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A m a z o n   G h o s t

Reviewed 5.6.05

Thailand 2004 Akane ("Nicky" Surah Teeragon) leidet unter Albträumen, in denen er von einem Monster durch den Urwald gejagt wird und Hilfe von einer bildschönen Amazone bekommt. Als er aufwacht, hat er einen roten Edelstein in der Hand. Anhand von diesem und einer kleinen Karte brechen Akane, seine Freundin und ein intrigantes Kollegen-Pärchen in den Dschungel auf. Dort bekommen sie es mit lüsternen Führern, Monstern und der schönen Dame aus Akanes Traum zu tun.
Ich habe gehofft, "Amazon Ghost" sei Dschungel-Trash im Stile des thailändischen Abenteuerfilms The Trek. Bei dem waren Untertitel nicht zwingend nötig und so habe ich mir trotz meiner auch nach über 170 Thai-Filmen nicht vorhandenen Sprach-Kenntnisse die VCD von "Amazon Ghost" reingezogen. Leider. Viel Dschungel-Trash gibts nicht. Stattdessen werden die ersten 20 Minuten mit Gequatsche breitgeschlagen, von dem ich natürlich nichts verstanden habe. Aber ich vermute schwer, selbst wenn man die Dialoge kapiert hätte, wären sie nicht sehr spannend dahergekommen: Ein wenig Intrigen und die Planung des Dschungetrips. Das hätte man gut auslassen können.
Im Urwald selbst gibts dann das eigentliche Highlight. Ich meine nicht die schrecklich animierte CGI-Schlange, das lächerliche Flugmonster oder der schändlich animierte Tiger-Geist. Nein, die Stars! Die drei Frauen im Trek sind zum Anbeissen. Schlanke Taillen, üppiger Busen, verpackt in knappe, absolut Dschungel-untaugliche Kleider? Jawohl! Das nenne ich Dschungel-Adventure, das das Blut zum Kochen bringt. Dazu ein absolut knackiger Held mit sexy Tattoos, der in maskuliner Manier gegen die Biester ankämpft und seine Hormone im Angesicht der verführerischen Frauen kontrollieren muss? Mehr davon! Leider wird diese Chance mit ein paar ausgetauschten, sexy Blicken wieder abhakt. Hier hätte der Film auftrumpfen können - nein, müssen.
Abgesehen von den äusseren Qualitäten haben die Schauspieler wenig zu bieten. Insbesondere der männliche Star "Nicky" Surah Teeragon (Narok sao Ta-ru-tao) kann man absolut auf seine Muckis reduzieren. Von Mimik oder ähnlichem ist nicht viel zu sehen. Natürlich verlange ich das auch nicht von einem Trash-Werk wie diesem. Aber wenn er mich schon in Sachen Monster-Horror, Sex und Urwald-Exploitation enttäuscht, auf was will man denn sonst achten? Das Fazit ist klar: Die umwerfenden Figuren der Leading Ladies können euch verzaubern, aber gebt der Verführung nicht nach: Der Film ist leider ein Schlag ins Wasser.

Hier auf VCD erhältlich
Meine Disk (Thai): VCD. Thai 2.0. ohne Untertitel. Letterboxed Widescreen.
Alternativer Titel:
สาปสาวอเมซอน
Regie: Paak

Abenteuer-
Trash

Spannung *

Erotik *

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A r t   o f   t h e   D e v i l   ~   K h o n   l e n   k h o n g

Reviewed 24.1.06

Thailand 2004 Der verheiratete Architekt Pratan (Tin Settachok) vergnügt sich mit seiner Geliebten Boom (Supaksorn Chaimongkol). Als sie schwanger wird, zahlt er ihr eine Million Baht, verlässt sie - und lässt sie vergewaltigen. Um sich zu rächen, beauftragt Boom einen Priester der schwarzen Magie, um Pratan und seine Familie zu töten. Nach getaner Arbeit sieht Boom jedoch die Geister der Getöteten und wird in ihrem Schrecken überfahren. Monate später bezieht Pratans Ex-Frau Kamala mit ihren Kindern Woon, Neng, Bon, Ruj und Nan dessen Haus. Boom erhebt jedoch Ansprüche auf die Villa und kontaktiert abermals den Magier. Um die Familie zu infiltrieren, heiratet sie zudem Ruj.
"Art of the Devil" ist sicher kein schlechter Film, doch er krankt an einem grossen Problem: Er hat keinerlei Überraschungen. Die Handlung, unnötigerweise in Rückblenden arrangiert, offeriert eine Aneinanderreihung bekannter Genre-Reste und präsentiert die offensichtlichsten Wendungen als vermeintlichen Twist. Dabei ist jeder, der ein paar Horrorfilme gesehen hat, auf jeden davon vorbereitet. Die Spannung sinkt daher beträchtlich und reduziert sich eher auf die Frage nach dem "Wie?": Wie kommen die Menschen ums Leben? Wie viel Blut spucken sie dabei aus?
Und da Regisseur Tanit Jitnukul (Bang Rajan, Jao Tark, Kunpan) zu den versiertesten seines Fachs in seiner Heimat gehört, freut man sich auch auf jeden Abgang. Blutig und ideenreich inszeniert sind die Morde durch schwarze Magie die Augenöffner des Films. Jitnukul geht mit deutlichem Gusto an die Sache heran. Seine Kameraführung ist zudem reifer, als jene seiner oft auf "Stil vor Substanz" setzenden Landsleute. Da "Art of the Devil" auch knackig geschnitten ist, werden die rund eineinhalb Stunden auch nie langweilig. Aber der grosse Kick fehlt dennoch - in der Handlung und bei den Schocks. Alles läuft nach Plan, alles kommt mit einer gewissen Vorhersehbarkeit. Und das, was unerwartet auftaucht, wirkt Fehl am Platz - wie etwa der herum spukende Albino-Geist.
Die Schauspieler verleihen dem Film auch keinen zusätzlichen Reiz. Die junge Hauptdarstellerin hat zwar einen gefälligen, wenn auch etwas unterernährten Body, doch ihre Mimik ist ebenso beschränkt wie jene der anderen Akteure. Grosse Emotionen kommen kaum auf, selbst wenn ganze Familien gemeuchelt werden: "Art of the Devil" wirkt deshalb kühl. Es fehlt an menschlichen Emotionen, es fehlt an sadistischer Freude, es fehlt an einem Revenge-Motor oder sonst irgendeinem Element, das der Handlung Power verleihen würde. Aus der Masse der billigen Thai-Horrorfilme sticht der professionell gemachte Streifen allen Defiziten zum Trotz allemal heraus. In der Welle asiatischer Horrorfilme geht er jedoch mangels neuer Ideen und fehlender Nervenstrapazen ziemlich unter.
Fortsetzung: Art of the Devil 2 (2005)
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 1 NTSC. Thai 2.0 und Englisch 5.1 mit engl. Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Khon len khong;
คนเล่นของ
Regie: Tanit Jitnukul

Horrorfilm

Gewalt * * *

Spannung * *

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B a n g k o k   L o c o

Reviewed 29.6.04

Thailand 2004 Bangkok in den 80er-Jahren: Der Trommler Pronchai "Bay" (Khridsada Suchosal) glaubt, seine Vermieterin Victoria versehentlich zerstückelt zu haben. Er flieht zu seinen Freunden von der Band "PC" - Don (Nuntaka Worravanitchanun), Aoo (Phacapath Boonsomthum) und Maew (Noppadol Taveethumnusin). Das Quartett muss schon bald abhauen, denn der Ermittler Inspektor Schwarzohr (Niphon Chaisirikul) ist Bay bereits auf den Fersen. Doch der Trommler hat noch andere Sorgen: Er und seine Freundin Don wissen, dass alle zehn Jahre ein Duell gegen die Dämonen-Trommel ansteht. Ihr Meister ist vor Jahren dabei umgekommen. Nun liegt es an Bay, zurückzuschlagen. Das Duell soll demnächst steigen und Bay ist noch nicht gut genug!
Wenn die Verleiher diesen Streifen richtig vermarkten, können sie ihn durchaus zu Kultpotenzial verhelfen. "Bangkok Loco" ist so durchgeknallt, schnell und irr, dass es schwierig wird, einen vergleichbaren Film zu entdecken. Ich würde nicht behaupten, das Werk sei wirklich gut, aber Langeweile kommt bei jemandem, der schrillen Humor liebt, nie auf. Regisseur Phornchai Hongrathanaphorn zieht einfach alles aus dem Hut, was eine gute Komödie der abgefahrenen Art braucht: Running Gags, schlüpfrige Zoten, Sexwitze, dumme Tiere, dumme Menschen, visueller Humor, satirische Pointen, Insider-Jokes, schräge Musical-Einlagen und Anspielungen auf Filme, Kultur und weiss der Kuckuck was.
Das Tempo ist schier unglaublich. Schon am Anfang gehts Schlag auf Schlag. Selbst die Credits sind extrem rasant. Eine ausgedehnte Rückblende in Schwarzweiss zeigt bald darauf, dass Hongrathanaphorn durchaus raffiniert vorgeht. Nur die Kids sind nämlich in Farbe, Und erst noch in gelb - Bruce Lees Jump-Suit-Gelb aus Game of Death bzw. Kill Bill. Das ist bei weitem nicht die letzte Filmreferenz. Man hat auch kaum Zeit, dies wirklich zu würdigen, bevor es zur Schlacht gegen den Trommler "Ringo aus der Hölle" geht, Nang Nak angesprochen wird, das Trommeln zum Sex verkommt oder die Bilder sich in ein psychedelisches Farben-Durcheinander auflösen. Echten Plot sucht man darin vergebens.
Deshalb kommt der Film sicherlich nicht überall an. Er ist so abgedreht, dass er manche vor den Kopf stossen wird. Ich mag überdrehten thailändische Humor nicht so, aber ich liebe Farce-mässige Attacken aufs Zwerchfell, die keinen Halt einlegen und sich bei allem bedienen, was Spass macht. "Bangkok Loco" hat von beidem was, und wenn er gegen Schluss nicht massiv nachlassen würde, gäbs auch glatt drei Sterne für den Film. Dazu eine Seh-Empfehlung und das Label "potenzieller Kultfilm".
Hier auf DVD erhältlich (D)
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
ทวารยังหวานอยู่; Tawan young wan yoo
Regie: Phornchai Hongrathanaphorn

Komödie

Humor * * *

Action * *

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B a n g k o k   R o b b e r y

Thailand 2004 Ausführliche Kritik: hier.

 

T h e   B e a s t

Reviewed 18.12.04

Thailand 2004 Der Archäologie-Professor und Antiquitäten-Sammler Laphin durchstreift mit zwei Führern den Urwald. Sie stossen auf ein Dorf, dessen Bevölkerung von einem Tier niedergemetzelt wurde. Oder wars ein Monster? Von dem Trip bringt der Professor eine kleine Affenstatue mit. Die wird von seinem Studenten Joe jedoch geklaut. Er entfernt den Schutz und beschwört so das Affenmonster Kong Koy herauf. Als Joe, Laphins Tochter Yoyo (Rungnapa "Anny" Brooke, Sherry Ann) und ihre Freunde Dan, Dome, Palm und Ticktack in Joes Haus eine Schulabschluss-Party feiern, schlägt das Biest zu.
Trash vom Billig-Label "Right Beyond". Der Film beginnt als Abenteuerfilm wird jedoch etwa nach der Hälfte unverhofft zum Teeniehorror mit knackiger Besetzung. Die Schauspieler hören die angesagteste neuste Musik (Michael Jackson, Guns'n'Roses) und tanzen dazu ab, als plötzlich ein Kerl im Affenkostüm sie alle tot macht und ihnen zuvor die Seele aussaugt (1) Es ist das legendäre Affenmonster Kong Koy. Super Einfall, nicht? Natürlich nicht. "The Beast" bemüht so ziemlich jedes Klischee des Genres und anstatt diese wenigstens sleazy zu präsentieren gibts sauberen, leblosen 08/15-Horror ohne den Hauch von ästhetischer Raffinesse.
Es dominieren Nebel und Scheinwerfer. Manchmal derart offensichtlich, dass das Bild geflutet wird vom Licht einer mysteriösen Lichtquelle (2). Die Innenaufnahmen sind extrem billig, das Design, die Kostüme ein Graus. Davon ablenken könnten Sex und Gore. Von Ersterem gibts nix. Welch eine verpasste Chance, wenn man schon hübsche Teenies zut Hand hat. Blut sieht man ein wenig, doch es ist von solch künstlicher Natur, dass man kaum vom Hocker fällt (3).
103 Minuten dauert dieser Unsinn, bei dem man Spannung, Erotik, Humor und Action vergebens sucht. Das Biest taucht auf, killt jemanden, die Kid schreien. Nächste Szene. An Trägheit ist das schwer zu überbieten. Und die Moral von der Geschichte? (4) - du sollst nicht stehlen. Argh. Anschauen auf eigene Gefahr oder als Background-"Unterhaltung" bei einer nächtlichen Trash-Party.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
กองกอย พันธุ์นรกดูดวิญญาณ
Regie: -

Horrorfilm

Gewalt * *

Spannung *

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B e   T r u e

Reviewed 29.6.04

Thailand 2004 Max (Theeradej Wongpuapan) sieht gut aus, hat einen trendigen Job bei einem Modemagazin, doch bei Frauen hat er kein Glück: seine Geliebte Sandy betrügt ihn mit einem Ausländer. Fortan hat Max die Gabe, die Träume und Wünsche der Menschen zu sehen. Als er seine Nichte zum Kinderarzt bringt, begegnet er der hübschen Ärztin Dr. "Pam" Pampatra (Suchaya Kraisuwan). Er verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Und auch die Ärztin ist zu dem jungen Mann hingezogen. Doch leider ist sie dem wohlhabenden Klinikleiter Dr. Watchara versprochen. Max weiss dank seiner Gabe, dass der ehrenwerte Doktor soviele Geliebte wie Finger hat.
Schön. Mal kein Horror- oder Schmuddelfilm. Und das Cover ist reizend. "Be True" beginnt denn auch ganz okay mit Max, der direkt zur Kamera spricht und seine Geschichte einführt. Doch schon bald erweist sich der Streifen als Langweiler. Hauptdarsteller
Theeradej Wongpuapan ist ein hübscher, aber blasser Kerl. Mit ihm wollten die Macher offensichtlich den Erfolg von Behind the Painting wiederholen, bei dem Wongpuapan ebenfalls mitspielt und bei dem auch endlos geredet wird. "Be True" hat zwar mehr Humor als das Vorbild, aber die nicht enden wollenden Dialoge sind ebenso lethargisch. Man vergleiche "Be True" mit Before Sunset, in dem auch nur geredet wird, der aber vor Lebensfreude sprüht.
Die Handlung ist alles andere als taufrisch: junger Kerl aus Mittelstands-Hintergrund verliebt sich in High-Society-Girl. Die Sache mit seiner seherischen Gabe wird dagegen kaum thematisiert und ist bloss ein Gimmick. Die Fragen, die ihn vielmehr beschäftigen, sind "was tue ich, damit sie mich mag?", "wie spreche ich sie an?" und "was ziehe ich zur Party an?" Weltbewegende philosophische Fragen, könnte man denken, denn im Hintergrund läuft melancholisch die Musik. Dieses Stilmittel wird in die Dialoge weitergezogen. Die zwei Liebenden stehen da wie Holzpflöcke und säuseln ihre nichtssagenden Texte mit der Energie eines pensionierten Nachrichtensprechers. Kein Knistern, kein Brodeln, kein Flirten. Bloss endloses, leeres Palavern. "Be True" ist mit 83 Minuten zm Glück recht kurz und keinesfalls so offensiv übel wie manche schlecht bewerteten Thai-Streifen - doch ich kann auch nicht anders, als masslose Langeweile zu verurteilen. 1½ Sterne sind mehr als genug. Ich möchte ja nicht verantworten, dass ihr ins Wach-Koma fallt.
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
มหัศจรรย์...พันธ์รัก
Regie: Ajadrawdee Wongsakon

Liebesfilm

Humor *

Spannung *

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B l a c k    M a g i c   W o m a n

Reviewed 1.1.05

Thailand 2004 Helen (Sasithorn Panichnok) kündigt ihren lukrativen Werbejob, weil sie sich benachteiligt fühlt. Ihr Kollege Teeranit (Kuensit Suwanwathakee) klaute ihr sogar die Idee für eine Sojakampagne. Doch da bekommt sie per Post in ihrem neuen Appartement ein mysteriöses Paket. Durch die magische Figur darin wird ein Einbruch in ihre Wohnung verhindert. Nun beisst Helen an und probiert auch die anderen Gegenstände aus. Dadurch kriegt sie von der Chefin Orr (Pilanthanee Jarayapan) den Job zurück und schlägt Teeranit aus dem Rennen. Doch sie gibt ihrem Kunden Joe (Yuttapong Sodjaroen) auch versehentlich ein Liebes-Artefakt, das in dem verlobten Mann die Lust nach Helen weckt. Sie jedoch ist nicht interessiert. Er vergewaltigt sie beinahe, nur die Polizei kann sie retten. Nun merkt sie, dass sie es mit schwarzer Magie langsam zu weit getrieben hat. Aber der Horror ist noch nicht vorbei. Auch ihre Freundin und ihr Kumpel Ake (Rungruang Anantaya) sind noch in Gefahr.
Dies ist der erste Thai-Film, den ich 2005 gesehen habe. Und ich muss sagen, für ein Jahr, dass mehr 1-Stern-Filme hervorgebracht hat, als je zuvor, war es kein schlechter Start. Versteht mich nicht falsch: Mittelmässiger als 2½ Sterne geht kaum - aber "Black Magic Woman" ist ein Film, der sauber produziert, akzeptabel gespielt und dank geringer Lauflänge auch recht kurzweilig ist. Das ist mehr, als ich von vielen Thai-Filmen 2004 sagen kann. Deshalb ist die Bewertung vielleicht auch ein wenig aufgerundet. Müsst ihr ihn sehen? Kaum. Tut es weh, wenn ihr ihn seht? Nö.
Die Hauptrolle spielt die bezaubernde Sasithorn Panichnok, die in Jan Dara eine der vielen sexy Frauen verkörpert hat. Sie ist attraktiv und spielt überzeugend. Damit hat "Black Magic Woman" ein brauchbares Zentrum. Die anderen Akteure müssen hintenanstehen und kriegen nicht viel Spielraum. Die Inszenierung mit Digitalkamera ist nicht übel. Das Tampo ist gut, die 73 Minuten gehen schnell vorbei und auf lästige "buhu"-Momente mit plötzlich laut werdendem Soundtrack wird glücklicherweise verzichtet. Wenngleich der Film als Ganzes halt eben doch nicht sehr unheimlich ist. Das Thema ähnelt ein wenig dem "Wishmaster"-Motiv, indem ein Wunsch sich negativ auswirkt. "Black Magic Woman" versucht aber, das Thema stark in der Realität von heute zu verankern. Mit schwarzer Magie übers Internet, Suizidversuch durch Pillen und Männer-Aufriss in der Disco.
Blutige Szenen gibts keine, wahnsinnig unheimliche auch nicht. Ich habe den Film deshalb auch als Thriller und nicht als Horror klassifiziert. Die Entscheidung, etwas low-key zu bleiben und sich nicht ganz dem Horror zu verschreiben, kommt "Black Magic Woman" letztendlich zu Gute. Was will der Film? Schwer zu sagen. Vielleicht ernsthaft vor schwarzer Magie warnen, denn das Ende ist von den Ereignissen her ziemlich derb. Und das Ganze bekommt einen Wiederholungs-Twist wie viele moderne asiatische Horrorfilme, wonach das teuflische Element weitergegeben wird. Diesmal ists ein Appartment, in Ring wars ein Video. Dieser epidemische Charakter ist in Asien sehr populär - wohl nicht nur wegen Sars und Hühnergrippe. "Black Magic Woman" ist ein solider, belangloser Thriller. Lassen wirs dabei.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph)
Alternativer Titel:
ผู้หญิงมนต์ดำ
Regie: Surbsak Chalongtham

Thriller

Spannung * *

Erotik *

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T h e   B o d y g u a r d

Reviewed 20.9.05

Thailand 2004 Der Bodyguard Wongkom (Petchai Wongkamlao) kann trotz knallhartem Kampf nicht verhindern, dass der Geschäftsmann Chori Petchpantakarn von Gangstern getötet wird. Um das Vermögen des Mannes, der einer der reichsten des Landes war, entbrennt ein Streit, doch das Testament legt fest: Alles Geld geht an seinen Sohn Chaichol (Piphat Apiraktanakorn). Der schwebt deshalb in Lebensgefahr. Doch von Wonkom will er sich nicht schützen lassen. Ein Fehler, denn kurz darauf wird er angegriffen, seine Beschützer werden getötet. Chaichol flieht ins Ghetto und verliebt sich in die zierliche Pok (Pumwaree Yodkamol), während Wongkom seine Rettung vorbereitet.
Den Komiker Petchai Wongkamlao kennt man hierzulande als Sidekick im weltweiten Martial-Arts-Hit Ong-Bak. Der Pfundskerl startete danach voll durch und inszenierte sich selbst in seinem Regiedebüt "The Bodyguard" als Actionheld. Assistiert durch Seilakrobatik fliegt und rotiert er durch die Räume und teilt heftig aus. Dass seine Kicks nie wirklich den Höhepunkt kampftechnischen Könnens darstellen, weiss er selbst, deshalb ist das Ganze auch mit gehörig Humor umgesetzt. Und dass thailändischer Witz nicht jedermanns Sache ist, das versteht sich von selbst.
"The Bodyguard" ist deshalb kein durchschlagender Erfolg. Manche Pointe ist so plump, dass man die Stirn runzelt. Andere sind bloss noch peinlich - die üblichen behinderten und tuntigen Sidekicks sind auch da, doch zum Glück lässt Wongkamlao das Ganze nie in eine Freakshow ausarten. Vielmehr konzentriert er sich auf den Action-typischen Plot und garniert ihn mit allerlei Genre-Referenzen und eben ein paar mehr oder weniger gelungenen Scherzen.
Mir gefiel der Schurken-Handlanger, der in immer absurderer Wrestling-Montur auftaucht und bis auf eine Fluch-Tirade am Schluss den Film hindurch stumm bleibt. Mir gefiel das Finale, bei dem der Thai-Kämpfer aus Go Fight ebenso antritt wie ein Shaolin-Verschnitt zum Wong-Fei-Hong-Lied. Doch den Höhepunkt dürfte der Kurzauftritt von Tony Jaa markieren. Der Ong-Bak-Star darf einmal kurz austeilen und verabschiedet sich von seinem damaligen Partner mit "No problem, Hamlae", worauf dieser sauer zurück gibt "
That’s another film, dickhead".
Aus dieser Szene hätte man aber mehr rausholen müssen. Tony Jaa ist immer anbetungswürdig, doch die Choreografie seines Fights gibt nichts her. Das ist nicht verwunderlich, da Petchai Wongkamlao keine Regie-Erfahrung hat. Doch sein Choreograf war Panna Rittikrai, Action Director bei Ong-Bak und Regisseur von Born to Fight. Da lege ich die Messlatte schon etwas höher. Überhaupt sind die Kämpfe ein Rückschritt zu dem, was die beiden genannten Kampfsportknüller vorlegten. Herkömmliche Kampftechniken und relativ behäbiger Schnitt dominieren die Ereignisse. Damit fällt man heutzutage nicht mehr auf. Dass der Plot durch eine unnötige Romanze im Mittelteil zum Stillstand kommt und einige Dialoge ("you sleep like a transvestite being raped”) nur noch irr sind, macht die Sache nicht viel besser. "The Bodyguard" findet zwischen Albernheit, 08/15-Fights und Genre-Zitaten zu selten zu seinem eigenen Rhythmus. Aber er macht Spass für seine 95 Minuten.
Die bereits aufgelisteten Gag-Höhepunkte, Tony Jaas Auftritt, ein Crash von vier Autos in der Luft, die Winks zu John Woo, Jackie Chan & Co. sowie das schnittige Erzähltempo am Anfang und am Ende heben "The Bodyguard" definitiv auf das Niveau der besseren Thai-Actionfilme. Nicht ganz zu Ong-Bak oder Born to Fight, aber trotzdem über den Schnitt. Er unterhält über einen Grossteil seiner Laufzeit, doch danach dürfte man ihn rasch wieder vergessen haben. Fastfood-Actionkino, sozusagen.
Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (GB)
Meine Disk (GB): Code 2 PAL. Thai 5.1. und DTS mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
บอดี้การ์ด หน้าเหลี่ยม
Regie: Petchai Wongkamlao

