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A n g e l   G u t s :   H i g h   S c h o o l   C o - E d

Japan 1978 Ausführliche Kritik: hier.

 

B a l l a d   o f   O r i n

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

Be a u t y ' s   E x o t i c   D a n c e :   T o r t u r e !

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

T h e   D e m o n

Japan 1978 Ausführliche Kritik: hier.

 

D o b e r m a n   C o p   ~    D o b e r m a n   d e k a

Reviewed 25.1.04

Japan 1977 In Shinjuku, dem Vergnügungsquartier Tokyos, wird die verbrannte Frauenleiche von Mayumi Tamashiro gefunden. Alles deutet darauf hin, dass die Tote in Wahrheit die Ausreisserin Yuna Tamashiro von der Insel Okinawa ist. Die Polizei fliegt deshalb den dortigen Cop Joji Kano (Sonny Chiba) ein. Der unorthodoxe Polizist wird wegen seiner Härte "Doberman" genannt. In Tokyo taucht er mit einem Schwein im Gepäck auf und verkündet nahch kurzer Analyse des Falls, die Leiche sei nicht Yuna. Das sage ihm das "Orakel". Die Stadt-Cops lachen und schliessen den Fall. Doch bald gibt es weitere Tote. Joji interessiert sich derweil mehr für die aufstrebende Sängerin Miki (Janer Yata). Sie arbeitete im selben Massagesalon wie Mayumi und erinnert Joji an Yuna, die einmal seine Frau hätte werden sollen ...
Die Opening Credits von "Doberman Cop" zeigen keine historischen Ereignisse wie in vielen von Kinji Fukasakus Yakuza Eigas der frühen 70er, sondern Sonny Chiba wie er mit einem Schwein durch Shinjuku geht. Ein wunderbarer Einstieg, der klar macht, dass "Doberman Cop" einen leicht anderen Fokus hat. Mehr Fun, mehr "Dirty Harry", mehr Humor, mehr Chiba! In der Tat ist Chibas Doberman eine Antwort auf Eastwoods "Dirty Harry". Die Magnum verbindet, die Härte verbindet, der Hang zu Selbstjustiz und Aussenseitertum verbindet. Doch Doberman ist tief drinnen ein viel menschlicherer Cop. Einer mit vielen Gefühlen, die er aber nur selten zeigt. So etwa immer, wenn er von seiner noch so "heilen" Heimat Okinawa erzählt. Oder am Schluss, als ihm einige Dinge klar werden (ich bin mir zwar noch immer nicht 100% sicher welche). In diesen Momenten wird "Doberman Cop" zu mehr als einfach einem weitern Cop-Thriller. Zudem beschreibt er fast schon nebenbei das harte Los der Liebesdienerinnen von Shinjuku. Dieses Thema wird leider nicht ganz ausgearbeitet, genausowenig wie die Entlarvung und Motivation des Serienkillers - dieser Plot entpuppt sich fast schon als Red Herring. Hätte Fukasaku da mehr rausholen können, der Film wäre um einiges besser.
Aber auch so ist er noch überdurchschnittlich. Nicht nur wegen Chiba, auch wegen Fukasakus stimmiger Inszenierung: Die Musik ist cool, die Bilder haben einen Pulp-Appeal, die Gesänge von Miki sind melancholisch, alle Charaktere in irgend einer Weise gebrochen. Das gibt "Doberman Cop" mehr Melancholie als "Dirty Harry" oder früheren Fukasaku-Yakuza-Streifen. Wer sich nach Gewalt sehnt, kriegt aber dennoch etwas geboten: ein paar Martial-Arts-Kicks von Sonny plus einige ziemlich brutale Shootouts. Doch die brutalste Szene ist wohl die Eröffnung, als die Cops die verbrannte Leiche analsysieren. Da deutet Fukasaku einen fast noch düstereren Film an, als "Doberman Cop" dann tatsächlich wird.

