Hulk (2003)

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US-Start: 20.6.2003

Regie

Ang Lee - Crouching Tiger, Hidden Dragon, The Ice Storm, Sense & Sensibility

Buch

James Schamus - Crouching Tiger, Hidden Dragon, The Ice Storm, Ride With the Devil
Michael France - GoldenEye, Cliffhanger
John Turman
nach den Comics von Stan Lee &
Jack Kirby
Musik Danny Elfman - Spider-Man, Planet of the Apes, Batman I - II
Produktion James Schamus - Crouching Tiger, Hidden Dragon, The Ice Storm, Ride With the Devil
Gale Ann Hurd
- Terminator 1-3, Aliens, The Abyss, Dante's Peak
Avi Arad
- Spider-Man, X2, Daredevil, Blade, Blade II, X-Men
Larry Franco
- Jurassic Park III, Mars Attacks!, Sleepy Hollow, Batman Returns, The Thing
Kamera Fred Elmes - Storytelling, The Ice Storm, Wild at Heart, Blue Velvet
Darsteller Eric Bana
Jennifer Connelly
Sam Elliot
Nick Nolte
Josh Lucas
Black Hawk Down, Chopper, The Castle
A Beautiful Mind, Dark City, Labyrinth, Requiem for a Dream
We Were Soldiers, The Big Lebowski, Mask, Tombstone
U-Turn, Afterglow, Cape Fear, Prince of Tides
A Beautiful Mind, American Psycho, The Deep End
Links imdb, upcomingmovies.com, Offizielle Website
Verleih / © Universal
Bewertung
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Andere Stimmen Roger Ebert (USA) 3/4 ... the most talkative and thoughtful recent comic book adaptation.
James Berardinelli (USA) 3½/4 ... the most involving superhero motion picture since Superman


"The Hulk" war eine der vielen Superhelden, die nach dem Erfolg von The X-Men richtig in Schwung kamen. Spider-Man, Daredevil, "The Hulk" oder "The Fantastic Four", alle haben ihre Existenz (als Film) eigentlich "X-Men" zu verdanken. Seit dem Mega-Erfolg von "Spider-Man" sind die Comicbuch-Verfilmer wohl noch euphorischer bei der Sache. Die Arbeiten an "The Hulk" haben jedoch lange vor dem Rekordstart des Spinnenmanns begonnen. Etwa Anfang 2002 haben Universal und Marvel Comics bekannt gegeben, dass Ang Lee die Regie übernehmen wird. Lee kam gerade vom Mega-Erfolg Crouching Tiger, Hidden Dragon und durfte sich rühmen, noch keinen schlechten Film gedreht zu haben. Na ja, ok, schauen wir mal über "Ride With the Devil" hinweg.

Dennoch erstaunt die Wahl Ang Lees. Erstens bezeichnet er sich nicht als Comic-Fan und zweitens ist er Experte für Gefühlsfilme. Selbst "CTHD" war ja primär ein Liebesfilm. Doch das sollte kein Problem sein, immerhin hat Comic-Banause Bryan Singer ja auch "The X-Men" mit Erfolg gedreht. Erste Gerüchte, dass Ang Lee die Psyche des Hulk beleuchten wolle, sorgten dann aber für Unmut bei den Fans. Und as herauskam, dass Lee den Hulk sich im Laufe des Filmes einmal verwandeln lassen will (fortschreitende Transformation) anstatt wie von Comics und Serie bekannt mehrfach hin- und zurückzuverwandeln, liefen Fans bereits Amok. Ich muss gestehen, die Idee einer einmaligen Verwandlung gefällt mir auch nicht. Andererseits habe ich Vertrauen in Lee. In der Zwischenzeit kam Anfang Mai der Teaser-Trailer heraus. Der volle Trailer soll im Dezember vor The Lord of the Rings: The Two Towers geschaltet werden. Vier Bilder aus dem Teaser seht ihr unten. Wir sehen Eric Bana vor dem Spiegel. Im Teaser sagt er "Even now I can feel it. Barried somewhere deep inside. Watching me. Waiting. But do you know what scares me the most? When I can't fight it anymore. When it takes over. When I totally lose control. I like it" - dann wird sein Auge grün. Schnitt nach draussen wie "etwas" die Wand des Hauses einhämmert. The Hulk. Summer 2003. Yummi.