Actionkomödie

Action * * *

Humor * *

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B o r n   t o   F i g h t

Reviewed 29.6.04

Thailand 2004 Zwei Polizisten machen Jagd auf den Drogenboss Yang. Sie können ihn festnehmen, doch der ältere der beiden Polizisten stirbt beim Einsatz. Schon wenig später ist der jüngere, Deaw (Dan Chupong Changprung), erneut gefordert: Hunderte von Yangs Männern dringen in ein Dorf ein, in dem gerade Sportler (u.a. der Fussballer Piyapong Piew-on, die Turnerin Amornthep Waewsang und Takraw-Kämpfer Suebsak Pansueb) die Bewohner mit Geschenken belieferten. Sie schiessen die halbe Bevölkerung tot und nehmen den Rest als Geiseln. Die Dörfler, die Sportler und Deaw beschliessen aber, zurückzuschlagen. Sie wollen Yang, der tatsächlich freigelassen werden soll, stoppen und verhindern, dass die Gangster danach eine Atomrakete zünden, die ganz Bangkok zerstören würde.
Ong Bak hat bewiesen, dass sich Thailands Martial-Arts-Kino nicht zu verstecken braucht. Im Gegenteil: Die Stunts, die die Thai-Actionchoreografen von ihren Leuten verlangen, sind krasser als alles, was momentan auf dem Markt ist. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, man sollte Amnisty International kontaktieren. Doch das Actionherz schreit "mehr, mehr!" Genau diesem Wunsch kommt
Panna Rittikrai nach, der Stuntchoreograf von Ong Bak. Er grub den Titel seines 1985er-Hits Born to Fight aus und arrangierte die Story völlig neu - mit erhöhtem Tempo, rockiger Musik, Sportstars und natürlich noch deftigeren Stunts. Ong Bak-Süchtige kommen ganz klar auf ihre Kosten!
Wiederum sind die Stunts und Actioneinlagen ohne Einsatz von CGI und Seilen entstanden, sondern lediglich durch penible Vorbereitung, langes Training und absolut unerschrockene Akteure. Manche Szenen sind noch unglaublicher als in Ong Bak, doch bevor ich zu diesen im Einzelnen komme, ein paar Worte zum Rest des Films. Die VCD, die ich aus Thailand hatte, bot leider keine Untertitel, aber dem Plot ist leicht zu folgen. Auch die eher peinlichen Momente im Drehbuch sind ohne Untertitel klar verständlich - so etwa entscheiden sich die Dorfbewohner zum Zurückschlagen, als sie die thailändische Nationalhymne hören. Ein Mann gibt nicht auf, weil er auf der Münze das Antlitz des Königs sieht und der Fussballer rennt gegen Schluss nur noch mit der thailändischen Fahne in der Hand umher. Vor jedem Fight wird ausserdem mal innbrünstig geschrien. Ob einbeiniger Krüppel, Greis oder 10-jährige Göre: Alle dürfen ran. Das gibt dem Film stärkeren Trash-Charakter als Ong Bak, in dem ein Mann, der charismatische Tony Jaa, die Hauptlast trug und dem Film Fokus verlieh.
"Born to Fight" ist im Vergleich chaotischer und B-lastiger. Ein Schiess- und Prügelstreifen in der Tradition der 80er. Ohne Verluste. Der erste Überfall auf das Dorf ist zum Beispiel sagenhgaft brutal und später, wenn die Bewohner zurückschlagen, werden keine Gefangenen gemacht. Die Feinde dürfen schon mal auch sprichwörtlich explodieren. Von den Akteuren verlangt dieses Action-Kracher kaum mimisches Verständnis. Sie müssen bloss tun, was sie am besten können. Damit sind nicht nur die Extrem-Stunts gemeint: Da etliche Mitglieder der Crew Sportler sind (im Film und im realen Leben), mischen sie virtuos Martial-Arts und ihre bevorzugte Sportart. So gibts schon Mal Barren-Kicks, Fussball-Kopfnüsse und Balken-Überschläge. Etwas plump, ja, aber wenn man die jeweiligen Szenen sieht, liegt einem eh der Unterkiefer am Boden, damit erübrigt sich eine Stildiskussion.
Genauso wie eine über Sinn und Verstand. "Born to Fight" ist vielleicht noch der etwas albernere Film als Ong Bak, noch der trashigere. Aber eben: Er will nichts anderes sein als Prügel- und Schiess-Fun. Und wenn ich einen solchen Film sehe, dann soll er gefälligst so sein, wie "Born to Fight". Denn, und damit nun endlich zu ein paar spezifischen Stunts, er zeigt Knochenbrecher-Ideen, die man zuvor so nicht gesehen hat. Legendär ist bereits der Kampf auf den fahrenden Lastwagen. Klar kommen bei den Stürzen von fahrenden LkWs Matratzen am Boden zum Einsatz und die Ecken der Autos, an denen die Fallenden abprallen, sind gepolstert - aber das sieht man kaum und mindert den "Autsch"-Effekt nur geringfügig. Hier ein paar Screenshots der krassesten Momente: Szene 1, Szene 2.
Später im Camp herrscht erst Ruhepause, danach gehts Schlag auf Schlag los in einer rund einstündige Aneinanderreihungen von akrobatischsten Einsätzen. Manche sind durchschnittlich, manche unter Ong Bak-Niveau, manche sehr eindrücklich - und werden deshalb zwei- bis dreimal aus verschiedenen Perspektiven wiederholt. Spannend ist die Sache nie, besonders gut inszeniert auch nicht. Aber wen juckts? Regisseur / Choreograf Panna Rittikrai und sein Partner Banlu Srisaeng liefern einen Exzess ab, der sich gewaschen hat und der fast zwei Stunden lang brutale und actionlastige Unterhaltung bietet.
Hier auf DVD erhältlich (GB, mit Untertitel!)
Meine Disk (Thai). VCD Thai 2.0 ohne Untertitel. Vollbild.
Alternativer Titel:
เกิดมาลุย
Regie: Panna Rittikrai

Actionfilm

Humor *

Spannung *

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C h a n g   P u e n   K a e w   2

Reviewed 13.6.04

Thailand 2004 Sang (Songsang Songsawang) und Nuan (Tadsaraporn "Nong Yoke" Mokejoke) leben nun in Bangkok. Die Kinder wollen gerne ihre Eltern verkuppeln, doch dazu bleibt keine Zeit: die böse Frau, der Nuans Mutter Geld schuldet, verlangt, dass die Kleine als ihre Sklavin zurückkehrt. Es gibt nur eine Rettung: Nuan muss freigekauft werden, doch das kostet 100'000 Baht. Sang hat die Idee, die Elefanten von Rings (Patcharee Raksawong) Dickhäuter-Station einzusetzen, um Geld zu verdienen. Doch die Einnahmen sind spärlich.
Gemein: Der Film "Chang Puen Kaew" erschien bisher ohne Untertitel, die Fortsetzung dagegen hat welche. Immerhin wird jenen, die den ersten Teil nicht kennen, die Sache erleichtert, indem ein 5-minütiger Vorspann die Ereignisse des Originals kurz erklärt. Zieht man dies ab, ist "Chang Puen Kaew 2" ohne Vor- und Abspann vielleicht noch 70 Minuten lang. Definitiv ein kurzer Film. Ist er auch kurzweilig? Jein. Ich bin nicht richtig überzeugt. CPK 2 fühlt sich an wie ein schnell abgekurbeltes Cash-in, das vom Erfolg des ersten Teils profitieren will. Der Look ist billig, die Kind-Akteure nicht sonderbar talentiert, die Klimper-Musik langweilig und der Plot 08/15. Ich mag dem Film nicht ganz böse sein, weil er ja letztendlich an ein sehr junges Publikum gerichtet ist - aber von "gut" kann keine Rede sein.
Regie führte Bin Bunluerit, ein bekannter Name im Thai-Filmgeschäft. Er gewann u.a. Preise als Schauspieler in Bang Rajan und ist bald als König von Indien in Oliver Stones "Alexander" zu sehen. Hinter der Kamera stand Buluerit u.a. für den erste "Chang Puen Kaew" und für den Horrorfilm "Demonic Beauty" (aka. Krasue). Er hat also Erfahrung. Weshalb er dennoch jede Szene so gestelzt aussehen lässt, kappier ich nicht. Ein paar Beispiele: Sang und Nual haben Geld verdient und zählen es. Ein paar Gauner sehen sie und wollen sie ausrauben. Beide Kinder weinen und erweichen das Herz der Gangster. Episode abgeschlossen. Später verhaftet die Polizei die Kids wegen vermeintlichem Diebstahl eines Büffels. Gerade, als es brenzlig wird, rollt Inspektor Joob (
Prab Yuthapichai) herbei und klärt alles auf. Klar darf man Kinder nicht zu spannenden Momenten aussetzen, aber in "Chang Puen Kaew 2" hat keine Passage wirkliche Spannung, in keiner sorgt man sich wirklich um die Charaktere.
Für Kiddies, die Elephanten mögen und 70 Minuten ruhig sitzen müssen, ist "Chang Puen Kaew 2" halbwegs unterhaltsam. Erwachsene dürften sich indes schnell langweilien, bei manch konstruierter Szene sogar ärgern. Und wenn ein Kind den Kopf noch neben einen furzenden Elefantenarsch gehalten bekommt, dann gibts sowieso Abzug. Ich kann mir nach dem "was geschah in Teil 1"-Vorspann gut vorstellen, dass das Original etwas mehr Action und Abenteuer hat. Aber das ist vorerst Spekulation.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel:
ช้างเพื่อนแก้ว 2; My Elephant 2; Chang Puen Kaew - Part 2
Regie: Bin Bunluerit

Kinderfilm

Humor * *

Spannung *

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C i t i z e n   D o g

Thailand 2004 Ausführliche Kritik: hier.

 

T h e   C o m m i t m e n t

Reviewed 21.9.05

Thailand 2004 Moss (Prangthong Changthom, The Mother), Muay (Pinsuda Tanpairoh, Sars Wars), Pin (Viritipa Pakdeeprasong) und fünf weitere Kolleginnen statten einem ominösen Geisterhaus einen Besuch ab. Dort bitten sie den Geist um die Erfüllung ihrer Wünsche. Moss glaubt nicht an solchen Humbug und macht sich über die Prozedur lächerlich. Ein Fehler, denn kurz darauf taucht ein weiblicher Geist (Thitima Maliwan) auf und killt die jungen Frauen.
Obwohl deutlich besser als der gängiger Direct-to-Video-Thai-Horror vermag "The Commitment" trotzdem nicht gänzlich zu überzeugen. Zu sehr fusst der Film von Regiedebütant Montri Kong-Im in Genre-Klischees und asiatischen Geister-Vorbildern. Am schlimmsten wiegt jedoch der Mangel an Plot: Das 84-minütige Schauderfilmchen metzelt seine Protagonisten im "Zehn kleine Negerlein"-Prinzip ab, bevor eine von ihnen die Lösung findet. The End. Die besseren asiatischen Geistergeschichten handeln davon, wie die Figuren die Hintergründe des Geists recherchieren oder versuchen, diesen aufzuhalten. Eine einfache Aneinanderreihung von Todesfällen sorgt indes kaum für Spannung.
Positiv fallen dagegen einige der Bluteffekte auf. Es wird frischfröhlich verstümmelt und massakriert - selbst die 08/15-Szene, in der eine Katze aus der Dunkelheit sprint, mündet in einen fiesen kurzen Schockmoment mit Blut. Wenn "The Commitment" etwas halbwegs richtig macht, so sind es die Verstümmelungen der Girls. Der Rest ist nur mit viel Goodwill zu ertragen: Die Akteure sind mässig, die Inszenierung lustlos, die Auflösung voraussehbar, die Atmosphäre unspannend, die Musik zu selten bzw. zu schlecht eingesetzt. Es stellt sich einfach nie Gänsehaut-Feeling ein.
Die geklauten Elemente machen die Sache auch nicht besser. Da sind die Geister-Geräusche aus The Grudge und die Duschvorhang-Szene aus "Psycho", die sicher als Hommage gedacht wird - aber bitte, genau diese Szene wurde in der Filmgeschichte so oft zelebriert, dann sollte man ihr doch etwas Neues abgewinnen können. Sonst fällt sie eben nicht als Hommage, sondern als Plagiat auf. "The Commitment" traut man leider eher Letzteres zu.
Kaufen? Ja vielleicht. Die DVD war in Thailand ohne Untertitel erhältlich und nun erbarmt sich Anchor Bay UK der Asia-Fans, die durch das Cover und ein paar positive Kritiken angeregt wurden, und bringt eine Code-2-Disk heraus. Nicht nur das: Anchor Bay erhob den Titel auch zu seinem Startfilm für ein neues Sub-Label namens "Dark Asia". Dass eines der liebsten DVD-Labels der Genre-Fans nun endlich auch auf den Asia-Zug aufspringt, ist zu begrüssen. Dass sie dazu ausgerechnet einen so austauschbaren Streifen als Ausgangspunkt gewählt haben, ist dagegen bedauerlich. Um den Effort zu unterstützen, lohnt sich der Kauf aber irgendwie doch.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (GB): Code 2 PAL. Thai 5.1., 2.0 und DTS mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
อาถรรพ์แก้บนผี
Regie: Muntri Kong-Im

Horrorfilm

Spannung * *

Gewalt * *

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C r y i n g   F i d d l e

Reviewed 10.6.04

Thailand 2004 Der Sklave Thai (Ninnart Sinchai, Immortal Enemy) liebt Pring (Koontira Sattabongkoch), die Tochter seines Herrn. Als Vater die beiden beim gemeinsamen Harfenspiel entdeckt, reisst er sie grob auseinander und verbietet ihnen weitere Treffen. Wenig später wird Pring erhängt aufgefunden. Prompt kehrt sie nach ihrer Beisetzung als Geist zurück und beginnt das Dorf zu terrorisieren.
Das Cover sah noch schön aus. Doch schon beim Auspacken wurde ich unruhig: das Vertriebslabel ist "Right Beyond", bekannt für thailändischen Billig-Trash. Selbst das Cast-Böxchen auf dem Cover haben sie vergessen, auszutauschen. Bei Cast und Crew ist der Titel von Diecovery aufgelistet. O je. Dann rein mit der DVD und das erste, was man sieht, ist eine übel gespielte Rahmenhandlung, die es nicht braucht. Scheisse. Wieder kein guter Thai-Film. Ich bins satt, all diesen Ramsch-Werken ½ - 1½ Sterne zu geben. Deshalb bitte Nonzee Nonzee Nimibutr, Pen-Ek Ratanaruang, Wisit Sartsanatieng & Co. - dreht mehr Filme, damit mein Vertrauen in die thailändische Filmindustrie nicht am Boden liegt!
"Crying Fiddle" ist eines dieser schnell und billig gedrehten Horrorfilmchen, wie sie zu Dutzenden auf den Markt gespült werden. Was den Film knapp über einen Stern hebt, ist das Fehlen von dämlichen Comedy-Szenen. Aber das ist fürwahr noch keine Empfehlung. Der Rest ist nämlich weitgehend unbrauchbar. Ein Horrorfilm sollte spannend sein. Dieser hier ist es nicht. Man sieht ein paar Leute, die Kamera dreht zur Seite, der Geist erscheint, die Musik wird laut. Buhu. Und das etliche Male. Einen wirklichen Schock-Effekt gibts nicht. Auf Action hofft man auch vergebens, nur drei kleinere Blut-Momente können halbwegs aus der Lethargie reissen.
Der Hauptdarsteller "Joe" Ninnart Sinchai ist ein adretter Bursche, muss aber höchstens traurig in die Welt schauen. Und die Hauptdarstellerin hat nicht viel zu tun. Immerhin ist sie giftgrün angemalt und hat knallig rote Augen. Dieser poppige Geist passt eigentlich in die 60er. Aber gruslig? Nö. Nicht dieses Ding. Wie der Film endet, das weiss jeder, der einer dieser Thai-Geisterfilmchen gesehen hat. Ein buddhistischer Mönch kanns richten, danach gibts ein "Happy End". Das hat zwar ein paar Leben gekostet, aber was solls. Im schlimmsten Fall werden die auch zu Geistern und bescheren uns 10 Fortsetzungen. Das ist ein wahrhafter Horror-Gedanke.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
แว่วเสียงซอ
Regie: Jarin Parnsain

Horrordrama

Spannung *

Erotik *

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C u r s e   o f   t h e   S u n

Reviewed 27.1.05

Thailand 2004 Karn Jiratikarn (Ornjira Lamwilai) wird auf dem Highway von einem Unbekannten erschossen. Ihr Freund, der Schauspieler "Tot" Totsapark (Paul Visut Carey), eilt ins Spital und verunfallt unterwegs tödlich. Sein Geist schafft es jedoch, Karn zu retten. Danach bleibt der Geist aber auf der Erde gefangen: Er ist während einer Sonnenfinsterniss verunglückt und der finstere Mr. Pun (Komgrit Yuttiyong) hat ihn deshalb wiedererwecken können. Als Zombie ist Tot eine Killermaschine für Pun. Sein Ziel: Karn, denn sie war in einen Juwelenraub verwickelt. Die junge Frau hat jedoch Hilfe auf ihrer Seite: Den jungen Sub-Inspektor "Wut" Aphiwut (Sittiporn Niyom)
"Curse if the Sun" ist besser als ein Grossteil der Thai-Filme, die ich in den letzten Monaten gesehen habe. Aber das ist eigentlich keine Kunst. Dennoch ist der Actionstreifen einen Blick wert. Er unterhält auf mittlerem Niveau, bietet Gewalt, Action und ein paar Tricks - und nach nur 80 Minuten ist der Spuk auch schon vorbei. Keine Meisterleistung, kein cineastisches Feuerwerk, aber ich bin ja mittlerweile schon froh, wenn ein Thai-Film nicht aus depperten Comedy-Sideckicks und einem schlecht gemachten Geist besteht, sondern mal was anderes versucht.
Wobei ... so anders ist es dann doch nicht. Ein Geist kommt vor. Comedy-Sidekick gibts auch, doch die bleiben dezent im Hintergrund. Die Kamera hält vielmehr auf adrette Hauptdarsteller drauf. Sportliche Jungstars und fetzige Action, das reicht ja schonmal, damit das Auge nicht einschläft. Die wohl teuerste Szene des ganzen Films zeigt eine Verfolungsjagd, bei der drei Ferraris einem Gefährt hinterherjagen. Zum Schluss gehen die Nobelkarrossen natürlich zu Bruch, doch dafür hat das Geld nicht gereicht: CGI ist günstiger - und so mündet die Sequenz in mässigen Tricks. Aber immerhin: Der Versuch ist da, es gibt was, was das Nägelkauen immerhin halbwegs fördert.
Der Rest ist vielfach mässig gemachtes Kino auf Direct-to-Video-Niveau. Besonders übel ist der Plot, ein Konstrukt aus schlechter B-Action, "Terminator"-Ästhetik und völlig missglückter Okkultstory. Der ganze titelgebende Teil mit der Sonnenfinsterniss hat keine grosse Wirkung auf die Handlung, der Geisterplot ist ein Wirrwarr und die Figuren-Anordnung nicht durchdacht. Aber eben: Nach 80 Minuten ists vorbei. Was bleibt? Nicht viel. Immerhin gehts bei den Schiessereien in der ersten halben Stunde richtig ab. Es gibt deftige Schusslöcher, unschuldig gekillte Passanten und deftige Messerschlitz-Action. Schon alleine dafür gibts einen halben Punkt extra. Also: Den müsst ihr nicht sehen. Aber wer auf Thai-Action steht, wird damit besser bedient, als mit 90% der anderen Releases.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
สุริยะฆาต; Suriyakhaat
Regie: Kittipong Panyataweesap

Actionfilm

Action * * *

Gewalt * *

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D a o   T o k :   T h e   M i r a c l e   D o g