Alternative Titel: Doberman deka; Detective Doberman; The Doberman Cop
Regie: Kinji Fukasaku

Thriller

Spannung * *

Action * *

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H o k u r i k u   P r o x y   W a r   ~    H o k u r i k u   d a i r i   s e n s o

Reviewed 18.1.04

Japan 1977 Fukui, Zentrum der nordöstlichen Hokuriku-Region. Dort sind die Yakuzas noch härter als in Hiroshima. Und der toughste von ihnen ist Noboru Kawada (Hiroki Matsukata). Er will seinen alten Boss Yasuhara (Naboru Nishiwara) entmachten, was die Aufmerksamkeit der Kanal-Gruppe auf den Hitzkopf lenkt. Boss Kanal (Sonny Chiba) befiehlt, Noboru auszuschalten, denn Kanals Bosse, die mächtigsten Yakuzas Japans, wollen in diese Region expandieren. Noboru wehrt sich wie ein Stier, tötet seine Feinde und sucht Verbündete bei der Asado-Gruppe aus Osaka. Nach ein paar Jahren im Knast heckt Noboru einen Racheplan aus.
Seine klassischen Yakuza-Filme wie Battles Without Honor and Humanity siedelte Kultregisseur Kinji Fukasaku in der Grossstadt an. Als Kontrast zu seinen urbanen Yakuza-Eigas dient der weniger bekannte, aber nicht minder beeindruckende "Hokuriku Proxy War". Da der ebenfalls sehr städtische Fukasaku-Held Bantu Sugawara im eisigen Norden, wo der Film spielt, deplaziert wirken würde, griff der Regisseur auf Hiroki Matsukata zurück, der schon in etlichen Fukasaku-Filmen aufgetreten ist. Matsukata ist ideal in der Rolle und bietet eine erstklassige, energiegeladene Antihelden-Performance. Support kommt unter anderem von Sonny Chiba in einer etwas kleinen Rolle.
Doch es sind weniger die Akteure, die "Hokuriku Proxy War" über das Mittelmass hinausheben: Es ist einmal mehr Fukasaku. Er drückte dem Film seinen Stempel auf, vom eröffnenden Erzähler-Monolog über die quietschende, coole Musik bis hin zu den wilden Kamera-Schauklern. Auch die Gewalt ist vorhanden, im späteren Verlauf des Films sogar in ziemlich extremem Ausmass (Hand abhacken, Auto mit Bagger zertrümmern, Bauch aufschlitzen). Und der Film hat ein Tempo, das atemberaubend ist. Fukasaku gönnt sich keine Ruhe, hetzt seinen stets aufgepeitschten Figuren rastlos nach und schneidet wie ein Weltmeister. Die 98 Minuten Lauflänge kommen einem wie nichts vor.
Visuell unterscheidet sich "Hokuiku Proxy War" aber dennoch von anderen Fukasaku-Yakuza-Eigas. Der Grund ist wie angetönt das Setting: Schnee und Eis dominieren die Aussenaufnahmen. Sogar die Foltermethoden (vergraben im Schnee, Drüberfahren mit dem Jeep optional) passen sich der Umgebung an. Die Yakuzas dort oben an der Nordwestküste sind noch roher als die City-Boys und so ist "Hokuriku Proxy War" zwar nicht so düster und nihilistisch wie die urbanen Yakuza-Streifen - aber kein Grad wärmer. Ein kühler, rasanter und harter Film für alle Liebhaber des japanischen Gangsterfilms.
Hier auf DVD erhältlich (semi-legaler US-Print via eBay)
Alternative Titel: Hokuriko dairi senso; Proxy War in Hokuriku; Hokuriku: Proxy War
Regie: Kinji Fukasaku

Gangsterfilm

Gewalt * *

Action * *

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H o u s e

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

I n   t h e   R e a l m   o f   P a s s i o n

Japan 1978 Ausführliche Kritik: hier.

