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30.3.2020 

Lion King, The (2019) * * * ½ Tricktechnisch spektakuläres Update von Disney Zeichentrick-Klassiker. Aber die Seele und Musical-Qualitäten fallen weg, weil sie dem Realismus geopfert wurden. Dem Erfolg an der Kinokasse tat das keinen Abbruch.

Chuck / The Bleeder (2016) * * * Die stark gespielte, dramaturgisch etwas gar zahme Geschichte des Boxers Chuck Wepner, der inoffiziell für den Klassiker "Rocky" Pate stand.

Last Kingdom, The - Season 1 (2015) * * * ½ BBC-Historienserie, basierend auf den Romanen von Bernard Cornwell. Nette Schauwerte, schön bodenständiger Inhalt, gelungener Einsatz von Handkamera und der richtige Mix aus historischen Themen und Unterhaltung. Der Dialekt des deutschen Hauptdarstellers ist gewöhnungsbedürftig und auch nicht so sinnvoll, da die Wikinger, deren Akzent wohl in seinen einfliessen soll, meistens ohne Akzent reden.

Last Kingdom, The - Season 2 (2017) * * * ½ Im Stil des Vorgängers (inhaltlich wie inszenatorisch) werden Geschichte und Intrigen vermengt und gestalten sich überaus unterhaltsam. 

Last Kingdom, The - Season 3 (2018) * * * ½ Die Serie wanderte von der BBC zu Netflix, doch es ist nur bedingt eine Änderung sichtbar. Die Optik ist eine Spur schärfer und schauwertiger, die Gewalt wurde etwas hochgeschraubt, doch wer die ersten beiden Staffeln mochte, fühlt sich hier schnell daheim. 

Hoyo, El (2019) - Der Schacht * * * ½ Schön nihlistischer spanischer Horror mit einer Vorschlaghammer-Gesellschaftskritik, die aber fraglos einfährt. Am Ende nicht ganz befriedigend, aber bis dahin packend.

21.3.2020 

Élite - Season 1 (2018) - Elite * * * ½ Solider spanischer Mix aus Teenie-Seifenoper, Krimi und Gesellschaftssatire. Oberflächlich sicher, aber auch unterhaltsam.

Élite - Season 2 (2019) - Elite * * * Wie immer bei Serien wachsen einem die Figuren stärker ans Herz. Aber der Plot macht viel zu viel Zickzack (liebt X, liebt Y, liebt wieder X) und der Krimiteil verliert stark an Glauwürdigkeit. Die zwei neuen Figuren (Rebeca, Valerio) sind etwas nervig, aber im Falle von Valerio immerhin eine sexy Komponente für eine Dreiecks-Story.

Élite - Season 3 (2020) - Elite * * * Der sexy Krimi-Teenie-Seifenoper-Mix funktioniert noch immer, aber die gesellschaftskritische Komponente ist mittlerweile verpufft und wie schon in der zweiten Staffel ist der Krimi-Aspekt kaum mehr glaubwürdig, wirkt wie Ballast. Zudem haben die zwei neuen Jungs im Cast keinerlei nachhaltige Wirkung.

15.3.2020 

Emma. (2020) * * * ½ Das Regiedebüt der Fotografin Autum de Wilde ist erwartungsgemäss edel stilisiert, ohne dabei aber distanzierend zu werden. Die Darsteller sind derweil ein Genuss, die Jane-Austen-Geschichte wirkt angenehm zeitlos und modern in einem. Das ergibt erfrischende Unterhaltung.

 My Spy (2020) - Der Spion von nebenan * * ½ Wie jeder Actionheld muss nun auch Ex-Wrestler Dave Bautista durch die "Actionkomödie mit Kindern"-Phase, macht das ganz solide und mit charmantem Co-Star. Aber es fehlt an Ideen und manche Nebenfiguren sind eher mühsam als erfrischend.

Grâce à Dieu (2018) * * * Die wahre Geschichte um sexuellen Missbrauch von Priestern ist wichtig, die Darsteller spielen alle bestens - aber für einen Film von François Ozon ist dieses Drama erstaunlich flach inszeniert, die in mehrere Hauptdarsteller gegliederte Geschichte lässt trotz des Themas kalt und wirkt rasch spröde. Einen Film, den man deutlich eher respektiert, als wirklich mag.

Queen of Katwe (2016) * * * Von Mira Nair einnehmend inszenierte Biographie über die ugandische Schachspielerin Phiona Mutesi, mit David Oyelowo und Lupita Nyong'o in Nebenrollen. Leider etwas langfädig erzählt und mit über zwei Stunden gar lang.

Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer? (2017) * * * Charlie Hübner und Ehefrau Lina Beckmann in einer kuriosen und kunterbunten Komödie, die nach der gelungenen Ausgangsidee zwar nachlässt, aber zumindest immer unterhaltsam bleibt.

Official Secrets (2019) * * * ½ Packendes, tatsachenbasiertes Thrillerdrama mit Keira Knightley, sauber gespielt und inszeniert.

Spenser Confidential (2020) * * ½ Austauschbare Netflix-Produktion mit dem Dauer-Team Peter Berg (Regie) und Mark Wahlberg (Star). 

Jay & Silent Bob Reboot (2019) * * * Holprige, aber mit Fan-Zitaten und Easter Eggs durchzogene Spass-Reise des Kultduos. 

Scary Stories to Tell in the Dark (2019) * * * Beginnt atmosphärisch und stark, kommt dann etwas auf übliche Grusel-Pfade und verliert an Drive. Aber allemal sehenswert.

Ende Neu (2018) * * ½ Das einstündige Regiedebüt ist audiovisuell eine Freude, vor allem der Soundtrack überzeugt. Doch die deprimierende Dystopie-Story holpert ziemlich und der Sinn des Ganzen will sich auch nicht so recht erschliessen. Sehenswert also alleine der Präsentation wegen. 

Life Itself (2018) * * * Das starbesetzte Drama findet lange Zeit nicht den richtigen Ton und verheddert sich in seinen Meta-Ebenen, doch wenn die Sentimentalität überhand nimmt, dann kommt alles ins Lot und man wird mit wohligem Gefühl entlassen.

Veuve couderc, Le (1971) - Der Sträfling und die Witwe * * * Adrett gefilmtes und melancholisches Drama nach Georges Simenon, mit Alain Delon, Simone Signoret und der jungen Ottavia Piccolo auch überzeugend besetzt. Inhaltlich aber etwas gar seicht.

24.2.2020 

Ready or Not (2019) * * * ½ Frecher und blutiger Horrorspass mit antikapitalistischer Note. Dürfte im Mittelteil etwas glaubwürdiger sein und auch mehr überraschen, aber spätestens das Finale machts wett.

Onward (2020) * * * ½ Sehr unterhaltsam, gewohnt toll animiert, mit gelungenem World-Building und mit einer angenehm kuriosen Ausgangsidee. Für einen Pixar-Film waren die Figuren zwar viel zu zappelig und hektisch, was zum Glück gegen Ende dank grossen Emotionen wieder einigermassen geradegebogen wird.

Narziss und Goldmund (2020) * * * Inhaltlich etwas glattgebügelte, aber sehr ansprechend präsentierte und auch überzeugende gespielte (bis auf ein paar anfängliche Aussetzer von Jannis Niewöhner) Adaption des Romans von Hermann Hesse. Die Regie übernahm der Allrounder Stefan Ruzowitzky.

17.2.2020 

Kritik online: The Lair of the White Worm * * *

Lassie - Eine abenteuerliche Reise (2020) * * * Grundsolides deutsches Remake des Klassikers "Coming Home" (1943), das vor allem auf der Gefühlsebene gut funktioniert. Schade vertrauen die Macher der Story nicht ganz und reichern sie mit Ballast an, etwa einem ärgerlichen Comedy-Bösewicht. Und ein wenig entschleunigen wäre auch nicht verkehrt gewesen, denn es wirkt, als würde hier ständig gerannt und gehetzt, vor allem der kleine Bub steht nie still. Das strengt an. 

Call of the Wild, The (2020) - Ruf der Wildnis * * * Von Spielberg-Kameramann Janusz Kaminski imposant gefilmtes und von Animations-Experte Chris Sanders schnörkellos inszeniertes Update des Jack-London-Klassikers, das immer wieder richtig ans Herz geht. Gewöhnungsbedürftig ist nur, dass alle Tiere (also auch Hauptfigur Buck) computeranimiert sind.

Sonic the Hedgehog (2020) * * * Ein solider, temporeicher Kinder- und Familienfilm rund um den berühmten SEGA-Helden. Jim Carrey chargiert genussvoll und passend, denn alles andere ist doch eher brav. Für viel Diskussionsstoff sorgte im Vorfeld, dass die ursprüngliche Sonic-Animation bei Fans so schlecht ankam, dass ein komplett neuer Sonic animiert wurde. Und der sieht nun tatsächlich gut aus. Da hat sich der Internet-Mob zum Glück gegen die Kreativen durchgesetzt, etwas, was aber nicht in jedem Fall Schule machen sollte.

Horse Girl (2020) * * * Faszinierender, wenn auch etwas gar geschwätziger Mix aus Sci-Fi und Psychodrama, wobei letzteres doch überwiegt und dadurch die Ambivalenz aus der Story rausnimmt. Nicht zuletzt: gut gespielt.

Teheran Tabu (2017) * * * ½ Per Rotoskopie-Verfahren animiertes Drama um Frauenschicksale im Iran. Düster und traurig, vielleicht fast etwas übertrieben, aber damit erreicht er sein Ziel: ein System anzuprangern, in dem Religion und Patriarchat die Frauen knechtet und viele Männer zu Monster erzieht.

12.2.2020 

Kritik online: Die Stadt ohne Juden * * * ½
Kritik online:
Maquia - When the Promised Flower Blooms * * * ½
Kritik online:
Zero * * ½

Enragés (2015) - Wilde Hunde - Rabid Dogs * * ½ Reisserischer, nicht sonderlich glaubhaftes und im Mittelteil auch gar formelhaftes Remake von Mario Bavas 1974er-Film.

11.2.2020 

Kritik online: Alien * * * * *

7.2.2020

Nightlife (2020) * * ½ Superstar Elyas M'Barek und seine Co-Stars werten das durchwachsene Comedy-Gangsterfilm-Romantik-Gemisch zwar auf, und ein paar Gags sind wirklich nett. Aber der Plot holpert oft, vor allem am Anfang, der Gangster-Teil ist viel zu grob für den Rest, und die wahren Überraschungen bleiben rar.  

Birds of Prey (And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn) (2020) * * ½ Harley war das Highlight in "Suicide Squad", doch nun als Hauptfigur ist sie eher nervend. Liegt wohl auch daran, dass der Film holprig erzählt ist, die Witze meistens nicht landen und die Story wenig taugt. Ich hätte mehr Abgedrehtheit erwartet, mehr Witz, mehr Gewalt (das R-Rating ist verschenkt). Schade, dass die Frauenpower-Botschaft vor diesem Hintergrund nicht nur verpufft, sie wirkt durch die hölzerne Präsentation auch noch etwas anstrengend. 

Uncut Gems (2019) - Der schwarze Diamant * * * * Die Safdie-Brüder ("Good Times") schufen einen Film, den man gleichzeitig hasst und vergöttert: Mit Adam Sandler in Hochform als fluchender Versager, der herumschreit und herumhetzt, wird es in diesem Thrillerdrama nie gemütlich, vielmehr ist man konstant am Anschlag, schitzt sich fast durch diesen Sinnes-Overload. Das ist extrem anstrengend. Auf der anderen Seite entwickelt diese aggressive Inszenierung eine ungeheure Sogwirkung und das gewollte konstante Schlechtfühlen hinterlässt einen so prägenden Eindruck, dass man den Film so schnell nicht vergisst.

Ema (2019) - Ema y Gastón * * * Der Chilene Pablo Larraín widmet sich der jungen Generation seines Landes, inszeniert extrem pulsierend, mit Sex, Musik und Sogwirkung. Aber der Film macht es einem nicht einfach: Der Plot ist sprunghaft und nie glaubwürdig, die Figuren handeln wankelmütig, kaum etwas scheint Konsequenzen zu haben (Stichwort Flammenwerfer) und Dialoge wechseln im Sekundentakt das Thema, mal ein "mein Vater ist tot" oder "du bist schön" einfach in eine Konversation gezwängt. Das frustriert und lässt am Ende auch ratlos zurück. Der Film schlittert eigentlich nur wegen seiner Präsentation nicht am prätentiösen Aussetzer vorbei.

Casting (2017) * * * Filmemacher-Nabelschau mit improvisierten Szenen und etlichen deutschsprachigen Stars in Nebenrollen, eindringlich gespielt und oft schonungslos, aber auch etwas gar offen und beliebig.

Maleficent: Mistress of Evil (2019) * * * Wie schon der Vorgänger: Solide Unterhaltung mit einem etwas zu heftigen Einsatz von CGI. Aber die Tricks sind immerhin toll und dass das grosse Finale bei Tageslicht spielt, statt in Fantasy-typischem Düsternis, ist auch erwähnenswert.

29.1.2020 

Kritik online: Shadow * * * ½

Hidden Life, A (2019) * * * * Drei Jahre lang schnipselte Terrence Malick nach dem Dreh 2016 noch an seinem Film um den Kriegsverweigerer Franz Jägerstätter herum. Es hat sich gelohnt. Mit tollen Schauspielern, einer stimulierenden Kameraarbeit und bewegenden Themen schuf er seinen besten Film seit langem, nicht zuletzt darum, weil man mit diesen bodenständigen Figuren echt mitfühlt, anders als bei den Luxusproblem-Schnöseln aus "Song to Song". Geduld ist aber gefordert: Der Film ist fast drei Stunden lang und so allegorisch wie langsam erzählt.

Gentlemen, The (2019) * * * Guy Ritchie kehrt zurück zu seinen Gangsterfilm-Wurzeln und macht das mit süffisanten Stars, knackigen Dialogen und einer schön verklausulierten Geschichte. Abzüge gibts für den Déjà-vu-Eindruck und ein unangenehmes Gefühl, als sei hier ein wütender alter Mann am Austeilen gegen Junge, Andersfarbige und Schwule. Hugh Grant ist köstlich als schmieriger, homosexueller Journalist, und auch die schwarzen / asiatischen / jungen Figuren bekommen ihre Momente, doch sie sind eben nicht die "Gentlemen", nicht die Träger von Integrirät und Old-School-Anstand. Das mag überdeutet sein, aber Ritchie macht es einem schon sehr einfach, dergleichen hineinzulesen.

Last Thing He Wanted, The (2020) - Das Letzte, was er wollte * * ½ Dee Rees verfilmte für Netflix den Roman von Joan Didion, und schafft es halbwegs, die komplexe und skizzenhaft wirkende Erzählweise der Autorin auf Film zu bannen. Die atmosphärische Inszenierung und die überzeugende Hauptdarstellerin (Anne Hathaway) sind auch ein Plus. Doch die Handlung führt ins Nirvana, taugt weder als Journalistenfilm noch als Schmuggelthriller oder Familiendrama. Nichts passt zusammen und wirkt dementsprechend holprig.

Klaus (2019) * * * * Wenn Weihnachtskitsch gut gemacht ist, dann geht einem immer noch das Herz auf. Dieser herzensgute und kurzweilige Zeichentrickfilm erzählt eine Art Weihnachtsmann-Origin-Story mit vielen gelungenen Einfällen und gekoppelt an eine Geschichte um Selbstfindung und Güte. So eben, wie ein Weihnachtsfilm sein soll.

Plan de fuga (2016) - Einer gegen alle * * ½ Handlungstechnisch mit ein paar Überraschungen gespickter spanischer Thriller, der aber dennoch nie wirklich überrascht. Alles verläuft nach Formel, nichts sticht heraus, am Ende bleibt ein überlanger Film.

Shot Caller (2017) * * * ½ Starker Tobak von "Felon"-Regisseur Ric Roman Waugh; zwar überlang, aber sicher nie langweilig, nicht zuletzt dank Hauptdarsteller Nikolaj Coster-Waldau.

Kursk (2018) * * * Sauber aufbearbeitete Rekonstruktion der U-Boot-Katastrophe im Jahr 2000, gut gespielt, wenn auch von Thomas Vinterberg ("Festen") erstaunlich konventionell inszeniert.

Gloria Bell (2019) * * * Der Chilene Sebastián Lelio verfilmte seinen "Gloria" (2013) neu und Julianne Moore reisst den ruhigen Film an sich. Er wirkt etwas kühler als das Original, was wohl am US-Setting liegt, und hinterliess am Ende darum auch nicht dasselbe Aufsteller-Gefühl. Gelungen ist der Film indes allemal.

Hagazussa - Der Hexenfluch (2017) * * * Das österreichische Regiedebüt braucht extrem viel Geduld. Doch mit einer verstörenden Tonspur, der unheilvollen Musik des griechischen Duos/Trios MMMD und sexuell aufgeladenen Bildern entfaltet sich ein faszinierendes Werk zwischen Horror, Wahnsinn und Gesellschaftskritik.

Downton Abbey (2019) * * * Süffisante Dialoge, tolle Schauspieler und eine locker-leichte, wenn auch überaus harmlose Geschichte: das gefällt auch jenen, die (wie ich) die Serie nie gesehen haben.

Secuestro (2016) - Boy Missing * * * Nach dem Skript von Thrillerspezialist Oriol Paulo entstand ein etwas konventioneller und manchmal reisserischer Thriller, der aber mit seiner fintenreichen Erzählweise die Spannungsschraube anzieht.  

Desconocido, El (2016) - Anrufer unbekannt * * ½ Der spanische Thriller ist mit seiner gar hysterischen Inszenierung und blaustichigen Bebilderung etwas gar aufdringlich, aber langweilig wird es immerhin nie.

15:17 to Paris, The (2018) * * Die Heldentat der drei Freunde ist wahrlich grossartig, das wird sich nie ändern. Aber bei der Verfilmung haut Clint Eastwood voll daneben. Er heuerte die drei jungen Männer an, um sich selbst zu spielen - nur können sie schlicht nicht schauspielern. Und weil ihre Heldentat an sich sehr kurz war, erzählt er in Rückblenden aus ihrem Leben, was ungeheuer langweilig und voller vorgekautem Pathos ist.

Durante la tormenta (2018) - Parallelwelten * * * Das spanische Netflix-Thrillerdrama ist nicht gar so stark wie die früheren Werke von Regisseur Oriol Paulo, da es einer Plausibilitätsprüfung schwer standhält und ein paar Längen aufweist. Aber mit seiner "Butterfly Effect"-tritt-"Frequency"-Geschichte hält er doch bei Laune, trotz einer leichten Überlänge.

