja noch ungewöhnlich und deshalb interessant. Doch er verliert den Novum-Charakter bald und dann sehnte ich mich nach der typischer Ghibli-Kunst. Die Strichmännchen haben einfach weniger zeitlosen Gehalt, der Film wird flüchtiger. Kommt dazu, dass der Stil sehr uneinheitlich ist. In einer Episode, in der die Yamadas gegen Motorrad-Rowdys vorgehen, sind die Figuren völlig anders gezeichnet, als ob sie aus einer frühen Variante stammen, die Takahata danach verworfen hatte.
Verbindet man diese zeichnerische Ungleichheit mit dem episodischen Charakter des Films sieht man ein Werk, das nicht als einheitliches Gesamtkunstwerk daherkommt. Es ist ein Trickfilm der Sketche, der Episoden, angereichert mit viel Fantasie und kleinen Haiku-Gedichten des Poeten Basho Matsuo (1644-1694). Das hat durchaus seinen Reiz - verblasst aber im Vergleich zu Miyazakis und Takahatas besseren Werken. Ghibli-Fans sollten allerdings dennoch unbedingt zugreifen, schon alleine, um zu sehen, dass ihr Lieblingsstudio den Mut zur Diversifikation hat. Ghibli ist und bleibt genial.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 1 NTSC. Japanisch und Englisch 5.1. mit englischen UT. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Houhokekyo tonari no Yamada-kun; Familie Yamada - Meine verrückten Nachbarn
Regie: Isao Takahata

Anime

Humor * * *

Anspruch * *

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N a b b i e ' s   L o v e

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

N a k e d   B l o o d    ~   M e g y a k u

Reviewed 2002

Japan 1999 Die Forscherin Yuki (Masumi Nakao) testet ein neues Verhütungsserum an drei Testpersonen. Sie ahnt nicht, dass ihr 17-jähriger Sohn Eiji (Sadao Abe), ein kleines Genie, ein Mittel namens "My Son" entwickelt hat, und in Yukis Testsubstanz geschüttet hat. Er hofft, das Medikament werde den Schmerzmittelmarkt revolutionieren. Nach 48 Stunden setzt die Wirkung ein - aber nicht so, wie sie sich Eiji erhofft hat: Die unfreiwilligen Versuchsfrauen nehmen nun Schmerz als Lust wahr! Das hat verheerende Folgen: Eine Frau brät ihre eigene Hand und isst sie. Ein Auge wird ausgestochen. Eine Frau pierct sich den halben Körper.
Der Film gehört ganz klar in die Reihe: Ja solche kranken Filme gibt es. "Naked Blood" ist ein Paradebeispiel eines Japan-Nastys, der lediglich darauf aus ist, mit besonders ekligen Szenen das Publikum in Grund und Boden zu schocken. Und dieses Ziel erreicht er fast immer. Zu den hässlichsten Szenen gehört sicher die, in der eine Frau sich die Brustwarze abschneidet und isst und danach ihr Auge mit der Gabel aussticht und verzehrt. Yummi. Sicher kein Film mit Leute mit gutem Geschmack - für Liebhaber von Schock-Kino aber definitiv ein Blick wert.
Hier auf DVD erhältlich (US)
Ich habe die Holland-Version (Code 2) auf japanisch mit englischen Untertiteln gesehen.
Alternativer Titel: Megyaku: Akuma no yorokobi; Splatter: Naked Blood
Regie: Hisayasu Sato