 

L e g e n d   o f   D i n o s a u r s   a n d   M o n s t e r   B i r d s

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

L u p i n   t h e    3 r d :   T h e   M y s t e r y   o f    M a m o   ~    R u p a n   s a n s e i :   M a m o   k a r a n o   c h o u s e n

Reviewed 20.10.03

Japan 1978 Der Meisterdieb Lupin III soll tot sein. Nur einer glaubt dies nicht: Inspektor Koichi Zenigata, Lupins Erzfeind. Tatsächlich stöbert er den frechen Gauner auf und heftet sich erneut an seine Fersen. Lupin und seine Freunde Daisuke Jigen und Geomon Ishikawa haben derweil ein anderes Problem: Der böse Mamo will sie mit Hilfe der schönen Fujiko, auf die Lupin schon lange scharf ist, in eine Falle locken ...
Lupin ist Kult. 1969 kam der animierte Gangster, der nur noch ganz lose auf dem Film- und Bühnencharakter Arsène Lupin basiert (er soll sein Enkel sein), zu seinem Anime-Pilotfilm. Seither gibt es etliche Serien und TV-Spin
offs. Highlights des ganzen Lupin-Zirkus'  sind aber wohl die Kinofilme. Der bekannteste ist der zweite, Hayao Miyazakis Kino-Regiedebüt The Castle of Cagliostro. Der erste Lupin-Kinofilm war jedoch dieser, "Lupin the 3rd: The Mystery of Mamo". Miyazaki hatte für Lupin seine eigene Vision, zähmte den Dieb sexuell und gewaltmässig etwas und gab den Charakteren minim andere Eigenschaften. Dennoch ist "Cagliostro" einer der besten Anime-Filme überhaupt. "Mamo" hält sich eher an die klassischen Lupin-Eigenschaften und ist deshalb weniger familientauglich als Miyazakis "Caglistro". So gibts ein paar blanke Busen, ein wenig Geküsse und Gefummle sowie hie und da eine gewalttätige Auseinandersetzung. "Mamo" ist Anime für ältere Teenager oder jüngere Erwachsene, ein freches Abenteuer mit etwas Sex, etwas Gewalt, etwas Humor und etwas Action. Zusammengenommen hat man jedoch einen Höllenspass.
Wenn es ein Manko gibt ist es in meinen Augen der Bösewicht Mamo. Zwar ist der seiner Zeit voraus indem er 1978 bereits vom Klonen redet, aber er sieht albern aus und ist am Anfang als Fiesling einfach zu wenig fassbar. Zum Schluss wirds besser, und das Finale, das einigen Lupin-Fans nicht gefällt, find ich dann wieder ganz gut. Ein episches, ziemlich abstruses Sci-Fi-Ende mit Anleihen bei "2001". Freaky stuff. "Lupin the 3rd: The Mystery of Mamo" ist für Anime-Liebhaber ein essenzieller Titel, nicht nur, weil es das erste Kinoabenteuer Lupins ist - sondern auch, weil es ein äusserst unterhaltsames Werk ist.

Ausführliche Lupin-Infos gibt es hier:
http://www.lupinencyclopedia.com/ oder http://www.lupinthethird.org/anime/index.htm
Hier auf DVD erhältlich (GB)
Hier auf DVD erhältlich (USA)
Meine Disk (US): Code 1
NTSC. Japanisch 2.0 und Englisch 5.1. mit engl. UT. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Rupan sansei: Mamo karano chousen; Lupin III: The Mystery of Mamo; Lupin the Third: The Movie; Lupin Vs. the Clone; Lupin the Third: The Secret of Mamo
Regie: Soji Yoshikawa

Anime

Humor * * *

Spannung * *

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M e s s a g e   F r o m   S p a c e   ~    U c h u   k a r a   n o   m e s s e j i