Die ersten Produktionsbilder sind bei aint-it-cool-news.com und anderen Sites aufgetaucht. Seht euch diesen Link für die Pics an http://www.aint-it-cool-news.com/display.cgi?id=12324.


Review

20.6.03

"Hulk" ist einer der uninteressantesten Comic-Charaktere. Klar ist er ein Unikum, weil er nicht Superheld ist, sondern Monster ist. Klar leidet er an jensten Traumata aus seiner Kindheit. Doch worauf es letztlich ankommt, ist die simple Formel: Bruce Banner wird böse, wird grün, wird Hulk. Der taiwanesische Star-Regisseur Ang Lee wollte deshalb etwas mehr Tiefgang in die Story pumpen - und obwohl das über weite Strecken funktioniert, habe ich das Gefühl, so mancher Kinogänger wird nicht anbeissen, wenn Ang diese Monster-Story zu einem Vater-Sohn-Drama macht. Die Elemente von "King Kong", "Frankenstein" und "Jeckyl & Hyde" sind alle noch da, doch worum es Lee geht, ist das familiäre Drama der Banners und der Vater-Sohn-Konflikt von Banners Geliebter Betty Ross. Alles andere rückt dabei in den Hintergrund. Und das ist nicht nur gewagt, es ist auch problematisch.

Doch zurück zur Ausgangslage. Lee und sein Autor/Produzenten-Partner James Schamus haben die Marvel-Story leicht modifiziert. Bana spielt Bruce Banner, der bereits genetisch vorbelastet ist: Sein Vater (Nick Nolte) hat in den 60ern Seltstversuche unternommen, bei Experimenten zur Schöpfung eines Supermenschen. Als seine Frau schwanger wurde, gab er die mutierten Gene an seinen Sohn weiter. Nun, 30 Jahre später, hat Bruce seine Kindheit verdrängt, arbeitet im gleichen Berufsfeld wie damals sein Daddy und wird bei einem Unfall einer Dosis Gamma-Strahlen ausgesetzt. Er stirbt aber nicht, vielmehr werden die Gene in ihm erst so richtig geweckt. Und als er dann wütend wird, so richtig wütend, wird er grün, gross, extrem stark - und extrem destruktiv. Diese "Hulk-out"-Szenen gibts vor allem in der zweiten Hälfte des Films. Die ersten finden alle bei Nacht statt und sind (sorry) schlecht. Kein Vergleich zu Peter Jacksons Gollum. Hulk bewegt sich ruckartig, sieht unüberzeugend aus. Doch sobald er ans Tageslicht kommt, ist er ein richtig geiler Comic-Charakter. Natürlich passt er nicht in seine Umgebung und sieht deshalb unnatürlich aus - aber wie soll ein grüner Riesen denn auch sonst aussehen? Zudem ist das Ausgestossen-Sein eines der vielen Nebenthemen von "Hulk". Bis auf ein paar CGI-Patzer gelingt Ang Lee visuell eh alles. Am überzeugensten ist seine Inszenierung. Comicbuch-artig setzt er Split-Screen ein (passt auch zur "split personality"), schiebt Bilder übereinander, blättert manchmal. Er schneidet im Pop-Art-Stil und das Resultat ist göttlich. Nie zuvor kam ein Regisseur allein durch die Inszenierung dem Wesen eines Comics so nahe. Die Übernutzung der Technik könnte in den Händen weniger talentierter Regisseure zum Manko werden, doch Lee bleibt immer knapp unter dieser Schwelle. Mit der Zeit ist man in seinem Rhytmus drin und geniesst den Stil. Manchmal schneidet er auch von einer Gesichtseinstellung zu einer anderen - was ein klassischer Filmkritiker als Faux-pas auslegen kann, ist bei "Hulk" Programm, denn in Comics wird bei längeren Dialogen auch von einem Gesichtsausdruck zum nächsten geschnitten, um die grossen Sprechblasen unterzubringen.