Reviewed 18.7.04

Thailand 2004 Der Witwer Ta Chui lebt mit seinen Tieren auf einem Hof. Das wenige Geld, das er besitzt, verspielt er regelmässig. Darunter leidet sein Enkel Joi. Der Bub verbringt deshalb viel Zeit mit seinen Freunden und mit den Tieren. Besonders angetan hat es ihm  die Hündin Dang, der treue Vierbeiner des Mönchs Luang Ta. Als der Einbrecher Bo Dang erschiesst, bleibt ihr Sohn Daotok zurück. Der Mönch verschenkt das Tier an Joi, der ihn sofort ins Herz schliesst. Ta Chui glaubt indes, der Hund bringe Glück. Und tatsächlich: Zweimal tippt Daotok beim illegalen Lotto auf die richtige Zahl. Bos Bruder Bem, der das Lotto betreibt, ist ausser sich und will Ta Chui eins auswischen.
"Babe" goes Thai - aber mit mässigem Erfolg. "Dao Tok" ist ein grosses Durcheinander, was ihn davon abhält, zum harmlosen Familienspass zu werden. Den Cutter hätte man feuern müssen, da er keine Ahnung hat, welche Szenen er nacheinander montieren soll, damit der Film einen Fluss erhält. Rückblenden, Comedy-Einlagen, Thriller-Elemente, Wegwerf-Gags - alles wird reingedrückt und hängt nur an einem losen Gerüst zusammen. Wenn der Film wirklich ein Kinderfilm über sprechende Tiere sein würde, dann wäre ich gnädig. Doch die Viechereien werden vorgestellt und spielen danach keine Rolle mehr. Wie die Tiere eingeführt werden, ist witzig: Der nervige Erzähler stellt alle Tiere vor, sie sind leicht verkleidet, um ihren Charakterzug zu unterstreichen. Die Kuh mit einer Professoren-Mütze, die Gans mit einem Sheriff-Hut. Wie gesagt: Später macht der Film nichts daraus, aber die Einführung ist amüsant. Bloss bei der Ente langen die Filmemacher daneben: Um ihre Weltherrschaftsgleüste zu illustrieren, lassen sie sie vor einer Nazi-Fahne patrouillieren. Das zeugt nicht gerade von gutem Geschmack.
Die anderen Handlungsstränge sind mittelmässig: Vater Ta Chuis Spielsucht, die Diebestour von Bo, die Familiengeschichte von Daotok, die Freunde von Joi. Letzteres ist besonders ärgerlich: Da werden ebenfalls Figuren (Jois Freunde) eingeführt, um sie kurz beim Spielen zu zeigen - danach gehen sie vergessen. Na ja, all diese Geschichten haben eh wenig Nährwert, also bleibt der Schaden beschränkt. Zum Schluss wird dann noch gehörig auf Schmalz und Moral gemacht: Sei ein guter Mensch. Liebe Tiere. Stehle nicht. Mache kein Glücksspiel. Jaja, man lernt etwas bei diesem Film. Obwohl derart aufdringlich und vor allem bescheuert zusammengesetzt, "Dao Tok" kann man nicht ganz böse sein. Die Tier-Münder sind billig, aber effektiv animiert, ein paar Witze der Tiere sitzen und mit 83 Minuten ist der ganze Spuk recht kurz. Also was solls. 2 Sterne. Aber wieder Mal der Tipp: Das muss man nicht gesehen haben.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0 mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel: Daotok; Dao Tok; Daotok: Shooting Star; Dao Tok: The Shooting Star;
ดาวตก
Regie: Tamaraks

Kinderfilm

Humor * *

Spannung *

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D e v i l   S p e c i e s

Reviewed 24.7.04

Thailand 2004 Eine Gruppe von jungen Touristen macht Abenteuerferien im Dschungel von Thailand. Da wird eine von ihnen von einer giftigen Schlange gebissen. Ihre Freunde beschliessen, ihr ein noch ungetestetes Serum zu geben. Doch durch dieses mutiert die Gebissene zu einem Monster und tötet alle Freunde! Davon bekommt die Firma, die das Serum entwickelt hat, nichts mit. Im Gegenteil: Dr. Diana Ajarn, die Tochter von Co-Erfinder Dr. Riung, will demnächst in die Schweiz fliegen, um die Massenherstellung von X5N-1 zu iniziieren. Doch zuvor gibts ein Problem: Eine aus Indonesien eingeführte, extrem giftige Teufelsschlange spritzt ihr Gift Riungs Zwillingsbruder Hem ins Gesicht. Der mutiert daraufhin zu einem Schlangenmonster, das alle Menschen im Labor grausam tötet. Diana und ihr Kumpel Alex müssen etwas unternehmen.
Die DVD kündigt gross die ausländischen Schauspieler Lena Christensen (aka. Leana Christensaint im Vorspann) und Oliver Fever an, doch diese Englisch sprechenden Akteure erscheinen nur in der 10-minütigen Pre-Credits-Sequenz. Der Rest ist typischer "Right Beyond"-Horror. Nicht, dass dieser Auftakt besser wären als der Rest, aber es ist immerhin mal was anderes von dem legendär schlechten Studio, das uns Schrott wie Diecovery oder Seven Days in Coffin bescherrt hat.
"Devil Species" reiht sich da souverän ein. Er ist langweilig, amateurhaft und unspannend. Alle Schauspieler, egal welche Sprache sie sprechen, sind untalentiert, ja peinlich. Die Story ist ein Witz, das weinrote Kunstblut ein Brüller. Dabei hätte ein ganz akzeptabler Horrorfilm daraus gemacht werden können. Man bedenke: Eine Firma entwickelt ein Anti-Gift-Serum, das schlimmer wirkt als das Gift selbst. Das suggeriert jedenfalls der Anfang. Doch später im Film wird der Doktor vom Schlangengift mutiert, nicht vom Serum. Wofür also die Eröffnungssequenz, wenn eh kein Zusammenhang zum Rest besteht? Na ja, wieso suche ich auch nach Logik in so einem Film? Dann ist der Doc also mutiert und fortan sehen wir ihn in dieser lächerlichen Maske durch die Gänge ziehen und Menschen anbeissen. Dazu ein masslos übersteigerter Soundtrack. Die Nerven liegen schnell blank, aber nicht vor Spannung, sondern in Anbetracht der unglaublichen Talentfreiheit, die hier an den Tag gelegt wird.
Unbedingt auslassen. Ich sags bei fast jedem Film von "Right Beyond", doch es lohnt sich, dies jedesmal zu wiederholen. Ich tue mir diese Filme an, damit ihr nicht leiden müsst. Eigentlich hätte ich dafür einen Orden verdient, oder? "Devil Species" ist 80 Minuten komplette, gequirlte Scheisse. Wenn ihr mal vollkommen besoffen seit und ein paar Freunde eingeladen habt, die mal wieder herzhaft faule Tomaten gegen den Bildschirm schmeissen wollen, dann ist das der richtige Film. Erträglich nur im Vollrausch. Kein Wunder hat der Regisseur das Pseudonym "Opium".
PS: Da ich die Na
men einfach nicht zuordnen kann, eine Cast-Liste. Es spielen:
Suchao Pongwilai (Ong-bak), Lena Christensen, Oliver Fever, Chalita Chunphu, Khawnnetra Phuanglamyai
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Phantugram Ammahit ; พันธุกรรมอำมหิต; พันธุกรรม อำมหิต
Regie: Poom-Opium

Horrorfilm

Spannung *

Gewalt * *

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E v i l

Thailand 2004 Ausführliche Kritik: hier.

 

F e w a . . . P o c a r a

Thailand 2004 Ausführliche Kritik: hier.

 

F i n a l   D e t e n t i o n

Reviewed 9.11.04

Thailand 2004 Ein paar junge Frauen, die kleinere oder grössere Delikte begangen haben, werden auf eine abgelegene Insel verfrachtet, die als Gefängnis dient. Der Staat hofft, die Frauen dort umerziehen zu können, doch der Kommandant Chart hat andere Vorstellungen: Er erniedrigt und quält die Insassinen, wo er nur kannt. Wer zu fliehen versucht, wird von den Wachen exekutiert oder gerät in eine der unzähligen tödlichen Fallen. Hin und wieder nimmt sich Chart auch ein Mädchen, um es zu vergewaltigen. Die Damen, darunter die Neulinge Ampika, Vipavee und Amy sowie die "Alteingesessene" Wan, haben genug. Doch gibt es für sie eine Chance zur Flucht?
Ein Women-in-Prison-Film aus Thailand - das reicht eigentlich als Beschreibung. Aber ich gehe noch ein wenig tiefer auf den Schrott ein. Er ist von der Qualität her vergleichbar mit Narok sao Ta-ru-tao, vielleicht technisch ein Spürchen besser. Dafür gibts inhaltlich absolut nichts zu mögen. Mit einem WiP-Film bewegt man sich schliesslich auf Trash-Niveau und da will man auch Sex und Gewalt sehen. Bei "Final Detention" ist damit Fehlanzeige. Ein paar Szenen sind sogar Pixel-zensiert und das, was man dennoch erblickt, ist so zahm, es könnte bei der "Sendung mit der Maus" gezeigt werden.
Ein wenig Sexismus, amateurhafte "Chicks With Guns"-Sequenzen, Mangel an Erotik und Exploitation-Gewalt und Inszenierung auf dem Niveau von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" ... was bleibt denn noch übrig? 78 Minuten unsäglicher Langweile auf tiefergelegtem Niveau mit zu dünn geratenen Girls, die wenig Ahnung davon haben, was sie in dem Werk eigentlich zu tun haben. Es gibt gute WiP-Filme, es gibt unterhaltsame, verstörende, deftige, kultige. "Final Detention" ist nichts davon. Das Cover ist verlockend, die Laufzeit und der Kaufpreis auch - aber macht dennoch um diesen Güsel einen grossen Bogen.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (HK): Code 0 PAL. Thai 2.0 mit englischen Untertiteln. Vollbild.
Alternativer Titel:
ขังหญิง
Regie: Pongpinij

Actionfilm

Gewalt * *

Erotik * *

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G a r u d a   ~   P a k s a   W a y u

Reviewed 20.7.04

Thailand 2004 Vor 80'000 Jahren lebten am Rande des alten asiatischen Kontinents mystische Kreaturen, halb Mensch, halb Vogel. Sie lebten in Frieden. Erst gegen Ende ihrer Herrschaft stieg ein Abtrünniger aus der Masse, kräftiger und gefürchteter. Er tötete und ass die anderen. Er war der Garuda. Seinen Artgenossen gelang es, ihn zu fangen und im trostlosen Land zu vergraben. 1975 entdeckt der Forscher Dr. Pierre Jeanvier (Ken Streutker) in Kaschmir Hinweise auf die Existenz dieser Kreaturen. Doch es ist seine Tochter Leena (Sara Legge aka. Sarah Leigh), die 2005 tatsächlich auf den Garuda stösst: Sie und ihr Assistent Tim (Daniel Bruce Fraser) sind Experten für prähistorische Vögel und versuchen, diese mit der Legende des Garuda zu verknüpfen. Eines Tages werden sie vom Militär in die U-Bahn-Schächte unter Bangkok gerufen. Ein geheimes Kommando unter Lt. Col. Kraisak (Chaiad Na Songkla) und Cmdr. Tan Toschai (Sornram Theappitak aka. Sornram Thapitak) ist auf eine Höhle gestossen, in der sie den Garuda vermuten. Tatsächlich haben sie ihn aufgeweckt. Während die Soldaten versuchen, dieses göttliche Monster zu töten, hat es besonderes Interesse an Leena.
"Garuda" ist Thailands Antwort auf die Monsterfilme aus Japan und Amerika. Ein bisschen "Godzilla", ein bisschen "Reign of Fire" und viel thailändische Mythologie. Der Garuda ist der König der Vögel. Doch die Gottheit, die nach dem hinduistischen Glauben in den unteren Regionen des Himmels haust, ist auch das heilige Symbol des Königshauses und das offizielle Zeichen der Zivilregierung Thailands. Für einen westlichen Zuschauer mag das CGI-Monster also bloss ein männlicher Torso mit Flügeln und Hühnerkopf sein, doch für einheimische Zuschauer steckt viel mehr dahinter. Schade jedoch, dass Regisseur Monthon Arayangkoon nicht genau da eingehängt hat und mit diesem einmaligen Wesen mehr Mystik in den Film eingebaut hat, mehr Einzigartigkeit. Nein, er biedert sich dem gängigen Monsterfilm-Muster an und macht aus Garuda eine 08/15-Bestie.
Es gibt nur wenige Andeutungen auf die Wichtigkeit des Garuda in der thailändischen Gesellschaft. Da ist zum Beispiel der latente Rassismus: Ausländische Forscher dürfen das Phänomen gar nicht untersuchen, da sie nicht verstehen, was der Garuda Thailand bedeutet. Und da ist die Spezialeinheit, die geschickt wird, um sich mit einem Gott zu messen, nicht nur mit einem Monster. Doch damit hat es sich dann auch. Der Rest ist "jagt es, tötet es!" im üblichen Stil.
Visuell ist "Garuda" nicht übel. Er ist 100% digital gedreht, was die Einbindung von CGI erleichtert. Das Tier selbst sieht etwas steril aus, kommt aber an Effekte in amerikanischen B-Movies leicht heran. Erwartet einfach keine Meisterleistung à la ILM, Digital Domain oder Weta. An "Garuda" arbeiteten kaum ein Dutzend Computer-Techniker - und dafür sieht das Resultat beeindruckend aus. Auch die Filter, die kurzen Bullet-Time-Effekte und Slow-Motion-Einsätze sind okay. Der Film ist ganz klar auf cool getrimmt. Hie und da funktioniert das. Die Szene, in der der nur mit einem heiligen Messer bewaffnete Harn (Piya Vimuktyon) dem Garuda gegenübersteht, strömt Macho-Coolness aus. Der Rest kann da nicht ganz mithalten, viele der maskulinen Posen wirken arg gekünstelt und steif.
Das liegt zum Teil an den Akteuren. Die sind allesamt passabel, doch keiner ist wirklich gut. Zu passiv kommentieren sie die Ereignisse, zu verkrampft versuchen sie, cool zu sein. Besser gelungen ist die rockige Musik. Aber auch die Actionszenen sind für einen thailändischen Film nicht übel. Auch hier: A-Niveau in Thailand entspricht B-Niveau in Hollywood. Und die Story? Die passt haargenau in dieses Schema. Der Plot ist plump. Und manches macht einfach keinen Sinn. Wieso am Anfang Kaschmir einbauen, wieso während den Credits so hübsch eine Legende aufbauen, die danach kaum zum Zug kommt? Alles läuft auf den Kampf Mensch-gegen-Monster hinaus. Jeglicher erzählerischer Ballast wird drumherum abgeworfen. Das ist schade. 15 Minuten mehr Plot und dafür 5 Minuten weniger Action hätten einen besseren Ausgleich geschaffen. Alles in allem ist "Garuda" aus westlicher Sicht ein mässiges Monster-Pic. Für thailändische Verhältnisse kriegt man jedoch, was man bestellt. Viel Monster, viel Effekte, viel Coolness. Und dass die thailändischen Soldaten für einmal die Verkörperung der toughen Coolness sind während der Ami als hysterischer Sidekick herhalten muss, das ist doch auch mal was anderes ...

Hier auf DVD erhältlich (D)
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und DTS mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Paksa Wayu;
ปักษาวายุ
Regie: Monthon Arayangkoon

Monsterfilm

Action * *

Spannung * *

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G h o s t   D o r m i t o r y

Reviewed 14.7.04

Thailand 2004 Char und sein Freund Joh sind Teenager und besuchen eine Schule, in der es spuken soll. Joh hat jedoch keine Zeit, daran herumzustudieren: Er gafft lieber der langbeinigen Lin nach, die neu an der Schule ist. Und Charn bändelt mit der hübschen Fon an. Doch dann hat Charn immer mehr Erscheinungen von Geistern. Er findet heraus, dass es der Geist der Schülerin Bua ist, die sich vor Jahren umgebracht hat.
Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit müsste irgendwann ein thailändischer Regisseur doch nur aus Zufall mal einen guten Horrorfilm machen, oder? Aber thailändische Billigfilmer pfeifen auf mathematische Gesetze genauso wie sie auf gute Drehbücher pfeifen. Und so jagt ein schechter Horrorfilm den nächsten - und verseucht meine Website mit 1-Stern-Filmen. 2004 ist diesbezüglich bisher ein Rekordjahr. Das Jahr geht ebenfalls in die thailändische Kinogeschichte ein, weil das 3-D-System wiederentdeckt wurde. Das gute alte Spielzeug wurde bereits beim schwachen Yah Nak eingesetzt und soll nun "Ghost Dormitory" aufpeppen.
Tut es nicht. Alle paar Minuten erscheint das 3-D-Symbol, dann muss man hastig die Brille aufsetzen und danach wieder ablegen. Das mindert den Sehgenuss. Zudem tun einem die Augen schnell weh. Und wofür? Die Bilder lohnen sich einfach nicht. Die Kamera rotiert ständig und Objekte rasen im Vordergrund durch, nur um den Effekt überhaupt spielen zu lassen. Nach gängigen cineastischen Regeln ist das furchtbare Kameraarbeit. Unwichtige Objekte füllen das Bild - nur, um den 3-D-Effekt zu zeigen. Der Hauptteil wird durch unwichtige Szenen gefüllt, manchmal ein Mädchen, das sich im Bett räkelt, manchmal ein Pärchen, das am See sitzt. Das sieht mit und ohne 3-D lahm aus. Das Staunen vergeht einem schnell und dann werden die 83 Minuten sehr lang.
Denn der Film hat nichts Neues zu erzählen. Es ist die selbe alte Geister-Leier im selben alten Langweiler-Stil erzählt. Ein Geist erscheint, die Musik wird laut, die Szene ist vorbei. Buhu. Keine Sekunde des Films ist unheimlich. Um dennoch ein paar coole Szenen abzuliefern, kopieren die Macher manchmal 1:1 aus besseren Filmen. Opfer sind primär Ju-on: The Grudge und Ring. Doch selbst aus The Lord of the Rings werden ein paar Shots mit dem Ring geklaut. Was solls, nützen tut es dem Schund kaum.
Und so reiht sich "Ghost Dormitory" in die nicht enden wollende Liste von miesen Thai-Gruslern ein. Er bekommt mehr als 1 Stern, weil die Geistermaske okay ist, ein paar Effekte noch nett sind, die Lauflänge bescheiden ist und Lins Jeans so verdammt kurz sind. Ja, ich bin wirklich verzweifelt am Gründe suchen. Aber ein Film, der solche "Pluspunkte" aufweist, kann ja nicht viel taugen.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternativer Titel: หอผี
Regie: P'Jun

Horrorfilm

Spannung * *

Action *

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G o   F i g h t

Reviewed 1.11.04

Thailand 2004 Angestachelt durch seine zwei Freunde Ajarn und Niao zieht der gutmütige Ex-Knacki Torn Richtung Bangkok, um Geld zu verdienen. Unterwegs werden sie ausgeraubt und landen bei Niaos Verwandten. Der Arbeitgeber Karn heuert das Trio an, sein Gescähft vor einem Rivalen zu beschützen. Torn will nicht, da er Angst hat, erneut in den Knast zu müssen. Aber als die Fieslinge sich an Karns Tochter Kaew ranmachen, kennt der Kämpfer Torn kein Halten mehr und setzt seine legnendären Fäuste ein.
Das musste ja so kommen: Da hat das Billig-Label "Right Beyond" (Diecovery, Seven Days in Coffin) jahrelang von billigen Horror- und Sexfilmchen gelebt und versucht sich nun nach dem Erfolg von Ong-Bak halt mal an Action. Doch auch an diesem Genre verbrennen sich die Leute die Finger. Das Cover sieht ja vorne und hinten aus wie Ong-Bak, doch schiebt man die DVD rein erwartet einen ein amateurhafter Film mit der ästhetischen Raffinesse der "Lindenstrasse": Ungefiltertes Vollbild mit Unschärfen, keinerlei Beleuchtung und hingeklathschtem Framing. Jedes zweite Homevideo sieht besser aus als dieser Quatsch.
Und dann passiert einfach mal eine gute Stunde lang so gut wie nichts. Der Höhepunkt, ein Fight von fünf gegen fünf Männern, ist nach ein paar Minuten unspektakulär beendet. Der Hauptdarsteller beherrscht sicherlich etwas Thai-Boxing, doch vor der Kamera sieht alles wahnsinnig lau ung müde aus. Zwei, drei gute Kicks, der Rest ist Abfall. Dazu kommen dann noch die ewig lästigen Ladyboy-Witze, ziemlich unattraktive weibliche Hauptrollen und ein Soundtrack bzw. Sound-Design um die Wände hochzugehen. Anders gesagt: Egal in welchen Genre - "Right Beyond" ist immer für den langweiligsten Trash gut!
PS: Kurz nach diesem Film sind in Thailand die drei High-Profile-Filme "The Letter", "Pun X Dek Sood Kua
" und "Bangkok Robbery" auf DVD erschienen - aber alle ohne englische Untertitel! Kein Wunder also besprech ich hier nur noch 1-Stern-Ramsch, während die guten Releases an mir vorbeiziehen. Nervig.
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Vollbild
Alternativer Titel: คู่เสี่ยวหมัดสั่ง
Regie: -

Actionfilm

Action * *

Humor *

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H a l a   ~   2   a n t a r a i   l a   h a k   l i a m

Reviewed 29.6.04

Thailand 2004 Hala (Kongkrapun "Noom" Saengsuriya) und Arnat "Nat" sind als Kinder vom Gangsterboss Pai adoptiert worden. Sie sind deshalb wie Brüder. Das ändert sich, als sich beide in die schöne Piangdao "Dao" verlieben. Dao meint zwar naiv "wieso kann ich nicht einen von euch auswählen und dem anderen eine Freundin bleiben?" ... mit zwei Alpha-Männchen ist das unmöglich. Als der nettere Hala die Oberhand gewinnt, lockt Nat ihn deshalb in die Falle. Hala wird festgenommen. Nat erzählt Dao, Hala sei tot und heiratet sie. Dann poppt er genüsslich Lin, die junge Frau von Boss Pai - und heckt mit ihr zusammen Pais Ermordung aus. Nunmehr selbst der Boss schiebt Nat Lin in ein Bordell ab. Hala freundet sich derweil im Gefängnis mit einem alten Mann an. Als der das Zeitliche segnet, hinterlässt er Hala einen Plan zu Reichtum. Hala wird entlassen, sucht das Gold des Alten und startet seinen Rachefeldzug ...
Ein weiterer lahmer Streifen aus der Produktionsstätte "Right Beyond". Der Film ist nicht gar so übel wie die Horror-Possen des Labels, aber für Sterne hats dennoch nicht ganz gereicht. Ein Grund dafür ist die voraussehbare Story. Das Rache-Gerüst von "Der Graf von Monte Christo" dient als Grundlage, Überraschungen bleiben aus. Die Schauspieler sind zudem entweder schlicht untalentiert oder sie spielen ihre Bösewichtsrolle inklusive Zähneknirschen und böse dreinschauen. Absolut plakativ. Und als Letztes gibt es die Optik zu bemängeln: Der Film sieht einfach sackbillig aus. Bis auf zwei, drei Einstellungen stammt jedes Bild aus dem "Handbuch für Filmdebütanten ohne Geld". Dies fast zwei Stunden durchzuhalten, schlägt aufs Auge.
Was gibts Gutes? Das Finale auf dem Dach hat ein paar Pünktchen verdient, die hübsche Hauptdarstellerin und der attraktive Hauptdarsteller auch. Dann gibts zum Glück auch keinen nervigen Sidekick-Humor. Aber das wars auch schon. Der Rest ist untere Schublade. Dort ist auch Nats Umgang mt den Frauen anzusiedeln. Die Filmemacher scheinen eine sadistische Freude daran zu haben, ihn Frauen verprügeln zu lassen. Und wieso zum Henker filmt er eigentlich den Sex mit Lin und den Mord an seinem Boss? Damit seine Frau alles aufdecken kann? Depp. Oh je, jetzt bin ich bei der Logik angelangt. Auf dieses Terrain wage ich mich lieber gar nicht erst vor, sonst stürtzt "Hala" ganz ab. Fazit: auslassen. Lohnt sich nicht.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: 2 อันตราย ล่าหักเหลี่ยม;
2 antarai la hak liam
Regie: -