Schocker

Gewalt * * * *

Ekel * * * * *

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O w l ' s   C a s t l e

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

R e d   R o o m

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

S a l a r y m a n   K i n t a r o   ~   S a r a r i i m a n   K i n t a r ô

Reviewed 16.7.04

Japan 1999 Yajima Kintaro (Katsunori Takahashi) ist alleinerziehender Vater in Tokyo. Er arbeitet als Bürokraft beim Bauunternehmen Yamato. Als er einmal bei einer Veranstaltung einen Politiker blosstellt, weil er eine Dame vor dessen lüsternen Anmachversuchen rettet, wird Kintaro nach Tohoku verlegt. Dort soll er für Yozoh Igoh arbeiten, doch der sitzt der ganzen Tag im Restaurant und besäuft sich. Kintaro findet auch schnell heraus, wieso: In der örtlichen Verwaltung herrscht die totale Korruption. Aufträge werden an den vergeben, der am meisten Schmiergeld bezahlt. Als Kintaro einen kleinen Buben aus einem brennenden Haus rettet, bietet ihm dessen Vater, ein Beamter, aus Dank einen Auftrag an. Doch bei dessen Vergabe taucht ein Gesandter von Hokutoh Sohken auf, einem Unternehmen, das mit dem korrupten Politiker Tanioka zusammenspannt. Der will Yamato ausschalten. Kintaro muss das verhindern und bekommt unerwartet Hilfe von Igoh, der herausgefunden hat, dass Kintaros Freundin Masumi Nakamura seine Tochter ist, die er vor vielen Jahren verlassen hat.
"Salaryman Kintaro" ist in Japan ein populärer Manga von
Hiroshi Motomiya. Der Erfolg wurzelt darin, dass der Held ein ganz normaler Arbeiter ist. Ein "Superheld" also, der aus der Masse aufsteht und sich gegen korrupte Politiker, Vetternwirtschaft und sonstige miese Kerle in Anzügen wehrt. Ein Mann des Volkes eben, der das macht, was der normale Japaner gerne will, aber sich nicht zu tun getraut. Das beginnt mit ganz banalen Dingen, wie dem Chef mal gehörig die Meinung zu sagen. Kintaro kann das, weil er einmal ein Motorradgang-Anführer war und den nötigen (über-)Mut besitzt.
Um den Manga in Spielfilm-Form zu bringen, wurde Takashi Miike angeheuert. Das Enfant Terrible der japanischen Filmemacher kann ein bescheidenes Budget effizient einsetzen. Das Budget von "Salaryman Kintaro" war gar nicht so bescheiden - und dementsprechend sieht der Film gut aus. Die Miike-typischen visuellen Spielereien fehlen lange. Erst in der zweiten Hälfte gibt es ein paar. So geht einmal eine Bombe hoch und verbrennt regelecht den Film. Ein anderes Mal sind Hunderte von Motorradfahrer der "Kanto Angels" unterwegs und Miike verfremdet das Bild. Alles stets zu gefälliger Rockmusik. Der Soundtrack des ganzen Films ist eh cool.
Cool ist natürlich auch der Titelheld, der zwar nicht so brutal ist, wie in den Mangas, der aber charmant und willensstark in einem ist: ein Gentleman und Schläger. Gespielt wird er von Katsunori Takahashi, der die Rolle auch in der "Kintaro"-TV-Serie verkörperte. Unter den anderen Darstellern sind bekannte und unbekannte Gesichter zu entdecken, alle machen einen guten Job.
Und wie siehts denn mit der Gewalt aus? Schliesslich ist es ja ein Miike-Film. Gegenüber den Mangas wurde die Gewalt reduziert, der Film ist hie und da etwas grob. Aber im Vergleich zu Miikes blutrünstigeren Filmen ist "Salaryman Kintaro" zahm. Ja ich würde sogar behaupten, dies sei sein Versuch eines Familienfilms. Denn neben der Action gibts es viel Humor und einigen Kitsch. Das Ende würde in den Händen schwächerer Filmemacher zum kompletten Gesülze verkommen, doch Miike lässt die Brust anschwellen, ohne ganz tief im Schmalztopf zu suhlen. Wie der Sohn Kintaro zuweinkt, ist einfach süss. Ja, "Salaryman Kintaro" hat seine Längen, seine Story-Schwächen und eine gewisse Beliebigkeit - doch er ist extrem charmant und unterhaltsam. Ein Familienfilm à la Miike eben. Da werden sogar Politik und dröge Interessenkonflikte im Baugewerbe spannend.

