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> LA TORTUE ROUGE
Zeichentrickfilm.
Frankreich / Japan
Alternative Titel The Red Turtle; Die rote Schildkröte
Regie Michael
Dudok de Wit
Drehbuch Michael Dudok de Wit, Pascale Ferran
Produktion Grégoire Sorlat,
Toshio Suzuki, Vincent Maraval, Pascal Caucheteux
Artistic Producer
Isao Takahata
Musik Laurent Perez Del Mar
Schnitt Céline Kélépikis
Länge 80 Min.
Kinostart (CH) 22.9.2016
Humor | Spannung | Action | Gefühl | Anspruch | Erotik |
. |
© Text Marco
Spiess, molodezhnaja 3.8.2016
© Bilder filmcoopi,
Screenshots molodezhnaja
STORY
Ein Schiffbrüchiger wird auf eine verlassene Insel gespült.
Ausser ein paar Krabben lebt nichts auf dem Eiland. Der Mann baut sich darum ein
Floss und setzt Segel. Doch kaum gestartet zerstört etwas seine Konstruktion.
Frustriert macht sich der Mann daran, ein grösseres Floss zu bauen - das
ebenfalls auf dem Meer zerstört wird. Beim dritten Mal erblickt der Mann den
Verursacher: eine rote Riesenschildkröte. Als einige Zeit später das Tier an
Land kommt, dreht der Mann es wütend auf den Rücken. Doch etwas ist mysteriös an
der Schildkröte.
REVIEW
Was haben Filmfans getrauert, als das
Studio Ghibli sein Sabbatical verkündet
hat. Eine Welt ohne Hayao Miyazaki und Isao Takahata, eine Welt ohne die Poesie
des japanischen Kultstudios ist eine ärmere. Nun gibt es immerhin eine kurze
Erlösung mit "La tortue rouge", dem ersten ausländischen Film, den Ghibli je
mitproduziert hat. Das kam zustande, weil der Holländer Michael Dudok de Wit mit
seinem oscargekrönten Kurzfilm "Father and Daughter" sowohl Miyazaki als auch
Takahata faszinierte. Miyazaki attestierte dem Filmemacher Ghibli-Qualitäten und
Takahata schaute nach eigenen Aussagen den Film gleich mehrfach hintereinander.
In der Tat war das Werk Ghibli-angehaucht in Wehmut und Sentimentalität, wenn auch deutlich minimalistischer in der Animation. Ähnliches gilt nun auch für Dudok de Wits Langfilmdebüt, eben "La tortue rouge". Isao Takahata waltete als kreativer Berater und hin und wieder scheint man seinen Einfluss zu sehen - vor allem jenen seines letzten Films The Tale of Princess Kaguya. Die Wellen am Anfang. Der Himmel. Und die (anfänglich) vier Krabben sind ähnlich niedlich-spassige Sidekicks, wie sie in vielen Miyazaki-Filmen vorkommen, man denke etwa an die Russwesen in My Neighbor Totoro und Spirited Away.
Doch der Film ist letztendlich doch voll Dudok de Wit. Er arbeitete sechs Jahre an seinem Baby, jeder Strich trägt also seine Handschrift. Er geht mit Linien extrem sparsam um, zeichnet immer nur das Nötigste. Und es gibt nicht einen einzigen Dialog. Trotz diesen massiven Einschränkungen erzeugt der Film doch ein Maximum an Emotionen. Man fühlt sich bisweilen etwas manipuliert, aber in gutem Sinne. Wenn es um grosse Themen wie Vergänglichkeit und das Leben an sich dreht, dann geht es nicht ohne Pathos. Und der Film verdient sich dieses mit jeder Minute spielend.
Einen nicht unwichtigen Beitrag daran hat die grandiose Musik des Franzosen Laurent Perez Del Mar, welche die Dialoge ersetzen muss und die Zuschauer mindestens so stark durch den Plot lotst wie es die Bilder tun. Eine bestechende Kombination von visuellen und akustischen Mitteln. Die Geschichte an sich mag dünn sein, manchmal hat man das Gefühl, man schaue einen Kurzfilm, der in die Länge gezogen wurde - aber immer wenn deswegen eine leichte Ungeduld aufkommen könnte, findet der Film ein neues Thema, eine neue emotionale Note. Auf jeden Fall eine der Animations-Entdeckungen des Jahres. Und einmal mehr ein Grund, die Ghibli-Pause zu betrauern. Auch wenn die Japaner nicht die treibende Kraft waren, so ist alleine das Ghibli-Logo am Anfang (ausnahmsweise nicht in blau, sondern rot) eine leise Träne wert.
EXTERNE REVIEWS
imdb.com
Screenshots der DVD mit VLC 2.2.1, verkleinert und geschärft mit Photoshop CS2
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