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Drama
Hongkong 2009
Alternative Titel Yong jiu ju liu; 永久居留

Regie Scud
Drehbuch Scud
Produktion Scud
Darsteller Sean Li Jia-Hao, Osman Hung Chi-Kit, Jackie Chow Tak-Bong, Lau Yu-Hong

Länge 116 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 16

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco, molodezhnaja 31.10.09
©  Bilder Panorama, Screenshots molodezhnaja


STORY
Der Informatiker
Ivan Wan (Sean Li) arbeitet hart und stählt seinen Körper beim Thai-Boxen. Zeit für eine Freundin bleibt da nicht. Ivan hat auch keine grosse Lust auf eine Beziehung. Da wird er in einer TV-Show vom israelischen IT-Kollegen Josh (Jackie Chow) gefragt, ob er schwul sei. Peinlich berührt weicht Ivan der Frage aus. Als er bald darauf in der Sauna den heissen Windson (Osman Hung) bei einer Taekwondo-Einlage erblickt, ist jedoch klar, für welches Geschlecht sein Herz pocht. Er spricht Windson an und die beiden werden Freunde - doch zu Ivans Enttäuschung ist sein neuer Kumpel hetero. Das hält die beiden nicht davon ab, viel Zeit miteinander zu verbringen.

 

REVIEW
Nachdem er eindrucksvoll als Co-Regisseur von City Without Baseball debütierte, versucht sich der ehemalige Informatikunternehmer Scud alias Danny Cheng Wan-Cheung (43) nun solo: Mit dem autobiographisch gefärbten "Permanent Residence". Waren schon der Vorgänger auffällig viele unbekleidete Jungs zu sehen, geht es dieses Mal in dem Bereich voll zur Sache, denn Scud lotet die Beziehung zwischen einem Homosexuellen und einem Hetero aus. Viel knackiges Männerfleisch inklusive.

Die beiden heissen Windson und Ivan, oder chinesisch Wind und Wolke, was sie zu einem Witz über Storm Riders hinreissen lässt. Ivan ist Scuds Alter Ego und wird vom heterosexuellen Newcomer Sean Li verkörpert. Der zeigt schon früh, dass er wenig Scham kennt, und präsentiert sich hüllenlos von vorne - etwas, was im Hongkong-Kino nicht gerade alltäglich ist. Co-Star Osman Hung vom Kantopop-Quartett EO2, der zuletzt in Tactical Unit von Scuds vormaligen Regie-Partner Laurence Lau zu sehen war, hält mühelos mit, und führt seinen athletischen Körper ebenso hüllenlos vor.

Doch nackte Männer alleine machen freilich noch keinen Film. Im Zentrum steht vielmehr die Dynamik zwischen den beiden Kerlen, die einseitige Liebe des einen, die neckische Freundschaft des anderen. Daraus entsteht Verlangen und homoerotisches Knistern, das sich jedoch nicht auf reine Gefühlwelten reduziert. Es ist vielmehr die Sehnsucht Ivans für den Körper Windsons, der das Prickeln auslöst. Zudem sorgt diese Körperlichkeit dafür, dass "Permanent Residence" von Beginn weg einen narzisstischen Unterton hat.

So wird Ivan hüllenlos eingeführt, wir kriegen seinen Body als Fetisch-Objekt präsentiert. Wenig später folgt Windson in der Sauna, ebenfalls auf sein athletisches Auftreten reduziert. Das macht den Film kühl und fast arrogant, doch das ist durchaus Sinn der Sache: Die Jungs sollen keine Charkme-Bolzen sein, auch wenn Windson beim ersten "Date" erklärt, er habe sich mit Ivan angefreundet, weil jener so nett ist (im Vergleich zum abweisenden Gros der Bevölkerung). Die jungen Männer sind vielmehr ziemlich selbstverliebt, was gerade im Falle von Ivan als Erklärung für seine Homosexualität dient. Er liebt das Stählen des Körpers und bewundert daher jene, die es ihm gleichtun.

Die Erotik, die Scud überraschend unverschleiert angeht (das merkt man beim ersten Penis und wenig später beim ersten Sex), ist zum Glück alles andere als plump in Szene gesetzt. Dafür sorgt hinter der Linse niemand anderes als Herman Yau, seines Zeichens selbst Regisseur (u.a. True Women for Sale, Gong Tau) und versierter Kameramann. Er verleiht "Permanent Residence" einen präzisen, kühlen und doch sinnlichen Look, der oft mehr suggeriert, als tatsächlich da ist. Denn ausser Aussenaufnahmen in Hongkong, Japan, Israel und Australien sind die Locations ziemlich dürftig.

Das Problem ist alles in allem weniger der Look, sondern die Story. Scud arrangiert sie zunehmend prätentiös, angefangen mit einer Schwarzweiss-Rückblende, in welcher der Erzähler (Ivan) viel palavert, aber wenig aussagt, ausser den Film auf das "Neben-Thema" Tod zu eichen. In der zweiten Hälfte schwinden Erotik und Stringenz. Und die Dramatik des Ganzen wäre noch treffender, wenn Windson tatsächlich unerreichbar bleiben würde. Doch der Kerl lässt sich zum Nacktwrestlen auf einem Floss hinreissen, hält Händchen und schmust gern rum. Vielleicht bin ich nur zu zugeknöpft, aber auf mich wirkt das eher gay als freundschaftlich. Und so ist das Einzige, was Ivan nicht kriegt, die Penetration. Dies mag so tatsächlich geschehen sein, doch es wirkt entrückt von Realität und Glaubhaftigkeit.

Etwas mehr Zurückhaltung zwischen den beiden hätte die Dynamik interessanter gemacht. So wirkt sie eher wie ein schwuler Wunschtraum vom so-gut-wie-intimen Zusammensein zwischen einem Homo und einem Hetero. Und wo endet das alles? In immer seltsameren Sphären, schliesslich mündet die Story gar in der Zukunft, im Jahr 2047, das an das Datum erinnert, das Wong Kar Wai für seine Schwelgerei diente. Doch war jenes wirklich kunstvoll, ist dieses hier ... seltsam. Als Regisseur, vor allem als Geschichtenerzähler, hat Scud noch einiges aufzuholen. Mit existentialistischen Phrasen und einem selbstglorifizierend wirkenden Aufarbeiten des eigenen Lebens ist es nicht gemacht.

Doch war City Without Baseball noch ein unterschwelliger Schwulenfilm, ist dies Scuds durchaus sehenswertes Coming Out - als Solo-Regisseur und als Schwuler. Bleibt zu hoffen, dass er sich fortan nicht in eine Nische drängen lässt, sondern sein aufkeimendes Talent und seinen Mut zu ungewöhnlichen Themen einem breiten Publikum zur Verfügung stellt. Dem darf er freilich auch weiterhin seine knackigen Darsteller präsentieren, dagegen hat kaum jemand etwas einzuwenden. Doch vorerst macht er mal weiter, wo er angefangen hat, denn er sieht "Permanent Residence" als Auftakt zu einer autobiographischen Trilogie. Es folgen Amphetamine und "Life of an Artist" - die im Film erwähnt werden. Meta-Wirrwarr oder Ego-Trip von Scud? Das darf jeder selbst entscheiden.

 

MEINE DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Kantonesisch 5.1, DTS und 2.0 mit englischen und chinesischen Untertiteln.

 

BESTELLEN 
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SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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