Reviewed 7.4.04

Japan 1978 Die Bösewichter des Reiches Gavanas haben den einst blühenden Planeten Jellucia in eine Einöde verwandelt. Der Anführer sucht deshalb Helden, die Jellucia retten. Er schickt acht Liabi-Samen (=Walnüsse) aus, die geeignete Kämpfer anpeilen sollen. Prinzessin Esmeralida (Etsuko Shihomi) macht sich auf, die Auserwählten zu suchen. Sie stösst auf die Draufgänger Shiro (Hiroyuki Sanada) und Aaron (Philip Casnoff), den versoffenen und gefeuerten General Garuda (Vic Morrow) und anderen "Helden", die sich nach einer kurzen Bedenkzeit willig zeigen, die Gavanas zu bekämpfen.
Dass Kultregisseur Kinji Fukasaku durchaus Trash von internationalem Ausmass drehen kann, hat er spätestens mit Green Slime bewiesen. "Message From Space" ist von ganz anderem Kaliber: Entworfen als japanische Antwort auf den Kassenschlager "Star Wars" ist das Werk zwar sehr aufwändig, aber unoriginell - und unfreiwillig komisch. Trashig eben. Zur Verteidigung des Films muss ich sagen: es gibt ihn bisher nur auf japanisch ohne englische Untertitel. Die Story musste ich als im Netz zusammenbröseln, da mein Japanisch noch rostig ist (will heissen: ich versteh gerade noch "Arigato", "Mushimushi" und ein Dutzend weitere Wörter) - vielleicht steckt ja doch viel mehr dahinter? Geniale Dialoge? Ungeahnter Tiefgang? Nun, ich wage zu behaupten: nein.
Aber das ist ja auch egal. Wenn man Sonny Chiba in grotesker Aufmachung bekommt, Modelle, die direkt aus den Studios von ILM geklaut scheinen, grauenhaft geschminkte Bösewichter und durchs All fliegende Segelschiffe, dann ist der geneigte Fan glücklich. Segelschiffe? Ja, anscheinend hat "Message From Space" nicht nur geklaut, er wurde auch beklaut. Die Schiffe sehen wirklich genauso aus wie jene aus dem Disney-Zeichentrickfilm Treasure Planet. Und so manche, die den Film gesehen haben, argumentieren, dass George Lucas zurückgeklaut hat: den Flug durch die Asteroiden für "The Empire Strikes Back" und die Zerstörung des Reaktors für "Return of the Jedi". Etwas weit hergeholt, besonders, da Asteroidenfelder ja von je her ein gutes Thema abgeben.
Doch nicht nur "Star Wars" musste für "Message From Space" herhalten. Auch Akira Kurosawas "The Seven Samurai". Insofern ist der Film vergleichbar mit Roger Cormans "Battle Beyond the Stars". Der kopiert auch "Star Wars" und "Samurai" und ist relativ trashig. Er erschien aber immerhin zwei Jahre nach Fukasakus Film. Das bringt mich endlich zurück zu dem Werk. Der Vorspann mit schöner Musik und edlen All-Bildern ist noch das Gelungenste. Dutzende absurder Sound-Effekte später hat sich die Story durch so viele himmelschreiende Situationen durchmanövriert und hat Fukasaku uns so viele schlechte Bilder vorgeführt, dass man ünur noch froh sein kann, wenn das Ganze vorbei ist. Man muss bedenken, in Japan wurde "Star Wars" mit einem Moratorium belegt, damit das Studio Toei in Windeseile eine eigene Weltraumoper drehen kann - eben "Message From Space". Die armen Japaner sahen den Film also vor George Lucas' Meisterwerk. Ein grauenhafter Gedanke, da man nach diesem Trash eigentlich die Lust an Sci-Fi verlieren kann. Doch es gibt auch eine gute Seite: die Italiener produzierten mit "Star Crash" einen noch übleren "Star Wars"-Ripoff. Mit David Hasselhoff. Würg. Wer eine detailliertere und witzige Abhandlung über "Message From Space" sucht, wird bei "Want to know more" fündig. Da gibts auch Bilder und Videoausschnitte. Unbedingt anschauen!
1979 folgte die TV-Serie von "Message from Space" aus der US-Produzent Bunker Jenkins 1981 einen Film schnitt: Swords of the Space Ark.

Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (USA)
Alternative Titel: Uchu kara no messeji; Message From Space: Galactic War; Sternenkrieg im Weltall
Regie: Kinji Fukasaku

Sci-Fi

Action * *

Spannung *

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S i n s   o f   S i s t e r   L u c i a

Japan 1978 Ausführliche Kritik: hier.

 

S w o r d s   o f   V e n g e a n c e  ~    A k o - J o   d a n z e t s u

Reviewed 2.10.05

Japan 1978 Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hat der fünfte Shogun Tsunayoshi das Tokugawa-Shogunat an die Spitze seiner Macht gebracht. 48 Feudalherren wurden entmachtet, über 30'000 Samurai herrenlos. Keiner wagte einen Rachefeldzug. Als Tsunayoshi  im Jahr 1701 für seine Leistungen das "Imperiale Schwert" überreicht bekommt, kommt es in Edo jedoch zu einem Zwischenfall: Lord Kira (Nobuo Kaneko) beleidigt den jungen Lord Takuminokami Asano (Teruhiko Saigo), worauf dieser mit seinem Schwert auf den feigen Kira einschlägt. Das Shogunat verhängt eine ungerechte Strafe, die im Widerspruch zur Samurai-Tradition steht, die vorsieht, beide Parteien zu bestrafen. Während Kira unbeschadet bleibt, wird Asano dazu verurteilt, Harakiri zu begehen. Sein Stammbaum wird eliminiert, sein Schloss Ako dem Shogunat unterstellt. Die 300 Samurai werden dadurch herrenlos. Das kann Chefberater Kuranosuke Ohishi (Kinnosuke Yorozuya Nakamura) nicht akzeptieren. Er sammelt 56 loyale Samurai, darunter den verwilderten Kazuemon Fuwa (Sonny Chiba) um sich, um Rache zu üben und Kira, der beim Uesugi-Clan Unterschlupf gefunden hat, zu töten.
Kinji Fukasaku wollte die bekannte Geschichte der 47 Ronin ("Chushingura Gaiden") revisionistisch anpacken. Sein Hauptdarsteller Kinnosuke Yorozuya Nakamura, dem Fukasaku im selben Jahr mit dem
jidai geki Yagyu Conspiracy zu einem Grosserfolg verhalf, hielt dagegen. Er wollte einen klassischen Ansatz. Letztendlich musste Fukasaku nachgeben - aber nicht ohne ein paar revisionistische Nuancen. So legte er etwas mehr Wert auf Action, als es frühere Versionen getan haben und drehte das grosse Finale ganz nach seinem Gutdünken.
Zum einen tauschte er dazu die Kameramänner aus. "Kaidan"- und "Im Reich der Leidenschaft"-Filmer Yoshio Miyajima, der den Film klassisch schön einfing, wurde für den Sturm auf das Kira-Haus durch Hanjiro Nakazawa ersetzt, der neben Filmen wie Female Prisoner #701: Scorpion auch für etliche Fukasaku-Filme verantwortlich zeichnete. Massgeblich für seine Gangsterstreifen Sympathy for the Underdog, Modern Yakuza und Graveyard of Honor. Fukasaku wollte dem Sturm nämlich eine brutale, hektische Art verleihen und da kam ihm der Yakuza-Veteran Nakazawa entgegen. Fukasaku erreichte dadurch aber noch mehr: Der legendäre und gloriose Sturm der 47 auf das Kira-Haus, sonst immer heroischer Höhepunkt der Chushingura-Geschichte, ähnelt hier eher einem Massaker. Die 47 sind haushoch überlegen und selbst der Nachbar (Toshiro Mifune in einer Kurzrolle) steht auf ihrer Seite. Die Koda danach zeigt die Samurai wieder als Helden, doch ihre grosse Racheaktion hat in Fukasakus Fassung durchaus zwei Seiten. Mehr Revisionismus lag nicht drin. Der Rest ist klassisch. Und gut.
Doch "Swords of Vengeance" hat seine Probleme. Mit 159 Minuten Lauflänge übertreibt es Fukasaku leicht. Während nämlich die erste Stunde rasant die Ereignisse rekapituliert und die Figuren einführt, hat die zweite Stunde ihre Durchhänger. Der Subplot mit Hashimoto zum Beispiel, aber auch die Szenen mit Sonny Chiba. Erst gegen Schluss zieht der Film wieder an. Bis dahin hat er aber ein paar Spannungspunkte längst verspielt. Klar will Fukasaku den epischen Anspruch einlösen - doch ein paar Kürzungen hätten dem Spektakel sicher nicht geschadet.
Das ist aber ein kleines Manko in einem sonst wuchtigen Film. Edel inszeniert, sauber gespielt und höchst Actionreich ist Fukasakus Chushingura-Version nicht ganz so gut wie sein Yagyu Conspiracy-Meisterwerk, aber ein sehr ansehnlicher Film. Den revisionistischen Aspekt verlor Fukasaku im Übrigen nie ganz aus den Augen und schob 1994 Crest of Betrayal nach, der die Chushingura-Geschichte mit übersinnlichen Ereignissen koppelte.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 1 NTSC. Japanisch 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Fall of Ako Castle; Ako-Jo danzetsu
Regie: Kinji Fukasaku