15.1.2020 

Bad Boys for Life (2020) * * ½ 25 Jahre nach dem ersten Teil gehts in die dritte Runde. Michael Bay, der damals sein Regiedebüt gab, ist nur noch in einer Gastrolle dabei. Aber seine zwei belgischen Ersatz-Regisseure folgen seiner Vorgabe passabel. Und zum Glück übertreiben sie es nicht mit dem Bayhem-Exzess, ja brechen ihn sogar zweimal ironisch. Dafür fehlt ihnen aber eine eigene Handschrift, die Story ist abstrus, der Soundtrack fad (wer kam auf die Idee, "The Rhythm of the Night" müsse langsamer sein?). Übrig bleibt kurzweilige, aber vollends austauschbare Actionkomödien-Unterhaltung. Ein vierter Teil ist dennoch geplant, wenngleich ich wohl Mühe haben werde, eine am Ende angedeutete neue Hauptfigur als Helden zu akzeptieren.

Jojo Rabbit (2019) * * * ½ Den Ton trifft Taika Waititi mit seiner Zweit-Weltkriegskomödie nicht immer, doch er vereint wunderbar satirische Momente mit viel Wohlfühl-Ambitionen. Die Schauspieler sind toll und viele der Scherze bleiben einem wunderbar im Hals stecken. Ein seltsamer, durchaus auch mutiger Film, dessen Existenz alleine schon Applaus verdient.

Platzspitzbaby (2020) * * * ½ Etwas formelhafte, aber eindringliche und überzeugend gespielte Adaption des autobiographischen Bestsellers, der die Stimmung der Schweizer Drogenzeit in den 90ern treffsicher einfängt.

Aeronauts, The (2019) * * * Solider und kurzweiliger True-Story-Abenteuerfilm über einen heldenhaften Balloonflug in viktorianischer Zeit. So toll Co-Star Felicity Jones auch spielt, stellt sich doch die Frage, ob es legitim ist, dass eine für die Handlung elementare männliche Person durch eine fiktive weibliche Person ausgetauscht wird. Künstlerische Freiheit in Ehren, aber jemanden aus der Geschichte streichen, nur weil er ein Mann war, wirkt schräg.

Bombshell (2019) * * * ½ Süffisanter Einblick in die Maschinerie von FoxNews, der sich vor allem dem Skandal um Chef Roger Ailes widmet. Manche Figuren sind zu nett gezeichnet und gegen die Propandaschleuder FoxNews dürfte man noch heftiger schiessen, doch der Film unterhält und etliche der Darsteller sind top, vor allem Charlize Theron, die dank Make-up-Tricks der Star-Moderatorin Megyn Kelly frappant ähnelt.

Grudge, The (2020) * ½ Ein erneuter Aufguss des ursprünglich japanischen Horrorfilms. War schon das Original (gemeint ist die japanische Kinofassung, vor der gabs schon zwei Videofassungen) solide unheimlich, ist nach etlichen Reinkarnationen nichts mehr vom Grusel übrig. Hier gibts lediglich ein dramaturgisch untaugliches Aneinanderreihen von plumpsten Jump-Scares. Die beiden zeitlich vorgelagerten Zeitebenen lassen kalt und darunter leidet dann auch die Hauptgeschichte, die keinerlei Mystery bietet.

Before I Fall (2017) * * * Reizvoller Mix aus "Mean Girls" und "Groundhog Day", der das Zeitschleifen-Thema an eine Schule bringt. Gegen Ende verliert die Handlung aber an Drive und auch an Faszination. 

Contratiempo (2016) - Der unsichtbare Gast * * * ½ In seinen Inhalten konventioneller, aber sauber aufgebauter und daher zunehmend spannender werdender Thriller aus Spanien, der selbst dann immer wieder verblüfft, wenn man die Auflösung erahnt.

Bar, El (2017) * * In der Horrorkomödie von Álex de la Iglesia überbieten sich die Figuren mit Hysterie und die Geschichte schlägt immer abstrusere Kapriolen, so dass man rasch das Interesse verliert.

Bone Tomahawk (2015) * * * ½ Das Regiedebüt von S. Craig Zahler ist ein markiger, kernig trocken gespielter Western, der aber immer wieder in heftigen Horror kippt. Diese atmosphärische, kompromisslose Mixtur lässt denn etwas dünnen Inhalt vergessen.

 Witcher, The - Season 1 (2019) * * * ½ Saubere Netflix-Adaption der Romane / Games um den Witcher Geralt, wortkarg interpretiert von Henry Cavill. Beginnt stark, endet top, verwirrt in der Mitte etwas mit seinen Zeitebenen und hat auch ein paar nicht ganz sauber eingewobene Nebenhandlungen. Aber das Fundament für eine tolle Serie ist da.

22.12.2019 

Kritik online: The Gunfighter * * * *

Cats (2019) * * Die Bühnenmusical-Vorlage von Andrew Lloyd Webber gab wenig Story her und Regisseur Tom Hooper ("The King's Speech") bringt sie nun genauso auf die Leinwand: null Inhalt, nur Songs. Das alleine ist schon schwierig, aber auch visuell gibt das wenig her und die mit CGI-Fell bekleideten und bisweilen seltsam sexualisierten Menschen sind auch gewöhnungsbedürftig. Da hilft es nicht, dass die Ballerina und Hauptdarstellerin Francesca Hayward sehr photogen ist. In der heutigen zynischen Zeit wird es der Film jedenfalls sehr schwer haben, denn selbst wer komplett frei von Zynismus an diese melodramatische Story geht, der wird sich nerven über die Dickenwitze um James Corden und Rebel Wilson oder die übertheatralische Darbietung des Gassenhauers "Memories" durch Jennifer Hudson. Das Lied ist schon traurig, da muss man es nicht noch zu Tode schluchzen. "Cats" wird in der heutigen Zeit zu Tode zerpflückt werden, er wird Memes auf Jahre hinaus liefern. Das ist zwar schade, aber die Macher tragen auch selbst Schuld daran. 

Irishman, The (2019) * * * * Martin Scorsese verfilmte für Netflix eine tatsachenbasierte Mafiageschichte als epischen Abgesang auf das Genre. Das hat nur wenige Längen und nicht immens viele Überraschungen, aber die Darsteller sind eine Wucht und der melancholisch-nachdenkliche Tonfall sorgt durchs Band für Faszination.

Two Popes, The (2019) * * * ½ Rund um Gespräche zwischen Papst Benedikt und Papst Franziskus gestaltet "City of God"-Regisseur Fernando Meirelles ein faszinierendes Werk um Kirche, Glaube und Busse. Das mag bisweilen gar Franziskus-huldigend sein, behält seine Facetten aber (auch dank des grandiosen Spiels von Anthony Hopkins und Jonathan Pryce) stets bei.

Vier zauberhafte Schwestern (2020) * * Die Kinderbuchverfilmung richtet sich an kleine Mädchen und lässt mit dem Mix aus 08/15-Fantasy und mühsamen Castingshow-Singsang stets kalt. Immerhin gibt’s ein paar solide Nebendarsteller wie Katja Riemann oder Justus von Dohnányi.

Bokeh (2017) * * ½ Ein an sich interessantes Endzeitthema, das sich aber seine extreme Melancholie nie richtig verdient, weil die Figuren so fad und die Story so dünn ist. Das Tourismusbüro von Island indes dürfte den Film lieben, denn während die zwei Hauptfiguren so blass bleiben, trumpft die isländische Landschaft im Hintergrund voll auf.

Red Joan (2018) - Geheimnis eines Lebens * * ½ Nett gemacht und durchaus gut gespielt, aber geht mit den historischen Fakten so freizügig um, dass es fast keine "wahre Story" mehr ist. Zudem wirkt das Ganze politisch wie psychologisch doch etwas gar dünn.

21 Bridges (2019) * * ½ Der Reisser beginnt stark, verfällt dann aber typischer Actionthriller-Routine und hinterlässt trotz Starbesetzung enttäuscht. Produziert von den Russo-Brüdern ("Avengers").

Es war nicht die Nachtigall / Der Liebesschüler / Die Nichte der O. (1974) * * Die jungfräuliche Sylvia Kristel weckt in Italien die Begierde eines Internatsschülers. Seichtes Geplänkel von «Donna Leon»-Dauerregisseur Sigi Rothemund mit erstaunlich wenig Sex. Auch ist die männliche Hauptfigur recht unsympathisch: Ein Mädchen zu entjungfern würde seiner Moral widersprechen - aber eine versuchte Vergewaltigung in einer anderen Szene liegt wohl problemlos drin?

Edge of Winter (2016) * * ½ Gut gespielter Thriller mit Joel Kinnaman und Tom Holland, der aber inhaltlich nicht gerade viel bietet und auch psychologisch nicht immens tief geht.

Tolkien (2019) * * * Adrettes, aber etwas gar episodisches und wenig in die Tiefe gehendes Porträt. Rührend ist der Film allemal.

Earthquake Bird (2019) - Wo die Erde bebt * * ½ Gut gespieltes, atmosphärisches Mysterydrama aus Ridley-Scott-Produktion, das aber letztendlich erstaunlich wenig bietet. In Erinnerung bleibt höchstens Alicia Vikander, die in vielen Szenen Japanisch spricht.  

Child's Play (2019) * * ½ Das Chucky-Revival dürfte noch etwas witziger sein, liefert aber auch so noch deftige und süffisante Horror-Unterhaltung. Leider sind Frische und Überraschung aus der Reihe längst raus.

Anna (2019) * * * Nach dem herben Verlust mit "Valerian" geht Luc Besson auf Nummer sicher und verwertet sein bekanntes Killerlady-Konzept neu. Das ist selbstredend alles andere als innovativ, aber mit attraktiver Hauptdarstellerin und recht deftiger Action ist immerhin für oberflächliche Unterhaltung gesorgt. 

Good Liar, The (2019) * * * Die Romanverfilmung ist kaum mehr als ein Groschenroman-Stoff und auch die (nicht immens glaubwürdige) Überraschung ahnt man vorweg. Den Ritterschlag erhält das erst durch seine Schauspieler Sir Ian McKellen und Dame Helen Mirren. 

18.12.2019 

Kritik online: Star Wars: The Rise of Skywalker * * * ½

17.12.2019 

1917 (2019) * * * * So ganz kann Sam Mendes' Kriegsfilm seinen Gimmick (ohne sichtbaren Schnitt gedreht) nicht abschütteln. Aber was für ein Gimmick! Die Kamera von Roger Deakins gleitet durch unglaubliche Tableaus, bleibt an den Protagonisten dran und zwingt die Zuschauer fast, die Schlachtfelder und Ruinen nach potentiellen Feinden zu scannen. Man ist derart drin im Film. Figurenzeichnung und thematischer Tiefgang bleibt angesichts des beschränkten Zeitfensters selbstredend minimiert. Aber trotzdem fühlt man mit, bangt mit und beäugt begeistert, was Mendes und Deakins hier gezaubert haben.

Little Women (2019) * * * ½ Für ihren zweiten Film als Regisseurin knöpfte sich Greta Gerwig einen Literaturklassiker vor und besetzte ihn mit namhaften Stars. Ihre nicht-chronologische Erzählweise ist manchmal irritierend, einigen Szenen fehlt es an Zeit und Gewicht, und das Meta-Ende ist seltsam unpassend. Aber Saoirse Ronan, Florence Pugh, Timothée Chalamet und Laura Dern sind alle famos (einzig Emma Watson fällt etwas ab), die Bildsprache überzeugt und der Film hat das Herz stets am rechten Fleck, ohne "gewichtigere" Themen wie weibliche Emanzipation zu opfern.

Jumanji: The Next Level (2019) * * * ½ Ja, das ist im Prinzip nochmals derselbe Film wie der Vorgänger. Aber für mich wars trotzdem ein Level-up: bessere Tricks, temporeiche Story, immer noch gewitzte Grundidee - und sozusagen als Bonus noch Kevin Hart, der Danny Glover kanalsiert, sowie Dwayne Johnson als herrlich nörgelnder Avatar von Danny DeVito. Ich hatte immens Spass.

Charlies Angels (2019) * * ½ Erneuter Reboot, aber diesmal ohne viel Flair. Die Story ist dünn und auch wenn ich Elizabeth Banks als Comedy-Regisseurin mag, so versagt sie im Action-Bereich mit zu hektisch und holprig geschnittenen Kampfszenen. Last but not least: Ich feiere ansonsten Frauenpower-Botschaften in Filmen, und dafür ist diese Reihe schliesslich wie geschaffen. Aber wenn es so plump und teilweise gar umgekehrt sexistisch präsentiert wird, so wie hier, dann hat es den gegenteiligen Effekt. 

Marriage Story (2019) * * * * Famos gespieltes und sehr realitätsnahes Ehedrama von Noah Baumbach, mit Adam Driver und Scarlett Johansson in Topform.  

6 Underground (2019) * * Michael Bay in Reinkultur - und so schlecht wie selten zuvor. Die Montage ist grauenhaft, was die eh schon holprige Story noch zerhackter macht. Die Action lässt trotz grossen Aufwands kalt, die Figuren könnten unsympathischer kaum sein, und dienen nur als Schaufensterpuppen in einem Endlos-Werbefilm für Machismo, Militär und Gewalt. Letztere ist richtiggehend sadistisch, vom Typus "Bad Boys 2", und wird nicht nur von den Schurken ausgeübt, sondern auch von den vermeintlichen Helden, die dadurch noch ekelerregender werden. Zugestanden: Ein paar dieser Gewaltakte hat man in dieser stilisierten Art in einem Film noch nie gesehen, etwa wie Schurken höchst realistisch ein Hochhaus heruntergeschubst werden, mit allen kleinen Aufschlägen auf dem Weg nach unten.

Matilda (2017) - Mathilde - Liebe ändert alles * * ½ Das Historiendrama um eine Affäre des letzten russischen Zaren, Nikolaus II, sorgte in seiner Heimat für Zoff, weil einige orthodoxe Royalisten in ihm einen Heiligen sehen und der Film seine Ehre beschmutze. Humbug. Aber der Film ist dennoch nicht immens gut. Zwar adrett ausgestattet und brauchbar gespielt, aber er lässt erstaunlich kalt und die spekulative Story hat trotz Sex und Intrigen wenig Fleisch am Knochen.

18.11.2019 

Kritik online: No Mercy * *
Kritik online: Ryan's Daughter * * * ½
Kritik online: Experiment in Terror * * * ½

Frozen II (2019) - Die Eiskönigin II * * * ½ Nicht mehr so stringent und flott wie der erfolgreiche Vorgänger. Aber noch immer sehr unterhaltsam, visuell eine wahre Pracht und gespickt mit liebenswerten Figuren - vor allem natürlich Anna und Elsa, deren Chemie wieder Herz und Seele der Geschichte ausmacht. Ein paar gar esoterische Exkurse seien da verziehen (mich graut bereits davor, dass Homöopathie-affine Personen den Satz "water has memory" als Propaganda für ihren Humbug feiern).

Knives Out (2019) * * * * Sehr süffisanter Whodonit-Krimi von Rian Johnson, der mit seinen Figuren und Dialogen nahe an eine Komödie herankommt. Die Charaktere scheinen dem aktuelle politischen und gesellschaftlichen Leben entrissen und sorgen für Zeitgeist-Gefühl, doch im Vordergrund steht jederzeit das Rätseln über die Geschehnisse. Und das hält 130 Minuten lang bestens bei Laune.

Last Christmas (2019) * * * Dank dem Skript von Emma Thompson und dem sympathischen Spiel von Emilia Clarke mehr als nur erträglicher Weihnachtskitsch, der seine guten Botschaften (und Handlungs-Überraschungen) exakt abgestimmt auf die Weihnachtssaison serviert. 

TKKG (2019) * * * Der dritte Kinofilm um das kultige Ermittler-Quartett geht zurück zu den Anfängen, als sich die vier am Internat treffen und ihren ersten Fall anpacken: das Verschwunden von Klösschens Papa.  Simpel gestrickte, aber gelungene Unterhaltung.

My Zoe (2019) * * ½ Die siebte Regiearbeit von (Hauptdarstellerin) Julie Delpy beginnt stark als emotionales Drama um zwei getrennte Eltern und ihr gemeinsames Kind, nimmt aber im letzten Drittel eine Wendung, die die Emotionen kappt und sich das Ganze buchstäblich zu einem neuen Film wandelt.

Dolemite Is My Name (2019) * * * ½ Beschwingte Biographie mit Eddie Murphy in Bestlaune. Neben dem Comedy-Faktor überzeugt auch der Nostalgie-Anstrich, der den Film glatt zu einer Blaxploitation-Hommage im engeren und einer Filmemacher-Hommage im weiteren Sinne macht.

Yesterday (2019) * * * ½ Die Beatles-Fantasy ist mehr Robert Curtis (Buch) als Danny Boyle (Regie), und dementsprechend etwas klebrig, aber ein klassischer Wohlfühl-Film mit charmanten Akteuren und natürlich vielen Beatles-Song. Letztendlich ist man zweifellos bewegt, doch es bleibt auch die Frage, ob man aus der gewitzten Idee noch einen Deut mehr Substanz hätte herausholen können.

Lída Baarová (2016) - Die Geliebte des Teufels * * ½ Die Biographie der tschechischen Schauspielerin, die Joseph Goebbels den Kopf verdrehte. Stark besetzt, gut gespielt und adrett ausgestattet - aber auch grauenhaft oberflächlich und verklärt.

Laundromat, The (2019) - Die Geldwäscherei * * * Steven Soderbergh widmet sich mit etlichen Stars (u. a. Meryl Streep, Gary Oldman) dem Skandal um die Panama-Papiere. Er bricht das komplexe Thema auf plakative, aber unterhaltsame Episoden herunter, ähnlich wie es "The Big Short" (noch etwas besser) tat. 

Zéro de conduite (1933) - Betragen ungenügend * * * ½ Der autobiographische dritte von nur vier Filmen von Jean Vigo (1905-34) ist eine verspielte und temporeiche Episodenkomödie an einem Internat.  

Gnome Alone (2017) * * ½ Temporeicher und farbenfroher Trickfilm, der jedoch an Ideenlosigkeit und visueller Reizüberflutung krankt.

Fikkefuchs (2017) * * * Die dritte Regiearbeit von Schauspieler Jan Henrik Stahlberg ist gewohnt provokativ und eine so böse wie sperrige Satire auf den Mythos Mann, angereichert mit ziemlich sexbetonten Szenen.

Sacrifice (2016) * * Inhaltlich zwar reizvoller Okkult-Thriller, der aber nie echte Atmosphäre entwickelt und letztendlich auch recht vorhersehbar bleibt.

Here Comes the Grump (2018) * * Gehetzter und überladener Fantasy-Trickfilm für Kinder, lose basierend auf einer US-Serie von 1969/70.