Actionfilm

Action * *

Spannung *

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H e a d   H u n t e r   ~   K h o n   T u d   H u a

Reviewed 14.8.04

Thailand 2004 Polizei-Captain Nui und seine Beamten stellen den Serienkiller Chert. Er sieht nur einen Ausweg: Den Tod. Cherts Vater und sein Bruder schwören Rache. Sie wollen Nui und sein Team vernichten und ihr Familienmitglied wieder erwecken. Dazu kidnappen sie Koh, Nuis Bruder, der Nuis Ex-Geliebte Kung (Alissara Wongchalee) geheiratet hat. Sie sägen Kohs Kopf ab und setzen ihn Cherts Körper auf. Tatsächlich erwacht er zu Leben und beginnt, Nuis Team die Köpfe abzuhacken ...
Der neuste Beitrag der "Extreme 3-D"-Reihe zu der auch Filmschrott wie Yah Nak, Ghost Dormitory und Phee Jao Leh gehört: "Head Hunter". Nach einem vielversprechenden Vorspann, der augenfällig von "Se7en" kopiert ist, kommt das übliche 3-D-Gemurks ins Spiel, das ich schon bei oben genannten Filmen angeprangert habe: Für jeweils ein paar Minuten muss man die mit der DVD gelieferte Brille aufsetzen, sieht nonstop die Kamera im Kreis herumsausen und Objekte im Vordergrund vorbeidüsen - danach hat man Kopfweh. Der 3-D-Effekt ist nichts Spektakulärers und wird meistens in den langweiligsten Szenen eingesetzt.
Nicht dass "Head Hunter" besonders viele Szenen hätte, die nicht in die Kategorie "langweilig" fallen würden. Doch was er immerhin zu bieten hat, ist Blut. Die Arbeit des Filmvaters ist ungemein eklig und einmal sieht man Hände in blutendem Fleisch (wohl von einem Tier) herumschnippseln, was eine Operation an einem Menschen suggerieren soll. All dies ist mit sehr simplen Mitteln gemacht, aber immerhin kriegt der geneigte Gore-Fan ein wenig was zu sehen. Der Rest ist schlicht mies: Schwache Akteure, uninspirierte Regie, fade Dialoge, nervige komödiantische Ablenkung durch das Reporterpärchen Li und Buay, plump eingefädelte Erotik-Momente mit der hübschen Kung, die aber alle durch einen Milchfilter verdeckt sind - alles Dinge, die man nicht sehen will. "Head Hunter" ist immerhin besser als Phee Jao Leh. Aber das ist etwa das selbe "Kompliment", wie zu sagen, die Cholera sei besser als die Pest.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel: Khon Tud Hua;
Killer Cut; คนตัดหัว
Regie: -

Horrorfilm

Gewalt * *

Action *

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H e a d l e s s   H e r o   2   ~   P h i   H u a   K h a r d   2

Reviewed 26.12.04

Thailand 2004 Die Freunde Fai (Arun Dhavilai) und Thuang (Ampol Rattanawong) besuchen einen Friedhof, um der Leiche eines Chinesen etwas Geld fürs Glückspiel abzunehmen. Doch Thuang schlägt seinen Kopf an, sein Blut erweckt den kopflosen Geist (Toa-rae Chernyim) zum Leben. Erst ein alter Exorzist kann den Geist stoppen. 25 Jahre später weckt Fais Sohn Mek (Tossaporn Rottaket) den Missetäter aber ungewollt erneut auf. Er hat es insbesondere auf Meks Freundin Paka (Chonticha Boonrue Angkhao) abgesehen.
Da der schrottige Headless Hero im Jahr 2002 leider zum Hit avancierte, liess eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Mit aufgepepptem Budget und noch tiefer gesetzten Humor kam "Headless Hero 2" ins Kino. Viel zu sagen gibt es über die Klamotte nicht. Die Spezialeffekte sind viel besser als jene in billigen Thai-Videoreleases, aber nichts, was einen vom Hocker hauen würde. Die Darsteller sind mässig, die Kameraführung recht plump und der Schnitt in den Actionsequenzen richtig schlecht weil viel zu schnell und ohne jeglichen Rhytmus.
Was jedoch den Film völlig auf die Nase fallen lässt, sind Story und Humor. Erstere ist sozusagen inexistent. Ein paar Leute fliehen vor einem Geist. Punkt. Und der Humor, der ist wie so oft in thailändischen Filmen Gescmacksache. Ich empfand ihn als unter aller Sau und habe kein einziges Mal gelacht. Ja nicht einmal geschmunzelt. Bei den Pointen handelt es sich um folgende Typen: Finger-in-Arsch-steck-Gags, Furz-Witzchen, Beklecker-Scherze und Schwuchtel-Zoten mit einem hysterisch-hässlichen Ladyboy (Kitty Vajbume). Ach ja, ein von einem behinderten Mann gespielter Polizist, der den Geist küssen darf, rundet die Sache ab. Diese Form von "Slapstick" ist an Einfältigkeit einfach schwer zu unterbieten und deshalb rate ich vom Genuss dieses Quatschs dringend ab. [Name einer Gottheit eintragen] möge mir einen dritten Teil ersparen.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Phi Hua Kard 2; Pee hua kard 2; Phee-hua-khad 2; Pii Hua kaad 2; ผีหัวขาด 2
Regie: Kromsan Tripong

Horrorkomödie

Humor * *

Spannung *

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H o s p i t a l

Reviewed 24.2.05

Thailand 2004 Ae ist mit ihrem Freund Nui und ihrer Freundin Nok auf der Autobahn unterwegs. Plötzlich erblicht Ae einen Geist am Strassenrand und fährt in einen Laster. Erst im Spital wacht sie auf. Neben ihr liegt Nok schwer verletzt. Nui hat keinen Kratzer. Ae und Nui durchstreifen bald das Spital und stossen auf verschiedene Geister, die ihnen etwas sagen wollen. Schlagartig wird es dem Paar klar: Zwei Ärzte betreiben einen illegalen Organhandel auf der Station und Nok ist ihr nächstes potenzielles Opfer!
"Hospital" ist ein seltsamer Film in mehreren Belangen. Er ist mit 58 Minuten ziemlich kurz und hat einen Plot ohne Spannungskurve. In den ersten paar Minuten sieht man in einem Spiegel, dass Nui kein Spiegelbild hat. Der geneigte Horrorfan dürfte ahnen, dass mit diesem Kerl etwas passiert. Kaum im Spital ist mit den ersten Einstellungen klar, was passiert ist. Aus Spoiler-Gründen sag ichs jetzt nicht, aber wer dies nicht rafft, guckt zu wenig Filme. Das Problem ist, dass Regisseur Ripat Jomkoh erst gegen Schluss des Films offiziell "enthüllt", was mit Nui passiert ist und dies als Höhepunkt des Fils verkauft. Wenn mans vorher schon weiss, birgt dies keine Spannung.
Ich weiss, es gibt Leute, die haben die Enden der Shyamalan-Filme vorausgesehen oder den Twist in "Psycho" - aber all dies sind Minderheiten. In "Hospital" von einem Twist zu reden ist dagegen eine Beleidigung für alle Handlungs-Überraschungen. "Hopsital" ist auch in anderen Bereichen eine Enttäuschung. So passieren in dem Spital gleich mehrere Dinge auf einmal - es gibt Geister-Konfrontationen und illegaler Organhandel. Auch dieses ohne Einführung, ohne Höhepunkt, ohne Ende. Diese völlig unmotivierte Art des Geschichtenerzählens verleidet einem nach den ersten Minuten. Insofern sind selbst 58 Minuten noch zu lang. Lasst euch vom atmosphärischen Cover nicht verführen: "Hospital" ist möchtegern-Asian-Horror auf der erzählerisch amateurhaftesten Stufe, die man sich vorstellen kann.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Regie: Ripat Jomkoh

Horrorfilm

Spannung *

Action *

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H o u s e   G o r y   ~   T a a s   r a k

Reviewed 19.10.04

Thailand 2004 Die junge Nian (Chutima "Candy" Every, Sin Sisters) wird von ihren verschuldeten Eltern in das Herrenhaus von Lord Krai Sisuranat verkauft. Der hat bereits viele der Sklavinnen geschwängert, doch seine Frau, die selbst keine Kinder bekommen kann, hat bei jeder eine Abtreibung vorgenommen. Dabei wird der Tod der Schwangeren in Kauf genommen. Überhaupt werden alle Sklaven behandelt wie Dreck. Nian fällt bald dem Lord auf. Er will sie zu seinem neuen Bettspielzeug machen. Rettung naht in der Person des adretten Cherd. Der junge Sklave behauptet, der König habe die Sklaverei aufgehoben und will mit Nian fliehen.
Es ist einfach zum weinen: Thailändische Blockbuster und von Kritikern gelobte Werke wie "The Overture", "Beautiful Boxer", "Baytong" oder "The Letter" sind momentan nicht mit Untertiteln erhältlich - dafür wird Scheiss wie "House Gory" quasi im Wochentakt mit englischen Subs auf den Markt geworfen. Das verzerrt das Bild des thailändischen Films massiv und auch meine Website verkommt zu einem ein-Stern-Magazin. Der Zustand ist unhaltbar, aber was kann man schon dagegen tun. Hier also die nächste ein-Stern-Kritik - von besagtem Schund "House Gory".
Der Billigfilm stammt einmal mehr aus der Produktionsstätte von Right Beyond und zeigt trotz dem "Gore" im Titel kaum Blut: Ein paar softe Auspeitschungen sind alles. Das einzige, was er sonst bietet, sind semi-attraktive Damen, die sich einem ultra-hässlichen Kerl hingeben müssen. Und sogar diese plumpen Erotik-Einlagen mit pixel-zensierten Brüsten sind dilettantisch gefilmt. Dazu kommen Schauspieler auf dem Niveau einer Schulvorführung, amateurhafte Inszenierung und schier grenzenlose Langeweile. Dieses Werk ist es nicht wert, Untertitel zu bekommen. Es ist es nicht einmal wert, gedreht zu werden.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
Taas rak; ทาสรัก
Regie: -

Drama

Gewalt *

Erotik *

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J a o   T a r k

Reviewed 11.6.04

Thailand 2004 Burmesenführer Ang-wa bedroht Ayutthaya von allen Seiten. Lord Chaotak (Jarun Ngamdee) und seine Mannen schützen das Reich noch, doch ihre Linien bröckeln. Mitten in einem Kampf befiehlt der Lord seinen drei Offizieren Yord (Nirut Saosutchat), Long Phichai (Prabadhon) und Laung Prom (Siriwat Chiwasut), seine Geliebte Amittaya (Thidarat Jandara) vom Schlachtfeld weg ins sichere Klang zu bringen. Unterwegs verführt Amittaya die Männer, was den lodernden Zwist zwischen Prom und Phinchai neu entflammt. Tage später kommen Prom und Phinchai beim Lord an. Amittaya und Yord seien tot. Beide Soldaten tischen ihre Version der Ereignisse auf ...
Tanit Jitnukul wird immer schwächer. Seine historischen Epen fallen in der Qualität von Mal zu Mal ab. Bang Rajan war ein blutiges Schlachtfest, sehr empfehlenswert. Der darauf folgende Kunpan (Legend of the War Lord) war zwar noch unterhaltsam, aber bereits deutlich schwächer. Und mit Khunsuk (Sema the Warrior of Ayodhaya) konnte er sich auch nicht erholen. Nun folgt sein neustes und unergiebigstes Epos. Ich gebrauche den Ausdruck nicht gerne, denn "Jao Tark" ist bloss 69 Minuten lang! Jitnakul hat ein Flair für historische Geschichten und schmückt seine Filme auch sehr schön aus - doch nun gehen ihm tatsächlich die Ideen aus. "Jao Tark" beginnt als Schlachtfilm in der Zeit der burmesischen Invasion. Nichts Spektakuläres, nichts Brutales, nichts Neues. Aber ganz okay. Dann wechselt der Fokus zu einem "Rashomon"-mässigen Setup. Was ist passiert mit der schönen Amittaya? Die Frage wird aus drei Blickwinkeln beantwortet, doch keiner davon ist sehr interessant. Es hat sehr schöne Stellen, vor allem Amittayas Geschmuse im Fluss, doch die Geschichte ist zu wenig gewichtig, um dafür drei Sichtweisen zu investieren.
Nun gut. Nachdem das Frauenproblem "erledigt" ist, gehts weiter im Plot. Denkste. Es kommen zwei drei Bilder, danach eine Text-Einblendung: Chaotak habe danach Chantaboon eingenommen und wagte einen Angriff auf die Burmesen. Ja super. Das war der Film? Gibts ein Sequel? Es geht bloss darum, dass ein schönes Weib die harten Männer vom Kämpfen ablenken kann - die Kerle aber letztendlich doch zum Schwert greifen? Super Story. Ich hoffe sehr, Jitnukul denke sich das nächste Mal eine wirklich erzählenswerte Geschichte aus, bevor er ans Drehen geht. Der Mann hat Talent. Er sollte es nur mal wieder auf die Leinwand bringen.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel:
เจ้าตาก; Jaotark
Regie: Tanit Jitnukul

Historienfilm

Action * *

Erotik *

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K a p o p

Reviewed 20.11.04

Thailand 2004 Yik Yu wird vergewaltigt. Der Geist einer alten Frau rettet sie und nimmt Besitz von ihr. Fortan spukt Yik Yu nachts als mörderischer Geist durchs Dorf. Dem Monster begegnen auch ein paar Jungs aus der Stadt und die hübsche Ling, die mit ihrem lüsternen Boss Chan ins Dorf gereist ist.
Und ich Depp dachte, es sei ein Horrorfilm. Doch schon die ersten fünf Minuten während den Credits bestehen aus schlaffen Softsex-Szenen mit ein paar blanken Busen, Rumgeschmuse und einer obligaten kurzen Vergewaltigung. Die Sexszenen kommen danach alle paar Minuten. So gibts nach acht Minuten einen schlecht simulierten und unsichtbaren Blowjob mit anschliessender Vernasch-Sequenz auf dem Bürotisch. Die meisten Knuddelszenen sind in Zeitlupe gedreht und mit absolut unpassender Musik unterlegt. "Kapop" ist nicht nur ein schlechter Erotikfilm, er ist einfach ein ganz übles Machwerk von einer Truppe von Amateuren.
Doch wer denkt, der Sex sei der läppischste Part an dem Ganzen, der irrt. Der "Horror" ist noch viel übler. So macht zum Beispiel das beliebte Geisterwesen mit dem fliegenden Kopf und den heraushängenden Gedärmen seine Aufwartung. Es wurde wohl auf einem Commodore-64 animiert und durch dreissigjähriges Bluescreen-Verfahren eingefügt. Einfach grottenschlecht. Und um Geld zu sparen, sehen wir den Geist meistens nur am Hinterkopf, danach dreht er sich kurz zur Kamera. Buhu. Ja, so dilettantisch kann Filmemachen sein.
Einen Plot im eigentlichen Sinne gibts nicht, ein Ende auch nicht. Es wird einfach ausgeblendet und in den Untertiteln erscheint, "thank you for viewing". Wäre meine Zeit nicht zu wertvoll für solchen Scheiss, das Ganze ginge als Aprilscherz durch. Spart euch diesen Schund um jeden Preis. Wer ganz unbedingt ein paar Bilder sehen muss, soll hier für ein paar Screenshots klicken, die ich gemacht habe. Und wer dadurch nicht abgeschreckt ist, ist selber Schuld.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (HK): Code 0 NTSC. Thai, Kantonesisch und Mandarin 2.0 mit engl. Untertiteln. Vollbild.
Regie: -

Erotikhorror

Erotik * *

Spannung *

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K h o n   l a   f u n

Reviewed 4.7.04

Thailand 2004 Bob ist der freundliche Schuhmacher der Nachbarschaft. Die Leute gehen aber auch zu ihm, weil er aus den Schuhen den Charakter der Kunden und ihre Zukunft lesen kann. Eines Tages stösst der Einzelgänger auf die schöne Bar-Sängerin Cherry. Sie verliebt sich in den schüchternen Kerl und auch er ist ihrer Liebe nicht abgeneigt. Doch er bekommt Konkurrenz: der schleimige, reiche Chatri will Cherry für sich und der Plattenboss Kasem bietet ihr einen Vertrag an - doch auch dies bloss, um sie ins Bett zu kriegen.
Ich habe keine Ahnung, was der Regisseur mit "Khon la fun" erreichen wollte. Es ist ein 70-minütiges Liebesfilmchen, billig gefilmt, schwach gespielt, ohne Spannung, ohne Humor, ohne Action, ohne Erotik und ohne viel Romantik. Wieso überhaupt die Kamera einschalten? Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man es einfach sein lassen. Für einen Liebesfilm ist das Teil zu schmuddlig. Die Kamera schleimt den schönen Körpern der Frauen entlang, einzig, um die männlichen Zuschauer etwas aufzugeilen. Für einen Sexfilm gibts dagegen nicht genug Sex - nänlich gar keinen. Aber eine Tits-and-Ass-Kamera widerspricht einem romantischen Film. Beide Konzepte beissen sich, das Resultat verpufft. Und wenn wir minutenlang schlecht ausgeleuchtete Räume beobachten müssen, bleibt auch vom Sehgenuss nicht viel übrig. Jede Einstellung strahlt Billigkeit aus.
Spannung ergibt sich auch keine. Zum einen schlafwandelt der Hauptdarsteller durch den Film, zum anderen sind Cherrys Verehrer solche Deppen, dass sie nie ernst zu nehmende Gegner in Sachen Liebe sind. Und kurz vor Schluss gibts dann tatsächlich ein Dilemma. Cherry ist verunsichert über Bobs wahre Absichten. Aber ansttatt dass er sich verteidigt sehen wir nur Cherry bedeutungsschwanger herumliegen. Dann sagt die Freundin kurz "ey, ist doch nicht so schlimm" und die Krise ist ausgestanden. Film vorbei. Wofür das alles? Ich hab keinen Plan. Kompletter, reizloser und inhaltlsoer Ramsch der harmlosen Art.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 NTSC. Thai 5.1.mit englischen Untertiteln. Vollbild
Alternativer Titel:
คนล่าฝัน
Regie: Thinnaphan Thantirat

Liebesfilm

Humor *

Spannung *

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K i n n a r e e

Reviewed 31.5.04

Thailand 2004 Ein paar Kinnarees aus dem Himmapan-Dschungel in einer anderen Dimension baden in einem Fluss. Dort lauert ihnen der Jäger Boon auf, um sie einzufangen. Sie entwischen ihm, doch einer von ihnen gelingt es nicht, ihre Flügel rechtzeitig aufzusetzen - und wird angefahren. Sie heisst Monorah (Kunyapat Unyaked) und wird von den beiden Fahrern, den Brüdern Pun und Pong, in ein Spital gebracht. Dort will ihr niemald glauben, dass sie ein Fabelwesen ist. Aber sie überredet Pun, Pong und einen befreundeten Polizisten, zurückzukehren, und ihre Schwestern zu suchen. Poon und zwei üble Schergen lauern Monorah bereits auf.
Kinnaree sind thailändische Fabelwesen, halb Mensch, halb Vogel. Die Kreatur ist sehr beliebt als Club-Name, Theater-Figur oder als Statue - was auch der Grund sein dürfte, wieso das Bangkok International Film Festival, das 2002 erstmals abgehalten wurde, als Hauptreis den "Goldenen Kinnaree" verteilt. Die Billig-Produktion "Kinnaree" macht aus den mythischen Kreaturen aber liebliche Himmels-Schlampen: Süss und naiv, aber dennoch erpicht auf küssen, knuddeln und baden. Insbesondere am Ende, als sie ihren drei Liebhabern erzählen, sie können immer nur für 3 Tage auf die Erde kommen und dann "Liebe machen", ist klar, dass die Filmemacher vor allem männliche Sexgelüste ansprechen wollen, von schönen Frauen, die Sex haben und danach wieder gehen. All dies erst noch gratis ...
Aber der Film verkauft es natürlich nicht so. Die Kinnarees werden als herzensgute Wesen dargestellt und die Männer, die sie an sich binden, schon als scharf, aber letztendlich auch zurückhaltend und ehrenvoll. Darum gibts die 1½ Sterne. Das soll keine Empfehlung sein, aber abgesehen von nicht enden wollenden Bade-Szenen oder Voyeurs-Momenten, hat "Kinnaree" den Hauch einer Story zu erzählen und erreicht eine leicht märchenhafte Ebene, wenn sich die Kinnarees mit ihren Engels-Flügeln in die Lüfte erheben. Technisch schlecht gemacht, aber was solls. Der Film ist als Ganzes wohl unter "unbrauchbar" abzulegen, aber er ist wenigstens nicht offensiv schlecht. Und an der niedlichen Hauptdarstellerin kann sich wohl kein Mann sattsehen ...