Hier auf DVD erhältlich
Hier auf DVD erhältlich (Re-Release)
Meine Disk (D): Code 2 PAL. Japanisch 2.0 und deutsch 5.1. mit dt. UT. Widescreen (nicht anamorph).
Alternativer Titel: Sarariiman Kintarô; Kintaro, the White-Collar Worker; White Collar Worker Kintaro; Yakuza Killer Kommando
Regie: Takashi Miike

Action-
Tragikomödie

Humor * *

Action * *

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S e c r e t

Japan 1999 Ausführliche Kritik: hier.

 

S h i k o k u

Reviewed 12.4.04

Japan 1999 Kochi-Präfektur auf der japanischen Insel Shikoku: Hinako, Fumiya und Sayuri sind befreundet. Die drei Kinder werden jedoch getrennt, als Hinako nach Tokyo zieht. Erst viele Jahre später kehrt Hinako (Yui Natsukawa) zurück. Sie erfährt, dass Sayuri (Chiaki Kuriyama) im Alter von 16 Jahren ertrunken ist und ihr Vater Mr. Hiura (Ren Osugi) im Spital liegt. Fumiya, der Sayuris Freund war, bändelt bald mit seinem Kindheitsschatz Hinako an. Die beiden entdecken, dass Sayuris Mutter Teruko (Toshie Negishi) auf einer Pilgerreise zu den 88 Tempeln der Insel ist. Doch was Gefährliches dahintersteckt, erklärt ihnen erst ein buddhistischer Mönch ...
Shikoku ist die kleinste der vier japanischen Hauptinsel und trägt ihren Namen von den vier Königreichen, die einst die Insel ausmachten. Doch das Schriftzeichen von "shi" kann nicht nur als "vier" gelesen werden, sondern auch als "tot" - und da setzt der Gruselfilm von Shunichi Nagasaki an. Aus dem "Land der vier" soll das "Land der Toten" werden. Eigentlich eine coole Idee, doch die Umsetzung ist banal und langweilig. Visuell sollen Erinnerungen an Ring wachwerden (Ring
-Produzent Takenori Sento schrieb das Drehbuch). Doch der Film erinnert eher an den zwei Jahre später entstandenen Inugami, da beide mehr oder weniger stark auf den Werken von Masaki Bando basieren, die in Shikokus Yaku-Kochi-Präfektur aufwuchs, in der auch "Shikoku" spielt.
Das Setting ist deshalb dörflich und ländlich, was dem Ganzen einen kleinen Reiz gibt. Grossstädter, die in kleinen Dörfern Unheimliches erleben, das kommt immer gut. Doch leider ist das, was sie erlebt, so lau. Dass Sayuris Mutter schon mehrfach die 1400 Kilometer lange Pilgerreise zu den 88 Tempeln der Insel unternommen hat, die der buddhistische Heilige Daishi Kobo (774-835) eingeführt hat und nun
in der Folklore der Insel verhaftet ist, könnte auch etwas hergeben, doch auch hier verschenkt Nagasaki alles Potenzial. Die paar Buh-Momente und das läppisch melodramatische Finale lassen einen unweigerlich enttäuscht zurück.
Die Akteure können den Streifen auch nicht retten. Am bekanntesten im Cast dürfte Chiaki Kuriyama sein, die durch Battle Royale bekannt und durch Kill Bill, Volume 1 berühmt wurde. Hier war sie noch unbekannt und ist auch nicht sonderlich speziell. Ähnlich wie bei Inugami überzeugt am ehesten das Setting. Aber das reicht bei weitem nicht, "Shikoku" aus der Masse der meistens gelungeneren 90er-Horrorfilme aus Japan heruasstechen zu lassen.