Drei Zinnen (2017) * * * Recht abgehobenes, langsames und teilweise sperriges Familiendrama, das aber eine Sogwirkung entwickelt, nicht zuletzt wegen den eindrücklichen Bildern und der überzeugenden Besetzung (Alexander Fehling, Bérénice Bejo). 

Hotel Mumbai (2018) * * * Fraglos beklemmende und packende Aufarbeitung der Terroranschläge in Mumbai 2008. Doch es stellt sich immer wieder die Frage, ob die Terroristen und ihre grässlichen Morde es wirklich verdient haben, so detailliert dargestellt zu werden. Der Vorwurf des Whitewashings ist indes trotz ein paar weisser Darsteller nicht begründet, im Fokus steht Mumbai, stehen Inder, steht der Anschlag. 

 

6.11.2019

Midway (2019) * * ½ Roland Emmerich auf den Spuren von Michael Bays "Pearl Harbor": Mit überzeuegnden Flugkampfszenen, viel Bombast und noch mehr Pathos verfilmte er Schlüsselmomente des pazifischen Teils des Zweiten Weltkriegs - vom Angriff auf Pearl Harbor über den Tokyo-Raid bis hin eben zu Midway. Leider sieht das oft bluescreenig aus und die Tricks wirken schwächer als bei Bays fast 20 Jahre altem Film. Die Story ist zudem sprunghaft, die Dialoge sind hölzern, und die Darsteller spielen verkrampft, vor allem der dauerzähneknirschende Ed Skrein. Dass seine (real existierende) Figur den Namen Dick Best (!) trägt, zeugt ungewollt von der mit der Zeit mühsam werdenden Alphamännchenzelebrierung.

King, The (2019) * * * David Michôd verfilmte nicht Shakespeares "Henry V", sondern wollte vielmehr einen Historienfilm über die frühen Jahre des englischen Königs drehen. Dabei nahm er sich stellenweise aber doch einige Freiheiten, das ist zu verzeihen. Weit schwerer wiegt der Umstand, dass die grenzenlose Schwermütigkeit den Film nahezu lähmt. Und dass der übertriebene Farbfilter für gelbe Wolken und überdunkelte Landschaften sorgt, das macht "The King" noch bedrückender. Aber: Die Geschichte ist und bleibt interessant, die Akteure überzeugen und der Film stellt vor allem gegen Ende einige spannende Fragen zum Thema Krieg und Legitimität des feudalen Systems.

Terminator: Dark Fate (2019) * * * "Deadpool"-Regisseur Tim Miller ignoriert die schwachen Vorgänger und schliesst direkt an den legendären T2 an, sogar Linda Hamilton ist zurück. Das Reusltat ist ästhetisch etwas austauschbar und die Action erreicht nie die Dymanik von James Cameron (der immerhin für Story und Produktion aufgelistet ist). Doch die Darsteller, vor allem Mackenzie Davis, sind toll, und der Film ist auf angenehme Weise unprätentiös: schnörkellose, unterhaltsame Action-Unterhaltung. Die Frage ist nur, ob das für einen Reboot taugt, denn letztendlich sind T2 und nun T6 nichts anderes als Story-Klone des allerersten Teils. Mit dem immergleichen Kniff noch neue Facetten zu gewinnen, wird stets schwieriger.

8.10.2019

Kritik online: Seven Men from Now * * * ½

7.10.2019

Kritik online: Shanghai Fortress * ½
Kritik online: Wandering Earth * * *

6.10.2019

Kritik online: Liz and the Blue Bird * * * ½
Kritik online: Illang: The Wolf Brigade * * ½
Kritik online: Coming Home * * * ½

5.10.2019

Kritik online: Parasite * * * *

Skin (2019) * * * Jamie Bell glänzt als  mit Tattoos übersäter Neonazi, der realisiert, dass sein Umfeld nur  auf Hass aufgebaut ist – und aussteigen will. Die wahre Geschichte mag formelhaft klingen, effektiv erzählt und eindringlich in ihrer Botschaft ist sie allemal.

2.10.2019

Kritik online: Mary and the Witch's Flower * * *

Gemini Man (2019) * * ½ Die Motion-Capture-Tricks sind fantastisch und das 3D in 120fps sorgt für glasklare Bilder. Doch auch wenn dies hier bei einem futuristischen Actionthriller besser passt als bei "The Hobbit", so lässt es doch manche Szenen immer noch aussehen wie Behind-the-Scenes-Footage. Ang Lee schafft es in manchen Sequenzen (Verfolgungs-Action in Cartagena, Faustkampf in den Katakomben von Budapest), das Ganze doch noch cineastisch wirken zu lassen, aber bei anderen schauen selbst schicke Locations aus wie billige Sets. Das alles mal beiseite gelassen: Will Smiths Rolle ist richtig fad, es fehlt an Emotionen, Dialoge sind oft lächerlich und die Story könnte austauschbarer kaum sein. So viel Aufwand für so wenig Inhalt?

Joker (2019) * * * * Visuell faszinierender, von Joaquin Phoenix intensiv gespielter Comicfilm, der abseits vom DC-Universum à la "Batman" eine eigene Story erzählt, die mehr an Martin Scorseses "Taxi Driver" und "King of Comedy" erinnert. Gerade weil die Sogwirkung des Films so gross ist, besteht eine leichte Gefahr, dass er (eingebildet oder real) Unterdrückte zu Märtyrern stilisiert, wenn sie mit Gewalt zurückschlagen. Dabei ist der Joker im Film schlicht wahnsinnig und taugt nie und nimmer zur Identifikation.

2:22 (2017) * * Überkonstruierter Mystery-Thriller mit faden Figuren, so dass sich bald Langeweile einschleicht.

Prof. Wall im Bordell (2017) * * * Das Kammerspiel zwischen Hanns Zischler und Emilia Schüle beginnt reizvoll, dialogstark und ab und zu recht keck, doch es lädt zu viel auf und verzettelt sich immer mehr in Klischees und Unglaubwürdigkeiten.

At Eternity's Gate (2018) * * * Gemächliche, aber stimmungsvolle Van-Gogh-Biographie mit ein paar eindrücklichen Bildern und Willem Dafoe in der überzeugenden Hauptrolle. 

Between Two Ferns: The Movie (2019) * * * Netflix-Filmableger von Zach Galifianakis' kultiger Interviewreihe. Die Handlungselemente zwischen den Interviews sind eher mau, aber die trockenen, beleidigenden Interviews mit den Superstars sind immer noch eine Gaudi. 

Verrückt nach Fixi (2016) * ½ Plumpe deutsche Komödie, die aus dem "L.I.S.A."-Konzept einen schlüpfrigen Jugend-Ulk macht, aber trotzdem nicht den Mut hat, sein sexistisches "Gummipuppe wird lebendig"-Szenario entweder a) provokant-pervers oder b) subversiv-ironisch durchzuziehen. Am Ende sind nur alle Figuren unsympathisch und die Pointen plump.

Cake (2014) * * * Jennifer Aniston spielt stark eine Unsympathin, wenngleich der Film ausserhalb ihres tragischen Porträts nicht immens viel Story zu bieten hat. Sehenswert ist der Film, auch angesichts der Schmerzmittel-Epidemie in den USA, allemal.

Old Man & the Gun, The (2018) - Ein Gauner & Gentleman * * * Im 70er-Stil gedrehter Gaunerfilm mit einem verschmitzten Robert Redford, der hiermit seine (wohl) letzte Hauptrolle abliefert ebenso wie ein Résumé seiner Karriere. 

Stan & Ollie (2018) * * * ½ Sehr sympathische und stark gespielte Hommage an das legendäre Comedy-Duo. 

Greta (2018) * * ½ Der pulpige Thriller von Neil Jordan kippt zu sehr ins Abstruse und wird auch von seinen überzeugenden Hauptdarstellern nicht wirklich gerettet. Wenn schin Pulp, dann richtig, hier kostet Jordan das Ganze dann aber doch zu wenig aus. 

23.9.2019

Dark Crystal, The: Age of Resistance (2019) * * * * Famose Vorgeschichte des Puppen-Fantasyklassikers, zwar über 10 Folgen zu langgezogen und von Louis Leterrier in manchen Szenen zu hektisch gefilmt und geschnitten. Aber die ungeheure Fantasie, die Puppenarbeit und das World Building sind so überwältigend, dass ein starker Gesamteindruck bleibt.

 Ad Astra (2019) * * * ½ Hypnotisches, schwermütiges und entschleunigtes Sci-Fi-Drama, das wie eine Mischung aus "Silent Running" und James Grays letztem Film "Lost City of Z" wirkt. Brad Pitt ist famos in der Hauptrolle, alle anderen Darsteller werden zu Stichwortgebern degradiert. Grösstes Manko: Trotz interessanter Denkansätze ist die zentrale Story dann doch sehr dünn.

Rambo: Last Blood (2019) * * Sehr formelhafter Rachereisser, der erst am Ende so exzessiv wird, dass er eine gewisse Faszination entwickelt. Die Rambo-Franchise sollte man nun aber begraben, denn Stallone (so eine Kraftbolzen er auch sein mag) nimmt man ansonsten nicht mehr ernst.

Systemsprenger (2019) * * * ½ Das preisgekrönte deutsche Drama ist famos gespielt, nicht zuletzt von der jungen Hauptdarstellerin, und greift ein interessantes Thema auf. Dramaturgisch wirkt alles auf zwei Stunden ausgedehnt aber etwas dünn und dass es am Ende keine echte Katharsis gibt, macht zwar Sinn, wirkt nach all dem Durchgemachten aber auch etwas enttäuschend.   

Fall Collini, Der (2019) * * * ½ Tatsachenbasiertes Justizdrama, spannend, bewegend und mit überzeugendem Starensemble erzählt.

Shaun the Sheep Movie, A: Farmageddon (2019) * * * ½ Temporeicher und witziger zweiter Kinofilm des beliebten Stars aus den Knetgummi-Studios von Aardman.

Racconto dei racconti, Il - Tale of Tales (2015) * * * Faszinierende Düster-Märchen-Anthologie vom Regisseur von "Gomorrah", die zwar etwas beliebig wirkt (und eigentlich auch keine echten Enden präsentiert), doch mit beeindruckenden Bildern und Einfällen hineinzieht. 

9.9.2019

Kritik online: Big Fish & Begonia * * * ½

Midsommar (2019) * * * ½ Der zweite Film von "Hereditary"-Regisseur Ari Aster ist ein "Wicker Man"-Update im sonnengefluteten Skandinavien. Eingefasst in faszinierenden, hellen Bildern entfaltet sich eine düstere Story, etwas zu lang und nicht immens glaubwürdig, aber mit immenser hypnotischer Wirkung.

Dem Horizont so nah (2019) * * * Berührende Romanverfilmung, etwas lang, etwas plakativ (schon wieder "verliebt in jungen schönen Menschen, der sterben wird") - aber dank den Akteuren und den Emotionen allemal ertragreich.

Fighting with My Family (2019) * * * ½ Sympathische und amüsante wahre Story um eine Wrestling-Familie und deren besonders talentierte Tochter. Inklusive Gaststars wie The Rock und inszeniert von Komödiant Stephen Merchant.  

Five Minutes of Heaven (2009) * * * Das fürs englische TV gedrehte Nordirland-Drama von Oliver Hirschbiegel wäre auf einer Theaterbühne fast besser aufgehoben, profitiert aber von überzeugenden Darstellern und wichtigen (wenn auch nicht immens überraschend präsentierten) Versöhnungsthemen.

Fin (2012) - Das Ende * * Die spanische Romanverfilmung um eine Gruppe von Freunden während des Endes der Welt baut Atmosphäre auf, hinterlässt aber nur fade Figuren und offene Fragen. Nichts gegen Mystery, aber weil hier kaum etwas angedeutet wird, bleibts ungeheuer frustrierend.

3.9.2019

It Chapter II (2019) * * ½ Sauber gespielte und inszenierte Fortsetzung, doch mit den erachsenen Stars kommt nicht mehr dieselbe Stimmung auf. Der Film ist ausserdem zu lang und im Mittelteil grauenhaft repetitiv: unheimlicher Aufbau, schlechter CGI-Monsterschock, nächste Szene. Das zieht sich sogar bis ins erstaunlich kalt lassende Finale hin.

Angry Birds Movie 2, The (2019) - Angry Birds 2: The Movie * * ½ Temporeiche, aber inhaltlich doch eher fade Fortsetzung des Phänomens, das beim ersten Teil schon aus der Mode war. Die Gag-Rate liegt bei etwa 50%, aber immerhin sind die Figuren drollig.

29.8.2019

Kritik online: Hammerhead * * ½

68 Kill (2017) * * ½ Schön blutiger und schmieriger Trash-Thriller mit komödiantischem Einschlag. Wird mit der Zeit aber repetitiv und der Irrsinn stumpft etwas ab.

Tiger House (2015) * * Komplett vorhersehbarer Thriller, etwas gar ideenlos gefilmt und inszeniert. Ein paar spannende Szenen werden zudem durch die klischeereichst-mögliche Situation sabotiert, z.B. Handy-Akku leer im dümmsten Moment.

28.8.2019

White Crow, The (2018) - Nurejew: The White Crow * * * Ralph Fiennes inszenierte eine etwas zu brave und sexuell zurückgebundene Geschichte um die jungen Jahre von Balletstar Rudolf Nureyev. Die Akteure sind alle gut, Fiennes selbst spricht als Rudis Trainer ausnahmslos Russisch! Und auch die Bildsprache ist gediegen.

Good Boys (2019) * * ½ "Superbad", aber mit 12-Jährigen. Das ist der Pitch der Story, und wer fluchende, mit Alkohol und Sexspielzeug konfrontierte Bubis lustig findet, der kommt hier ganz auf seine Kosten. Zugegeben: Einige Pointen sind eine Gaudi, aber andere zünden nicht und das Schockkonzept ist rasch abgenutzt.

Foxtrot (2017) * * * ½ Engagiertes israelisches Drama, das nach einem hypnotischen Start zwar an Dramatik nachlässt, aber dafür noch an Stil gewinnt. Kein Knüller, aber ein sehr atmosphärisches Werk.

Red Sea Diving Resort, The (2019) * * ½ Namhaft besetztes (u.a. Chris Evans, Ben Kingsley) Drama um die Evakuation von äthiopischen Juden. Doch trotz der Dramatik des Themas bleibt die Story langweilig, sind die Figuren fad, und scheinen die "Helden" wichtiger als die eigentlichen Opfer des Ganzen

Qu'est-ce qu'on a encore fait au bon Dieu? (2019) - Monsieur Claude 2 * * ½ Sehr vorhersehbare und uninspirierte Fortsetzung des Kassenhits, die am Anfang kaum vorankommt, und am Ende alles übereilt. Ein paar Lacher gibts unterwegs zum Glück schon.

White Boy Rick (2018) * * * Die wahre, durchaus wichtige Geschichte um den jüngsten Drogendealer Amerikas, der auch noch aks Maulwurf für das FBI arbeitete. Als Vater ist noch Matthew McConaughey dabei. Auch wenn die Story mehr Kraft hätte entwickeln können, liefert sie doch ein überzeugendes Zeitbild und ist routiniert inszeniert.

Life Guidance (2017) * * ½ Kühle, kafkaeske Zukunftsvision, die ein unheilvolles Kapitalismusbild entwirft. Zieht sich leider auch zäh dahin und fühlt sich letztendlich deutlich leerer an, als gewünscht.

Unsere Zeit ist jetzt (2016) * * * Deutschrap-Star Cro will einen Film über sich drehen lassen und drei Kandidaten machen sich an ihre Projekte. Das gestattet verschiedene filmische Optionen von Musikdoku bis Animationsfilm, sowie jede Menge Gastauftritte von Howard Carpendale bis Til Schweiger (der auch produzierte). Trotz dieser reizvollen Meta-Ideen und ganz leisen Selbstironie ist der Film auch etwas zu lang, holprig und Kitsch-tendierend. Besser als Konkurrenzprodukte wie der aufgeblasene "Zeiten ändern dich" von Bushido indes ist das allemal. 

Kid Who Would Be King, The (2019) - Wenn du König wärst * * * Sympathischer Jugendfilm um einen Buben, der der Nachfahre von König Artus ist. Überlang und nicht immer so magisch, wie er sein könnte, aber von Joe Cornish ("Attack the Block") sauber inszeniert und mit vielen Artus-Sagen-Anspielungen.

Few Less Men, A (2017) * * Schlüpfrige Fortsetzung des erstaunlich erfolgreichen "A Few Best Men", dessen Gags meist schon aus der Ferne zu erahnen sind. Die Schauspieler sind schamlos bei der Sache, das verdient Lob, doch im plumpen Endprodukt zahlt sich ihr Einsatz nicht aus.

Región salvaje, La (2016) - The Untamed * * * Atmosphärisch gefilmter Film um sexuelle Frustration, Homophobie und … ein Tentakelmonster aus dem All? Ein kurioser, mutiger Mix mit kecken Ideen, der aber am Ende ein wenig vage bleibt und sein Potential vergeudet.

Shaft (2019) * * Schon die 2000er-Fassung mit Samuel L. Jackson war meh, doch dieses erneute Update, das auch Ur-Shaft Richard Roundtree aufbietet, ist eine lausige Comedy-Version mit Macho-Spässen und dünner Story. Das ist des Namens "Shaft" unwürdig.

27.8.2019

Kritik online: Die hölzerne Schüssel * * *

Angel Has Fallen (2019) * * ½ Halbwegs kurzweiliges Finale der "Has Fallen"-Actionsaga, die jedoch an einigen Problemen krankt: Die Action ist hektisch und unübersichtlich, es fehlt jegliche ironische Distanz zum Alphamännchen-Gehabe einiger Figuren, und man kann die Bösewichter eigentlich von ihrem ersten Auftritt an identifizieren, weil der Plot derart schematisch ist. 

Late Night (2019) * * * In ihrer politischen Aussage etwas gar holzhammerige Komödie, die aber ein paar gelungene Pointen auf Lager hat und mit überzeugenden Hauptdarstellerinnen glänzt. 

Jeremiah Johnson (1972) * * * * Auch wenn Autor John Milius die wahre Biographie eines Trappers martialischer gestalten wollte, machte Regisseur Sydney Pollack daraus einen bildgewaltigen, einfühlsamen und leicht spirituellen Western mit Robert Redford in einer starken Hauptrolle.

Leben ist eine Baustelle, Das (1999) * * * ½ Wolfgang Becker und Co-Drehbuchautor Tom Tykwer tauchen in die deutsche Befindlichkeit ein und graben so lakonische wie traurige Geschichten aus, die im Fazit münden "Ich hab immer darauf gewartet, dass mein Leben endlich anfängt - und es ging einfach nur weiter".