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Vollbild.
Alternative Titel: Kin-ree;
กินรี
Regie: -

Fantasy-
Erotikfilm

Erotik * *

Action *

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L a d y   L o o k - T u n g

Reviewed 26.11.04

Thailand 2004 Lalin "Lilly" Luksamanon (Suleeporn Tuntrakool) ist ein angesagtes Mädchen an der Uni. Sie hält sich für derart überlegen, dass sie sich bei einem Luk-Tung-Wettbewerb anmeldet, obwohl sie von dieser Musik wenig versteht. Sie bietet zwar eine tolle Performance, landet aber nur auf Platz zwei. Damit beginnt eine regelrechte Pechsträhne: Sie erwischt ihren Vater mit ihrer besten Freundin Nicky, ihr Lover Oat-San betrügt sie mit einer Japanerin und ihr Auto bleibt mitten auf der Strasse stehen. Zum Glück fahren ihr Schulkollege Meerit (Nuntawat Asirapojanakul aka. Nantawat "Tor" Asirawat) und sein Grossvater mit ihrem Luk-Tung-Tourbus vorbei. Sie nehmen Lilly mit aufs Land und bringen ihr bei, Luk Tung von Herzen zu singen.
Mal wieder ein Film über die thailändische Schlager- bzw. Volksmusik: Luk Tung - oder in welcher Variation ihr die Schreibweise bevorzugt. "Lady Look-Tung" wächst leider nicht über die Vorgaben anderer Thai-Musikfilme wie Hoedown Showdown heraus sondern verlässt sich auf altbekannte Klischees. Visuell beginnt der Film ganz hübsch, die Farbverfremdung erzeugt einen gleichsam nostalgischen wie modernen Look. Doch mit der Zeit wünschte man sich etwas Substanz. Zudem beginnt die wacklige und hypernervöse Kamera schnell zu nerven.
Wenn die Geschichte dann endlich ins Rollen kommt, ist sie reichlich voraussehbar. Das hippe Stadtmädchen erkennt den Wert der Traditionen und des Gesangs. Dieses biedere Weltbild wird ja noch einigermassen hübsch verkauft, doch "Lady Look-Tung" eckt nirgens an, sorgt nirgens für Spannung und amüsiert nur an wenigen Stellen wirklich. Die 103 Minuten kommen einem so länger vor, als man denkt. Der Film erreicht nie das Übel-Ausmass moderner thailändischer Horrorfilme (scrollt etwas noch oben oder unten und ihr stösst schnell auf einen) - aber er bietet einfach nichts. Ausser einer wirklich süssen Hauptdarstellerin, hier auf dem Bild mit ihrer ebenso niedlichen Film-Freundin. Aber das reicht bei weitem nicht, um euch diese Musikkomödie ans Herz zu legen. Besser als Thai-Horror, ja, aber der ist ja auch nicht schwer zu übertreffen.
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
Lady Looktung; เลดี้ลูกทุ่ง
Regie: -

Musikkomödie

Humor * *

Spannung *

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L i z a r d   W o m a n

Reviewed 4.6.06

Thailand 2004

Eine japanische Forschertruppe reist mit ein paar lokalen Führern durch thailändische Höhlensysteme. Dabei wecken sie einen Gecko-Dämon auf, der bald die gesamte Gruppe dahin meuchelt. Nun nimmt er Besitz von der Schriftstellerin Kwan (Rungravee Brijindakul), deren Freund Witoon (Pete Thongchua), ein Arzt, ihre Symptome jedoch falsch liest: Er hält sie für geistig etwas angeknackt. Dabei wird sie langsam zum mörderischen Monster, das eine Armee von Geckos befehligt, welche Menschen in Kwans Umgebung anknabbern und töten.
 Manop Udomdej, dessen "The Macabre Case of Prompiram" noch immer auf eine englisch untertitelte Veröffentlichung wartet, setzt uns als Regisseur, Autor, Cutter und Produzent den Horrorfilm "Lizard Woman" vor. Eines muss man dem Film sofort attestieren: Er schaut nach was aus. Das ist keine Grundvoraussetzung im thailändischen Horrorkino, wo Sets, Tricks und Kostüme oft dem Begriff "billig" eine neue Dimension verleihen. "Lizard Woman" hingegen hat saftige Urwaldszenen, stattliche Höhlen und CGI-Effekte, die nicht wie der letzte Dreck aussehen.
 Aber gut sind sie trotzdem nicht. Udomdej hätte bei den Gecko-Effekten durchaus auch ein paar klassische Modelle zum Einsatz kommen lassen können, denn nicht immer überzeugt das Pixel-Getier. Und wenn die Krabbelviecher nicht echt wirken, verliert der Film seinen Ekel-Effekt. Was ist daran schon widerlich, ein paar Pixel aus einem offenen Mund krabbeln zu sehen? Udomdej scheinen die Tricks aber ganz besonders zu gefallen, weshalb er sie immer wieder einsetzt. Ganze Gecko-Armeen fallen da schon mal über ein Opfer her. Und genau da liegt dann trotzdem eine Spur Reiz: plumpes, einfaches Eye Candy. Da ein Shot einer Blut speienden Frau, hier ein Gecko, das sich in Körperöffnungen zwängt, dort ein herausgerissenes Herz, das genüsslich angeschaut wird.
 So kommen Splatter-Freunde auf ihre Kosten und sind geneigt, auch über das CGI-Blut hinwegzusehen (auch hier: klassisch saftig wäre manchmal besser). Damit ihr euch einen Eindruck davon machen könnt, hier ein paar Screenshots. Es sind diese Splatter-Momente und die solide Machart, die den Film über gängigenThai-Trash heben. Aber nicht weit. Zu plump sind die Schockeffekte, zu lasch die Akteure, zu doof das Ende. Und die ganze Story ist richtig amateurhaft aufgebaut. Der Dämon kommt aus dem Nichts, die Opfer agieren allesamt dumm und um die Sache zu beenden, wird einmal mehr ein Magier herangeholt, der einen Exorzismus durchführen soll. Muss ein solcher Kerl in jedem Thai-Horror vorkommen? Gibt es gar keine anderen Lösungen bei Dämonen?
 Thai-Horrorfans, sofern es sie nach Dutzenden von schludrigen Rightbeyond-Releases und versiegendem DVD-Angebot seit der neuen Zensurpolitik überhaupt noch gibt, dürften "Lizard Woman" sicher das eine oder andere abgewinnen. Doch als Gruselfilm taugt der Streifen wenig und die Story ist unausgegoren, was zu einem konstanten Frustgefühl führt. Selbst die Heldin und der Held sind mühsame Zeitgenossen, denen man einen schnellen Tod wünscht. Nicht ideal für einen Horrorfilm, deshalb gibts dafür auch nur solide 2 Sterne ...

Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (GB)
Meine Disk (GB): Code 2 PAL. Thai 5.1., DTS und 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
ตุ๊กแกผี

Regie: Manop Udomdej

Horrorfilm

Spannung * *

Action * *

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L o v e   o f   S i n n e r

Reviewed 14.12.04

Thailand 2004 Die alte Muan hat sich beim örtlichen Boss Song verschuldet. Ihre Tochter Mali soll deshalb Songs Frau werden. Doch Mali liebt den muskulösen Fischer Khun. Die Mutter verstirbt, worauf Mali mit Khun durchbrennen will. Song erwischt sie jedoch und macht sie zur Frau. Der gefrustete Khun versucht mehrmals, sie zu befreien. Als es endlich gelingt, flieht er mit ihr auf eine andere Insel zu seinem Freund Sak. Dessen Frau ist unlängst verstorben, weshalb er Mali begehrt. An einem Tag, an dem Khun zum Fischen aufs Meer fährt, lassen beide ihrer Lust freien Lauf. Khun verunffalt seinerseits und wird von einer schönen Fremden gerettet.
Auf gewisse Art mochte ich "Love of Sinner" ja. Der Film ist zwar vom Schund-Label "Right Beyond", aber im Gegensatz zu dessen furchtbarem Horror-Output will "Love of Sinner" was fürs Herz sein. Doch hauptsächlich strapaziert der Film die Lachmuskeln. Unfreiwillig. Selten zuvor habe ich einen Film gesehen, der von seinen Machern mit solcher Ernsthaftigkeit in Szene gesetzt wurde und so katastrophal schlecht dabei rüberkommt. Ed Wood ist das nächstbeste Beispiel. "Love of Sinner" ist von Amateuren inszeniert, von Amateuren geschrieben und von Amateuren gespielt. Wer ein paar Kumpels einlädt und genügend Bier die Gurgel runter leert, wird dahinter ein wahres Party-Tape entdecken.
Der Anfang ist etwas zäh. Die Szenen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. "Ich vermisse Mama". Danach "Ich vermisse Khun". Später "Ich vermisse Mama. Ich bin traurig". Gefolgt von "Ich bin traurig, ich vermisse Khun". Ihr durchschaut das Schema? Dazu der immer gleiche Szenenaufbau, der sich durch den ganzen Film zieht: Eine Person sitzt traurig und allein da, schaut idealerweise aufs Meer, bevor eine zweite Person dazukommt und gesagt bekommt ... "ich bin traurig". Hier eine kleine Illustration (1). Der dramatische Effekt solcher Sequenzen ist regelrecht einschläfernd.
Doch es kommt noch viel schlimmer. Die Sexszenen sind bestenfalls angedeutet und meistens blenden die Filmemacher aus, bevors heiss wird. Die Schauspieler sind an Hölzernheit schwer zu überbieten. Die Krönung ist der muskulöse Hauptdarsteller, gegen den selbst der Hulk und Arnold Schwarzenegger an ihren schwächsten Tagen wahre Shakespeare-Mimen sind. Er trottet unbeholfen durch die Szenerie, atmet extrem schnell (Steroide? Muskeln drücken auf Lungen?) und ist so nervös, dass er seine Dialoge schneller aufsagt als ein Schulkind auf der Weihnachtsfeier-Bühne. Wie gesagt: Mit der richtigen Dosis Drogen ist das eine Riesengaudi.
Im letzten Drittel gehts dann richtig ab. Die doppeldeutigen Liebesschwüre (2) haben es ja eigentlich schon angedeutet. Mali kuckt einmal Sak an (3). Sak einmal Mali (4) - und zack, vergessen ist all das Gesäusel von wahrer Liebe. Die Hormone sind stärker. Oder Mali hatte genug davon, vor lauter Muskeln das Meer nicht mehr zu sehen. Khun wiederum landet auch in fremden Betten, die Absichten der Frau macht der Regisseur ganz subtil sichtbar (5). Und die Moral von der Geschicht? Männer sollten anderen Männern die Frauen nicht ausspannen, selbst wenn die Frauen gepeinigt und unterdrückt werden. Noch klarer macht es dieser Satz (6). Der Mann hat immer recht und Frauen sind Huren. Damit sind vorsinntflutliche Klischees bestätigt, der Film leider schon zu Ende und der Wunsch nach noch mehr Bier grenzenlos. Wer wirklich einen thailändischen Fremdgeh-Film in tropischem Ambiente sehen will, ist bei The Sin besser aufgehoben. "Love of Sinner" ist ein Abklatsch davon, Kitsch-Trash von der alleruntersten Schublade. Doch eben: Zwischen unpassenden Eastwood-Zitaten (7) und Malis absolut talentfreien Versuchen, betrübt auszusehen (8), kriegt man gehörig was zum Ablachen geliefert.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 3 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
ชู้ทะเล
Regie: -

Drama

Erotik * *

Spannung *

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L u b   L a e

Reviewed 12.9.04

Thailand 2004 Chart, Date, Pet und Tuan sind auf der Flucht vor der Polizei, als sie durch ein Wurmloch gezogen werden und in einem abgelegenen Dorf landen. Dieses wird ausschliesslich von Frauen bewohnt. Die Dorfführerin Ratree begrüsst die vier Männer und heisst sie freundlich willkommen, doch in Wahrheit planen sie und ihre Freundinnen bereits eine böse Überraschung. Chart bekommt eine Spezialbehandlung: Er soll mit der süssen Pikoon verkuppelt werden. Tatsächlich verlieben sie sich ineinander und Chart beichtet ihr, was er getan hat: Date hat den Boten eines Kredithais getötet, worauf die zwei nach Kambodscha fliehen wollten. Sie brauchten Geld und überfielen mit Pet und Tuan einen Geldtransporter jener Bank, für die Chart arbeitet. Dabei gab es Tote. Chart bereut die Tat - und genau dies könnte ihm das Leben retten ...
Die Befürchtung, dass die Jungs in dem Dorf bloss an Sex denken, ist berechtigt. Doch die Macher des Films wollen nicht primär die Zuschauer bedienen, die wegen der nackten Haut kommen. Klar hängt die Kamera etwas oft bei den Damen auf Brusthöhe und es gibt auch ein paar Knuddelszenen am Anfang - doch "Lub lae" ist nicht nur Aufhänger für Erotik, er hat tatsächlich eine Geschichte zu erzählen. So bizarr die auch sein mag. In nur knapp über 70 Minuten (ohne Abspann) kann man kaum komplexe Abhandlungen vorlegen, doch für einen trashigen Low-Budget-Fantasyfilm mit ein paar bösen Ideen und einer Rückblendenstruktur reichts allemal.
Wieviele Filme habt ihr denn schon gesehen, indem ein Dorf von Frauen drei Männern Drogen gibt, damit sie sie die ganze Nacht vergewaltigen können? Frauen in der Aggressorenrolle - Männer nur als Liefereanten von Samen. Eben: Mal was anderes. Auch ein paar hässliche Verstümmelungsszenen gibt es - und das Ganze ist in attraktiven Locations gefilmt. Das rechtfertigt meiner Meinung nach 2 Sterne. Der Film ist nicht gut und ich würde mich hüten ihn zu empfehlen - doch er ist besser als eine Vielzahl der billigen Trashfilme, die Thailand sonst produziert.
Neben den oben genannten "Höhepunkten" sind sicher die Damen einen Blick wert. Es hat im Dorf zwar auch
sehr massige Frauen, doch die Mehrzahl sieht ganz adrett aus. Und das Ende ist ungewohnt düster. Ganz nüchtern wird aufgetischt, was mit dem Helden passiert - und es ist überraschend destruktiv. Nun habe ich aber wirklich alles Positive aufgezählt. Das Negative sollte auch seinen Platz haben: Die Musik ist nervtötend, die Kamera amateurhaft, die Schauspieler bestenfalls mässig und die Story auch nicht allzu reich an Überraschungen. Aber eben: Für zackige 70 Minuten Thai-Trash reichts ...
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Lublae;
ลับแล
Regie: -

Fantasyfilm

Gewalt * *

Erotik * *

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M . A . I . D .   -   M i s s i o n   A l m o s t   I m p o s s i b l e   D o n e

Thailand 2004 Ausführliche Kritik: hier.

 

M y   F i r s t   K i s s

Reviewed 11.1.05

Thailand 2004 Die Radiomoderatorin Kor-Chan (Nuntawat Arsirapojchanakul) moderiert zwar eine Liebes-Show, doch sie selbst ist eine Kratzbürste: Seit sie als Kind von einem Buben schlecht behandelt und daraufhin zum Gespött der Klasse wurde, hasst sie Männer über alles. Auch den netten Rutt (Pimpan Chanta), der ihr immer beisteht und bei allen Problemen hilft, behandelt sie wie Dreck. Ihre Schwester gibt dagegen den Männerhass auf, denn sie hat jemanden fürs Leben gefunden. Das frustriert Chan nur noch mehr.
Ja, was soll man schon von einem Film sagen, der nur 64 Minuten dauert und eigentlich keine richtige Geschichte erzählt? Der Film ist nutzlos, sinnlos und unbeschreiblich belanglos, doch immerhin ist er kurz, bietet sympathische Stars und ist nicht offensiv schlecht. Ich versuche normalerweise, einem Film nur dann weniger als zwei Sterne zu geben, wenn er irgend ein Element hat, dass mich absolut anwidert oder langweilt oder nervt. Das hat "My First Kiss" nicht. Dazu ist er schlicht zu lapidar. Ein paar Lacher, ein bisschen Herz, das ist alles. Dann kommen schon die Credits und man fragt sich "das wars?" - zum einen, weil erst eine Stunde um ist, zum anderen, weil das Ende drecht trist ist. Doch es gibt einen Mini-Twist und tralala, alles vorbei. Wie gesagt: Was will man zu so einem Film schon gross sagen? Den müsst ihr nicht sehen. Aber wenn ihrs doch tut und ihn hasst, habt ihr nur eine Stunde eures Lebens vergeudet. Das ist doch auch positiv zu werten, oder nicht?

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternativer Titel:
รักครั้งแรก
Regie: Boonchoo Pitakleardkul

Liebesfilm

Humor *

Spannung *

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T h e   O v e r t u r e   ~   H o m   r o n g

Reviewed 7.3.06

Thailand 2004 Sorn Silapabanleng hat schon als Kind ein ganz besonderes Gefühl für Musik. Als sein älterer Bruder ermordet wird, nimmt ihn der Vater unter die Fittiche und trainiert ihn am ranard-ek - dem klasisschen thailändischen Holz-Xylophon. Als junger Mann ist Sorn (Anuchit Saphanphong) bereits ein Meister der Kunst. Doch da erkennt er, dass Meister Kun In (Narongit Tosa-nga, die momentene ranard-ek-Nummer-eins) besser ist als er. Das stürzt Sorn in eine tiefe Krise.
"The Overture" hat sich die
Bezeichnung "wichtiger Film" regelrecht auf das Poster geschrieben: Das Musikdrama war Thailands Beitrag für den Auslands-Oscar, er behandelt fiktiv aufbereitet das Leben einer in Thailand sehr bekannten und geschätzten Person und er hat die Power etlicher Ikonen des modernen Thai-Kinos hinter sich - als Produzent waltete Chatrichalerm Yukol, als ausführender Produzent der Nang Nak-Regisseur Nonzee Nimibutr. Als Kameramann fungierte mit Nattawut Kittikhun der Mann, der mit Nang Nak, Tears of the Black Tiger, Jan Dara, Ong-Bak und Necromancer einige der bekanntesten und besten Filme des Landes gefilmt hat.
Umso erstaunlicher, dass Regisseur Ittisoontorn gar keinen so extrem schweren Film gemacht hat: Seine Pseudo-Biografie folgt konventionellen Genre-Pfaden, die lediglich gebrochen werden durch den Gegenschnitt zweier Handlungsstränge. Doch auch das ist kaum etwas Revolutionäres. Und gerade weil an "The Overture" nicht wirklich viel Neues dran ist, kann ich die mancherorts auftauchenden euphorischen Kritiken nicht ganz verstehen. Es handelt sich um einen soliden, zweifellos sehr attraktiv gefilmten und kurzweilig erzählten Film, der auf etwas aufdringliche, aber sympathische Weise eine Rückbesinnung auf thailändisches Kulturgut fordert.
Um dies zu unterstreichen, sind die beiden Handlungsstränge da: Der erste und deutlich längere dient als klassische Aufsteiger-Geschichte. Der junge Sorn erarbeitet sich seinen Platz unter den grossen Musikern des Landes. Die zweite Ebene ist die des alten Sorn, der während und nach dem Zweiten Weltkrieg gegen die "thailändische Kulturrevolution" ankämpft, welche Tradition ausmerzen und durch westlicher orientierte Kultur ersetzen wollte. Ich habe im Übrigen erst gar nicht kapiert, dass es sich um zwei Ebenen handelt - denn Vichailak macht es Nicht-Thailändern durch keinerlei
Kennzeichnung des Zeitsprungs nicht gerade leicht. Aber mit der Zeit versteht mans.
Der kulturelle Hintergrund ist auch anderweitig ein kleiner Hinderungsgrund, den Film gänzlich zu lieben: Bei der Musik. So sehr ich die ranard-ek-Klänge mochte, so unfähig war ich, später im Film die Spielarten künstlerisch einzuordnen. Für mich klang alles etwa ähnlich, schnell und faszinierend - aber ähnlich. Demnach war ich ganz auf die Führung des Regisseurs angewiesen, der mir mit dem Einblenden erstaunter oder faszinierter Gesichter zeigte, wie die Musik auf das Publikum wirkt. Besonders absurd wird dies beim grossen ranard-ek-Duell gegen Schluss, dass auf einen Laien wie mich fast schon absurd wirkte. Bei besserer Kenntniss dieser Musik dürfte die Ehrerbietung gegenüber dem Film deshalb deutlich höher ausfallen, als es bei mir geschehen ist.
Doch trotz seinen Defiziten bei der
Originalität und dem musikalischen Mitreiss-Gefühl für Thai-Laien: Es ist ein gelungener Film. Eine routinierte und schön anzusehende Produktion mit guten Akteuren und der Klasse, die man bei vielen weniger teuren Thai-Filmen vermisst. Ein Grossteil dieser Werke ist einfach hastig herunter gekurbelt. Umso grösser die Freude an überlegt inszenierten Filmen wie diesem hier.
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 0 NTSC. Thai 2.0 mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel: Hom rong;
โหมโรง
Regie: Tanit Jitnukul

Musikdrama

Humor *

Spannung *

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P a - t i - h a r n   P r a m a e   G u a n - I m

Reviewed 23.4.05

Thailand 2004 Der Färber Hong Tang lebt mit seiner Frau und seinen Töchtern Ngek Lang und Gim Lang einfach, aber zufrieden in einem thailändischen Dorf. Ngek, die aktivere der beiden Mädchen, bekommt einen kleinen Job beim netten Onkel Meng, der ihr auch Lesen beibringt. Doch da marschieren die Japaner in Thailand ein. Das Dorf wird bombardiert und Hongs Haus geht in Flammen auf. Ngek verliert deshalb beinahe ihren starken Glauben, der sich jede Nacht in Träumen der "Göttin der Gnade" manifestiert. Zum Glück nimmt Meng die Familie bei sich auf. An Geld kommen sie, indem sie japanische Kleider einfärben und verkaufen. Viele Jahre später sind aus den beiden Mädchen attraktive Frauen geworden. Während Gim die Augen von Ling auf sich zieht, weckt Ngek das Interesse von Somsak Tang. Als die zwei miteinander schlafen, verstösst Hong sie. Kurz darauf wird Ngek schwanger - mit Zwillingen.
"Pa-ti-harn Pramae Guan-Im" ist eine Glaubensparabel im Kleid einer Seifenoper. Der ganz ansehnlich gemachte Streifen weist einige attraktive digital gefilmte Bilder auf, zwei echt niedliche Kinder-Darsteller und eine süsse Erwachsenen-Aktrice. Auch ein paar Spezialeffekte sind gelungen, die Mehrzahl kommt jedoch eher altbacken daher. Das trifft auf den ganzen Film zu. Irgenwann hat man die ächzende Musik satt, der Plot wird Stückwerk und die Spannung geht flöten. Es ist die erste Hälfte, die das Anschauen wenigstens halbwegs lohnt. Die zweite ist Quatsch.
Der Plot wird zunehmend fatalistischer. Schicksalsschläge prasseln im Minutentakt über die Familie herein, nur um einige Glaubens-bejahende Erkenntnisse daraus zu schöpfen. "Pa-ti-harn Pramae Guan-Im" erzählt dann keine wirkliche Geschichte mehr, sondern reiht Weisheiten aneinander und mündet in ein plumpes Finale. Schade, denn es hätte mehr dringelegen, etwa ein Familiendrama um eine Familie, die im Krieg alles verliert und sich wieder aufrappeln muss. All dies steckt im Ansatz drin, dient aber nur als Aufhänger für die zweite, enttäuschende Filmhälfte.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
ปาฏิหาริย์ พระแม่กวนอิม
Regie: -

