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Drama

Japan 2005
Alternative Titel -

Regie Sion Sono
Darsteller Jo Odagiri, Jai West, Motoki Fukami, Hiroyuki Ikeuchi, Rin Kurana, Sayako Hagiwara

Länge 103 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 12

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco, molodezhnaja 27.2.10
©  Bilder evokativefilms, Screenshots molodezhnaja


STORY
1991:
Der 20-jährige Student Shinichi (Jo Odagiri) hat genug vom schläfrigen und doch rastlosen Japan. Also verduftet er nach New York City, obwohl er kaum ein Wort Englisch spricht. Bald nach seiner Ankunft wird er ausgeraubt und sitzt ohne Ziel auf der Strasse. Nun gabeln ihn der Underground-Rebell Lee (Jai West) und sein Kumpel Takeda (Motoki Fukami) auf. Die beiden überfallen Shops, legen sich mit Cops an und benutzen die Metropole als ihre Spielwiese. Schon bald geniesst Shin den Lifestyle des Duos in vollen Zügen.

 

REVIEW
Alle lieben Sion Sono. Zu Recht, wenn man sich ein Meisterwerk wie Love Exposure anschaut. Und auch Werke wie Suicide Circle, Exte oder Strange Circus habens in sich. Doch der Mann hat zwei Probleme: zum einen wiederholt er sich und so tauchen Themen wie Sekten, Untergrundbewegungen, Punk und Gewalt etwas zu oft in seinen Werken auf. Das kann man als eigenen Stil anschauen oder als Ideenarmmut. Zum anderen hat er den Hang zum Prätentiösen, was etwa in Noriko's Dinner Table zu erleben ist. Oder in "Hazard". Der ist zwar untypisch für Sono, weil mal keine Sekte in Sichtweite ist. Aber er huldigt ebenso dem Underground-Feeling. Selbst visuell.

So bedient sich Sono einem Grunge-Look mit körnigen Digitalbildern und improvisiertem Flair. Klingt cool, ist es manchmal auch. Wenn unsere Helden in Punk-Designerklamotten vor der Skyline New Yorks herumlungern, dann hat fast jedes Bild ikonographischen Charakter. Schade nur ist der Film so schrecklich leer und langweilig, was ihn zu einer prätentiösen Stilwichserei verkommen lässt. Das ist eben die andere Seite Sonos. Dass der Mann Talent hat, kann man nicht bestreiten, auch Angesichts der Qualitäten in "Hazard". Dass nicht alles Gold ist, was er produziert, kann man hier ebenso begutachten ...

Neben dem kurzzeitig stimulierenden, aber auf Dauer etwas anödenden Look gibt es noch ein paar Gründe, warum der Film nicht abstürzt. Einer ist Jo Odagiri. Der Schauspieler aus Filmen wie Shinobi, Scrap Heaven oder Adrift in Tokyo hat genau den richtigen Mix aus Melancholie, Rebellion und Teenager-Massengeschmack gefunden, wodurch er in nahezu jedem Film einfach gut ist. Seine Co-Stars versuchen, ihn auf der Überholspur des "ich bin ja so cool"-Schauspiels zu schlagen, doch das funktioniert nicht immer. Zu oft wirkt etwa Jai West zu anstrengend.

Und das wärs schon? Leider ja. Die Story taugt nicht viel. So ist das das Gerüst um den Japaner, der in die USA flieht, wo sein Amerikanischer Traum sauer wird, überaus dünn und läuft auf nichts hinaus. "Hazard" könnte die verklemmte japanische Gesellschaft anprangern und die gewaltgeile amerikanische, doch er macht nichts davon. Er pendelt zwischen Glorifizierung und Ablehnung, zwischen Möchtegern-Coolness und Realismus, zwischen Klischee und Verallgemeinerung. Wenn zwei schwarze Kerle den armen Japaner ernst mit Ghetto-Slang voll labern und ihn dann ausrauben, dann ist das mindestens stereotyp. Und das ist nur der Anfang.

Sonst passiert nicht viel. Wir lernen nichts über die Figuren, sondern erleben nur, wie sie in New York die Sau raus lassen. Und wenn am Ende dann doch so etwas wie Moral ins Spiel kommen soll, wirkt die gekünstelt, weil die Charaktere so kalt lassen. Bis dahin rennen sie gefühlte zehn Mal johlend durch die Strassen, gefühlte zehn Mal rauben sie einen Shop aus. Das wird repetitiv und nichtssagend. Sono möchte mit solchen Szenen den coolen Gangster-Vibe des frühen Jean-Luc Godard aufleben lassen, doch "Hazard" ist nicht Nouvelle vague, er ist Vieux cliché. Sinnloses, überlanges und rasch öde werdendes Nachgeäffe, dessen Aussagekraft gleich Null geht. Viel Lärm um nichts.

Gedreht wurde "Hazard" schon 2002, doch in den Release kam er erst drei Jahre später, nachdem Sono sich bereits etabliert hatte. Man kann die existentialistische Grossstadt-Ballade daher als frühen Fehlstart abtun. Oder als kurzzeitigen Abtaucher. Doch eigentlich passt er perfekt ins Schema von Sion Sono, der zwischen Genie und Belanglosigkeit pendelt. Er ist ein Filmemacher der Extreme und als solcher läuft man Gefahr, manchmal abzustürzen. Das nehm ich ihm nicht übel, das nimmt ihm wohl kaum einer übel. Lieber ein mutiger Regisseur, der uns etwas liefert wie Love Exposure, als ein angepasster, der nichts von Bestand vorlegt. Besser macht all das "Hazard" freilich auch nicht.

 

MEINE DVD
Kanada, Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Japanisch 2.0 mit englischen und französischen Untertiteln.

 

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evokativefilms (Liefert aus CDN)

 

EXTERNE LINKS 
imdb.com

 

SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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