Acantilado (2016) - The Cliff * * ½ Der Sektenthriller beginnt stark und atmosphärisch, bietet auch immer wieder reizvolle Szenen - aber weiss nicht recht, wohin mit der Story, und endet im Nichts. 

Dogman (2018) * * * ½ Bedrückendes italienisches Drama von Regisseur von "Gomorra", das zwar bisweilen etwas auf Klischees setzt, aber mit seiner Atmosphäre besticht. 

Head Full of Honey (2018) * * Til Schweigers US-Remake seines deutschen Hits vergedeutet seine Schauspieler (u.a. Nick Nolte) für ein überlanges, kalkuliertes Melodrama, das aufdringlich inszeniert ist und selbst in ruhigen Szenen nervtötend hektisch geschnitten.

Pequeña Suiza, La (2019) - Die kleine Schweiz * * ½ Simpel gestrickte, aber sympathische spanische Komödie um ein baskisches Dorf, das nach dem Fund des Grabs von Wilhelm Tells Sohn der Schweiz beitreten will. Besonders amüsant für jene, die die Eigenarten der drei porträtierten Kulturen kennen, aber selbst da wäre noch mehr herauszuholen gewesen.

Viral (2016) * * Anfänglich reizvoller, dann aber formelhafter Ansteckungs-Horror von den "Nerve"-Regisseuren, dessen irrationale Hauptfiguren zunehmend nerven. Wieso sie z.B. kaum je die Masken tragen, die sie eigentlich schützen würden, will nicht in den Kopf.

You Get Me (2017) * ½ Mal wieder eine Teenie-Version von "Fatal Attraction", doch statt sexy und spannend, ist das ausgelutscht und langweilig, nicht zuletzt wegen den hübschen, aber faden Darstellern.

This Beautiful Fantastic (2016) - Der wunderbare Garten der Bella Brown * * * Simpel gestrickt bis klischeehaft, aber die Dynamik der Figuren, der etwas skurrile Humor und der Wohlfühl-Faktor sorgen dennoch für charmante Unterhaltung.

Fist Fight (2017) - Teacher Fight * * ½ Vorhersehbare Komödie über zwei rivalisierende Lehrer, gespielt von Ice Cube und Charlie Day. Die Pointen sitzen nicht immer, aber es gibt durchaus ein paar Lacher.

Rocko's Modern Life: Static Cling (2019) * * * Das 45-minütige Netflix-Update der 90er-Jahre-Reihe verbindet so witzig wie temporeich den alten Schmuddelcharme mit siener semi-ironischen Geschichte um die Wichtigkeit von Wandel.

Sextuplets (2019) * ½ Dümmliche Komödie, in der sich Marlon Wayans auf die Spuren von Eddie Murphys Mehrfachrollen gegibt. Doch ein Wayans ist schon anstrengend, ihn zu multiplizieren und in klischeehafte, anstrengende Figuren zu stecken, macht das Ganze noch schlimmer.

1.8.2019

Kritik online: Gunman's Walk * * * ½

31.7.2019

Kritik online: Psychokinesis * * ½

Once Upon a Time ... in Hollywood (2019) * * * * Quentin Tarantinos Liebeserklärung an Hollywood ist zu lang, er mäandriert und wirkt bisweilen wie eine Fingerübung ohne echtes Ziel. Doch wer Filme liebt wie Tarantino es tut, der versinkt in dieser Welt, geniesst die famosen Schauspieler und eindrücklichen Bilder. Der Film hat alleine durch seine Zeitgeist-Atmosphäre eine ungeheure Sogwirkung. 

Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw (2019) * * ½ Der Ableger der Hit-Reihe ist voller Krach-Action und Mach-Posen, die mit der Zeit extrem auf den Keks gehen. Die Kawumm-Szenen sind sicherlich solide, doch bei einem Regisseur wie David Leitch hinter der Kamera, dem Co-Regisseur von "John Wick" und Solo-Regisseur von "Atomic Blonde", hätte man sich etwas rustikalere und rüdere Fights erhofft. Auch ein paar Star-Gastauftritte machen das Ganze kaum aufregender.

Blinded by the Light (2019) * * * Gurinder Chadha mischt Feelgood mit Gesellschaftskritik des Thatcher-Englands und (fast am prominentesten) einer Liebeserklärung an den Boss, Bruce Springsteen. Einige von dessen weniger bekannten Songs eignen sich indes weniger um die angepeilte Mitreiss-Wirklung zu erzeugen und Chadha inszeniert, wie so oft, zwar mit grossem Herzen, aber dadurch etwas unsubtil, ja holprig.

Benjamin Blümchen (2019) * * Der beliebte Elefant als schlecht animierter CGI-Held in einem hölzernen, holprigen Kinderfilm, der seine Starpower vergeudet und rasch anödet.

Playmobil: The Movie (2019) * * ½ Solide animierter Trickfilm, der aber weniger schlau und weniger frisch wirkt als Konkurrent "Lego Movie". Das macht ihn zu einem Marketing-Tool für das Spielzeug, das seine wahre Absicht zu kaschieren versucht, indem es den Kids (und an die richtet es sich) nach kurzer Startphase keine Verschnaufmöglichkeit liefert, sondern mit Action und Spässen voranprescht.

19.7.2019

Ich hatte ein paar Tage Ferien, was mein eh schon lausiges Upload-Programm noch weiter durcheinander gebracht hat. Und ich konnte einige Filme nicht sehen, hol die aber teilweise nach - angefangen mit dem neuen "Spider-Man"

Spider-Man: Far from Home (2019) * * * ½ Auch diesmal werden Teeniefilm und Superheldenaction bestens unter einen Hut gebracht, und wer will, der kann noch etwas Kritik am postfaktischen Zeitalter mit seinen Fake News und Online-Wahrheitsverdrehern à la Alex Jones erkennen (nicht zuletzt natürlich in der herrlichen Abspannsequenz). Jake Gyllenhaal kommt fast etwas zu kurz und visuell wirkt das Ganze ein wenig zu fad, aber gute Marvel-Unterhaltung ist garantiert.

Otherhood (2019) * * * Angela Bassett, Patricia Arquette und Felicity Huffman verkörpern drei alleinstehende Mütter, die ihre erwachsenen Söhne besuchen – und für Turbulenzen sorgen. Die Inszenierung der TV-Autorin Cindy Chupack ist etwas austauschbar, aber der Humor sitzt und die drei Aktricen zeigen sich in guter Spiellaune.

Maria Mafiosi (2017) * * ½ In ihrem Regiedebüt verbindet Schauspielerin Jule Ronstedt eine Bayernkomödie mit einer Mafiaklamotte. Das könnte passen, doch das Resultat ist so vorhersehbar wie austauschbar.

Kidnapping Stella (2019) * * * Solides deutsches Remake von "The Disappearance of Alice Creed ", simpel gestrickt und spannend, wenn auch nicht gar so atmosphärisch wie das Original. Kurios die Besetzung, in der zwei der jungen Hauptrollen von Comedy-Stars aus "Fack ju Göhte" gespielt werden.

28.6.2019

They Shall Not Grow Old (2018) * * * * Peter Jackson colorierte und bearbeitete Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg, unterlegt sie mit Erinnerungen von (britischen) Veteranen und schuf so einen Dokfilm, wie es ihn zuvor kaum je gab: Anstatt den Krieg aus der Distanz durch körnige, Stummfilmfetzen zu betrachten, werden wir in das Geschehen hineingezogen und bekommen das Gefühl von der Realität und impliziert dadurch auch von der Aktualität. Famos.

Hate U Give, The (2018) * * * Bewegendes und gut gespieltes, aber überlanges Rassismusdrama, das seine Themen eine Spur zu plakativ präsentiert und dafür ein paar Nebenfiguren opfert. Aber das Thema ist zu wichtig und zu engagiert präsentiert, um sich so den Film vermiesen zu lassen.

Capricorn One (1977) - Unternehmen Capricorn * * * ½ Spekulativer Verschwörungsthriller von Peter Hyams um eine fingierte Mars-Mission (was die "Mondlandung ist fake"-Meute befeuerte), bis auf ein paar Hänger gegen Ende packend inszeniert und vom durchaus namhaften Ensemble überzeugend gespielt. Ein etwas düstereres Ende hätte vielleicht auch nicht geschadet. 

St. Valentine's Massacre, The (1967) - Chicago-Massaker * * * ½ Einer der wenigen Filme, die B-Film-Ikone Roger Corman für ein Major-Studion inszenierte. Das tut er mit eindrücklicher Besetzung und tollen Sets, auch widersteht er der Versuchung, Gangster und Massaker zu glorifizieren. Ein guter, ganz klassischer Gangsterfilm - umso erstaunlicher, dass Corman unter Budget blieb und danach den Studios wieder abschwor, um sein eigenes Ding (primär als Produzent) durchzuziehen. 

Murder Mystery (2019) * * ½ Einer der besseren Filme, der aus dem Deal zwischen Adam Sandler und Netflix entstanden ist. Doch noch lange nicht gut: Die mit Sandler, Jennifer Aniston und Dany Boon besetzte Komödie folgt ziemlich unterhaltsam den Agatha-Christie-Spuren, hat aber auch plumpe Spässe auf Lager und wirkt uninspiriert inszeniert, ohne Pep und visuelle Raffinesse.

Elisa y Marcela (2019) * * * Isabel Coixet ("Eleg") erzählt die wahre Geschichte zweier Spanierinnen, die sich Anfang 20. Jahrhundert ineinander verlieben. Um zu heiraten, gibt sich eine als Mann aus. Gefilmt ist dies in nüchternem Schwarzweiss, und auch wenn das Thema viel hergibt, bleibt der Film etwas leer.

21.6.2019

Kritik online: Liverleaf * * ½
Kritik online: Der Galgensteiger * * ½
Kritik online: Peau d'ane * * * ½

17.6.2019

Chernobyl (2019) * * * * Detailverliebte, famos gespielte und bewegende Rekonstruktion des Unglücks von 1986 als HBO-Miniserie. Der Fünfteiler ist nie reisserisch, entwickelt aber gerade auch mit seiner Nüchternheit eine ungeheure Sogwirkung.

X-Men: Dark Phoenix (2019) * * ½ Drehbuchautor Simon Kinberg liefert ein halbwegs solides Regiedebüt ab: Mit diesem (nach dem "Apocalypse"-Exzess) schön geerdeten Superheldenfilm, der sich mehr auf Figuren, als auf Spektakel konzentiert. Dazu brauchbare Schauspieler, ein gelungener Soundtrack und eine mit Aussetzern packende Story. Ein Manko sind die Ersatz-Bösewichter um Jessica Chastain, die es eigentlich gar nicht gebraucht hätte. An den Kinokassen und bei den Kritikern legte der Film indes eine Bruchlandung hin, zum Teil verdient, zum Teil aber auch übertrieben.

History of Love, The (2016) * * * Die ambitionierte Romanverfilmung ist das US-Debüt des Rumänen Radu Mihaileanu ("Zug des Leben"). Gut gespielt und dauber inszeniert, doch die Verschachtelung sorgt nur dafür, dass die Figuren seltsam fremd bleiben und man mehr auf unbeholfene Dinge wie den schmalzigen Soundtrack achtet.

Instant Family (2018) - Plötzlich Familie * * * Die Adptionskomödie dreht sich etwas im Kreis, aber die Pointen sitzen und der Film hat das Herz am rechten Fleck.

12.6.2019

Men in Black: International (2019) * * ½ Kurzweiliger und tricktechnisch starker, aber dennoch unnötiger Neustart für die Reihe, bei dem selbst die in "Thor: Ragnarok" bestens harmonierenden Stars Chris Hemsworth und Tessa Thompson alle Chemie entzogen bekommen. Der Plot holpert, die meisten Witze missglücken, die Alien-Kreaturen erstaunen selten und Reihen-Neuzugang F. Gary Gray wirkt als Regisseur zu uninspiriert. Es fehlt die Frische und da die Handlung auch noch zu sehr dem ersten Teil folgt (Alien kommt auf die Erde, um etwas Mysteriöses zu bergen, während ein Veteran und ein Rookie es stoppen soll), stellt sich die Frage, warum überhaupt re-booten, wenn keine neue Idee da ist?

Unfriended: Dark Web (2018) * * ½ Solider zweiter Trip in die Wrlt des Desktop/Skype/Facebook-Horrors, der aufgebaut ist wie der Vorgänger und solide Spannung generiert - aber die Machart ist nun bereits etwas ausgelutscht und gabs schon besser. 

Brightburn (2019) * * ½ Der von James Gunn produzierte (und zwei seiner Brüdern geschriebene) Horrorreisser hätte eine Art "Chronicle" trifft "Superman" werden können, lässt aber alle Psychologie aussen vor und verlässt sich ganz auf Schocks. Das sieht zwar dufte aus, aber gibt letztendlich leider nichts her. Daraus hätte man so viel mehr machen können … 

Dead Don't Die, The (2019) * * Jim Jarmusch drückt dem Zombiefilm seinen lakonischen Stempel auf, mit Stars und einigen knochentrockenen Gags. Doch keine Handlung führt zu was, die illustre Darstellerriege hat kaum was zu tun, die dürftige Gesellschaftskritik kommt mit dem Holzhammer und am Ende bleibt nur ein Schulterzucken.

Long Shot (2019) * * * ½ Sympathische Liebeskomödie mit Politbeigaben, souverän besetzt und (trotz Unglaubwürdigkeiten) flott erzählt. Sozusagen "The American President 2.0" mit umgekehrten Vorzeichen und etwas mehr Vulgarität.

Mary Shelley (2017) * * * Gut gespieltes und inszeniertes, aber auch etwas lebloses Porträt, das trotz der spannenden Themen etwas zu langweilen beginnt. 

Five Feet Apart (2019) - Drei Schritte zu dir * * * Eine weitere "kranker Teenager"-Romanze, die das Thema vor allem gegen Ende stark strapaziert und mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden auch viel zu ausladend ausgefallen ist. Die Akteure indes sind sympathisch und tragen den rührenden Plot mit der nötigen Ernsthaftigkeit.

How to Train Your Dragon: The Hidden World (2019) - Drachenzähmen leicht gemacht 3 * * * ½ Der Abschluss der tollen Trickfilm-Trilogie ist in den Actionszenen manchnmal unkoordiniert und der kindliche Humor passt nicht immer - aber wenn der Film abhebt, dann richtig: mit tollen Bildern, fantastischer Animation und vor allem einem ganz grossen Herzen.

See You Yesterday (2019) * * ½ Der ambitionierte Teenie-Zeitreisefilm verbindet Wissenschaftliches mit Lockerem und gar Politischem (Gewalt gegen Schwarze) und ist entsprechend etwas holprig. Doch man bleibt trotz Logiklöchern und dummen Entscheidungen halbwegs dran - bis das offene Ende es einem völlig vergällt. Gastauftritt: Michael J. Fox!

Bad Batch, The (2016) * * Mit "A Girl Walks Home Alone at Night" bewies Ana Lily Amirpour Genre-Gespür. Doch ihr durchaus atmosphärischer Zweitling ist ein überlanges, zähes Endzeit-Genregemisch voller unsympathischer Figuren und schlecht erklärtem World Building. Und dafür wurde in (Minirollen) auch noch Jim Carrey, Keanu Reeves und Diego Luna verschwendet, richtig übel indes ist der kubanische Akzent von Jason Momoa. PS: Wieso Kannibalen immer nur ein Arm und ein Bein von Menschen essen, ist mir bis jetzt nicht klar.

Table 19 (2017) * * ½ Sympathische, aber extrem holprig erzählte Aussenseiter-Tragikomödie, die nie ihr ganzes Potential entwickeln kann.

Oh, Ramona! (2019) * ½ Die auf Englisch gedrehte rumänische Romanverfilmung schwimmt auf der Sexkomödien-Welle à la "American Pie", aber ohne Charme und dafür voller unsympathischer Figuren, so dass selbst die "Scott Pilgrim"-mässigen Comic-Einblendungen aufgesetzt wirken. Es gibt Lacher, keine Frage, aber viele der männlichen Wunschtraumerfüllungen sind richtig peinlich, umso erstaunlicher, dass eine Frau hinter der Kamera stand, und sich auch für Sexismus, Fat-Shaming und Homophobie nicht zu schade war.

Ben Is Back (2018) * * * Routiniertes, überzeugend gespieltes Suchtdrama, das ein wenig unfertig und auch wenig überraschend dahekrommt. Immerhin bietet Regisseur Peter Hedges seinem talentierten Sohn Lucas Hedges ("Manchester by the Sea") eine gute Schauspiel-Plattform.

1.6.2019

Godzilla: King of the Monsters (2019) * * * Der Fan-Service ist fantastisch: Von den beliebten Monstern wie King Ghidorah und Mothra über das alte Godzilla-Titellied bis hin zu kleinen Details. Und die Monster sind trotz CGI-Overkill famose Kreaturen. Leider ist die Story um sie herum schlicht gaga, die Figuren agieren selten logisch und sind, im Fall von Vera Farmiga, auch schlecht motiviert. Nicht zuletzt ist es ein Problem, dass Ghidorah stets von einem Sturm umgeben ist - anders als bei "Kong: Skull Island" kann man so nur selten die teils eindrücklichen Bilder begutachten, weil alles im Grau-Look, Regen und Geröll untergeht. Weniger CGI-Overkill (und weniger Hektik) hätten gut getan.

27.5.2019

Rocketman (2019) * * * ½ Energiereiche Adaption von Elton Johns Leben von Jugend bis Drogenentzug. Die Tiefen mit Sucht und Depressionen werden nicht ausgepart, das Schwulsein wird zelebriert (also anders als "Bohemian Rhapsody"). Toll in der Hauptrolle ist Taron Egerton, der mit Regisseur Dexton Fletcher schon "Eddie the Eagle" gedreht hat. Und er singt sogar selbst, egal ob er nicht jeden Ton trifft, er trifft Eltons Charakter.

Aladdin (2019) * * * ½ Ein weiteres Realfilm-Revival eines Disney-Klassikers, doch auch dieses Mal durchaus gelungen: Guy Ritchie verfilmte den Stoff mit Tempo und Farben, die Songs überzeugen, auch wenn der neue Track "Speechless" etwas gar sehr als "Let It Go"-Klon heraussticht - aber wer kann schon "Friend Like Me" oder "A Whole New World" widerstehen? Letztendlich auch gut sind die Schauspieler, egal ob ein sympathischer Newcomer wie Mena Massoud oder die singstarke Naomi Scott, und Will Smith gibt sich keine Blösse, in die Fussstapfen von Robin Williams zu treten.