Hier auf DVD erhältlich (US)
Regie: Shunichi Nagasaki

Gruseldrama

Spannung * *

Action *

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S i l v e r   ~   S h i r u b a a

Reviewed 11.6.04

Japan 1999 Die Familie von Jun "Silver Mace" Shirogane (Atsuko Sakuraba) wurde von Yakuzas getötet. Seither ist sie auf einem Rachefeldzug. Da trifft es sich gut, dass Minamida Yusuke, ihr Ex-Lover und Boss aus der internationalen Multinvestigations-Firma, sie für einen neuen Fall aufbietet. Auf der Abschlussliste steht die Organisation "Paradise", die auch Juns Familie auf dem Gewissen hat. Angeführt wird sie von Lady Nancy, die sich nebenbei als Domina verdingt. Jun soll die Bande aufspüren, indem sie undercover an einer Wrestling-Tour teilnimmt.
Takashi Miike war bei diesem Ramsch sichtlich nicht in Form. Das grösste Problem des Streifens ist, dass er nicht endet. Er ist 79 Minuten lang und ganz klar als Auftakt zu einer Reihe oder einem Mehrteiler gedacht. Juns letzter Satz im Stile von "sie lebt" ist kein Abschluss, sondern ein Cliffhanger. Und da es nie eine Fortsetzung gab, findet "Silver" auch nie einen Abschluss. Damit nicht genug: Der Film ist kompletter Trash, höchstens brauchbar für ein paar unfreiwillige Lacher.
Die Hauptrolle spielt Atsuko Sakuraba, eine Frau mit beeindruckendem Brustumfang und beachtlichem Mangel an Talent. Ihre Co-Stars sind ebenso blass. Und die Story ... na ja. Miike mischt einen Revenge-Thriller mit Sadomaso-Motiven und einem
Puroresu-Film (Wrestling) - in seinen frühen Videojahren hat Miike einige Wrestling-Filme gedreht, vielleicht wollte er damit 1999 seinen Wurzeln Tribut zollen. Ein Versuch, der misslang. Es gibt dennoch ein paar Dinge, die sind so typisch Miike, dass sie die Fans entzücken dürften: ein Fight zwischen Münzen und Dartpfeilen, ein mit der Faust regelrecht eingedrücktes Gesicht, ein Kerl, der frisch ausgeschiedene Pisse trinken muss und danach bei Sadomasospielen um Sex mit einem Strap-on-Dildo winselt. Und eben viel viel Wrestling sowie Unterhosen-Shots, wenn immer unsere Heldin einen Kampf bestreitet. Hie und da könnte man meinen, als Vorlage diente ein softer Hentai-Film. Tatsächlich ist es jedoch ein Manga von Hisao Maki, der auch das Drehbuch schrieb und bereits für Miikes frühen Wrestling-Streifen "A Human Murder Weapon" (1992) verantwortlich zeichnete.
Nun hab ich wohl bereits zu viele Worte für diesen Mist aufgewandt. 79 Minuten plumper Sex, einschläfernde Story und wirre Action. Miike war definitiv nicht bei der Sache. Doch eines muss ich über den billig gemachten Film eben doch sagen: amüsiert hab ich mich. Streckenweise. Unfreiwillig ...

Alternativer Titel: Shirubaa
Regie: Takashi Miike

Erotik-
Actionfilm

Action * *

Erotik * *

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S l e e p i n g    B r i d e   ~   G a r a s u   n o   n o u 