Fantasydrama

Spannung *

Action *

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P a y u k   M e h k

Reviewed 15.6.04

Thailand 2004 Chief Inspector Payak Mek (Pichestchai Pholdee) wird als Undercover-Polizist bei einem Gangsterboss eingeschleust. Er soll herausfinden, welche Superwaffe der Kerl vertreiben will. Schon bald hat er die Loyalität des Bosses gewonnen und wird sein wichtigster Mann. Doch da fliegt er auf und muss die Waffe am eigenen Leib erfahren: Schuhe, die nach 200 gemachten Schritten explodieren.
Gerade 66 Minuten lang ist dieser billig produzierte Actionstreifen, doch selbst dies ist noch zu lange. "Payuk Mehk" hat nichts zu erzählen. Er wirkt wie eine Ouvertüre zu einem Film, aber nicht wie ein eigenständiges Werk. Es geht um einen Maulwurf, okay. Aber sobald er auffliegt, ists bloss noch lächerlich. Die Waffe, die der Fiesling einsetzt ist bereits voll doof: Wer zieht schon freiwillig einen explodierenden Schuh an? Und wenn es bloss dazu dient, Leute umzulegen, dann gibts sauberere Methoden. Und günstigere. Die Spannung, die aus dem Schuh bezogen wird, ist herzhaft plump.
Zum Schluss gibts dann noch einen Twist, der aus heiterem Himmel kommt. Und je mehr man darüber nachdenkt, desto weniger Sinn macht er. Aber es ist definitiv auch eine Zeitverschwendung, sich zu fest mit diesem Stinker zu befassen. Da waren einfach ein paar Jungs am Werk, die ein paar coole Shots (Explosionen, Fights) ausprobieren wollten und dazu ein Gerüst suchen. Fertig ist der "Film". Als Zuschauer kann man das nur mit einem Gähnen gouttieren.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternativer Titel:
พยัคฆ์เมฆ 200 ก้าวเกินตาย
Regie: Chacrit Pannitchakul

Actionfilm

Action * *

Spannung *

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P e e   T u a y   K a e w

Reviewed 13.12.04

Thailand 2004 Prang (Aphiladee Phavaphutanon) und ihre Freunde besuchen ein altes Geisterhaus, um mit Hilfe eines Ouija-Bretts den Namen für Prangs Baby herauszufinden. Rinlanee meint das Brett. Die jungen Freunde ahnen nicht, dass ein alter Geist diesen Namen vorgegeben hat. Sieben Jahre später ist Töchterchen Rin ein kleiner Teufel: In der Schule quält sie die Jungs, die sie wegen ihrer grauen Haare auslachen, daheim lehnt sie Mamas Freund Ake ab. Sie sagt fast kein Wort und reagiert zunehmend aggressiver. Als Prang sie zu einem Arzt bringt, tötet die Kleine den Doktor - denn der Geist in ihr verfügt über diabolische Kräfte.
"Pee Tuay Kaew" ist kein guter Film. Doch er kriegt einen kleinen Goodwill-Bonus und damit zwei Sterne, weil er einen lobenswerten Versuch unternimmt, eine stimmige Geschichte zu erzählen. Damit hebt er sich von dem billig inszenierten Thai-Horrorschrott ab, der sonst den DVD-Markt überflutet. "Pee Tuay Kaew" ist über 90 Minuten stattlich inszeniert, greift zwar auf etliche Klischees zurück und beginnt harzig. Die Schauspieler sind nicht die besten und technisch gibt es allerlei zu bemängeln. Doch sobald das böse Kind in Aktion tritt, gibts ein paar hübsche Grusel-Momente. Wie gesagt: nichts Grossartiges, aber zumindest nicht beleidigend blöd.
Den Schluss des Films hab ich leider nicht komplett mitbekommen, weil die gelieferte DVD digitale Probleme aufwies - so starke, dass die Disk auf keinem meiner drei Player korrekt lief. Aber soweit ich das Ende verstanden habe, ist auch da nichts Aussergewöhnliches zu finden. "Pee Tuay Kaew" ist sicher kein Film, den irgendjemand sehen muss. Doch wer sich unbedingt einen Thai-Streifen reinziehen will und die wenigen wirklich guten Werke schon gesehen hat, ist hier sicherlich besser aufgehoben als bei den 1-Stern-Gurken (siehe diese Seite).

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel: Pi tu gaew; Phee Tu Kaew;
Phee Thuay Kaew; ผีถ้วยแก้ว
Regie: Chluay Srirattana

Horrorfilm

Gewalt * *

Spannung * *

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P h e e   J a o   L e h

Reviewed 27.7.04

Thailand 2004 Vier Gangster sind aus dem Gefängnis ausgebrochen und versuchen, mit einem Einbruch an Geld zu kommen. Sie ergattern einen Safe, doch lösen auch eine Explosion aus. Nun sind sie auf der Flucht und fahren dabei die hübsche Poo-Nim an. Sie nehmen sie gleich als Geisel mit. Poo-Nim rät den vieren, sich in ihrem Haus zu verschanzen. In der Tat handelt es sich bei diesem Gemäuer um ein Spukhaus, in dem sich eine verstorbene Mutter und ihr Kind herumtreiben ...
"Phee Jao Leh" ist gaga, da muss ich gar nicht mehr um den heissen Brei reden. Nicht trashig-kultig-schräg gaga, sondern vollends misslungen. Ich konnte kein einziges Mal auch nur Schmunzeln. Eine Handlung kann man vergessen, genauso Spannung, Schauspieltalent oder Können bei der Inszenerung. "Phee Jao Leh" ist ein weiterer in einer Serrie von hingeschluderten Gruselklamotten aus Thailand, die nicht nur von völliger Unkenntnis vom Filmemachen zeugen, sondern geradezu die Zuschauer beleidigen. Glauben die Macher wirklich, man möchte sowas sehen? Man möchte sehen, wie Deppen durch ein Haus torkeln und immer mal wieder auf einen Geist stossen? Das sind 80 Minuten Zumutung.
Wie bei so manchen Thai-Horrorfilmen dieses Jahres, hat auch "Phee Jao Leh" 3-D-Sequenzen. Diese sind alle paar Minuten eingestreut und durch ein Logo in der Ecke gekennzeichnet. Kaum hat man die Brille aufgesetzt, ändert der Inszenierungsstil: Im Vordergrund rasen Gegenstände durchs Bild, die Kamera ist in konstanter Bewegung. Das ist cineastisch letzter Dreck und schmerzt die Augen. Ich habe den Nutzen dieses Gimmicks jedenfalls noch nicht erkannt.
Ich weiss nicht, ob sich ausser mir noch jemand solchen Ramsch überhaupt anschaut, aber an alle, die es vorhaben, die übliche Warnung: Lasst es. Euren Augen zuliebe, euren Ohren zuliebe, eurer Galle zuliebe. "Phee Jao Leh" ist nicht der schlechteste Film des Jahres. Ich würde ihm nämlich noch unnötige Ehre zuteil werden lassen, wenn ich ihn überhaupt in die Kategorie "Film" einordne. Er ist vielmehr ein Amateur-Geschluder, das seinen Weg zufällig auf DVD gefunden hat.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
3D Cheaty Ghost;  ผีเจ้าเล่ห์
Regie: -

Gruselkomödie

Humor *

Action *

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P o t a   T a   T i n g   N o n g

Reviewed 18.7.04

Thailand 2004 Chief Suae beschützt seine beiden Töchter wie seine eigenen Augäpfel. Wenn ein Mann der schönen Whan oder der burschikosen Priew zu nahe kommt, schiesst Papa mit seinem Schrotgewehr. Da taucht der junge Tierarzt Terd auf. Da er im Dorf eine Entbindung durchführt und Kühe heilt, lässt der Chief ihn temporär bei sich wohnen. Doch er ahnt schnell, dass Whan sich in den feschen Kerl verliebt hat. Er will ihn rausschmeissen. Doch Terd ist clever: Er meint, dann würde er zu Tante Kwanta ziehen, jener Dame, in die Chief Suae verliebt ist. Also darf er bleiben - und helfen, als der fiese Thewan mit seinen Kumpels Whan entführt ...
Der Film hat das Potenzial zu Grösserem: Als Komödie beginnt er ganz witzig und bietet Möglichkeiten für eine humorvolle Story. Doch er wiederholt die immergleichen Gags über 93 Minuten und bietet wenig Überraschungen. Teschnisch ist "Pota Ta Ting Nong" sogar übler als viele der billigen Thai-Streifen: Der Ton ist scheusslich und manchmal so rauschend, dass man kaum ein Wort versteht. Das digitale Bild ist unscharf und schlecht ausgeleuchtet. Bei starken Lichtquellen wird das Bild völlig verfremdet, Filter fehlen. Darüber könnte man hinwegsehen, wenn der Film gut wäre ...
Ist er aber eben nicht. Und da ich euch empfehle, das Werk gar nicht erst anzugucken, darf ich auch eine Pointe am Schluss verraten: Terd will Priew heiraten, doch eigentlich liebt Whan ihn. Lösung? Er kriegt beide Frauen. Ach, so schön kann das Leben im filmischen Macho-Land sein. Ehrlich gesagt würde mich der Film interssieren, der das Leben der drei nach der Hochzeit zeigt. Eifersucht? Flotte Dreier? Mord und Totschlag? Harmonie? Die Liste der Möglichkeiten wäre endlos. Also her mit dem Sequel! Ne, Moment, vergesst das schnell wieder ...

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternativer Titel:
พ่อตาต๊ะติ๊งโหน่ง
Regie: -

Komödie

Humor * *

Spannung *

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S a g a i   U n i t e d

Reviewed 20.8.04

Thailand 2004 Auf der Flucht vor Geldeintreibern landet der ehemalige Fussball-Schiedsrichter Paotu (Pongpat Wachirabanjong) im Dschungel. Dort sieht er bei einem Spiel zu, das Busch-Buben des Sagai-Stamms ohne Schuhe austragen. Zu seinem Erstaunen gewinnen die Kids das Spiel. Er folgt ihnen in den Dschungel. In ihrem Dorf herrscht eine neuartige Seuche, weshalb der Vorsteher nach einer Lösung sucht. Er glaubt sie in einem Poster zu erkennen, das das königliche Fussball-Turnier ankündigt. Paotu sieht seine Chance gekommen und rekrutiert die Spieler für ein Team. Die Jungs um Mamuang (Samrit Machielsen), Plew (Rusame Ordeng), Maipai (Karn Channui), Krasu (Khomsant Sritharnato) und Lookyang (Attaphol Thongkong) machen sich auf in die Stadt, um zu spielen. Tatsächlich siegen sie mehrmals, bevor die Verlockungen der Stadt an ihren Kräften zerren.
Vor allem Iron Ladies hat den Underdog-Sportfilm, den Amerika seit Jahrzehnten zelebriert, auch in Thailand höchst populär gemacht. In "Sagai United" verzichtet Regisseur Somching Srisupap (303 Fear Faith Revenge, Mae Bia: Snake Lady) auf eine Botschaft für die Akzeptanz von Schwulen, die in Iron Ladies manchmal ins Plumpe abzurutschen drohte, und packt ein etwas weniger kompliziertes Thema an. Die Underdogs von "Sagai United" sind Dschungelbewohner, die von den "zivilisierten" Thais als dunkelhäutige Witzfiguren betrachtet werden. Der versöhnliche Geist, den der Film beschwört, ist gut gemeint und sicherlich auch gut dargeboten.
Ansonsten ist vieles formelhaft. Das Team, seine Mitglieder, der Trainer, das Turnier - beinahe alles folgt den Regeln des Underdog-Genres. Die Spiele selbst sind ein wenig inspiriert von Stephen Chows pan-asiatischem Superhit Shaolin Soccer, weil hin und wieder akrobatische Fussball-Kicks zum Einsatz kommen und auch CGI ein paar Mal auftaucht. Doch die Kids können tatsächlich spielen und der Fussball als Sport ist letztendlich nicht nur Mittel zum Zweck wie in Chows Film, sondern wird als echte Sportart ausgetragen - mit allen damit verbundenen Klischees.
Damit die Geschichte um die Hinterwäldler nicht zu schulmeisterlich daherkommt, darf natürlich Humor nicht fehlen. Der fällt nur ganz selten billig aus, meistens geht er als amüsant durch. Der ganze Film versucht nie zu stark in eine Richtung auszuscheren, was für einen Thai-Film angenehm entspannt wirkt. Wer weiss, wie extreme Formen von Thai-Comedy einen Zuschauer zusammenzucken lassen können, der weiss, was ich meine. Und so gibts hier halt wohl dosiert Sport, Humor, Freundschaft, ein wenig Grusel-Effekte und zwei Dinge, die westlichem Publikum wohl weniger gefallen.
Das eine ist Moral. Die Grossstadt dient als Südenbabel. Die Jungs gehen einmal aus und werden zu Sex- oder Drogensüchtigen. Die böse Stadt. Das andere ist die Führungstreue: Die Jungs beten zum König, der König tritt als Heilbringer, Retter, Beschützer auf. Das ist dick aufgetragen aber durchaus nachvollziehbar - und zum Schluss auch schön bewegend. Ich würde mich auch hüten, dies dem Film vorzuwerfen. Wenn schon, dann kann man lieber seine einfach gestrickte Story, seine 08/15-Inszenierung oder sein Mangel an Ideen angreifen. Doch was zählt: Er unterhält. Die Darsteller strahlen sorglose Energie aus, der Plot kommt rassig voran, die Fussball-Szenen haben Drive. Ich geb die drei Sterne als Zeichen der Empfelung - guckt euch den Film an, wenn ihr auf solche kleinen Feelgood-Filme steht. Qualitativ schneidet er vielleicht etwas schwächer ab, doch das sei aus Goodwill mal hinten angestellt.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 3 PAL. Thai 5.1 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel: ซาไกยูไนเต็ด
Regie: Somching Srisupap

Sportfilm

Humor * *

Action * *

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S a n g   T h o n g

Reviewed 12.4.04

Thailand 2004 König Yosavimol (aka. Phrommathat), der Herrscher von Prommanakhon, verbannt auf Drängen seiner einen Frau, der bösen Lady Chandra (aka. Champaka), seine zweite Frau, Königin Chantewee (aka. Chanthathewi), weil die ihm keinen Sohn geboren hat, sondern eine Schneckenmuschel! Als aus der Muschel ein Sohn schlüpft, zerstört Chantewee die Muschel. Darauf bringt Sir Pu-chong den Buben namens Pra Sang zur Riesin Panturat. Sie wird zur Ersatzmutter und zieht Sang zum stattlichen jungen Mann gross. Eines Tages entdeckt er, dass im Höhlensystem von Panturat ein Zauberbrunnen liegt, das ihm eine goldene Rüstung anzieht. Und eine Sakai-Maske, die ihn in einen hässlichen Ngoh-Waldmenschen verwandelt. Eines Tages taucht Sang in den Brunnen und versteckt seinen nun goldenen Körper unter dem Ngoh-Überzug. Er haut ab. Panturat kann ihm noch einen Zauberspruch auf den Weg geben, der es ihm erlaubt, Fische anzulocken, dann stirbt sie an gebrochenem Herzen. Sang gelangt in das Reich von König Samon. Der hat sieben Töchter, die er verheiraten will. Die jüngste, Rojana, will keinen der Männer. Erst als Sang vor ihr steht, sieht sie durch siene Hülle und entdeckt den schönen Mann. Sie will ihn heiraten. Ihr Vater ist entrüstet und denkt sich Prüfungen aus, bei denen der Ngoh-Waldmensch scheitern soll ...
Die Sage von "Sang Thong" geht auf König Rama II (Herrscher von 1809-1824) zurück und gehört seither zur beliebtesten Folklore Thailands. Vielfach wird sie aufgeführt als
Lakhon Nok, als Volks-Bühnenstück, doch auch verschiedene Filmversionen existieren davon. Diese hier hält sich relativ eng an die Vorlage, vorausgesetzt, man kennt einen Teil der Details. Sangs goldene Haut etwa, wird nur angedeutet und der Zauberspruch, den ihm Panturat auf den Weg gibt, wird (mindestens in den Englischen Untertiteln) nicht gut genug erklärt. Der Einfachheit halber wurden auch einige Szenen verändert. So lebt in der Geschichte Sang unter anderen Ngoh-Waldmenschen, im Film lebt er allein.
So faszinierend die Geschichte aber letztendlich auch sein mag, sie muss als Film funktionieren. Das tut sie hier eindeutig nicht. Die Dramaturgie der Sage ist kaum in ein filmisches Drehbuch umzusetzen. Es fehlt ein guter Bogen. So ist es für einen uneingweihten Zuschauer schlicht diffus, auf wen man sich eigentlich konzentrieren sollte. Die Story der Königs-Eltern ist nur am Anfang und am Ende wichtig, die Riesenfrau Panturat erscheint nur im ersten Drittel. Pra Sang ist das einzige Bindeglied.
Erzählerische Mängel sind das eine, grotesk schlechte Inszenierung das andere. "Sang Thong" beginnt ganz okay - vorausgesetzt, man akzeptiert die miesen Spezialeffekte und das grobe Schauspiel. Doch nach Pra Sangs Wegzug von seiner Pflegemutter Panturat sinkt das Niveau immer tiefer. Der Film will und will nicht enden. Bevor er es nach 111 Minuten doch endlich tut, wird man mit übeln Tunten-Witzen und dicke-Frauen-Gags, mit Logiklöchern und sonstigem Quatsch überhäuft. Der Film wechselt von mässig über langweilig bis peinlich und scheusslich. Am Schluss will man die 111 Filmminuten zurück, um die Sage online irgendwo nachzulesen und sich die wertvolle Zeit zu sparen. Diesen Gefallen mach ich euch: lest den Text der Geschichte hier oder hier.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel: Sang Thong 2004; Sanghtong; Sung Tong; Sung Tong 2004; The Golden Conch
Regie: Setha Sirachaya

Fantasyfilm

Humor *

Action *

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S a r s   W a r s

Reviewed 17.4.05

Thailand 2004 Vom SARS-Virus ist in Afrika mittlerweile eine vierte Variation aufgetaucht, die die Leute dahinmeuchelt. Thailand ist, wie die Politiker betonen, aber seuchenfrei. Dies nur, bis ein Insekt von Afrika nach Thailand gelangt, und den TV-Star Arthur Biggs (Arthur Biggs) beisst. Er stirbt und wird durch das Sars-No.4-Virus zum Zombie! In einem Hochhaus beisst er andere Leute und steckt in Windeseile die Bewohner an. Darunter befinden sich Kidnapper um den bösen Yai (Sumlek Sakdigul), die die schöne Liu (Phintusuda "Balloon" Thunphairao) entführt haben, damit ihr Vater für ihre Freilassung 10 Millionen Baht zahlt. In der Hitze des Gefechts gelingt es dem "Superhelden" Khun Krabi (Supakorn Kitsuwon, Tears of the Black Tiger, Monrak Transistor), Liu zu retten. Doch noch wimmelt es in dem Gebäude von Zombies. Die Polizei überlegt sich sogar, das Haus einfach zu sprengen. Hilfe naht in der Person von Krabis Mentor Thep (Thep Ngo-Ngam, Headless Hero, Killer Tattoo) und der schönen Wissenschafterin Dr. Dina (Lena Christensen, Devil Species).
Es geht ja doch! Thailand hat einige der verunstalteten Horrorkomödien der letzten Jahre zu verantworten - und dann kommt "Sars Wars" und entschädigt wenigstens für einen Teil dieser Tortur. Die Zombie-Groteske von Taweewat Wantha ist dermassen überbordend, schräg und trashig, dass man ihn kaum hassen kann. Mit unumstösslicher Konsequenz lassen die Filmemacher den Schalk heraus. Halsschlagadern sprudeln, Gehirne fliegen herum, Katzen werden gefressen, Schlangen mutieren, der Held fordert Sex von der Geretteten und die Zombies machen wunderbare "Knack! Knack!"-Geräusche, wenn sie sich durch die Schädel ihrer Opfer beissen. Einfach herrlich.
Den Plot kann man rauchen. Die Darsteller werden nie eine Auszeichnung gewinnen. Doch das witzige dabei ist, dass "Sars Wars" sich dessen nicht nur bewusst ist, sondern es den Zuschauern regelrecht entgegenschreit. "Besser Umsatz als Auszeichnungen", mockiert einer, und später: "Wir haben Zombies, eine Bombe und eine Riesenschlange - dieser Film ist wirklich auf Kohle aus!" Bei einem Deus-ex-Machina-Moment wundert sich Krabi "das ist der übertriebenste Moment im Film" und Thep entgegnet: "Ihr habt ja schon soweit geschaut" - will heissen: Wer sich die letzte Stunde angeguckt hat, akzeptiert jede noch so hirnrissige Idee nun widerstandslos.
Der Film hat weitere wunderbare Meta-Momente wie ein paar Winks zu den Zensoren - in den brutal animierten Animationssequenzen etwa, oder wenn Thep halbnackte Girls zurückweist und meint, das sähen die Zensoren eben nicht gern. Um auf dieser Ebene zu bleiben: Es hat auch ein paar hübsche Film-Anspielungen, zwei davon etwa an "Alien", das Lichtschwert natürlich an "Star Wars". Alles nicht unglaublich clever, aber absolut wirkungsvoll.
Und dann sind da natürlich die Zombies. Eklige Biester mit spitzen Zähnen, die wunderbar saften und spritzen, wenn man sie killt. Wahnsinnig furchteinflössend sind sie nicht, aber "Sars Wars" will auch primär eine Komödie sein. Und eine recht böse, wenn man bedenkt, dass Sars ja auch Thailand in Mitleidenschaft gezogen hat. Die Filmemacher amüsieren sich mit viel Galgenhumor über die schreckliche Krankheit, aber genauso über jene Politiker, die die Katastrophe herunterspielen wollten - und von denen gab es in Asien ja nicht gerade wenige.
Allzu viel sollte man dahinter aber nicht entdecken. Es geht um den Spass-Faktor. Visuell kennt Wantha kein Halten mit rasanten Montagen, halbfertigem CGI-Einsatz, schrillen Klamotten und schrägen Figuren. Dazu ein rockiger Soundtrack, ein wenig Sex, heisse Schulmädchen mit Äxten, anrüchige Dialoge und etwas zu alberne Ding-Dong-Comedy-Töne. Fertig ist ein Zombie-Ulk mit moderatem Kult-Charakter und viel Unterhaltungswert. Man mag den Machern gönnen, ihre Formel ging tatsächlich auf, und machte gehörig Knete. Eine Fortsetzung? Yes, please!
Hier auf DVD erhältlich (D)
Hier auf DVD erhältlich (Thai)
Meine Disk (Thai): Code 3 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Khun krabii hiiroh; ขุนกระบี่ผีระบาด
Regie: Taweewat Wantha