Rim of the World (2019) * * Der Netflix-Film von McG zitiert schamlos bei besseren Filmen, von "Goonies" über "Jurassic Park" bis "Independence Day", lässt seine jungen Protagonisten abwechselnd Schlaues, Infantiles und unpassend Perverses sagen, und weiss einfach nicht, wohin mit seiner Alien-Invasions-Story. Das Ganze sieht zu billig aus, die Charaktere nerven am Anfang noch ziemlich und die Gags haben "Transformers"-Niveau, inklusive Rassismus-Stereotype und Sexismus. Gegen Ende wirds etwas besser, aber nie gut.

Mid90s (2018) * * * ½ Mit seinem Regiedebüt taucht Schauspieler Jonah Hill in die Skaterszene der 90er ein und erzählt eine an sicht recht simple Geschichte, aber mit glaubhaften Figuren und ungeheurem Zeitgeist.

Capharnaüm (2018) - Capernaum - Stadt der Hoffnung * * * ½ Hart an der Grenze zum Sozialporno, und die Geschichte wirkt daher gegen Ende stark forciert. Doch das Auge für das "echte" Beirut und der fulminante junge Hauptdarsteller machen den Film dennoch zum Erlebnis. 

Vent tourne, Le (2018) * * * Die französischsprachige Produktion von Bettina Oberli mag formerlhaft sein, wird aber von überzeugenden Darstellern und einer naturalistischen Inszenierung getragen. 

Wife, The (2018) - Die Frau des Nobelpreisträgers * * * Glenn Close holte sich verdient ihre siebte Oscarnomination für diesen Part, doch dem solide erzählten Drama hätte man etwas mehr Überraschungen in Dramaturgie und Inszenierung gegönnt.

Polaroid (2019) * * Der Horrorfilm lag zwei Jahre lang im Weinstein-Giftschrank. Kein Verlust, denn trotz ein, zwei netter Szenen ist das 08/15-Horror mit lahmen Figuren, einfallsloser Optik und einem ausgelutschten, "Ring"-mässigen Plot. 

Dumplin' (2018) * * * Nicht immens einfallsreiche, aber charmante Wohlfühl-Komödie mit Jennifer Annison als Mutter der rundlichen Hauptfigur, die an einer Schönheitskonkurrenz mitmacht. 

Wine Country (2019) * * * Amy Poehler inszenierte sich und viele ihrer Spezis (Tina Fey, Maya Rudolph u.a.) in einem Film um Frauen auf einem Trip durchs Napa Valley. Die Geschichte holpert ein wenig, aber die Figuren machen meistens Spasstrunken.

Stardust (1974) * * * ½ In seinem zweiten Film erzählt Michael Apted vom Auf- und Abstieg eines fiktiven Rockstars, gespielt von Musiker David Essex und unterstützt von Kollegen wie Dave Edmunds oder Keith Moon von "The Who". Das Schausiel und die Geschichte holpern bisweilen, doch der Film glänzt mit Authentizität und einem angenehm unglamourösen Touch.

Perfection, The (2018) * * * Abwechslungsreich aufgebauter und gut gespielter Horrorthriller zwischen Spannung und Sadismus. Je weniger man über ihn weiss, desto besser.

Hustle, The (2019) - Glam Girls * * ½ Nach "Bedtime Story" und "Dirty Rotten Scoundrels" die dritte Verfilmung des Stoffes, diesmal jedoch mit zwei Frauen (Rebel Wilson, Anne Hathaway) als Gauner. Der Mittelteil ist witzig, vor allem Hathaway als falsche Deutsche. Doch die Startphase harzt und viele Pointen bleiben auf der Strecke.

15.5.2019

John Wick - Chapter 3: Parabellum (2019) * * * ½ Noch kein Film der Reihe hatte so abwechslungsreiche Fights: Von Gun-Fu, Kopfschuss-Exzess über Martial-Arts, Vehikel-Action bis Kampf unter Einbezug von Tieren (Hunde, Pferde). Und am Look oder Keanu Reeves gibt es abermals nichts auszusetzen. Halle Berrys Dialoge wirken ein wenig forciert, auch kein Problem. Mein Problem mit der Reihe ist höchstens, dass während der erste Film noch so schön simpel war, wirkt nun alles so aufgeblasen, dass alle Glaubwürdigkeit weg ist. Allein schon das Thema "Regeln und Konsequenzen" ist voll von Logikbrüchen. Dennoch bleibt "John Wick" das US-Gegenstück zu "The Raid" mit seinen langen Action-Einstellungen und wie bedingungslos er sich dem Genre verschreibt.

Sun Is Also a Star, The (2019) * * * Sympathische Jugendromanverfilmung mit melancholischem Touch. Realistisch ist vieles nicht, doch das wird ja unter "Schicksal" abgetan. Störender ist da schon die oft unscharfe Kameraarbeit, die ein bewusstes Stilelement zu sein scheint - aber meistens nur ablenkt.

Missing Link (2019) * * * ½ Nicht der beste Film aus dem erstklassigen Animationsstudio Laika - aber dank der kuriosen Figuren und der kurzweiligen Story allemal gute Unterhaltung für jung und alt.

Flic de Belleville, Le (2018) - Belleville Cop * ½ Simpel gestrickte bis formelhafte Klamotte, die nicht einen spritzigen Moment hat und das durchaus vorhandene Talent von Omar Sy vergeudet.

8.5.2019

Kritik online: The Whispering Star * * ½

Silence, The (2019) * * ½ Formelhafter wie unglaubwürdiger Horrorfilm um Kreaturen, die auf Lärm reagieren. Dass das auch noch an "The Quiet Place" erinnert, dessen Drehbuch angeblich später als dieses hier entstanden sei, macht das Ganze noch ausgelutschter.

Klassentreffen 1.0: Die unglaubliche Reise der Silberrücken (2018) * ½ Til Schweiger sinkt mit dieser überlangen, hektisch geschnittenen und nur selten lustigen Fremdschämkomödie so tief wie nie: Es dominieren sexistische, schwulenfeindliche Gags und Schweiger selbst zelebriert sich überheblich in der Supermacker-Hauptrolle. Auch die Versuche, dem Ganzen etwas Herz zu verleihen, schlagen fehl. Und: Das soll eine Trilogie werden? Hilfe!

6.5.2019

Pokémon Detective Pikachu (2019) * * * ½ Kurzweiliger erster Realfilm rund um die Kultmunster. Das World Building ist gelungen, die simple Geschichte lässt miträtseln - doch vor allem ist es eine Freude für Pokémon-Fans, viele ihrer Lieblingsrkearuren so top animiert zum Leben erwacht zu sehen.

Other Side of the Door, The (2016) * * Das Indien-Setting des Horrorfilms sorgt für atmosphärische Pluspunkte, aber die Story ist so formelhaft und die Jump-Scares nerven so extrem, dass allfälliges Potential verpufft

25 km/h (2018) * * * Die Tragikomödie der "Friendship!"-Macher lebt ganz von der Echtheit der beiden Hauptfiguren und überzeugt mit einem Deutschland-Roadmovie der etwas beliebigen, aber stehts gehaltvollen Art.

Diary of a Wimpy Kid: The Long Haul (2017) - Gregs Tagebuch: Böse Falle * * Der vierte Teil fährt neue Darsteller auf und bietet eine formelhafte Roadtrip-Story mit nur ganz wenigen gelungenen Gags.

24.4.2019

Kritik: Avengers: Endgame * * * *

22.4.2019

Kritik online: Non si sevizia un paperino (1972) * * * ½ aka. Don't Torture a Duckling
Kritik online: The Great Battle (2018) * * *

Queen's Corgi, The (2019) - Royal Corgi * * ½ Formelhafter Trickfilm des belgischen Routiniers Ben Stassen ("The Son of Bigfoot"), der Kinder sicher bei Laune hält, die Erwachsenen mit ein paar schlüpfrigen Spässen aber eher irritieren dürfte.

Someone Great (2019) * * ½ Sympathische Darsteller retten diese zu dünne Netflix-Komödie um drei Frauen kurz vor den 30 auch nicht. Die Dialoge sind schön direkt, aber nach Hundert "bitch" und "fuck" dürstet man vielleicht doch nach etwas mehr Plot.

13.4.2019

Kritik: Suspiria (2018) * * *

Hellboy (2019) - Hellboy: Call of Darkness * * ½ Der Reboot unter der Regie von Neil Marshall rückt in R-Rating-Gefilde vor, vor allem im letzten Drittel mit Blut und Gewalt. Der Plot indes kommt langsam ins Rollen, der Humor wirkt bemüht, die Nebenfiguren sind lange uninteressant. Es ist eigentlich erst das infernale letzte Dritte, dass die Kohlen teilweise aus dem Feuer holt und den Film zum dem macht, was er sein sollte: ein Höllen-Comic mit Bildern voller Feuer und Blut.

10.4.2019

Blue Night (2018) - Here and Now * * Man möchte den Film besser finden, schliesslich geht es um eine Schicksalsentscheidung für Sarah Jessica Parker, es geht um das Leben und den Tod, alles richtig emotionale Themen. Und doch lässt diese Melodrama-tour-de-force einfach nur kalt, langweilt schon nach wenigen Minuten.

After (2019) - After Passion * * ½ Die Bestsellerromanverfilmung um eine Teenager-Liebe ist durch und durch vorhersehbar, bietet ziemlich fade Konflikte, einen phrasendreschenden Jungen und keinerlei Einfälle. Kein Wunder, war die Idee dahinter doch Fan Fiction für One-Direction-Star Harry Styles. Aber: Mit kleinen Abzügen sind die Hauptdarsteller recht sympathisch (mich nerven solche Floskeln wie "let me explain" oder "do you trust me?" - sag doch einfach, was Sache ist, verdammt!) und auch das Sinnlichkeits-Versprechen wird eingelöst. Die Buchfans dürften zufrieden sein, selbst wenn Hauptdarsteller Hero Fiennes Tiffin, der Neffe der Fiennes-Brüder, so gar nicht aussieht wie Styles. 

3.4.2019

Pet Sematary (2019) * * * Stilvolle Neuverfilmung der bekannten Stephen-King-Romans, der sich wie ein Albtraum entfaltet. Klar, man weiss, wie der Hase läuft und die Überraschungen halten sich in Grenzen - aber es macht Laune, den Ereignissen zu folgen. 

Shazam! (2019) * * * ½ DC kann auch lustig! Wie uns der Comic-Gigant uns das beweisen wollte, wirkt zwar kalkuliert, aber nach holperndem Start sehr unterhaltsam, mehr im früheren Comic-Stil als verkrampft düster à la Zack Snyder. Vor allem Hauptdarsteller Zachary Levi ist als Kind im Helden ein Genuss.  

Wonder Park (2019) - Willkommen im Wunder Park * * Der Nickeloden-Trickfilm legt ein immenses Tempo vor und ist kurz - und schafft es trotzdem, zu langweilen! Die hektischen Actionszenen und die lahmen Figuren lassen das eh schon tief angesetzte Interesse komplett schwinden. 

Vorname, Der (2018) * * * Sönke Wortmanns Remake eines französischen Films hat ein gelungenes Setup und überzeugende Figuren, zieht sich mit der Zeit aber etwas in die Länge. 

Love, Death & Robots (2019) * * * ½ Die von David Fincher produzierte Netflix-Anthologie zwischen Gewalt, Absurdität, Sex und Sci-Fi präsentiert verschiedenste SF-Geschichten in verschiedenen Animations-Stilen. Fast alle Episden sind gelungen, manche etwas gar auf Buben ausgerichtet mit Sex und Gore, aber zumindest was die Animation betrifft gibt’s hier Superklasse. "Sucker of Souls" und "Fish Night" wirken etwas unfertig, "When The Yogurt Took Over" etwas dünn. Aber dafür entschädigen die durchgestylte Startepisode "Sonnie's Edge", der unheimliche "Beyond the Aquila Rift" oder der philosophische "Zima Blue".

Peppermint (2018) * * Der Regisseur von "Taken" macht Jennifer Garner zur Rache-Heldin. Den Part meistert die Action-erfahrene Schauspielerin souverän, aber die Geschichte drumherum ist so plump gestrickt wie hässlich.

Vurdalaki (2017) - Fürst der Finsternis * * Trotz solider Produktionswerte ein ins Trashige abgleitender Vampirfilm aus Russland. Die Co Hauptdarstellerin Aglaya Shilovskaya ist bildschön, passt deswegen aber überhaupt nicht in das dörflich-düstere Setting.

Assassination Nation (2018) * * * Ein wütender Film für eine wütende Zeit: Die Salem-Hexenverfolgung wird zu einem Teenie-Film mit Grrrl-Power-Einschlag und Kritik an toxischer Männlichkeit. Das geht nicht immer auf, aber die Brutalität und die leider traurigen Wahrheiten direkt aus dem Online-Zeitalter sind doch eindrücklich. 

Night School (2018) * * Lahme Kevin-Hart-Komödie, die in nahezu jeder Wendung vorhersehbar ist und nur ab und zu einen gelungenen Gag parat hat. 

Johnny English Strikes Again (2019) * * ½ Die späte Fortsetzung bringt wenig Neues und ein paar nach Schema gezimmerte Agentenwitze. Aber die Darsteller sind alle mit Elan dabei und verbuchen ein paar Lacher.

Zimna wojna (2018) - Cold War * * * ½ Das oscarnominierte Liebesdrama des polnischen Regisseurs von "Ida" ist in seiner schwarzweissen Bildgestaltung phänomenal, auch die kurze Laufzeit ohne Ballast verdient Lob. Doch irgendwie blieben mir die Figuren, basierend auf den Eltern des Regisseurs, etwas fremd, wohl vor allem, weil ich vor allem den männlichen Hauptdarsteller etwas öde fand. 

SMS für Dich (2016) * * * Sympathisches, aber etwas langfädiges Regiedebüt der Schauspielerin Karoline Herfurth. Immer wieder toll in ihren auffälligen Nebenrollen: Katja Riemann, hier als Schlagerdiva. 

Boy Who Harnessed the Wind, The (2019) - Der Junge, der den Wind einfing * * * In seinem einfühlsamen, schnörkellosen Regiedebüt erzählt der Schauspieler Chiwetel Ejiofor die wahre Geschichte des William Kamkwamba: Der Junge aus Malawi will der tödlichen Dürre mit einer Wasserpumpe trotzen.

Highwaymen, The (2019) * * * Ein sauber gespielter und inszenierter Gegenentwurf zu "Bonnie and Clyde", dem es aber an erzählerischer Virtuosität fehlt.

First Man (2018) * * * ½ Etwas distanzierter FIlm über die erste Mondlandung und die Vorbereitung, vor allem fokussiert auf Neil Armstrong. Doch Damian Chazelle ("La La Land") inszeniert mit famosen Bildern, exquisiten Tricks und einem gelungenen Soundtrack.

Paris est à nou (2019) - Unser Paris * * Der französische Netflix-Film wurde per Crowdfunding finanziert und die Schweizerin Noémie Schmidt agiert solide. Doch trotz extremer naher Kamera bleibt man diesem abgehobenen Mix aus Terrence Malick, "Sliding Doors" und Endzeit-Psychothriller immerzu distanziert bis verwirrt. 

Scorpion King: Book of Souls (2018) * ½ Holprig erzählte, langweilige und amateurhaft gefilmte vierte Fortsetzung des "Mummy"-Prequels, längst befreit von Stars und Production Values. 

Prodigy, The (2019) * * ½ Solide inszenierter uznd gespielter Gruselfilm mit ein paar wirklich gelungenen Szenen, aber auch hohem Vorhersehbarkeits-Potential. Am Ende dann doch weniger dran, als erhofft.

Nun, The (2018) * * ½ Der Conjuring-Ableger hat ein paar sehr atmosphärische Stellen, wirkt ansonsten aber uninspiriert und nach Schema F hingeknallt, so dass sich rasch Langeweile einstellt.

Behind the Curve - Unter dem Tellerrand (2018) * * * Den antiwissenschaftlichen Kackbratzen von der Flachen-Erde-Bewegung eine Plattform zu geben, geht mir eigentlich gegen den Strich. Aber der Film entlarvt auf erstaunlich nüchterne Weise, wie irrgeleitet diese Leute sind und dass man sie vielleicht nur mit Empathie in die Vernunft zurückholen kann.

Licht (2017) - Mademoiselle Paradis * * * Unaufgeregtes, gut gespieltes, aber auch nicht immens hineinziehendes Porträt der blinden Rokoko-Musikerin Maria Theresia Paradis. 

Sisters Brothers, The (2018) * * * Das US-Debüt von Jacques Audiard erzählt eine unkonventionelle Westerngeschichte mit sackstarken Akteuren. Doch für eine Komödie ist das Ganze zu schwer, für einen dramatischen Western aber zu amüsant. So weiss man nicht recht, woran man hier (bei aller Faszination) ist. 

12.3.2019

They'll Love Me When I'm Dead (2018) * * * ½ Faszinierende Doku über Orson Welles und sein letztes (unvollendetes) Projekt "The Other Side of the Wind".

Upgrade (2018) * * * ½ Simpel gestrickter, aber höchst effektiver Sci-Fi-Actionfilm mit starkem Hauptdarsteller und der nötigen Dosis Grobheit.

Wolkenbruch (2018) * * * ½ Durchaus klischeereiche Adaption des Schweizer Hitromans, aber mit Tempo, Witz und sympathischen Darstellern erzählt. Das reichte zum Publikumserfolg. 

Private War, A (2018) * * * Konventionelles, aber wegen der Thematik einnehmendes Porträt einer eindrücklichen Kriegs-Journalistin, hier überzeugend gespielt von Rosamund Pike. 

Prayer Before Dawn, A (2018) * * * ½ Kraftvolle wahre Geschichte um einen jungen Briten im Thai-Knast. Die Story an sich ist dünn, doch man fühlt sich direkt hineinversetzt und auch die Körperlichkeit des Hauptdarstellers in diesem düsteren Gewusel fasziniert.   

True Detective - Season 3 (2019) * * * ½ Auch die dritte Staffel lebt von grandiosen Akteuren, atmosphärischer Inszenierung und komplexen Ermittlungen. Die Drei-Zeitebenen-Erzählweise macht das Miträtseln etwas schwierig und im Mittelteil hält die Reihe durch, weil man das Gefühl hat, alles drehe sich im Kreis und werde künstlich langgezogen. Und das Finale wirkt etwas fad - aber letztendlich lohnt sich die Sache. Etwas, was mir auffiel: Ein Krimi wie dieser mit vielen Namen ist schwierig als Serie, weil man eine Woche später vergessen hat, wer nun "Ryan", "James" oder sonstwer ist. Das ist nicht "Game of Thrones" wo Namen an Orte und Geschichten gekoppelt sind, weswegen man sie sich merken kann, nein, es sind nur Namen. Und ich habe mich deswegen oft dabei erwischt, zu fragen, "wer war jetzt das schon wieder?" 