Reviewed 2002

Japan 1999 Am 13. März 1954 stürzt ein Flugzeug am Berg Fuji ab. Bis auf eine Frau sterben alle Insassen auf der Stelle. Die Frau gebärt noch ein Kind, dann stirbt auch sie. Das Kind, Yumi (Risa Goto), schläft von Geburt an - und kann nicht aufgeweckt werden. Im Jahr 1961 wird der junge Yuichi in Yumis Spital wegen Asthma therapiert. Er entdeckt das schlafende Mädchen und erinnert sich an das Dornröschen-Märchen. Mit Küssen will er Yumi aufwecken. Ohne Erfolg. Dennoch küsst er sie jeden Tag. Bis der Arzt es ihm verbietet. Erst im Jahr 1974 erinnert sich Yuichi (Hiroki Kohara) wieder an jenes Mädchen und beginnt sein tägliches Ritual von Neuem. Bei einem leidenschaftlichen Kuss wacht Yumi tatsächlich auf!
"Dornröschen" à la Hideo Nakata: Der japanische Horrorvirtuose (Ring, Dark Water, Chaos) mag eine seltsame Wahl für eine Teenie-Romanze sein, doch dank Nakata wird die Sache kein billiger Klon eines Freddie-Prinze-Jr.-Films: "Sleeping Bride" ist vielmehr sehr traurig und melancholisch. Ich will nicht verraten, wieso, aber ich darf andeuten, dass das Glück der zwei Liebenden nicht lange hält. Da steckt ein wenig "Love Story" drin, ein wenig "A Walk to Remember" - und viel Unschuld. Ein zugegebenermassen kitschiger, aber dennoch sehenswerter kleiner Film.
Hier auf DVD erhältlich
Ich habe die japanische Version (Code 0) auf japanisch mit englischen Untertiteln gesehen.
Alternative Titel: Garasu no nou; Garasu no nô
Regie: Hideo Nakata

Teenie-Liebesdrama

Romantik * *

Melancholie * *

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T a b o o    ~   G o h a t t o

Reviewed 15.12.03

Japan 1999 Japan während der Tokugawa-Ära (1603-1868): Im Kyoto des Jahres 1865 leben die Shinsen-gumi, eine Einheit von Samurai, die dem Shogunat treu ergeben ist. Diese Elitetruppe will Japan vor der drohenden Modernisierung bewahren und setzt auch intern auf strenge, archaische Regeln. Bei deren Bruch droht die Köpfung. Hauptmann Toshizo Hijikata ("Beat" Takeshi Kitano) und seine Kollegen nehmen zwei junge Samurai in ihre Reihen auf: Hyozo Tashiro (Tadanobu Adano) und den 18-jährigen Sozaburo Kano (Ryuhei Matsuda). Schon bald verliebt sich Tashiro in den androgynen Kano und baut mit ihm eine Beziehung auf. Doch die anderen Männer, darunter auch Hijikata, packt die Eifersucht. In den Reihen der Samurai kommt es zu Intrigen um die Gunst des Jünglings.
13 Jahre lang hat Nagisa Oshima keinen Film gedreht, die Erwartungen an "Taboo" waren dementsprechend hoch. Immerhin hat Oshima 1976 mit
In the Realm of the Senses einen der bekanntesten und umstrittensten japanischen Filme überhaupt gedreht. Für "Taboo" konnte der nach einem Herzinfarkt vom Rollstuhl aus drehende Oshima die Crème de la Crème des japanischen Filmeschaffens versammeln. Allen voran Takeshi Kitano, mit dem Oshima schon 1983 in "Merry Christmas, Mr. Lawrence" zusammenarbeitete, als Kitano noch relativ unbekannt war. Vor der Linse sind überdies die Jungstars Shinji Takeda (Kaïro), Tadanobu Asano (Ichi, Zatoichi) und Ryuhei Matsuda (Blue Spring) zu entdecken, daneben etliche bekannte Gesichter des japanischen Kinos. Die Musik komponierte Ryuichi Sakamoto ("The Last Emperor"), die Kostüme stammen von Emi Wata ("Prospero's Books", Ran).
Doch führt dies alles auch zu einem guten Film? Eigentlich ja, aber mit grossen Vorbehalten. Oshima gelingt es vorzüglich, eine mysteriös-knisternde Atmosphäre aufzubauen. Der feminine Shinji Takeda bezirzt seine Umgebung - doch dies ist nicht das eigentliche "Tabu", denn die homoerotischen Szenen werden quasi nebenbei serviert und auch demenstsprechen nonchalant akzeptiert. Nein, das eigentliche Tabu sind die Streitereien in dieser eng geflochtenen und durch strenge Regeln kontrollierten Gemeinschaft. Homosexualität in der Armee ist nichts Neues. Korruption auch nicht. Doch hier führt die Kombination davon zum Gau. Das anzusehen und die unheilschwangere Atmosphäre aufzusaugen, bildet den eigentlichen Reiz des Films.
Weniger erfolgreich ist der Drama-Aspekt. Shinji spielt unterkühlt und unnahbar, Kitano ist auch ein verschlossener Charakter, die mysteriösen Zwischentitel unterstreichen den unzugänglichen Stil  des Films. So lässt "Taboo" bis zum Schluss furchtbar kalt, keines der Schicksale berührt wirklich. Das ist für den menschlichen Aspekt des Films natrürlich Gift. Die Akteure verkommen zu Figuren in einem Intrigenspiel. Aber dennoch ist "Taboo" ein faszinierender Film. Wegen der Stimmung, dem lockeren Umgang mit der Anziehungskraft junger Männer - und weil Oshima einfach ein talentierter Filmemacher ist.