Horror-
Komödie

Humor * * *

Gewalt * *

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S h u t t e r

Reviewed 3.3.05

Thailand 2004 Nach einer Party fahren Jane (Natthaweeranchun Thongmee) und ihr Freund Tun (Ananda Everingham) auf einer Landstrasse nach Hause. Dabei übersieht Jane eine Person auf der Fahrspur und überfährt sie. Die zwei begehen Fahrerflucht, doch Jane plagt danach das schlechte Gewissen. Noch schlimmer: Sie leidet bald an Albträumen. Auch Tun erwischt es. Der Fotograf hat auf seinen Bilder Störungen und sieht Gesichter einer mysteriösen Frau (Achita Wuthinounsurasit). Ist es ein Geist? Ist es der Geist der Person, die sie überfahren haben? Und was verschweigt Tun seiner Freundin?
"Shutter" ist auf den ersten Blick nicht viel mehr als ein weiterer Ring-Klon mit langhaarigen Geistern und den immergleichen Schreck-Sekunden. Doch immerhin ist er ein guter Klon. Ein unheimlicher noch dazu. Das Kamera-nimmt-Geist-auf-Motiv ist zwar nicht das Neuste, aber das Jungregisseur-Duo macht das Beste aus dem dünnen Material. Neben den üblichen "es war nur ein Traum"- und "Schatten huscht vor Kamera durch"-Schocksekunden haben sie noch mehr Variationen auf Lager. Zu den besten gehört eine Strobo-mässige Sequenz, in der der Blitz der Kamera den dunklen Raum immer wieder kurz erleuchtet und manchmal ein Geist sichtbar wird.
Solche Momente sorgen für Gänsehaut, zumal die gemächliche Inszenierung für einen Thai-Horror-Film sehr routiniert daherkommt. Respekt an die beiden Filmemacher. Auch die Schauspieler agieren überzeugend und dies, ohne gross der sonst oft gesehenen Hysterie zu verfallen. Das wahre Geheimnis, was den Film aber noch eine Spur über den Genre-Schnitt hebt, ist die Liebe. Es gibt eine Rückblende zur Vergangenheit des Geists, die ohne viel Worte sehr viel vermittelt. Die Geist-Dame ist ein ausgewachsener Charakter und ihre Liebe wird beinahe spürbar. Das erzeugt zwischen ihr und ihren Opfern eine andere Dynamik, als bei vielen anderen Filmen dieser Art.
Zudem ermöglicht es ein Twist-Finale, das eigentlich gar kein Twist im Shyamalan'schen Sinne ist (auch wenn er als solcher aufgebaut ist) - sondern vielmehr eine Bestätigung des vorher Gelernten. Und seine emotionale Abrundung. Das hört sich etwas kryptisch an, aber alles soll ja nicht verraten sein. Wer noch nicht vollständig von den immergleichen Langhaar-Geister-Frauen abgeschreckt ist, sollte "Shutter" eine Chance geben. Er ist kompetenter gemacht als viele der anderen Klone und erzeugt ein paar Mal wirkliche Gänsehaut. Das reicht schon fast für 3½ Sterne.

Hier auf DVD erhältlich (D)
Meine Disk (HK): Code 3 NTSC. Thai 5.1., DTS und 2.0 mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
PS: Die thailändische PAL-Disk hat leider keine Untertitel
Regie: Banjong Pisanthanakun, Parkpoom Wongpoom

Horrorfilm

Spannung * * *

Action *

. Want to know more?

 

T h e   S i a m   R e n a i s s a n c e   ~   T a w i p o p

Reviewed 20.8.04

Thailand 2004 In Thailand taucht eine legendäre Truhe namens "voyageur" auf. Sie wird in Paris untersucht. Doch Professor Luong (Nirut Sirichanya) kommt zum Schluss, dass es sich um Betrug handelt. Der vermeintliche Autor der Texte in der Truhe, François Xavier (Stéphane Lambert), zeichnete den Eifelturm, der damals in den 1860er-Jahren noch gar nicht gebaut war. Luongs Tochter, die Botschaftsangestellte Manee (Florence Vanida Faivre), lässt die Truhe aber nicht los und eines Nachts findet sie sich plötzlich im 19. Jahrhundert im Spital des historischen Dr. Bradley (James Neal) wieder. Träumt sie? Kurz darauf, ist sie wieder zurück im Jahr 2003. Doch immer öfters springt sie zwischen den Zeiten und realisiert, dass sie tatsächlich im Siam des vorletzten Jahrhundert herumläuft. Sie freundet sich mit Akaradhep Warakorn (Rangsiroj Panpeng) an, dem Assistenten des Verteidigungsministers. Der Minister steht unter gewaltigem Druck, da er den König Rama IV "Mongkut" (Wallop Thienthong) beraten muss, ob Ausländer ins Land kommen dürfen. Und mit welcher Macht sollen Kontakte geknüpft werden - Frankreich oder England? Mit ihren historischen Wissen berät Manee Dhep, der wenig davon versteht, was sie berichtet. Dafür kommen sie sich näher ...
Mit dem grossen Budget von einer Million Dollar verfilmte TV-Serienregisseur Surapong Pinijkhar (37) den Roman "Tawipop" von Tamayanil als ein bildgewaltiges Fantasy-Melodrama. Die erste halbe Stunde dürfte ohne vorheriges Studium der Inhaltsangabe schwer verständlich sein - und "The Siam Renaissance" bleibt auch danach ziemlich komplex. Andere würden sagen verworren. Doch die Bilder machen bereits viel wett. Pinijkhar benützt sinnliche Farben, leuchtende Flächen, schöne Akteure und computergenerierte Spezialeffekte, um den gewollt edlen Look zu erreichen.
Dieses Unterfangen ist vollends gelungen. Ein paar der CGI-Shots sind beeindruckend. Und Florence Vanida Faivre wirklich bildschön. Weniger geglückt ist die Geschichte. Sie ist zweifellos reizvoll, doch man hätte soviel mehr draus machen können. So wird zum Beispiel nie ganz klar, was "The Siam Renaissance" sein soll: ein Fantasyfilm, ein Liebesdrama, ein Familienmelodrama, ein Historienfilm, Pinijkhars Version der Mongkut-Lovestory "The King and I" oder eine Satire, die das heutige Thailand aus kritischer historischer Distanz betrachtet. All dies würfelt Pinijkhar wild zusammen - am Anfang mit konfusem Resultat. Wenn sich die Erregung dieses Auftakts legt, erscheint der Film gefälliger. Vielleicht liegt es auch daran, dass die tranige Musik ein Gefühl der Schläfrigkeit hervorruft ...
Ich als ehemaliger Geschichtsstudent und Fantasy-Fan in einem muss den Film aber doch etwas besser bewerten, als er es vielleicht verdient hat. Zum einen, weil der geschichtliche Aspekt doch eine grosse Rolle spielt. Wir lernen viel über die Ereignisse im ausgehenden 19. Jahrhundert und über die "Pufferstaat"-Politik, die Siam als eines der wenigen Länder Südasiens unabhängig liess. Für den durchschnittlichen Zuschauer dürfte das viele historische Gerede nicht sehr spannend sein. Dafür vielleicht der Fantasy-Aspekt, der mit einem reizvollen Twist à la "Planet of the Apes" endet - leider nicht halb so effektiv. Aus Fantasy-Filmemacher-Sicht hätte der Film da enden müssen, wo ihr den Eifelturm seht (keine Angst, das ist kein Spoiler, denn ihr kappiert es eh nicht, wenn ihr den Film nicht gesehen habt), doch "The Siam Renaissance" schleppt sich danach noch durch eine seltsame Koda, die den Streifen definitiv zum Liebesdrama umpolen will. Ein kläglicher Versuch, da zuvor die Liebe zwischen Manee und Dhep einfach nie so richtig zum Zug kam.
Fazit? Sehenswert für Geschichtsstudenten und Kunsthistoriker - nein, man kann sich "The Siam Renaissance" ansehen, es ist eine Wohltat fürs Auge. Aber letztendlich frustriert der Film leicht, weil er sein Potenzial nicht voll ausschöpft. Der beste Satz kommt von Dhep, der nach Manees Erzählungen von der Zukunft fragt "ist der Mond flach - wie die Erde?"

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1., 2.0 und DTS mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Tawipop; ทวิภพ
Regie: Surapong Pinijkhar

Fantasy-
Melodrama

Gefühl * * *

Humor *

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T h e   S i n

Reviewed 2.10.04

Thailand 2004 Chief Chaung (Sorapong Chatree) war früher Polizist, heute lebt er als Fischer auf einer Insel vor der thailändischen Küste. Er ist in der Umgebung hoch angesehen und hat sich nach dem Tod seiner Frau eine junge Gattin geangelt: Ream (Helen Nima). Eines Tages trifft Ream auf dem nahe gelegenen Markt einen jungen, attraktiven Mann. Der Fotograf namens Thep ("Andy" Vatchara Tangkapasert) löst bei ihr mit kleinen Berührungen bereits Entzücken aus. Und er kommt auf ihre Insel! Doch der Schock sitzt tief, als Chief Chaung die beiden einander vorstellt: Thep ist sein Sohn! Ream versucht, ihre Lust zu unterdrücken. Doch Thep, der sieht, wie Ream von seinem Vater misshandelt wird, versucht sie mit allen Mitteln zu verführen. Als Ream Thep einmal eine abgelegene Grotte zeigt, können die beiden ihre Triebe nicht mehr kontrollieren. Fortan nutzen sie jede Chance, um miteinander zu schlafen ...
"The Sin" geht zwischenzeitlich als Werbefilm für den thailändischen Tourismus durch. Die Bilder sind wunderschön, die Inseln traumhaft und die Menschen attraktiv. Besonders Letzteres ist für den Plot wichtig, denn "The Sin" ist, wie der Titel es schon andeutet, ein Film über Sex, Fremdgehen und Liebe. Nach sieben Minuten ist die Konstellation klar und die Handlung ist in gewissem Sinne voraussehbar. Aber die Spannung ist knisternd, denn in jeder Minute hofft man, die beiden hübschen Hauptdarsteller würden endlich übereinander herfallen. Wenn sies dann tun, filmt Ong-Art Singlumpong den Körperkontakt auf ausgesprochen sinnliche Weise. Ein paar der Sequenzen sind wirklich verdammt heiss, grenzen aber nie ans Schmuddlige.
So schön anzusehen "The Sin" ist, so leer ist er letztendlich. Man kennt derartige Dreiecksgeschichten seit 100 Jahren Kino und 3000 Jahren Literatur. Der suggerierte inzestuöse Aspekt macht das Ganze nur bedingt spezieller, denn wirklich verwandt sind "Mutter" und Sohn ja nicht. Über den Ausgang darf der geneigte Zuseher natürlich spekulieren, aber ansonsten läuft das meiste sehr schematisch ab. Ärgerlich ist besonders das Verhalten der Veliebten, die selbst im heimatlichen Ort in aller Öffentlichkeit übereinander herfallen, wenn der Vater nicht daheim ist. Bei Verliebten setzt Vernunft manchmal aus, aber wenn jemand eine solche "Sünde" begeht, dann tut man das wenigstens ein bisschen weniger öffentlich. Insbesondere, wenn der Betrogene einer der bekanntesten Männer der Region ist.
Gespielt wird der Gehörnte von Sorapong Chatree, einem der angesehnsten und besten Schauspieler des Landes, der nicht zuletzt durch seine Filme mit Chatrichalerm Yukol in den 70ern und 80ern berühmt wurde. Er verleiht diesem wichtigen Part die nötige Schwere. Wenig dankbar ist sein klischiertes Verhalten gegenüber der Frau: Beim Sex muss sie Höllenqualen durchleben und am Morgen hat sie stets Bisswunden. Das macht für die Zuschauer leichter akzeptierbar, dass sie ihren Gatten betrügt. Es wäre für den Film reizvoller gewesen, wenn die Beziehung von Chaung und Ream intakt gewesen wäre und sie dennoch dem Sixpack von Thep verfallen wäre. Andy Tangkapasert ist etwas blass, aber sein Body macht das in diesem nicht sehr anspruchsvollen Rolle wett. Ähnliches gilt für Helen Nima, die aber ein wenig mehr Emotionen zu transportieren scheint als ihr Schmusepartner.
Und so ist "The Sin" letztendlich einfach gut gemachtes Durschnittskino. Er fällt nie auf Exploitation- und Z-Kino-Level ab, was die erotischen Thai-Filme der billigeren Art eigentlich immer tun, er ist attraktiv gefilmt, ansprechend gespielt und einigermassen unterhaltsam erzählt. Auch das dramatische Element gelang zum Schluss hin nicht schlecht. Mit etwas mehr Mut, etwas mehr Innovation hätte es zu drei Sternen gereicht. Für mehr müsste das Drehbuch wohl doch noch einen anderen Aspekt hinzubringen. Mir ist klar, dass der Fremdgeh-Plot in Thailand noch etwas deftiger wirkt, weil a) der Familienzusammenhalt zerstört wird und b) ein patriarchischer Mann das Opfer ist. Doch für einen wirklich kontroversen Film reicht das noch lange nicht.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 3 PAL. Thai 5.1.mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
Choo; ชู้
Regie: Ong-Art Singlumpong

Liebesdrama

Erotik * * *

Spannung * *

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T h e   S i s t e r s   ~   P i i   c h o n g   a i r

Reviewed 6.7.04

Thailand 2004 Pim (Linia Phutitarn) sitzt auf einer Polizeistation und erzählt von einem unglaublichen Ereignis: sie und ihre Freunde treten als Musiker auf. Einmal beziehen sie gemeinsam ein Hotelzimmer, in dem es eine Lüftungsanlage hat, die das Interesse der Freunde auf sich zieht. Nacheinander schauen Boy (Kriangsak Klaewkla), Kob (Thanadet Meeprasert), Uan (Panu Panuvatvanich), Hyai (Tanogsak Sanguansakman), Nui (Bunjerd Suntanapanit) und Pim in die Öffnung. Sie entdecken einen Geist und sind geschockt. Fortan tauchen der Geist sowie der Geist eines kleinen Buben immer wieder auf. Die Freunde beginnen zu recherchieren. Die Tote heisst Saeng Daow (Piyathida "Pok" Woramusik). Sie wurde getötet und geköpft. Doch wofür? Und weshalb will sie Rache? Der Reihe nach, in der die Kids Saeng gesehen haben, fallen sie nun einem Unfall zum Opfer und bringen sich um. Für Pim drängt die Zeit ...
"The Sisters" ist ein ziemlich plumper Versuch, bekannte Horror-Rezepte neu aufzuwärmen. Man nehme einen grossen Schuss Jo-on, ein wenig The Sixth Sense und fertig ist ein nicht sonderlich spannender, aber zuweilen immerhin unheimlicher Horrorstreifen. Regisseur Tiwa Moeithaisong war auch der Editor des Films. Und er beweist dies immer wieder, indem er Jump-Cuts und Zeitraffer genau an den falschen Punkten einsetzt. Wenn die Geisterdame (kriechend, lange schwarze Haare, Schnalzgeräusche ... logo) sich nähert, muss man diesen Moment genüsslich auskosten. In der Langsamheit liegt der Horror, nicht, wenn der Geist plötzlich ruckartig auf die Kamera loszuckt.
Übnerhaupt wird nicht das Maximimum aus den Geistern herasgeholt. Die beiden sind Frau und Kind - und sie sind grün statt blau, doch ansonsten ganz Jo-on. Und auch zum Einsatz kommen sie ähnlich. Charaktere schauen zur Seite, peng, der Geist sitzt da. Bei Ju-on wurde dies immer in den Momenten gemacht, an denen man es nicht erwartete. Bei "The Sisters" weiss man immer genau, wann und wo ein Geist auftaucht. Spannung sucht man deshalb vergebens.
Genauso eine Geschichte. Schon Jo-on hat einen Minimal-Plot, doch der von "The Sisters" ist noch plumper. Ein Teenie nach dem anderen sieht den Geist und stirbt. Das Geheimnis des Geistes ist extrem schwach. Es gibt zwar eine schockierende Passage, in der ein Mädchen vom Vater vergewaltigt wird und die Schwester zuschauen muss, doch auch daraus wird nicht viel gemacht. Und als ob den Drehbuchautoren stets bewusst war, dass sie nicht genug Fleisch am Knochen hatten, setzten sie dem Film ein absurdes Ende auf. Zum einen kann man es erahnen, zum anderen ist es ziemlich schwach und belässt den Streifen mit zuvielen Logiklöchern und Fragezeichen. Der ganze Film bleibt also uninspiriert - bis zur letzten Sekunde. Wie gesagt: er ist hübsch unheimlich und besser gemacht als die Thai-Billig-Grusler letzter Jahre, doch wirklich zu überzeugen vermag er dennoch nicht.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0 mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Alternative Titel:
Pii chong air; ผีช่องแอร์ ท
Regie: Tiwa Moeithaisong

Horrorfilm

Spannung * *

Gewalt * *

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S i x

Reviewed 21.3.05

Thailand 2004 Fai (Intira Charoenpura) und ihre Kumpels hängen mal wieder zusammen rum. Da schaut Ong (Watcharachai Sataphitak) verheissungsvoll in den Himmel und erklärt, dass die Sterne eine Schlange bilden - ein schlechtes Omen. Das macht Fai besonders nervös, denn sie wird 24. Die Quersumme ist sechs, ihre Unglückszahl. Kahn (Ray Macdonald) erklärt solchen Aberglauben für Unsinn. Ong fordert seine Freunde deshalb zu einer Mutprobe heraus: Die Untersuchung der übersinnlichen Phänomene in einem abgelegenen Observatorium. Schon auf dem Weg dorthin häufen sich die Zwischenfälle. Sie rammen beinahe einen Laster und eine Krähe kracht in die Frontscheibe. Im unheimlichen Haus angekommen werden die jungen Leute mit Geister-Erscheinungen aus sechs Särgen konfrontiert.
Ich habe bei der Bestellung der DVD gar nicht gesehen, dass es sich um einen Film von Right Beyond handelt. Immerhin taugte das Cover was und der Kleber "2 Disk Set" lockte. Nun, für einen Right-Beyond-Streifen ist "Six" nicht übel, doch bei deren niederigem Produktionsstandard ist das kaum eine Kunst. "Six" kriegt wenigstens etwas richtig hin: den Look. Die Bilder wirken sorgfältig komponiert, die Beleuchtung stimmt. Ein gigantischer Schritt vorwärts im Vergleich zu diesen Nacht-und-Nebel-Schrottfilmen, die uns dieses Label sonst vorsetzt.
Leider ist aber bei der Story und der Inszenierung kaum ein Fortschritt zu bemerken. Letztere versucht verkrampft, mit Jump-Cuts, schrillen Ton-Einsätzen und Zeitraffern Spannung zu erzeugen. Das müsste aber über Story und Atmosphäre passieren, nicht nachträglich beim Schneiden am Computer. Doch eben, die Story taugt kaum als Spannungs-Vehikel. Regisseur Na-Sorn Phanangkasiri klaut einfach alles zusammen, was das Genre hergibt. Alleine in den ersten Minuten wechseln die Dialoge von Sternenkonstellationen zu Kartenlegen hin zu Geistern. Später kommen ein Ouija-Board und weitere übersinnliche Phänomene dazu. Worums eigentlich geht, wird erst zum Schluss klar - und das wirkt so wahnsinnig aufgesetzt, dass damit höchstens ein müdes Lächeln generiert wird.
Wie gesagt: Ich gebe "Six" den Vorzug vor beinahe allen Right-
Beyond-Filmen, die ich bisher gesehen habe. Alle, die dies bereits als Kompliment auffassen, sollen sich den Streifen reinziehen. Er sieht dufte aus. Die Schauspieler geben optisch auch was her. Doch der Film ist so amateurhaft erzählt, so mässig gespielt und vor allem so hahnebüchen aufgebaut, dass nichts anderes übrig bleibt, als auch den zu verreissen. Nicht mit solchem Gusto wie bei dem Label üblich, aber Verriss bleibt Verriss. Und Schrott bleibt Schrott.
Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
หกตายท้าตาย
Regie: Na-Sorn Phanangkasiri

Horrorfilm

Spannung *

Gewalt *

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S p i c y   B e a u t y q u e e n   o f   B a n g k o k

Reviewed 7.6.04

Thailand 2004 P'Sua (Winai Kraibutr) genannt "Sue", Nize, Prick und Kob sind Freunde. Die vier Transvestiten aus Bangkok haben jedoch grosse Probleme: Sue braucht Geld für eine Geschlechtsumwandlung. Nize liebt ihren schwarzen Freund, den Boxer Mike - obwohl er sie verprügelt. Prick liebt David Beckham, doch die Wetten auf ihn, treiben ihn in den Ruin. Und der kleine Kob wird von niemandem ernst genommen. Das muss ändern. Die vier beschliessen, eine Bank zu überfallen. Nachdem die Kunden endlich kappiert haben, dass diese schrill verkleideten Kerle es ernst meinen, und sie das Geld bekommen, geraten sie auf der Flucht wieder zurück in die Bank! Die wird mittlerweile von vier richtigen Bankräubern überfallen. Während drinnen das Chaos ausbricht, belagert draussen die Polizei das Gebäude.
"Spicy Beautyqueen of Bangkok" ist eine peinliche Sache. Böse gesagt: vier Tunten machen einen Banküberfall. Und während dies noch für einen durchaus witzigen Film à la "Priscilla" hätte langen können, wurde mit viel Thai-Kalauer der Film zur 118-minütigen Qual. Dass sich Nang Nak-Star Winai Kraibutr in den Mist verirrt hat, ist ein zusätzlicher Grund zur Trauer. Er ist jedoch der einizige, der seiner Figur einigermassen Würde gibt und mit seinen Muskeln an Patrick Swayze und Wesley Snipes in Drag ("To Wang Foo") erinnert. Die anderen Ladyboys sind eine Plage. Quietschende Stimmen, Nonstop-Geschrei, tuntiges Auftreten, sexistische Sprüche und quälende Heulanfälle. Gegen Schluss bekommt einer von ihnen einen Kopschuss ab, doch anstatt mitzufühlen, ging mir bloss durch den Kopf "endlich etwas Stille". So etwas sollte man nicht denken bei diesem Moment. Und dass man es dennoch tut ist die Schuld des Regisseurs. Sein Film verdient keine emotionalen Momente, seine Charaktere verbauen sich durch ihr irres Auftreten jeglicher Sympathie.
Beispiele? Kob drückt aus "Spass" auf den Alarmknopf, Kob pisst auf eine Handgranate, Kob furzt in einem Fluchttunnel und so weiter. Dazu ein Arsenal schlüpfriger, aber nicht funktionierender Witze. Da allein mit diesem Humor die Zuschauer nicht anzulocken sind, haben die Macher zu einem Trick gegriffen und als "Gegner" der Ladyboys einige attraktive männliche Teenie-Idole aufgeboten. Hier eine Bildgalerie mit den hübschen Bösen und den hässlichen Guten. Anschauen auf eigene Gefahr. Das gilt auch für den Film. Zugegeben, er hat ein paar witzige Momente, Kraibutr ist weitgehend überzeugend und die "bösen" Gangster sind hübsche Boys, doch herrjeh, kann das für einen guten Film reichen? Nein! "Spicy Beautyqueen of Bangkok" ist laut, lärmig, lausig, lang und langweilig. Muss man nicht gesehen haben ...