Isn't It Romantic (2019) * * * Sympathische Komödie, in der Rebel Wilson in eine kitschige Romantic Comedy gerät. Das funktioniert besser als Amy Schumer's "I Feel Pretty", nicht zuletzt wegen witziger Einfälle und spielfreudiger Stars (auch dabei: Priyanka Chopra).

Triple Frontier (2019) * * * J.C. Chandor verfilmte ein Skript von Oscarpreisträger Mark Boal um fünf Ex-Militärkollegen, die einen Drogenboss ausrauben. Simpel im Inhalt, aber mit starker Charakterzeichnung und schnörkellos spannender Inszenierung.

Rate Your Date (2019) * * ½ Die deutsche Komödie beginnt halbwegs charmant und ist gut besetzt, doch es schleichen sich Hänger in den überlangen Film ein und die Kritik an Mobbing (und im erweiterten Sinn Technologie) wirkt halbgar.

5.3.2019

Captain Marvel (2019) * * * ½ Der erste weibliche Solo-Held im Marvel-Universum liefert einen grundsoliden Einstand mit kurzweiliger Geschichte, überzeugenden Tricks, selbstbewusster Brie Larson und ein paar netten Überraschungen. Heimlicher Star ist Kater Goose, derweil eher enttäuschend der Soundtrack, der ausserhalb der Avengers es einmal mehr nicht schafft, einem Marvel-Helden ein Leitmotiv aufzudrücken. PS: Das Eröffnungs-Logo ist eine herrliche Hommage an Stan Lee.

High Strung (2016) - Streetdance New York * * Trotz des deutschen Titels hat der Film nichts mit der Streetdance-Reihe zu tun, sondern erzählt eine durchnormierte Musik- und Tanzgeschichte um zwei langweilige Teens, die scheinbar einfach alles können (Tanzen, Musik etc.). Die restlichen Tänzer sind alle zu arrogant und schnöselig, so dass selbst ihre offensichtlichen Tanzqualitäten nicht den erwünschten Wow-Effekt erzielen. 

Iron Sky: The Coming Race (2019) * * Plumpe Fortsetzung mit ein paar gelungenen Einfällen, die ansonsten aber immer auf die offensichtlichsten Gags setzt und deren Trash-Feuerwerk nicht zünden will. Und das will was heissen, hat der Film doch u.a. Hitler auf einem T-Rex zu bieten.  

21.2.2019

Kritik online: Prem Ratan Dhan Payo
Kritik online: Trudno Byt Bogom * * * aka. "Es ist schwer, ein Gott zu sein".

Astérix: Le Secret de la Potion Magique (2018) - Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks * * * Wenig überraschende oder subtile Animationskomödie, die aber genügend Witz und Tempo aufweist. 

Happytime Murders, The (2018) * * ½ Ein schlüpfriger Puppenkrimi? Genau was für mich. Aber leider wurde das Verrücktheits-Level von "Meet the Feebles" nicht erreicht, vieles ist zu plump, zu kalkuliert. Immerhin erlauben sich die Macher ein paar richtig derbe Gags.

Mile 22 (2018) * * Formelhafter Mark-Wahlberg-Actionreisser von Peter Berg, der zwar zum Schluss ein Ass aus dem Ärmel zaubert, aber vorher nur langweilt - und vor allem nervt, wenn die Action von einem der besten Actionstars der Welt (Iko Uwais) per Schnittgewitter so zerstückelt wird, dass sein Talent nicht mehr sichtbar ist.

Unbroken: Path to Redemption (2018) * * Der Film knüpft an Angelina Jolies "Unbroken" an und erzählt, wie der kriegstraumatisierte Louis Zamperini sich erst dem Alkohol zuwandte, dann Gott. Crew und Akteure sind neu, Regie führte der christliche Filmemacher Harold Cronk ("God's Not Dead"), in dessen Händen die Geschichte zum klebrigen, amateurhaften Glaubensfilm wird.

Paddleton (2019) * * * Netflix-Film aus Produktion der Duplass-Brüder, von denen der eine (Mark) auch das Skript schrieb und die Hauptrolle stemmt. Entstanden ist ein sensibler Film über Freundschaft, Leben und Tod, der vor allem mit seinen realistischen Dialogen und schön menschelnden Figuren überzeugt.

13.2.2019

Kritik online: Alita: Battle Angel * * * ½
Kritik online: Padmaavat * * ½
Kritik online: May the Devil Take You * * ½

Goldene Handschuh, Der (2019) * * * Nach diesem Film will man einfach nur duschen. Fatih Akins penibel detailverliebte Rekonstruktion der Morde von Fritz Honka zeigt kapputeste Existenzen, ekelhafteste Morde und Räume in St. Pauli, die regelrecht von der Leinwand stinken. Vom Witz der Romanvorlage von Heinz Strunk blieb noch schwärzester Humor zurück, der einem immer wieder im Hals stecken bleibt. Auf jeden Fall kein Date-Movie.

Cold Pursuit (2019) * * * Fast 1:1-Remake des norwegischen Films "Kraftidioten" unter derselben Regie, diesmal nur mit Liam Neeson und angesiedelt in den USA. Der Transfer nach Amerika schadet der Story nicht, aber mir gefiel auch im zweiten Durchgang das Skript nicht immens gut, es wirkt wie eine Aneinanderreihung von Einzelfällen, und auch der schwarze Humor dürfte dunkler sein. Ein böses Vergnügen ist der Thriller aber allemal.  

Thoroughbreds (2017) * * * Frecher Teeniethriller, nicht ganz auf "Heathers"-Niveau, aber doch mit einigen gelungenen Einfällen und Schandtaten. 

Asphaltgorillas (2018) * * ½ Detlev Buck macht mit dem Neon-gestylten Thriller auf Guy Ritchie, doch auch wenn die Darsteller durchaus was hergeben und die absurde Verknüpfung der Ereignisse Potential hat, so wirkt doch alles ungeheuer gesucht, die Charaktere lassen kalt und mit der Zeit wird die Brutalität forciert, was sie etwas hässlich macht in einem ansonsten durchaus lockeren Film.

Smallfoot (2018) * * * Selten überraschender, aber kurzweiliger Trickfilm um das Zusammentreffen von Yetis und Menschen. 

Intrigo: Death of an Author (2018) * * * Millennium-Regisseur Daniel Alfredson übernahm die Trilogie nach Håkan Nesser. Dieser adrett gefilmte Auftakt ist schön verwinkelt, aber letztendlich wohl doch etwas dünn im Inhalt. 

10.2.2019

Kritik online: Shiraz * * * ½

6.2.2019

Can You Ever Forgive Me? (2018) * * * ½ Preisgekrönte, top gespielte Tragikomödie nach Tatsachen. Die Inszenierung ist etwas austauschbar, aber der Film überzeugt stets genug, um darüber hinwegzutäuschen.

Velvet Buzzsaw (2019) - Die Kunst des toten Mannes * * * Dan Gilroy macht sich in seiner dritten Regiearbeit hemmungslos über das Kunstgeschäft lustig, mit schön klaren Bildern und famoser Besetzung, angeführt von Jake Gyllenhaal. Doch der für Netflix produzierte Satire/Horror-Mix weiss nicht genau wohin und dass die besten Szenen sowie die ganze Story eigentlich schon im Trailer war, ist bezeichnend.

High Flying Bird (2019) * * * Steven Soderberghs erster Netflix-Film wurde in zwei Wochen auf dem iPhone gedreht und widmet sich nüchtern und fast zu insiderig dem Geschäft rund um Basketball. Die Schlussszene zeigt das Buch "The Revolt oft he Black Athlete" von 1969, das in etwa auch die Absicht des Films darlegt: mehr Macht den Sportlern, weniger den meist weissen Teamchefs.

Polar (2019) * * * Ultrabrutale Netflix-Adaption eines Web-Comics, übertrieben inszeniert vom Schweden Jonas Åkerlund, aber getragen von einigen eindrücklichen Gewaltszenen sowie Mads Mikkelsen in der Hauptrolle.

Lego Movie 2, The (2019) * * * ½ Temporeiche Fortsetzung, die jedoch inhaltlich etwas gar sehr auf die Blaupause des ersten Teils schielt, und die LEGO-Animation hab ich langsam gesehen. Aber der Witz und ein paar einfallsreiche Action-Set-Pieces reissens raus.

Läufer, Der (2018) * * * Stimmungsvolle Aufarbeitung eines Schweizer Kriminalfalls, der (bewusst) ein wenig ratlos zurücklässt. Max Hubacher indes ist fraglos souverän in der Hauptrolle. 

Book Club (2018) * * ½ Die (meist) überzeugenden weiblichen Altstars werden für eine holprige und vorhersehbare Geschichte verheizt, die mit einem Literaturclub nicht viel zu tun hat. Es geht vielmehr um Sex und Liebe im Alter. 

Predator, The (2018) - Predator: Upgrade * * ½ Shane Black, der im Original noch eine Nebenrolle hatte, inszenierte dieses Update, das sich nie entscheiden kann, ob es Parodie oder Revival sein will. Die Tricks sind auch eher durchschnittlich und die Story wartet mit gar vielen Unglaubwürdigkeiten auf. 

Wild Pear Tree, The / Ahlat Ağaçı (2018) - Die Wildbirne * * ½ Nach seinem Cannes-Gewinner "Winterschläfer" macht Nuri Bilge Ceylan nochmals Ähnliches: Ein Dreistünder mit langen Gesprächen, in denen Familiäres genauso zum Zug kommt wie das Sinnieren über Geschichte und aktuellen Zustand der Türkei. Das ist ambitioniert, zwischenzeitlich poetisch, mal facettenreich. Doch auch bleiern lang und anstrengend. Das ständige Geschwätz setzt zu, gerade weil es oft so beliebig wirkt. Ein paar wenige Bilder prägen sich ein, eine Brücke in einer Stadt, eine Begegnung mit einer Frau, aber nichts hat dramaturgische Kraft, alles wirkt aneinandergehängt.

Mule, The (2018) * * * Clint Eastwood verfilmte eine unglaubliche wahre Geschichte um einen 90-jährigen Drogenschmuggler, und kam für die Hauptrolle sogar aus der selbst auferlegten Schauspiel-Rente. Der Film ist seltsam bizarr, mal reflexiv autobiographisch, mal ein süffisanter Mittelfinger an seine Kritiker. Doch zwischen aller Holprigkeit ist es doch ein ziemlich unterhaltsames Werk. 

Trauma (2017) * * Plumper und absichtlich auf widerlich getrimmter Exploitation-Reisser, der inhaltlich nicht viel hergibt und dessen Versuch, sich als Kritik an der chilenischen Vergangenheit zu verkaufen, völlig fehlschlägt. 

28.1.2019

Kritik online: The Housemaid * * ½

25.1.2019

Kritik online: Antiporno * * *

If Beale Street Could Talk (2018) * * * Der Regisseur von "Moonlight" verfilmte den Roman über eine junge afroamerikanische Liebe in schwierigem Umfeld. Das zentrale Paar wirkt so idealisiert, dass der Film seltsam distanziert wirkt, trotz all der grossen Emotionen; und auf 2 Stunden ausgedehnt ist der Inhalt eher dünn. Lob geht indes an die Bildsprache, die Schauspieler und einige grossartige Szenen.

Vice (2018) * * * Adam McKay suchte sich mit Dick Cheney ein gar leichtes Ziel aus und die satirischen Seitenhiebe sind daher nicht überraschend. Auch machen die Story-Unterbrüche, die in "The Big Short" gut passen, das Ganze etwas holprig. Doch starke Schauspieler und wichtige Ideen holen die Kohlen aus dem Feuer.

Watership Down (2018) * * * Die etwas lange Trickfilm-Miniserie von Netflix kommt nicht an den düsteren Zeichentrickfilm von 1978 heran, vor allem die Animation ist schlichter, weniger visionär. Doch die Story bleibt näher am Roman von Richard Adams dran und der hat fraglos immer noch Kraft.

Creed 2 (2019) * * * ½ Grundsolide Fortsetzung zum erfrischenden "Creed". Die Akteure überzeugen, die Boxkämpfe sind (wenn auch nicht so virtuos wie in Teil 1) eine Wucht, nur die Story wirkt dieses Mal nicht mehr so stark, auch wenn Freunde von "Rocky IV", auf den hier immer angespielt wird, ihre helle Freude haben können. 

Searching (2018) * * * ½ Ein schlauer wie packender Thriller, der ausschliesslich aus Onlinematerial, TV und Social Media zusammengeschustert ist. Was anderswo ein plumpes Gimmick sein könnte, wertet hier den Fortgang massgeblich auf. 

Skyldige, Den -The Guilty (2018) * * * Das mit bösen Wendungen gespickte Regiedebüt von Gustav Möller ist ein Einpersonen-Kammerspiel, bei dem Jakob Cedergren zu Hochform aufläuft. Visuell und dramaturgisch ist das aber nicht immer in der Lage, die Spannung aufrecht zu halten. 

Mandy (2018) * * * ½ Ein Infernaler Trip mit Nicolas Cage im allerbesten Berserker-Modus. Die Atmosphäre aus lodernd roten Bildern, Blut und Synthesizer-Musik setzt atmosphärische 80's-Akzente, die (fast zu exzessiv eingesetzte) Zeitlupe macht das Ganze noch traumwandlerischer. Inhaltlich vielleicht nicht gar so originell, aber der Kultstatus kommt verdient.  

House with a Clock in Its Walls, The (2018) - Das Haus der geheimnisvollen Uhren * * * Splatter-Boy Eli Roth adaptierte einen Fantasyroman für die ganze Familie. Ganz nett und top besetzt, doch auch etwas zäh und nicht mit dem Charme, welche die Filme der Produktionsfirma Amblin in den 80ern auszeichnete. 

Life of the Party (2018) - How to Party with Mom * * Formelhafte Klamotte, die Ben Falcone seiner Frau Melissa McCarthy auf den Leib inszenierte. Grosse Lacher gibt es nur ganz wenige. 

10x10 (2018) * * Ein Thriller aus dem Klischee-Katalog, der psychologischen Tiefgang nur vorgaukelt. Luke Evans spielt immerhin solide.

Last Laugh, The (2019) * * ½ Beliebige und entschleunigte Netflix-Komödie, bei der die Stars Chevy Chase und Richard Dreyfuss eigentlich die verkehrten Rollen spielen, zumal Dreyfuss' Comedy-Auftritte eher fahl sind. Auch die restlichen Gags im Film wirken dann doch etwas angestaubt.

Ch'tite famille, La (2018) - Die Sch'tis in Paris * * ½ Formelhafte Klamotte von und mit Dany Boon, der damit an seinen Erfolg von "Bienvenue chez les ch'tis" anknüpfen wollte (auch wenn dies kein Sequel ist). Die Gags hängen aber durch, die Darsteller wirken verschenkt.

13.1.2019

Kritik online: Right Now, Wrong Then * *
Kritik online: Manila - In the Claws of Light * * * ½

11.1.2019

Glass (2019) * * M. Night Shyamalans Fortführung seines frühen Hits "Unbreakable" und seines letzten Aufbäumens "Split" beginnt stimmig, ächzt aber durch einen langweiligen zweiten Akt, krankt an Unglaubwürdigkeiten, unnützen Nebenfiguren und harzigen Mr.-Exposition-Dialogen, die die Comicwelt in die reale überführen wollen. Und dann endet alles noch in einem visuell flachen, mit unlogischen Twists versetzten Finale. Während James McAvoy seine Figur zum Overacten nutzt, schlafwandelt Bruce Willis durch den Film und macht die Kampfszenen à la "alter Mann vs. Oben-Ohne-Fetischist" noch (unfreiwillig) lachhafter. Einzig rettender Punkt: Der Soundtrack hat zwar nicht James-Newton-Howard-Niveau, aber er ist angenehm dissonant und vielversprechend.

Favourite, The (2018) * * * * Süffisante Geschichtsstunde des Griechen Giorgos Lanthimos, der zwischen bissiger Satire und heftigem Pathos die Geschichte von Königin Anne erzählt, grossartig gespielt von Olivia Colman. Deren Zusammenspiel mit Rachel Weisz und Emma Stone macht den Kern des Films, unterstützt von gewagter Musik, geschliffenen Dialogen und fast schon Kubrick-esker Bildsprache.

Mary Queen of Scots (2018) * * * Das Filmdebüt der Theaterregisseurin Josie Rourke ist nicht unerwartet leicht theatralisch, aber das passt und sorgt für Atmosphäre. Bildsprache und Akteure überzeugen. Etwas fragwürdig ist, dass Geschichte zurechtgebogen wird, um die (gut gemeinten) Botschaften rüberzubringen, das betrifft nicht nur die Zeichnung der beiden beiden Frauen (Saoirse Ronan als Maria Stuart, Margot Robbie als Elizabeth I), sondern auch schwarze und asiatische Nebenrollen. Nichts gegen diversifiziertes Casting, aber in einem Historienstück lenkt es fast schon ab. 

9.1.2019

Kritik online: Jä-soo * * *

Blumen von gestern, Die (2016) * * * Mal etwas anderes: ein deutsches Holocaust-Drama mit grosser Menge an schrägem und doppelbödigen Witz. Das klappt nicht immer, aber die überzeugenden Darsteller tragen auch über die dramaturgischen Untiefen.

8.1.2019

Black Mirror: Bandersnatch (2018) * * * Netflix' interaktiver Serienableger hat raffinierte Momente und spielt geschickt mit dem Thema der Kontrolle. Mit der Zeit geht den Zeitschlaufen aber die Luft aus.

Nutcracker and the Four Realms, The (2018) * * Aufwendig produzierte Disney-Kiste, die mit vorherigen "Nussknacker"-Inkarnationen nur noch wenig gemein hat und stattdessen daherkommt wie ein 08/15-Märchen, das zu allem Übel auch noch "rushed" wirkt: ein dünner, aber aufgeblasener Plot in eineinhalb Stunden abgehakt, da bleibt kein Platz für Charakterentwicklung. Schade um die namhaften Akteure, v.a. Keira Knightley legt sich chargiermässig voll ins Zeug und Mackenzie Foy ist in der Hauptrolle süss.

Bird Box (2018) * * * In der Netflix-Produktion muss sich Sandra Bullock durch eine Horror-Apokalypse à la "A Quiet Place" schlagen (nicht sehend statt nicht sprechend), und das passiert angenehm unheimlich und dramatisch, wenn auch leicht vorhersehbar.

Breaking In (2018) * * Home-Invasion-Thriller der formelhaftesten und simpelsten Art, der auch durch solide Akteure kaum gerettet wird.