Wegen der visuellen Rafinesse habe ich mir oft gewünscht, "Hulk" sei ein Stummfilm. Die Dialoge halten mit der visuellen Power nämlich nicht mit. Manche pseudo-psychologischen Erkenntnisse in dem Film sind einfach billig. Das liegt einerseits an der Grundvoraussetzung des "Hulk"-Themas (unterdrückte Wut muss ausbrechen ...), aber auch an schlechtem Dialog-Schreiben. Vor allem das, was aus Jennifer Connellys Mund kommt, ist oft unfreiwillig komisch. Aber sie seöbst ist ok in einer Rolle, die an "A Beautiful Mind" erinnert (sie hält zu einem durchgeknallten Lover ...). Nick Nolte ist am chargieren, bis sich die Balken biegen, doch er überzeugt - und seine finale Konfrontation mit seinem Sohn wird zur Shakespeare-haften Tragödie. Sam Elliott, der Bettys Vater spielt, hält sich eine Spur mehr zurück, ist aber auch ein Genuss, wenn er jede Szene so richtig kaut. Und letztendlich Eric Bana ... er ist OK, aber nicht sensationell. Er muss ja vor allem den ruhigen Bruce spielen, den bösen übernehmen die CG-Künstler. Und das limitiert ihn etwas.

Ebenfalls etwas limitiert fand ich Danny Elfmans Musik (macht der Kerl eigentlich die Musik zu allen Superhelden-Filmen??) - sie passt zu Ang Lees Stil, aber ich hätte manchmal etwas mehr Bombast gewünscht. Etwas mehr Hulk in den Noten. Vielleicht wollte ich auch generell etwas mehr Hulk im Film. Die ganze Vater-Sohn-Sache ist ja nett und die unterdrückte-Kindheit-Angelegenheit ja auch durchaus reizvoll, aber irgendwann möchte man Bruce Banner einfach auf eine Seelenklempner-Couch schmeissen und dann ist die Sache geritzt. Das ewige Psycho-Spiel leiert sich mit der Zeit einfach aus. Rund 20 Minuten hätte man davon schneiden können - unter anderem Jennifer Connellys Traum am Anfang. Klar verknüpft er Betty mit Bruce, aber das ist letztendlich doch unnötig für die Handlung. Durch das Opfern einiger Szenen hätte "Hulk" eine Lauufzeit von 120 Minuten gekriegt - und damit ein formidables Tempo. So hat er Durchhänger und was noch schlimmer ist: Strörungen im Rhytmus. Ich hätte mir gewünscht, der Film passe sich dem Pop-Art-Editing an, wenn er das in manchen Szenen nicht tut, ist es eben besonders auffällig und man wartet auf die nächste Szene ...

Abschliessend möchte ich nochmals betonen, dass mir "Hulk" gefallen hat. Er ist blenend inszeniert, gut gespielt und tricktechnisch OK. Die Handlung will tiefgründig sein, ist es aber oftmals nicht. All die, die Matrix Reloaded als "Reader's Digest"-Psychologie abgetan haben, werden wohl auch bei "Hulk" ziemlich bald die Fahnen strecken. Aber mir ist das letztendlich egal. "Hulk" ist zwar nicht das Meisterwerk, das ich erhofft habe, aber ein unterhaltsamer Film. Nicht mehr. Aber auf keinen Fall weniger!



page created: 5.5.02  ~  last updated 20.6.03

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