Historienfilm

Action * * *

Spannung * *

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A   T a l e   o f   S o r r o w

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

T o r a - S a n   M e e t s   H i s   L or d s h i p

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

T o r a - S a n   P l a y s   C u p i d

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

T o r a - S a n ' s   S t a g e - s t r u c k

Japan 1978 Ausführliche Kritik: hier.

 

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V i l l a g e   o f   E i g h t   G r a v e s t o n e s

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

Y a g y u   C o n s p i r a c y  ~    Y a g y û   i c h i z o k u   n o  i n b ô

Reviewed 5.1.04

Japan 1978 Japan 1624, während dem Tokugawa-Shogunat. General Hidetada ist tot, vermutet wird schlechtes Essen. Der Vorkoster begeht Selbstmord. Doch der Schwertkampf-Lehrer Tajima Yagyu (Kinnosuke Yorozuya Nakamura) ahnt, dass der Anführer vergiftet wurde. Er lässt den Magen des Toten klauen und hat damit den Beweis: Die Täter waren seine Vertrauten Izu und Kashua. Er erzählt ihnen, wenn sie den General nicht getötet hätten, er hätte es selbst getan. Hidetada wollte nämlich seinen älteren Sohn, den stotternden, entstellten Iemitsu (Hiroki Matsukata) bei der Erbfolge übergeben und die Macht dem schönen und intelligenten Sohn Tadanaga überlassen. Yagyu ist jedoch loyal zu Iemitsu. Er bittet ihn, die Nachfolge seines Vaters anzutreten and der dritte Shogun zu werden. Doch Tadanaga ahnt, was passierte und organisiert den Widerstand. Er hat unter anderem den Schwertkämpfer Genshinsai (Tetsuro Tamba) auf seiner Seite und kann auf eine zögerliche Haltung des intriganten Kaisers hoffen. Iemitsu wiederum hat ebenfalls einen Top-Kämpfer an seiner Seite: Yagyus Sohn Jubei (Sonny Chiba), der den Rückhalt unter den Bauern und herrenlosen Samurai organisiert ...
In den 70er-Jahren kam das Samurai-Kino quasi zum Stillstand. Selbst Akira Kurosawa legte nach Sanjuro (1962) eine Pause ein. Populär waren Yakuza-Streifen von Kinji Fukasaku. Dass ausgerechnet Fukasaku das Samurai-Genre wiederbeleben würde, ist doch etwas ironisch. Die Firma Toei beauftragte ihn nach 12 Jahren ohne Samurai-Film mit dem Dreh von "Yagyu Conspiracy" aka. "Shogun Samurai", einem teuren Epos mit phänomenalem Cast: Sonny Chiba, Toshiro Mifune, Kinnosuke Yorozuya, Tetsuro Tamba.