Ibiza (2018) * * ½ Simpel gestrickte, teilweise recht plumpe Komödie um drei Amerikanerinnen, die auf der titelgebenden Ferieninsel landen.

7.1.2019

Kritik online: Shoplifters * * * *

Robin Hood (2018) * ½ Ein nervtötend überinszeniertes Update, das inhaltlich nicht ausgereift ist und visuell so viele unnötige Kapriolen schlägt, dass man schnell die Lust verliert. Die eingeplanten Fortsetzungen werden zum Glück nie realisiert.

1.1.2019

Kritik online: Frühlingslied * *

31.12.2018

Kritik online: Burning * * * ½

Ralph Breaks the Internet (2018) * * * ½ Spassige, flott animierte und einfallsreiche Fortsetzung von "Wreck-It Ralph", die in mancher Hinsicht der Film ist, der "Emoji Movie" gerne gewesen wäre in Sachen Internet/Meme/Popkultur.  

Bumblebee (2018) * * * ½ In den Händen von "Kubo and the Two Strings"-Regisseur Travis Knight entstand ein "Transformers"-Ableger, der mehr einem Amblin-Film der 80er (namentlich "E.T.") ähnelt als Michael Bays Fetisch-und-Hektik-Exzessen. Man kann der Action ausnahmsweise folgen und die Figuren sind nicht nur eindimensionale Hüllen, was sich ganz besonders bei den weiblichen Figuren zeigt. Das entschädigt dafür, dass die Story doch eher formelhafter Natur ist.

Beautiful Boy (2018) * * * ½ Tragische wahre Story um einen Vater und seinen drogensüchtigen Sohn. Nichts daran ist echt überraschend, aber die Emotionen, die Nachdenk-Ansätze und die Darsteller überzeugen. 

Aquaman (2018) * * * ½ Trotz Überlänge ein flottes DC-Comicabenteuer, das dank James Wan auf dem Regiestuhl deutlich farbenfroher und peppiger, oft gar psychedelisch daherkommt, als die Werke von Zack Snyder. Bei der Story hätte man mehr herausholen können und das Ganze wirkt weniger dynamisch als DC-Überflieger "Wonder Woman", aber die Richtung stimmt.

Green Book (2018) * * * ½ Komödienprofi Peter Farrelly verfilmte eine wahre Geschichte um eine Männerfreundschaft, die in den 60er-Jahren den Rassen-Graben überwindet. Manchmal klebrig und vorhersehbar, aber der Film hat viel Charme, die Darsteller sind toll, allen voran Viggo Mortensen, der in der Rolle aufgeht. 

Alpha (2018) * * * Halb Coming-of-Age-Drama, halb prähistorischer Abenteuerfilm: die eine Hälfte der Hughes Brothers inszenierte einen formelhaften, aber bildgewaltigen Mix.

Kids in Love (2016) * * Das seichte Filmchen über privilegierte junge Engländer wirkt deutlich länger als es ist, weil die Figuren so schrecklich kalt lassen. Da hilft auch das gewohnt solide Spiel von Will Poulter nicht. 

Spy Who Dumped Me, The (2018) - Bad Spies * * Mila Kunis und Kate McKinnon wären eigentlich die Top-Besetzung für eine abgedrehte Agentenparodie. Doch die Story ist so dünn und zerdehnt, die Gags sind so voraussehbar - das kann niemand retten. 

Nebel im August (2017) * * * ½ Nüchterne wie eindringliche Aufarbeitung des Schicksals von Ernst Lossa, der in einer Euthanasie-Anstalt der Nazis landete. Jung wie alt spielen zudem sehr überzeugend. 

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) * * * Aufwendige Verfilmung des Michael-Ende-Romans. Inszenatorisch und inhaltlich etwas gar sehr auf der sicheren Seite, aber für Kinder gute Unterhaltung. 

55 Steps (2017) - Eleanor & Colette * * * Einfühlsame, aber auch etwas formelhafte Tatsachenverfilmung von Bille August, die ganz vom Talent der Hauptdarstellerinnen Hilary Swank und Helena Bonham Carter lebt. 

Attack of the Lederhosen Zombies (2016) * * Der österreichische Zombiefilm hätte Potential zum Kult- und Trashfilm, doch er kommt erzählerisch nie in Fahrt, die Figuren sind uninteressant und der Trash-Anspruch wirkt zu forciert.

Profs, Les (2013) - School Camp * * Infantile französische Comicverfilmung um Amateur-Lehrer, die eine vom Ende bedrohte Schule retten sollen. Die Gags pendeln zwischen sexistisch, vorhersehbar und einfach dumm, auch ein paar Lacher retten das dünne Konzept nicht. Da lieber "Fack ju Göhte".

Lazarus Effect, The (2015) * * ½ Trotz stattlicher Besetzung um Olivia Wilde und Donald Glover ist diese Blumhouse-Produktion um ein Serum, das Tote auferweckt, so unendlich formelhaft, dass der Spass sich verpufft.

Moment d'égarement, Un (2015) - Der Vater meiner besten Freundin * * * Kokettes, unterhaltsames und vor allem gut besetztes Remake einer französischen Tragikomödie von 1984, doch das Thema bleibt allen Versuchen zum Trotz dann doch eher trivial abgehandelt. 

14.12.2018

Mortal Engines (2018) * * * Die Romanverfilmung holt viel Inspiration bei bekannteren Fantasy- und Steampunkt-Stoffen, so steckt auch Miyazaki und "Star Wars" drin. Alles höchst interessant, alles Stoff für Grösseres. Doch der unerfahrene Regisseur (unter Produktion von Peter Jackson) hetzt durch das Material, dass man epische Vistas kaum geniessen kann. Was für eine vergeudete Chance, da hätte ein grandioser Film drin gelegen.

Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018) * * * * Mit kreativem Imput von "Lego Movie"-Macher Phil Lord entstand ein rasanter und in seiner Erzählweise ungeheuer erfrischender (animierter) Spider-Man-Einsatz, der auch visuell prickelnd und den Mut hat, volle Pulle in die LSD-Farbkiste zu greifen. Der beste Spidey wohl seit Sam Raimis "Spider-Man II". Kleiner Nachtrag: Auch wenn die Optik oft sensationell ist, machten die Animatoren einen Fehlgriff, wenn es um Bildhintergründe geht. Viele wirken, als schaue man einen 3D-Film ohne 3D-Brille und das war eine bewusste Entscheidung. Es verleiht dem Film einen spezielle Touch, aber macht ihn irgendwie auch unnötig unscharf und Kopfschmerz-anfällig. 

Zwingli (2018) * * * Etwas trockene, aber handwerklich wie schauspielerisch solide Aufarbeitung des Lebens des Schweizer Reformators; historisch manchmal etwas gar sehr auf Heldenverehrung getrimmt, aber thematisch immer reizvoll und im letzten Drittel durchaus mit Facetten.

Gotti (2018) * ½ Der von Kritikern zurecht verrissene Film ist nicht extrem schlecht, aber er ist vor allem totlangweilig, hakt lustlos ein "best-of" des Mafioso ab, und ist ihm zu allem Übel auch noch viel zu wohlgesonnen.

Renegades (2017) * * Stark standardisierter und formelhafter Kriegs-Actionfilm, immerhin halbwegs unprätentios (und mit J.K. Simmons in einer Nebenrolle). 

Junge muss an die frische Luft, Der (2018) * * * Die Verfilmung von Hape Kerkelings Jugendtagen hält gut die Balance aus Humor und berührendem Drama. Dramaturgisch ist das etwas beliebig, aber dank tollen Akteuren und gelungenen Szenen bleibt der Film dennoch hängen. 

2.12.2018

Extraordinary Journey of the Fakir, The (2018) - Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Kleiderschrank feststeckte * * * Sympathischer Weltreisefilm mit dem südindischen Superstar Dhanush, inszeniert von Ken Scott ("Starbuck") auf den Spuren von Filmen wie "Hector and the Search for Happiness" oder "Der Hundertjährige". Mit einem Hauch Bollywood, mehr als einem Hauch Kitsch à la Lasse Hallström, doch der Mix davon mit der aktuellen Migrationsthematik geht völlig schief. 

Ballad of Buster Scruggs, The (2018) * * * ½ Die Netflix-Produktion der Coen-Brüder nimmt verschiedene Western-Geschichten und vereint sie zu einer Anthologie, die das Leben in der Frontier-Zeit beschreibt: mal komisch, mal zynisch, mal bewegend. Die Struktur ist fast zwingend etwas holprig, da die Episoden nicht verknüpft sind, doch das Genie der Coens ist immer zu sehen.

Mowgli (2018) * * * ½ Andy Serkis inszenierte für Netflix seine Variante des Kipling-Klassikers, etwas näher an der Vorlage als die Disney-Version vom Vorjahr, und dadurch auch düsterer. Was dem Plot an Dynamik fehlt, macht "Mowgli" mit einem überzeugenden jungen Hauptdarsteller, gefälliger Optik und eben düsterer Optik wett. So kann man auch darüber hinwegsehen, dass die Tricks etwas schwächer sind als in "Jungle Book".

Grinch, The (2018) * * ½ Die "Minions"-Macher verwursten den Dr.-Seuss-Klassiker zum flotten, aber einfallslosen Trickfilm, der zwischen Zynismus und Zucker sowie zwischen Weihnachts-Kommerz und Menschlichkeit oszilliert, was ihn etwas schizophren erscheinen lässt (fast könnte man sagen: verlogen).

Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald (2018) * * ½ Der bisher schwächste Film im Potter-Kosmos ist dramaturgisch unausgewohen, wirkt halbfertig und wirkt visuell über weite Strecken uninspiriert. Ich war nie ein Fan von David Yates' Grau-in-Grau-Look, den er hier immerhin ein paar Mal bricht, aber nun hab ich endgültig genug. Gebt dem Mann eine Farbpalette, damit er mal etwas verspielter bebildert. Auch recht übel: Johnny Depps Flucht am Anfang ist schrecklich inkohärent, da hat auch noch der Cutter versagt. Und ähnliche chaotische Actionszenen gibts auch später. Immerhin sind die Schauspieler überzeugend und ein paar Einzelszenen lassen die Magie aufleben.

Girl in the Spider's Web, The (2018) - Verschwörung * * * Wieder neue Besetzung, wieder neuer Regisseur. Aber diese nicht mehr auf einem Stieg-Larsson-Buch basierende Fortsetzung ist dennoch etwas besser als erwartet: ein gut gemachter, kurzweiliger Actionthriller, bei dem der Tiefgang der Vorgänger zwar zurückgeschraubt wird, aber das Publikum trotzdem mit Lisbeth Salander mitfiebern kann.

Pokémon the Movie: I Choose You! (2017) - Pokémon – Der Film: Du bist dran! * * ½ Gelungenes Prequel/Reboot der Reihe, mit gewohnten Beigaben, aber weil man nun 19 Folgen lang immer "grösser/besser" bringen musste, ist es entspannend, hier mit Nr. 20 wieder einen Gang zurückzuschalten. 

Christmas Chronicles, The (2018) * * * Putziger Weihnachtsspass von Netflix mit Kurt Russell als Weihnachtsmann.

Cam (2018) * * * Der Netflix-Horrorfilm ist ein konsequent durchgezogener Thriller rund um Sex, doppelte Identität und Internet. Eine reizvolle Mischung, überzeugend gespielt, wenn auch etwas lang für den doch dünner als erhofften Inhalt.

Fallen (2016) * * Prototypische "Young Adult"-Fantasy, die aber wie der Auftakt zu einer Serie wirkt, die freilich wohl niemals kommen wird. Entsprechend unfertig und ideenlos ist die Engel-auf-Erden-Story, die Schauspieler wirken gelangweilt, der Plot hat keine Raffinesse.

Bad Times at the El Royale (2018) * * * ½ Cleverer Gaunerfilm in poppiger Ästhetik. Deutlich zu lang und nicht so genial wie Drew Goddards Erstling "Cabin in the Woods", aber überzeugende Unterhaltung allemal.

Overlord (2018) - Operation Overlord * * * ½ J.J. Abrams produzierte diesen Mix aus Zombie-, Nazi-Exploitation- und Kriegsfilm, oft splattrig und überzeichnet, dann aber auch als halbwegs seriöser Film gut. Fast schon ein wenig wie "Wolfenstein".

Taxi 5 (2018) * * Halb Remake, halb verspätetes Sequel: die Luft in dieser Luc-Besson-Produktion ist endgültig raus, stattdessen gibts mässige Action und peinliche Witze. 

Nine Lives (2016) * * Nicht ganz so schlimm wie sein Ruf, aber jeder, der in Barry Sonnenfelds Mann-wird-Katze-Komödie dabei war, kanns besser. Da täuschen auch ein paar amüsante Momente nicht drüber hinweg.

Terminal (2018) * * ½ Ein Neo-/Neon-Noir, der seine tolle Besetzung und die kühne Optik verschwendet, da man nie wirklich mit jemandem mitfiebert und die Story zu verkrampft auf verzwickt getrimmt ist. 

Outlaw King (2018) * * * Die Netflix-Produktion um den Schottenkönig Robert the Bruce bietet eine angenehm dreckige Optik und einige überraschende Gewaltspitzen, doch die Story reisst nicht mit wie jene von "Kollege" William Wallce in "Braveheart" und Chris Pine wirkt nicht nur seines Akzents wegen ein bisschen fehlbesetzt. Sehenswert dennoch allemal.

25.10.2018

Kritik online: The Night Comes for Us (2018) * * * ½

Bohemian Rhapsody (2018) * * * Anders als die Songs von Queen experimentiert dieses Musiker-Biopic nicht herum: Bryan Singer (und nach dessen Kündigung Dexter Fletcher) inszenierten eine etwas weichgespülte und oberflächliche Hommage an die Band, welche aber temporeich von Song zu Song hüpft und auch schauspielerisch einiges auf dem Kasten hat. Ich hab wohl weniger mit dem Film mitgefiebert, als mit Freddie Mercury als Person/Ikone und mit den Songs, die man eh immer hören kann.

Butter (2011) - Alles in Butter * * * Gelungen besetzte Komödie zwischen Politsatire und Wohlfühlfilm, was ab und zu nur holprig funktioniert. Kurzweilig ists allemal.

Gleissendes Glück (2016) * * ½ Martina Gedeck und Ulrich Tukur sind famos in der Romanverfilmung um Einsamkeit und Sex. Doch die sperrige und kopflastige Inszenierung machen das Charakterdrama rasch öde. 

23.10.2018

Kritik online: Lord Jim (1965) * * *
Kritik online: Die 6 Kummerbuben (1968) * * ½

22.10.2018

Halloween (2018) * * * Der Film schliesst direkt an John Carpenters Original an, nur 40 Jahre später versteht sich, und ist ein wenig aufgebaut wie "Terminator 2" mit Jamie Lee Curtis als traumatisiertem Opfer, das sich mit Waffen und Rachegelüsten eingedeckt hat. Wenn immer Curtis im Fokus ist, überzeugt der Film, doch er hat auch zu viele Nebenfiguren (und einen völlig unglaubwürdigen Twist bei einer von ihnen) auf Lager. Auch echte Atmosphäre kommt nur selten auf, trotz Musik von Carpenter und Sohn. Ein solides Sequel durchaus, das von Kritik und Publikum aber ein wenig zu euphorisch aufgenommen wurde.

Apostle (2018) * * * Gareth Evans, Regisseur der indonesischen "Raid"-Reisser, kehrt in seine walisische Heimat zurück und überrascht mit Historienhorror auf den Spuren des Klassikers "Wicker Man". Nach einem etwas langsamen Start wird der Film zum fiebrigen Okkult-Horror, was an sich ganz nach meinem Gusto wäre, aber doch etwas gar plakativ daherkommt.

22 July (2018) * * * Nach dem norwegischen Film "Utøya 22. juli" kommt von Paul Greengrass der etwas konventionellere Ansatz. Das Massaker ist noch immer erschütternd, doch Breivik bekommt zu viel Fokus und wird dadurch mehr glorifiziert als gewollt. Auch stört, dass die norwegischen Schauspieler gebrochen Englisch sprechen müssen. Der Film ist aber allemal hochwertig inszeniert und gespielt. 

I Still See You (2018) * * Der Regisseur von "Midnight Sun" inszenierte mit der dortigen Hauptdarstellerin Bella Thorne einen von der Idee her reizvollen Mysterythriller, der wirr erzählt ist und gegen Ende komplett aus dem Ruder gerät.

Swimming with Men (2018) * * * Schematischer, aber sympathischer britischer Film um eine Männergruppe, die dank einem ungewöhnlichen Hobby etwas Ruhe in ihr Leben bringt: Synchronschwimmen. 

Hostiles (2017) - Hostiles - Feinde * * * ½ Zappendusterer Western von Scott Cooper ("Out of the Furnace") mit kraftvollen Darstellern. Das Tempo ist gedrosselt, die Story an sich dünn, dafür entschädigt die tolle Atmosphäre (Soundtrack inklusive). 

Every Day (2018) - Letztendlich sind wir dem Universum egal * * * Die an sich an den Haaren herbeigezogene Ausgangslage wird mit dem nötigen Ernst, aber auch viel Humor durchgezogen, und entlässt auch noch mit einer gut gemeinten Botschaft. 

Tully (2018) * * * Die dritte Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody ist etwas holprig im Tonfall, überzeugt aber dank der sackstarken Charlize Theron und einigen gelungenen Seitenhieben aufs Muttersein. 

Goodbye Christopher Robin (2017) * * * Sentimentales, aber auch rührendes Drama um das familiäre Zusammenleben im Haus von "Winnie the Pooh"-Schöpfer A.A. Milne.  

Egon Schiele - Tod und Mädchen (2017) * * * Etwas gar braves Porträt des provokanten Wiener Künstlers, aber gediegen inszeniert und mit interessanten Einblicke in die Wiener Bohème vor dem Ersten Weltkrieg. 

Simple Favor, A (2018) - Nur ein kleiner Gefallen * * * Süffisanter Thriller von Comedy-Experte Paul Feigg, der einen auf schlüpfrig-wendungsreichen Thriller im Stil von "Gone Girl" oder "Wild Things" macht, wenn auch nicht so toll wie jene beiden. Die Romanverfilmung beginnt keck und überraschend amüsant, die Montage ist gelungen, doch die Glaubwürdigkeit stürzt gegen Ende ab und entlässt mit einem schlechteren Eindruck, als nötig gewesen wäre.

Anon (2018) * * ½ Ähnlich wie in "Gattaca" widmet sich Regisseur Andrew Niccol einer kalten Überwachungs-Zukunft. Hier ermittelt Clive Owen gegen eine Frau, die sich in die Hirne von Menschen hackt und mordet. Reizvolles Thema, läuft aber ins Nichts und wird nach starkem Start rasch öde. 