Hier auf DVD erhältlich (US)
Meine Disk (HK): Code 0 NTSC. Japanisch 2.0. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph)

Alternativer Titel: Gohatto; Forbidden; Tabu (deutscher Titel)
Regie: Nagisa Oshima

Drama

Erotik * *

Action * *

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T e n n e n   S h o j o   M a n   N e x t 

Reviewed 28.10.03

Japan 1999 Die niedliche Man (Ayana Sakai) ist die beste Kämpferin ihrer Schule und prügelt sich regelmässig mit ihrer Rivalin Riona (Chiaki Ichiba). Der kleine Bub Chiaki (Erika Yamakawa) ist begeistert von Man und lässt sich von ihr trainieren. Doch noch jemand hat es auf Man abgesehen: Der verschlossene Yuuya (Takashi Nagayama), der umschwärmte Schönling der Schule. Niemand ahnt, dass er ein Vampir ist und alle Frauen hasst, weil ihn seine Mutter im Waisenhaus sitzen liess. Nun beisst er junge Frauen und macht sie so zu Models - der Nachteil: Nach dem Biss leben sie bloss noch 500 Tage. Doch bei Man ist es anders. Yuuya verliebt sich in sie und beginnt, das Leben wieder neu zu schätzen. Die anderen Vampire sind da weniger zimperlich. Kann Man den Kampf gegen die Blutsauger gewinnen und ihre bereits gebissenen Kameradinnen erlösen?
Für viele Miike-Fans ist Andromedia der ungewöhnlichste Film des Regisseurs: ein relativ geradliniges Teenie-Drama. Dass Miike dieses Genre beherrscht, stellte er 1999 erneut unter Beweis: Im TV-Dreiteiler "Tennen Shojo Man". Er besetzte die Miniserie mit 18 Idols, also japanischen TV-, Pop- und sonstigen Stars im Teenie-Alter. Weil das Ganze gut ankam, drehte Miike noch im selben Jahr nach dem Manga von Tetsuya Kosh die Fortsetzung "Tennen Shojo Man Next" - und Miike wäre nicht Miike, wenn er nicht alle Erwartungen auf den Kopf stellen würde: Er stürzt seine Idols nämlich diesmal in eine abstruse Horrorgeschichte! Karate-Schulmädchen gegen blutrünstige Vampire. Oder anders gesagt: Kompletter Trash!
Der TV-Zweiteiler beginnt mit einer ersten Folge, "Yuya of Yokohama", die 72 Minuten lang ist und wie ein Appetizer wirkt. Der zweite, 87 Minuten lange, Teil ist besser. In der ersten Episode werden die Charaktere ausführlich eingeführt. Daneben muss man sich als Zuschauer an den ultrabilligen Look im V-Cinema-Stil gewöhnen: Peinliche CG-Effekte, heterogene Colorisierung des Filmmaterials, massiv verdunkelte Day-for-Night-Aufnahmen, holprig erzählte Geschichte, billige aber irgendwie noch kultige Musik von Kouji Endo. Die 72 Minuten kommen einem dabei doch recht lang vor. Miike lockert den Film mit witzigen Einfällen jedoch auf. So findet er das Musikthema in der Disco wohl so gut, dass er es voll laufen lässt und die Charaktere japanisch untertitelt. Dann ist das Blut leuchtend rot und generell der Look extrem stilisiert. Langweilig ist das Teil aber doch - 2 Sterne. Doch dann kommt der zweite Teil und hier langt Miike voll in die Tasten. Die Girls kickboxen sich durch die Handlung, es gibt etliche ur-japanische Unterhosen-Einstellungen, es wird gebissen und gesaugt was das Zeug hält, Dialoge über Vibratoren und Finger-Entjungferung lockern zwischendurch auf und eine verstörende Szene zeigt einen Vater, der seine Tochter entjungfern will, damit sie nicht als Jungfrau geopfert wird. Geschmacklos? Oh ja, und umso seltsamer, weil die Idols das alles mitmachen! Der zweite Teil würde ganz knapp 3 Sterne keirgen, weil er bedeutend mehr hineinpackt. Fast zuviel: Das Material von "Tennen Shojo Man Next" hätte problemlos für eine ganze Serie gelangt. Miike kann deshalb vieles bloss anschneiden. Wenn er doch so viele Ideen hat, wäre eine Serie besser gewesen - ansonsten wäre ein kürzerer Film angebracht gewesen. Beide Teile zusammenfassen, Ballast wegschneiden. So hängt dem Zweiteiler doch viel Unnötiges an. Er wirkt nicht nur trashig, sondern auch langweilig. Klar, Miikes beispiellos schrägen Einfällen zu folgen, macht auch in "Tennen" Spass, doch so ganz scheint der Meister nicht loszulassen. Der Film ist immer noch krasser als alle US-TV-Ware, aber dennoch ist nach meiner Ansicht dieses "Nippon-Buffy" einer von Miikes schwächsten Werken.