Das Ergebnis ist eine Wucht. Fukasaku erzählt eine sehr komplexe Geschichte mit Dutzenden von Figuren und politischen Intrigen mit solchem Elan, inszenatorischer Raffinesse und auch für Laien verständlichen Wendungen, dass es ansteckend wirkt. Sonny Chiba als Schwertkämpfer Jubei zeigt eine seiner besten Leistungen, doch am Beeindruckendsten war für mich Kinnosuke Yorozuya als Yagyu. Toshiro Mifunes Rolle ist leider etwas mickrig ausgefallen. Dennoch: Soviele Talente in einem solch eindrücklich inszenierten Film zu sehen, ist bereits ein Glücksfall. Doch es kommt noch mehr ...
Die Musik zu den Opening Credits erinnert an "Conan" (einer meiner Lieblings-Scores) und bleibt den ganzen Film hindurch wuchtig. Die Kampfszenen, die mit Hilfe des "
Japan Action Club" entstanden sind, sind kurz, aber heftig. Die Kameraarbeit mischt die zweidimensionalen Arrangements des frühen Kurosawas mit den epischen Bildern des späten Kurosawas (Ran) sowie mit Fukasakus eigenem, urbanerem Stil. So sind die Zooms recht "pulpig" und die Gewalt massiv erhöht gegenüber einem "klassischen" Samurai-Film. Die derbsten Momente passieren aber nicht beim Köpfen und Harakiri-begehen, sondern bei einem Angriff von Truppen auf ein Dorf. Dabei werden selbst Kinder abgeschlachtet wie Vieh - und Fukasaku dreht symptomatisch seine Kamera; etwas, was er in seinen Yakuza-Filmen immer bei den Szenen rohster Gewalt getan hat.
Eindrücklich auch die komplexe, historisch nicht immer ganz korrekte Handlung. Nachhaltig die Charaktere, die trotz der Masse an Personen in Erinnerung bleiben. Und cool auch die Dialoge. Einen davon (
"Even if god gets in your way, kill him!") übernahm Fukasakus Freund Quentin Tarantino für Kill Bill. Tarantino ist ein grosser Fan von "Yagyu" und führte ihn in seinem Heimkino einmal Fukasaku persönlich vor. Tatsächlich ist er bisher auch einer meiner bevorzugten Fukasaku-Filme. So sehr ich seine Gangster-Streifen liebe - doch "Yagyu" ist in seinem Kanon irgendwie einzigartiger. Für Samurai-Fans ist "The Yagyu Conspiracy" auf jeden Fall ein Muss. Später entstand mit Sonny Chiba eine TV-Serien-Fortsetzung, die in Japan ebenfalls ausgesprochen poupulär wurde.
Hier auf DVD erhältlich (US)
Hier auf DVD erhältlich (GB)
Meine Disk (UK): Code 2 PAL. Japanisch Stereo mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Shogun Samurai; Shogun's Samurai; Yagyu Clan Conspiracy; Yagyu ichizoku no inbo
Regie: Kinji Fukasaku

Historienfilm

Action * * *

Spannung * * *

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T h e   Y e l l o w   H a n d k e r c h i e f

Japan 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 


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