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. und 2.0. mit englischen Untertiteln. Vollbild.
Alternative Titel: Spicy Beauty Queen in Bangkok; ปล้นนะยะ
Regie: Poj Arnon

Komödie

Humor * *

Erotik *

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T r o p i c a l   M a l a d y   ~   S u d   p r a l a d

Reviewed 16.12.04

Thailand 2004 Eine Gruppe von thailändische Soldaten findet auf dem Feld eine menschliche Leiche. Sie fotografieren sich um den Toten und ziehen weiter. Einer der Soldaten, der junge Keng (Banlop Lomnoi), ist danach arbeitslos und nutzt die Zeit, um sich an den jüngeren Bauern Tong (Sakda Kaewbuadee) ranzumachen. Sie gehen zusammen ins Kino, bringen Tongs krebskranken Hund ins Spital und besuchen einen unterirdischen Tempel. Sie kommen sich näher, aber nie richtig nah. Dann ein Schnitt, der Film beginnt neu und erzählt eine Fabel von einem Formwandler, der als Tiger im Wald lebt. Ein Soldat (Banlop Lomnoi) jagt das Wesen, das schon mehrere Kühe gerissen hat. Doch sein Gegner kann auch menschliche Form (Sakda Kaewbuadee) annehmen. Der Regisseur sagt es so: "When we close our eyes, we see darkness. But if we stare at this darkness long enough, we will see something. The image comes from within, from the mind. This is what I wanted to apply to 'Tropical Malady' - a mind from one world adjusting to another. The soldier can see images from the other side and also sees himself. He is on the border."
Es ist mit Kino nicht anders als bei anderen Dingen des Lebens: Irgendwann glaubt man, sie würden langweilig. Man hat genug von Fussball und versuchts mit Extremsport. Man hat den langweiligen Gatten satt und reisst einen feschen Handballer auf. Man hat genug vom Hollywood-Einheitsbrei und sucht Alternativen. Manche finden sie im asiatischen Kino, andere im Experimentalkino. Ich bin immer dafür zu haben, den Horizont zu erweitern, doch letztendlich bleibt die Frage: Ist Fussball nicht doch gut? Taugt der Gatte nicht doch was? Und haben sich im weltweiten Kino nicht ein paar Formen etabliert, weil diese Sinn machen? Experimentalfilmer verneinen und experimentieren.
So wie Apichatpong Weerasethakul (Blissfully Yours), der thailändische Regisseur, der am
Art Institute of Chicago Experimentalfilm studiert hat und seither seine Versuche auf die Filmwelt loslässt. Ich hatte bisher den Kontakt mit seinen Werken gemieden, weil die Zusammenfassung auf prätenziöse Langsamkeit um der Langsamkeit Willen schliessen liessen. Doch "Tropical Malady" hat in Cannes den Jury-Preis gewonnen. Da muss ich ja mal reinschauen. Meine Angst hat sich aber bestätigt. Eingebildeter gehts kaum, langweiliger auch nicht. Aber ich kann mir gut vorstellen, wie all die ausgehungerten Kritiker den Film anschauen und ihn für eine Offenbarung halten. Weil er anders ist. Wie wenn jemand vier Stunden lang einen Baum filmt. Das ist anders: länger als normal, statischer als normal, dialogarmer als normal. Er entspricht nicht der Norm - das macht ihn nicht automatisch gut. Genau dies trifft in traurigem Masse auf "Tropical Malady" zu, einem sinnlichen Nichts für die reaktionäre Anti-Hollywood-Elite von heute, die dann Kritiken schreibt im Stile von "wers nicht kapiert ist selber Schuld". Oder dumm.
Dabei ist "Tropical Malady" einfach ein schlechter Film. Die erste Hälfte geht als gefällige Gay-Romanze durch, bei der sich zwei Jungs langsam aneinander herantasten, zurückschrecken, wieder herumalbern - alles in relativ belangloser Manier gefilmt. Aber ziemlich reizend. Eine Aussage macht Weerasethakul nicht, er scheint lediglich zu beobachten. Doch dann, nach einer Stunde, kommen plötzlich neue Credits. Wir sehen Tier-Malereien und Zitate, die Akteure werden nochmals eingeführt und ein Film beginnt, der bis auf die Darsteller kaum etwas mit dem Vorhergegangenen zu tun hat. Klar kann man etwas erfinden, was die beiden Teile scheinbar verknüpft, aber real ist nichts da.
Und was geht ab? Eine Stunde lang wandert Keng durch den Wald. Hin und wieder redet er mit sich, dann mit dem Wald oder dem Monster (daher der Titel "Sud pralad"). Der Formwandler erscheint als Tiger oder als Tong, der übersät ist mit Tattoos. Eine Stunde lang passiert nichts. Hypnotisch, sinnlich, mutig - das trifft alles zu. Doch es ist diese Art Experimentalkino, das nur noch zum Selbstzweck dient und die Kritiker an den Festivals befriedigt. Jene, die nach einem harten Tag gerne etwas wegdösen wollen und danach berichten, welch tiefschürfendes Erlebnis sie gerade hatten. Kein Orgasmus kann so gut sein wie das. Kein Drogentrip. Keine Yoga-Stunde. Nichts ist besser als ... nun, als eine Stunde Dunkelheit, Bäume, Flüstern und nächtliches Grillengezirpe. Wieso nicht einen Trip nach Thailand buchen und am Abend auf die Veranda sitzen? Sicher ist diese Hälfte von "Tropical Malady" was Andersartiges - weil man so kein Kino macht. Das ist nicht Kino, das ist Abfilmen, Selbstbeweihräuchern. Wie wenn ich meine Kamera auf den Teppich halte, im Hintergrund Sitar-Klänge laufen lassen und Zitate aus den "Simpsons" abspiele. Das habt ihr noch nie gesehen. Stimmt. Und deshalb ist es genial? Blödsinn. Wenn Experimentalkino nicht funktioniert, ist der Versuch gescheitert. Es braucht mutige Filmemacher, die sich vorwagen, doch wenn klar ist, dass der Schritt in die falsche Richtung ging, sollte man weitergehen und das Experiment Experiment sein lassen. Nicht es mit Jury-Preisen überschütten.
"Tropical Malady" wird überschwängliche Kritiken bekommen, wird bei imdb einen hohen Schnitt haben und intelligente User-Kommentare ansammeln, die euch erzählen, welch betörendes, transzendentes und mythisches Ereignis "Tropical Malady" ist. Wie es euer Leben verändert, eure Sehgewohnheiten über den Haufen wirft und eure Augen für mutiges Kino öffnet. Das kann auf ein paar wenige glückliche Zuseher tatsächlich zutreffen. Doch alle anderen dürften mit folgender Anweisung mehr anfangen: Legt euch ins Bett, schaut die Decke an und denkt an Urwald und Tiger. Irgendwann schlaft ihr ein. Gleicher Effekt wie "Tropical Malady". Nur weniger prätentiös.

Hier auf DVD erhältlich (D)
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
สัตว์ประหลาด
Regie: Apichatpong Weerasethakul

Experimentalfilm

Anspruch * * *

Humor *

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U n h u m a n

Reviewed 11.10.04

Thailand 2004 Meteoriten gehen über der thailändischen Provinz Panomdongrak an der Grenze zu Kambodscha nieder. Einer davon landet direkt auf einem Tempel, unter dem unheimliche Kreaturen hausen sollen. Schon bald darauf werden Menschen in der Umgebung grauenhaft zerstückelt. Eine Gruppe von jungen Leuten unter Leitung von Dr. Narisara (Cholada Mekratree) will mit Hilfe des jungen Inspektors Pichit (Sira Pathrat) der Sache auf den Grund gehen. Sie entdecken, dass die Armee beim Absurztort ein Lager eingerichtet hat. Sind Aliens gelandet oder hat der mysteriöse Dr. Mun (Kowit Wadthanakun) etwas mit den Vorkommnissen zu tun?
Ich habe ein graues Haar bekommen, als ich am Anfang das Logo von "Right Beyond" gesehen habe. Das thailändische Label ist für einige der schlechtesten Filme der letzten Jahre verantwortlich. "Unhuman" hatte dennoch das Potenzial, besser zu sein, immerhin lief der Film in thailändischen Kinos und ist recht aufwändig gedreht mit akzeptabler Kameraarbeit, Effekten und Ausrüstung. Doch selbst das beste Equipment nützt nichts, wenn die Geschichte hirnverbrannt ist. Doch dazu später.
Das nächste, was nach dem Logo und dem mittleren Budget auffällt, ist der Stil. Wie so viele billig gemachte Thai-Filme hat der Editor das Schneiden eines Films mit jenem eines Trailers verwechselt. Ihr kennt diese Technik: Übermässiger EInsatz von Flash-Cuts (Bild wird kurz weiss, dazu ein "schhh"-Ton), übermässiger Einsatz von zeitgerafften Kamerafahrten und übermässiger Einsatz von Fade-to-Black: Das Bild wird langsam schwarz und fährt wieder hoch um kurz darauf wieder schwarz zu werden. Diese drei Techniken brauchen amerikanische Cutter fast ausschliesslich bei Trailern. Und das ist gut so - denn in einem Film wirken sie ziemlich daneben.
Thailändische Z-Liga-Regisseure benutzen dieses coole Cutting auf Homevideo-Niveau, um ihrem Film "technische Raffinesse" zu verleihen und sie visuell attraktiv zu machen, damit der dürftige Inhalt verschleiert wird. Im Falle von "Unhuman" wird dadurch jedoch bloss der Talentmangel des Regisseurs entlarvt. Die Story darunter bleibt selbstredend billig. Sie folgt dem typischen "Right Beyond"-Motiv, wonach ein paar knackige Jung-"Stars" in den Dschungel geworfen werden und dort Unheimliches erleben. In diesem Falle sind es Mutanten, die ihnen an die Wäsche wollen. Die Thai-Version von "The Island of Dr. Moreau gefällt jedoch ausschliesslich in einem: Es gibt einige deftige Splatter-Szenen. Doch das ist auch schon alles. Die Gummi-Mutanten sind lächerlich, die Handlung unbegreifbar krude, die gut gemeinte Öko-Botschaft aus dem Lehrbuch für billige Creature-Horrorfilme.
108 Minuten lang suhlt sich Regisseur Toranong Sricher (aka. Torenong Sricheus) in unappetitlichen Bildern. Spannung kann man vergessen, Grusel genauso. Und von einer sinnigen Dramaturgie ist nicht viel zu entdecken. Zum Schluss hab ich mir das graue Haar ausgezupft und mit Angst auf jenen Tag gewartet, an dem die nächste "Right Beyond"-DVD in meinem Briefkasten liegt ...

Hier auf DVD erhältlich (US)
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
อมนุษย์
Regie: Toranong Sricher

Horrorfilm

Gewalt * *

Spannung *

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T h e   W h i s p e r   S p o o k y

Reviewed 20.2.05

Thailand 2004 Vor vielen Jahren hat sich Lady Plang-or in den Flötisten San verliebt. Doch diese Beziehung durfte nicht sein, und die arme Adeligentochter wurde gequält. In der Gegenwart kauft der reiche Paitoon die Insel, auf der sich alles abspielte. Seine Magd Pornlar spürt zwar, dass etwas nicht stimmt, aber Paitoon und seine Tochter Grace lassen sich nicht abhalten. Grace verliebt sich in den Flötisten Krai, der eine grosse Ähnlichkeit mit San hat. Dadurch beschwören sie jedoch den Geist von Lady Plang herauf. Sie will auch wieder flöten!
Ich habe mir eigentlich vorgenommen, ich höre aus Zeitgründen auf, die lästig ideenlosen Filme aus der thailändischen "Right Beyond"-Produktion zu kaufen. Diese DVD lag aber schon seit ein paar Wochen rum und nach dem Ansehen wurde mir einml mehr klar, wieso ich überhaupt zu diesem Anschau-Stop gekommen bin. Der Film ist lausig, genauso lausig wie 90% des Outputs dieser Firma. Der talentfrei inszenierte Gruseltrash hat kein Gespür für Bildgestaltung, zeigt amateurhafte Schauspieler in billigen Sets und hat den Spannungsaufbau eines Telefonbuchs.
Zu allem Übel ist auch noch der dünne Plot so schlecht aufgezogen, die Figuren so unklar abgegrenzt, dass sich bald Verwirrung breitmacht. Wer ist der Lover von wem? Wer ist der, der ein Ebenbild in der Vergangenheit hat? Wieso soll mich das überhaupt interessieren? "A Whisper Spooky" ist unter 90 Minuten lang. Und damit hat es sich auch mit den Vorteilen. Das braucht ihr euch wirklich nicht anzusehen, sonst ärgert ihr euch nur grün und blau. Nein, das stimmt nicht ganz, einen Gag hat es, doch der ist unfreiwilliger Natur. Ganz gegen Schluss klärt sich der schwarze Himmel auf und die Untertitel meinen "it's sunny now". Dazu dieses Bild. Wenn dies in Thailand als sonnig gilt, können sie mich als porenziellen Touristen abschreiben.

Hier auf DVD erhältlich (US)
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. umit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternativer Titel:
นางครวญ
Regie: -

Gruselfilm

Spannung *

Action *

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Y a h   N a k

Reviewed 26.6.04

Thailand 2004 Nat ("May" Patharawarin Timkul, Jan Dara) ist eine junge Schauspielerin, die als aufsteigender Star gehandelt wird. Sie spielt Nak in einer Neuverfilmung der klassischen "Nang Nak"-Legende. Ihr Co-Star Mak ist auch ihr Geliebter. Doch sie erwischt den Casanova prompt eines Tages mit der Tussi Lin im Bett. Nat ist verzweifelt. Als Kind wurde sie vom Stiefvater vergewaltigt, ihr Produzent zwingt sie ins Bett - und ihr Geliebter betrügt sie. Als sie merkt, dass sie von Mak schwanger ist, treibt sie das Kind ab und fällt ins Koma. Fortan treibt sie als Geist ihr Unwesen auf dem Filmset. Ihre ersten Opfer: Lin und ihr Lover Tong ...
Der DVD liegt eine 3D-Brille bei. Kommt da Freude auf? Wohl kaum. Der Verdacht liegt nahe, ein mittelmässiger Film würde durch diesen Gimmick etwas attraktiver gemacht. Ich bin zudem kein Fan von 3D: die grün-rote Brille entzieht dem Bild Farbe und der 3D-Effekt erregt auf Dauer Übelkeit. Deshalb hat "Yah Nak" auch nur wenige dreidimensionale Passagen. Diese machen etwa 25% des Films aus und man verbringt die halbe Zeit damit, die alberne Brille auf- und wieder abzusetzen. Doch wer hat eigentlich beschlossen, welche Szenen in 3D sind? Den sollte man feuern! Kaum eine der eigetlichen Horrorszenen ist in 3D. Es gibt eine Passage, in der reisst Nat genüsslich das Herz von Mak heraus. 3D? Denkste. Dafür sehen wir endlose Sequenzen, in denen die Kamera um die nachdenkliche Nat rotiert in 3D. Was ist der Nutzen davon? Zudem ist es richtig plump, wie die Filmemacher den Effekt zum Spielen bringen wollen: im Vordergrund sausen nonstop Gegenstände vorbei und die Kamera rotiert bis zum Erbrechen. Tiefenwirkung auf Teufel komm raus.
Und eben: der Film ist diesen Einsatz gar nicht wert. Es ist eine weitere Thai-Geistergeschichte (gähn) mit einer sexy Braut. Ich verfluche Nang Nak. Nonzee Nimibutrs Mega-Erfolg resultierte in einer nicht enden wollenden Flut von billigen Geistergeschichten. "Yah Nak" nimmt sogar direkt darauf Bezug, denn den Film im Film, den sie drehen, ist offensichtlich die Legende von "Nang Nak". Auch die Zähne der Akteure sind angeschwärzt - wie im lukrativen Vorbild. Aber "Yah Nak" hat weder die Melancholie noch den künstlerischen Wert von Nimbutrs Film. Es gibt zwei drei Szenen, die effektiv spannender sind als in den üblichen Thai-Horrorgurken (etwa Tongs Ableben), doch das reicht bei weitem nicht. Eine Spur besser zu sein als gängiger Thai-Ramsch - das ist noch keine wirkliche Empfehlung.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. mit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel:
ย่านาค; Yah Nark
Regie: -

Gruselfilm

Spannung *

Erotik *

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Z e e - O u i

Reviewed 23.2.05

Thailand 2004 Thailand Mitte der 50er-Jahre: Ein junger Mann tötet kleine Kinder und isst ihre Innereien. Er wird geschnappt. Kurz vor seiner Exekution erinnert er sich: 1946 kommt der Chinese Hang Li-Hui (Duan Long) als Flüchtling nach Bangkok. Die Behörden geben ihm einen Pass auf den Namen Zee-Oui, rasieren ihm die Haare ab und sperren ihn ein. Sein Onkel Mong holt ihn heraus und gibt ihm eine Arbeit als Hühnertöter und -rupfer bei Onkel Huang. Eines Nachts macht sich Zee-Oui mit den Familienersparnissen davon. An seinem neuen Arbeitsort übermannen ihn seine Erinnerungen an Greueltaten im Zweiten Weltkrieg. Im Schlaf erdrosselt er die kleine Mei, die neben ihm steht. Zee-Oui zieht weiter und versucht sich als Farmer. Doch Regen ruiniert seine Ernte und er wird immer kränker. Er glaubt, eine Suppe aus Innereien von Kindern sei die richtige Medizin und beginnt, Kinder zu entführen - und zu töten. Die Journalistin Dara (Premsinee Rattanasopar), deren Schwester einst von einem Killer getötet wurde, riecht eine heisse Story.
"Zee-Oui" hat mir einen Teil der Hoffnung in das thailändische Filmschaffen zurückgegeben. So glücklich war ich vor meinem TV, endlich mal wieder einen Thai-Streifen zu sehen, den man kompromisslos empfehlen kann. Er ist nicht komplett geglückt, aber er überrascht, packt und fasziniert mit stilvoll komponierten Bildern. Die Regiedebütanten Nida Sudasna und Buranee Ratchaiboon, aber vor allem ihr Kameramann Thanitsaphong Sasinmanop, haben ganze Arbeit geleistet. Hier eine visuelle Einstimmung in Form von Screenshots. Wie die Macher selbst aus widerlichen Situationen visuelle Poesie schöpfen können, hat mich jedenfalls beeindruckt.
Der Plot hat ganz kurze Elemente von "The Green Mile" drin, entfaltet aber primär ein asiatisches Ambiente. Die Idee, aus Kinder-Innereien Kraft zu ziehen, ist bizarr und funktioniert, weil der Film dies überraschend nüchtern vermittelt. Überhaupt erzählen die Regisseure ihre Geschichte durchgehend ökonomisch. Sie nehmen sich nur 85 Minuten Zeit, um den Charakter einzuführen, seinen Background und seine Taten zu erklären. Deshalb gibt es keinen Ballast. Alles was passiert, bringt die Handlung voran, erklärt Zee-Ouis Tun in manchmal rudimentäter Psychologie - aber es klappt. Das ist der zentrale Punkt. Es liegt wohl an den glaubwürdigen Akteuren, den starken Bildern und der kompletten Verweigerung der Regisseure, eine Figur der Lächerlichkeit preiszugeben.
Für wen ihr Herz schlägt, ist denn auch schwer zu sagen. Das Mitleid mit dem Täter wird etwas gar schulmeisterlich angepackt, doch es ist klar, dass der Kerl ein Opfer seiner Umstände ist. Andererseits sind die absolut hilflosen Opfer mit ihren 50's-Röckchen und unschuldigen Gesichtern im Film die Inbegriffe von schützenswerten, herzensguten Wesen. Wie muss man Zee-Ouis Taten also juristisch handhaben? Auch hier bleibt der Film ökonomisch - das Ende ist deshalb von Anfang an klar: Exekution. Doch die Umstände, die dazu führten, haben eine beinahe hypnotische Sogwirkung. Kommt dazu, dass "Zee-Oui" auch prächtig ausgestattet ist und tatsächlich sein Budget sichtbar macht. Die Szenen im Weltkrieg sind genauso glaubwürdig wie jene im 1950's-Bangkok. Damit wäre ich wieder beim Look des Films, den man immer wieder loben kann.
Eigentlich wäre "Zee-Oui" nach meinem Massstab ein 3-Sterne-Film, aber aus Goodwill gegenüber dem Thai-Filmschaffen gibts knapp einen halben Stern mehr. Jedenfalls empfehle ich ihn uneingeschränkt allen, die gerne etwas härtere und doch nicht völlig dumme Kost haben. "Zee-Oui" ist Kino der unprätenziösen und trotzdem ansprechenden, der harten und trotzdem mitfühlenden Art. Allein das macht ihn schon sehenswert.

Hier auf DVD erhältlich (US)
Meine Disk (Thai): Code 0 PAL. Thai 5.1. umit englischen Untertiteln. Anamorphic Widescreen.
Alternative Titel: Zeeoui; The Man-Eater; Zee Oui;
ซีอุย
Regie: Nida Sudasna, Buranee Ratchaiboon

Krimidrama

Spannung * *

Gewalt * *

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