Hier auf DVD erhältlich (ohne UT)
Alternative Titel: Tennen Shojo Mahn Next; Tennen shôjo Man next; Tennen shojo man NEXT; Permanent Makeup Girls - Next; Tennen shojo man NEXT: Yokohama Hyakuya hen
Regie: Takashi Miike

Gruselkomödie

Gewalt *

Erotik *

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T o m i e

Reviewed 2002

Japan 1999 Die junge Tsukiko Izumisawa (Mami Nakamura) leidet seit einem Autounfall an Schlaflosigkeit und blutigen Visionen. Die Ärztin Dr. Hosono will ihr mit einer Hypnosetherapie helfen und entdeckt dabei, dass wohl kein Unfall Tsukikos Trauma ausgelöst hat. Der Polizist Harada klärt die Ärztin auf: Tsukiko war an ihrer Schule in ein Massaker verwickelt, in dem Tomie Karakami (Miho Kanno) umkam - ein Mädchen, von dem Harada glaubt, sie sei gar kein Mensch.
Bei diesem Film, der auf den Mangas von Junji Ito (Kakashi, Uzumaki) basiert, ging einiges daneben. Spannend ist er nicht, blutig bis auf zwei Szenen auch nicht - und logisch schon gar nicht. Zudem ist das Ende arg enttäuschend. Was bleibt also Positives? Nicht viel. Eben diese zwei blutigeren Szenen, ein paar nette Ideen - und das wärs auch schon. Zwei Sterne gibts nur, weil der Film nicht offensiv schlecht ist, sondern einfach völlig unnötig. "Tomie" ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe. Ungewöhnlicherweise sind (bis auf das TV-Sequel Another Face) für einmal alle Fortsetzungen besser als das Original!
Die Tomie-Reihe:
Tomie, Tomie: Another Face, Tomie: Replay, Tomie: Re-birth, Tomie: Forbidden Fruit, Tomie: Beginning, Tomie: Revenge.
Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (US)
Ich habe die deutsche Version (Code 3) af japanisch mit englischen Untertiteln gesehen.
Regie: Ataru Oikawa

Horrorfilm

Gewalt * *

Spannung * *

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T o m i e :   A n o t h e r   F a c e   ~   T o m i e :   a n a z a   f e i s u

Reviewed 25.6.04

Japan 1999 Tomie (Runa Nagai) ist tot. Die Leiche der Schülerin wurde im Abfall gefunden. Ihre Kollegin Miki ist nicht unglücklich, denn nun kann sie sich an Tashiro ranmachen, ihren Ex, den ihr Tomie ausgespannt hat. Doch da steht Tomie plötzlich wieder lebendig vor ihnen. In der zweiten Geschichte verliebt sich der Fotograf Mori in Tomie und wird das Gefühl nicht los, er kenne sie von irgendwo. Die letzte Episode zeigt, wie ein ehemaliger Leichenbestatter verzweifelt nach Tomie sucht. Doch er ist nicht der einzige, der sich für das Mädchen interessiert.
Nachdem Tomie, basierend auf den Mangas von
Junji Ito (Kakashi, Uzumaki), unverständlicherweise gut ankam, wurde rasch fürs TV dieses Sequel nachgeschoben. "Another Face" ist jedoch der eindeutig schwächste Teil der Serie. Zwar ist es passend, dass der nur 72 Minuten lange Film in Episoden daherkommt, da dies das episodische Feeling der Mangas aufnimmt. Doch als Film fällt der Streifen einfach durch. Er ist nicht spannend. Die drei Kurzgeschichten bergen keinen richtigen dramaturgischen Bogen: Tomie ist nicht tot zu kriegen. Super, das wissen wir schon - doch das ist in etwa der ganze Plot der drei Filmchen.
Tomie wird gespielt von Late-Night-Idol Runa Nagai (Bild). Die Kleine ist wirklich süss, doch ich werde das Gefühl nicht los, der Regisseur wolle mit ihr einen Fetisch befriedigen. Zum einen natürlich das Mädchen-in-Schuluniform-Phänomen, doch es geht tiefer. Die ganze "Tomie"-Reihe verspürt seltsame Lust dabei, die Mädchen zu tilgen, ohne dafür zu büssen. In Japan gibt es schliesslich allerlei Mädchen-Fetische von Unterhosen über Ausscheidungen und Monster-Mädel-Hentai. Dadurch, dass in "Another Face" Tomie ein halbes Dutzend Mal ohne grössere Folgen gekillt wird, kommt dieses Gefühl eines Mädchen-Tötungs-Fetisches auf. Dieses puppenhaft schöne Girl, das gleichsam jungfräulich und doch diabolisch-durchtrieben ist, wird so oft eliminiert, wie es nur geht. Darin liegt der Fetisch. Darin, dass das Ding immer wieder aufersteht, liegt der Horror.
Na ja, darin sollte er liegen. Doch wirklich gruselig ist "Tomie: Another Face" nie. Also weder lustig, noch spannend noch unheimlich. Was bleibt denn? Eben nicht viel. Ein süsses Lead-Mädchen und zwei, drei seltsam ungemütliche Szenen. Der Rest ist 08/15-Schauder im billigen Digital-Look. Das kann man sich getrost sparen. 

Die Tomie-Reihe: Tomie, Tomie: Another Face, Tomie: Replay, Tomie: Re-birth, Tomie: Forbidden Fruit, Tomie: Beginning, Tomie: Revenge.
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 1 NTSC. Japanisch 5.1. mit englischen Untertiteln. Vollbild.
Alternative Titel:
Tomie: anaza feisu; Tomie 2
Regie: Toshirô Inomata

Horrorfilm

Spannung *

Gewalt *

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