Ploey (2018) * * Der isländisch-belgische Trickfilm ist in seiner Animation mittelprächtig und inhaltlich ziemlich dünn - zudem tischt er für einen Kinderfilm immer mal wieder fragwürdige Moral auf. 

2.10.2018

Venom (2018) * * ½ Unterhaltsamer Superheldenfilm, bei dem aber deutlich herumgeschnipselt wurde. Nun weiss man nicht mehr, ob dies eine Beinahe-Komödie oder ein düsterer Comicfilm sein soll - wobei der wandelbare Tom Hardy eher auf ersteres setzt und herrlich ist, wenn er mit quasi mit sich selbst agieren muss. Gegen Ende ist die Luft dann aber endgültig raus.

Star Is Born, A (2018) * * * ½ In seinem Regiedebüt verschafft Bradley Cooper der oft verfilmten Story ein Update, mit sich überzeugend in der Hauptrolle und Lady Gaga als stimmgewaltige Partnerin. Recht unaufdringlich und einfühlsam inszeniert, wenn auch etwas zu lang und an den Ecken und Kanten abgeschliffen. 

Unschuldige, Der (2018) * * * ½ Nach "Chrieg" erneut ein sehenswertes Werk von Simon Jaquemet: Extrem atmosphärisch irgendwo zwischen "Eyes Wide Shut" und "The Exorcist" taucht er in die Untiefen des Sektenlebens ein, höchst realistisch, dann doch geradezu höllisch. Auch wenn die Aussage bisweilen schleierhaft bleibt, das Drama ist alleine schon wegen des tollen Spiels von Judith Hofmann starkes Kino. 

Maniac (2018) * * * ½ "True Detective"-Regisseur Cary Joji Fukunaga adaptierte eine norwegische Serie für Netflix zur höchst eigenwilligen Miniserie. Top gespielt, vor allem von Emma Stone, Sonoya Mizuno und Sally Field, oft ansprechend schräg bebildert und inhaltlich stimulierend. Mit der Zeit gehen den psycho-surrealen Episoden aber der Pepp aus und die Story beginnt, sich im Kreis zu drehen. Am Ende ist es dann doch dünner als erhofft.

Incredibles 2 (2018) * * * * Die späte Fortsetzung des Pixar-Juwels ist nicht mehr ganz so frisch wie das Original von 2004, glänzt aber mit immensem Tempo, tollen Figuren und gewohnt hochwertigem Humor. Bis Teil drei geht es nun hoffentlich nicht vierzehn Jahre.

Mein Blind Date mit dem Leben (2017) * * * Sympathische deutsche Verfilmung eines autobiographischen Romans um einen jungen Mann, der Karriere machen will, obwohl er kaum mehr etwas sieht. Vorhersehbar und zu lang, aber die Tragikomödie unterhält fraglos. 

Hold the Dark (2018) - Wolfsnächte * * * Der Regisseur von "Green Room" verfilmte einen düsteren Roman und heraus kam ein noch düstererer, allegorischer Reisser, der so nihilistisch und blutig ist, dass es verbissen wirkt. Doch die kraftvollen Akteure und die Bilder von Nordalaska reissen das Ruder doch eher Richtung positiv. 

Breathe (2017) * * * Bewegendes True-Story-Drama, inszeniert von Gollum-Darsteller Andy Serkis. So faszinierend die Hauptfigur doch auch ist, so unüberraschend ist die Geschichte erzählt. 

Status Update (2018) - Appgefahren * * ½ Nette Jugendkomödie mit Fantasy-Touch, leider auch überlang und mit ein paar unpassenden Comedy-Szenen. Da hätte mehr dringelegen.

Truth or Dare (2018) * * Die Blumhouse-Produktion enttäuschte Publikum und Kritiker, und tatsächlich wirkt der Horrorfilm manchmal eher wie eine Parodie von Filmen à la "Final Destination" als echter Horror. Manche Szenen und Plot-Twists funktionieren aber ganz brauchbar, gar so viel Hass hat der Film doch nicht verdient.

Laissez bronzer les cadavres (2017) - Leichen unter brennender Sonne * * ½ Bei den Machern von "Amer" erwartet man ja viel Stil vor wenig Substanz. Doch ihre neue 70er-Jahre-Verbeugung (besonders Italowestern, Giallo und Poliziotti) bietet ausser ein paar wirklich wunderschönen Tableaus wenig. Der Inhalt ist "dank" seiner leeren Figuren und der dünnen Handlung recht langweilig, da nützten auch alle fetischierenden Nahaufnahmen, Morricone-esken Töne oder verkünstelte Abstraktionen nichts.

Roman J. Israel, Esq. (2017) * * * Stark gespieltes und intelligentes Drama, das im Kern eine sehenswerte Charakterstudie bietet, aber immer wieder in zu gemächliche Segmente abgleitet, geschwätzig wird und betreffend der Hauptfigur auch ein paar unglaubwürdige Entscheidungen auftischt. Sehenswert indes allemal.

Fahrenheit 451 (2018) * * Schlappe Neu-Interpretation des klassischen Stoffes, die den Inhalt der Ray-Bradbury-Vorlage nur halb verstanden zu haben scheint, und auch inszenatorisch eher auf der flauen Seite ist. 

Winchester (2018) * * Der Gruselfilm der "Jigsaw"-Macher springt auf den "Conjuring"-Zug auf mit einer teils-wahren, historisch angehauchten Geschichte, bringt aber nur selten Spannung mit sich und nervt stattdessen mit plakativen Jump-Cuts. Immerhin: auf Hauptdarstellerin Helen Mirren ist immer Verlass. 

Barbie Dolphin Power (2018) - Barbie - Die Magie der Delfine * * Harmlos-kurzweiliges Abenteuer, erzählerisch eins der flotteren, aber nach nunmehr 36 (!) Filmen gehts doch immer um dasselbe, Meerjungfrauen und Delphine sind wirklich kein Bonus-Einfall mehr. 

Blue My Mind (2017) * * * ½ Faszinierender Schweizer Debütfilm um ein Mädchen, dessen Körper sich in der Pubertät wandelt - mehr als normal, denn der Film tangiert durchaus Body Horror. Toll gespielt und extrem nah dran an den Figuren, so ein Film tut dem Schweizer Filmeschaffen auf jeden Fall gut. 

Next Gen (2018) - Das Mädchen und ihr Roboter * * * Grammatik-Fehler im deutschen Titel hin oder her: Die Netflix-Produktion ist ein aufwendiger Animationsfilm mit Tempo, solidem Charakterdesign und reichlich Action. Dass die Story in vorhersehbaren Bahnen läuft, lässt sich verkraften. 

Sherlock Gnomes (2018) * * Magere Fortesetzung des eh schon dünnen "Gnomeo and Juliet", der mit seinen Songs aber noch etwas mehr Schwung hatte als dieses By-the-numbers-Produkt.

Mom and Dad (2017) * * * Der Film definiert «überzeichnet»: von der Story über Nicolas Cages Schauspiel bis zur hysterischen Inszenierung. Es geht darum, dass Eltern überall Amok laufen und ihre Kinder töten wollen. Mal erinnert das an einen Zombie-Film, mal an eine pechschwarze Satire. Schön derb, aber sicher nicht für jedermann.

Invasion (2012) * * ½ Zwischen Drama und Thriller pendelndes, überlanges Werk, das ein wenig an Haneke erinnert, aber nach interessantem Start schnell an Faszination verliert.

5.9.2018

Sorry für das lange Funkloch, ich hab den Sommer genossen und auch kurz Urlaub eingelegt. Die Kritiken haben sich derweil aufgestaut und sind z.T. nun fast ein Monat alt :)

Utøya 22. juli (2018) * * * ½ Der norwegische Film von Erik Poppe ("Kongens nei / King's Choice") rekapituliert das schreckliche Massaker von Utøya aus Opfersicht in einer langen Einstellung. Das geht extrem nahe, ist vor allem für die Hauptdarstellerin eine tour de force und jeder Schuss aus der Ferne lässt das Blut gefrieren. Und: Breivik wird nicht einmal mit Namen genannt, was den Fokus klar auf die Opfer legt. Nur: Muss man das sehen? Grenzt es an Exploitation? Die Frage muss jeder für sich beantworten.

Climax (2018) * * * ½ Ein neuer Gaspard Noë, ein neuer Schocker. Der Film ähnelt einem schlechten Club-Besuch: Erst wird getanzt (PS: So muss ein Tanzfilm sein, keine Cuts, nur zuckende Körper minutenlang), dann kommen Drogen ins Spiel und alles wird zum Horrortrip, der Noë mal wieder erlaubt, in die Abgründe der Menschen zu schauen. Das ist aber visuell so anstrengend und einfach unangenehm, dass der Film zur Durchhalteübung wird, obwohl er Noës kürzester seit langem ist, und sein vielleicht "sanftester". Wie immer eine schweirig zu bewertende Sache, denn faszinierend und einzigartig ist der Film in jeder Sekunde.

BlacKkKlansman (2018) * * * ½ Spike Lees preisgekrönte Aufarbeitung einer unglaublichen wahren Geschichte um einen schwarzen Cop, der den KKK infiltrierte. Manchmal böse, oft pointiert, stets unterhaltsam - trotz Überlänge und etwas sprunghafter Erzählweise, wie wir sie manchmal von Lee kennen.

Meg, The (2018) * * * Die Romanverfilmung steckte jahrelang in der Produktionshölle und scheint nun sehr auf Mainstream eingedampft. Doch Jason Statham trägt den Film gut, die Tricks sind solide, der Unterhaltungswert trotz Überlänge vorhanden.

Man Who Killed Don Quixote, The (2018) * * * Nach über 20 Jahren voller Produktionsprobleme, Wetterchaos, Darsteller-Tode und sonstiger Probleme kommt der Film von Terry Gilliam doch noch ins Kino. Und enttäuscht etwas. Es ist urtypisches Gilliam-Theater, überdreht und karnevalesk, aber wie eine der Figuren sagt "There is a plot?". Zwischen verkrampfter Meta-Ebene und genereller Orientierungslosigkeit schleicht sich schnell einmal Übersättigung ein.

Christopher Robin (2018) * * * ½ Disneys Realversion von Winnie Puuh widmet sich "Hook"-mässig dem erwachsenen Christopher Robin und ist oft Kitsch pur, aber unwiderstehlich charmant, vor allem, wenn die Tiere ins Spiel kommen. Einziges Manko: Marc Forster inszeniert viel zu grau-in-grau-düster. Man dachte wohl, er sei wegen dem thematisch ähnlichen "Finding Neverland" vorbestimmt für den Job, aber er war keine gute Wahl.

Disenchantment (2018) * * * ½ Für Netflix produzierte "Simpsons"-Mastermind Matt Groening diese mehr-oder-weniger Mittelalter-Version von "Futurama". Nicht gar so witzig und kultig, aber allemal amüsant, kurzweilig und voller gewitzter Gags.

When We First Met (2018) * * * Gelungene Zeitschlaufen-Liebeskomödie, die zwra etwas vorhersehbar, aber amüsant abläuft. Produziert von Netflix.

Geschwister, Die (2016) * * * Intimes Berlin-Drama um einen Makler und ein Geschwisterpaar, dem er eine Wohnung verschafft (und sich in den Bruder verliebt). Etwas gar gemächlich und deprimierend, Happy End ist da natürlich fast schon aussichtslos.

Darkest Minds, The (2018) * * Eine der austauschbarsten Young-Adult-Romanverfilmungen - inhaltlich wie gestalterisch. Und weil sie floppte, ist das Ganze auch noch unfertig, denn die nächsten Teile werden wir kaum zu sehen bekommen. Kein grosser Verlust.

Package, The (2018) * * ½ Die Netflix-Komödie um ein versehentlich abgeschnittenes Geschlechtsteil hakt so ziemlich jeden nur vorstellbaren Witz zum Thema ab, tut dies aber wild genug, um zu amüsieren. 

Schönste Mädchen der Welt, Das (2018) * * * Lose basierend auf "Cyrano de Bergerac" entstand eine deutsche Teeniekomödie, die von ihren zwei jungen Hauptdarsteller und gelungenen Rap Battles lebt. Nicht überraschend, aber unterhaltsam. 

Imagine I'm Beautiful (2014) * * ½ Etwas holpriges, solide gespieltes Indie-Drama um eine angeknackste junge Frau, die von Utah nach Brooklyn zieht, und dort Freundschaft mit ihrer ebenso kaputten Mitbewohnerin knüpft.

Kongens nei (2016) - The King's Choice * * * ½ Überzeugend gespieltes und detailverliebtes Kriegsdrama um die Nazi-Invasion in das neutrale Norwegen. Ein wenig Pathos sei vergeben, in der Heimat jedenfalls wars der erfolgreichste Film des Jahres.

Nur Gott kann mich richten (2017) * * * Formelhafter, aber eindringlicher Gangsterfilm von "Blutzbrüdaz"-Regisseur Özgür Yildirim. 

Stronger (2017) * * * Das Denkmal für einen Überlebenden des Boston-Attentats (gespielt von Jake Gyllenhaal) ist bewegend und toll gespielt, doch auch etwas lang und mit vorhersehbarem Pathos.  

6.8.2018

Hotel Artemis (2018) * * ½ Auf kultig und cool getrimmter kleiner Actionthriller, aufgepeppt mit Star-Namen wie Jodie Foster und Jeff Goldblum. Aber der Film will einfach nie zünden, wirkt forciert und nur selten einprägsam. 

Equalizer 2 (2018) * * ½ Die eigentliche Hauptgeschichte ist vielleicht eine Stunde Filmmaterial wert, drumherum gruppiert Regisseur Antoine Fuqua so viele unnütze Nebenhandlungen, dass man sich fragt, ob der Drehbuchautor überhaupt wusste, was er erzählen möchte. Durchaus solide gespielt und szenenweise überzeugend, aber diesem 2. Teil fehlt der Punch des auch schon leicht überschätzten Vorgängers.

Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society, The (2018) * * * ½ Überlange, aber bewegende, gut gespielte und hübsch bebilderte Romanverfilmung mit Wonneproppen Lily James in einer Rolle, die auf sie zugeschnitten scheint.  

Children Act, The (2018) - Kindswohl * * * Richard Eyre ("Iris") verfilmte den Roman von Ian McEwan (der auch das Skript schrieb) auf methodische, eindringliche Weise, ganz geankert mit Emma Thompsons famoser Hauptrolle. Viele der moralischen und psychologischen Fragen werden nicht ganz ausformuliert und die Ereignisse gegen Ende werden immer willkürlicher, aber der Film hat trotz seiner Mängel Kraft.

Wrinkle in Time, A (2018) - Das Zeiträtsel * * Die Fantasy-Romanverfilmung erstickt in künstlichen CGI-Tricks und behaupteten, aber nie fühlbaren Emotionen. Auch wirken viele der stark kostümierten Schauspieler nicht in ihrem Element. Was eine Art "Unendliche Geschichte" hätte werden können, ist so nur dröge - und floppte deftig im Kino. 

Mercy, The (2018) - Vor uns das Meer * * Die wahre Geschichte ist mit Colin Firth und Rachel Weisz stark besetzt, doch das Schicksal der auf dem Meer treibenden Hauptfigur geht nie an die Nieren, wegen a) der Dramaturgie, die mit Rückblenden immer aus der Bedrohung reisst und b) die Charaktere einfach nicht immens sympathisch sind. 

Extinction (2018) * * Der Sci-Fi-Film von Netflix funktioniert streng nach Schema, selbst der Twist wirkt von einer Blaupause und ist auch nicht besonders glaubwürdig (oder schockierend) eingefädelt. Das limitierte Budget erledigt den Rest.

Mitte der Welt, Die (2017) * * * Sympathischer deutscher Jugendfilm, der vor allem bei den Figuren trumpft, selbst wenn die Story aus besseren Filmen zusammengeschustert scheint.

Ghostland / Incident in a Ghostland (2018) * * ½ Mit seinem englischsprachigen Debüt bleibt sich Pascal Laugier treu und schockt gehörig, visuell reizvoll. Doch die Story ist letztendlich doch deutlich dünner als erwartet und der sadistische Anstrich ist nicht jedermanns Sache.

So was von da (2018) * * ½ Die Romanverfilmung taucht ins Partyleben von Hamburg ein und macht das auf schön pulsierende, improvisierende Weise. Doch inhaltlich ist hier nicht viel dran und die technischen Spielereien von unnötigen Jump-Cuts bis zu einer fischaugigen Linse wirken aufgesetzt.

How It Ends (2018) * ½ Der Endzeitfilm von Netflix kriecht gelangweilt seinem offenen Schluss entgegen, der aber nicht wirklich rätseln lässt, sondern einfach vorher gestellte Fragen ignoriert und den Film irgendwie zu früh beendet.

Abracadabra (2018) * * ½ Der Regisseur des innovativen Schwarzweissfilms "Blancanieves" drehte einen unsteten Mix aus Komödie, Drama und Fantasythriller, der für seine unkonventionelle Herangehensweise zwar Lob verdient, mich aber schon nach wenigen Minuten seltsam kalt liess.

Don't Knock Twice (2017) * * Inhaltlich austauschbarer Horror mit anstrengendem Dunkel-Look, der viel zu viele Szenen so sehr verschleiert, dass man nichts mehr erkennt.

22.7.2018

Mission: Impossible - Fallout (2018) * * * * Christopher McQuarrie tritt als erster Regisseur in der Reihe zum zweiten Mal an und liefert ein weiteres hochklassiges Actionprodukt ab. Er braucht ein wenig, bis er in Schwung kommt, aber dann lässt er nicht mehr locker - spannungsmässig, emotional und vor allem im Actionbereich. Bei letzterem ist wieder Realismus Trumpf, Tom Cruise lernte für das grandiose Finale sogar Helikopter fliegen. Diese Hingabe kommt rüber.

Mamma Mia! Here We Go Again (2018) * * * Die späte Fortsetzung muss fast komplett auf Meryl Streep verzichten und über der Story hängt ihr Schatten auf etwas nervende Weise. Aber die Neuzugänge um Prequel/Sequel, v.a. Lily James, sind toll, einige alte Cast-Mitglieder stehlen immer noch die Show, v.a. Christine Baranski, und 70's-Ikone Cher ABBA singen zu sehen, hat etwas Meta-Faszinierendes. Demgegenüber kann Pierce Brosnan immer noch nicht singen und die Story taugt letztendlich eben nichts. Fans des ersten Teils wird das kaum kümmern.

Tag (2018) - Catch Me! * * ½ Die auf Tatsachen basierende Komödie um eine Gruppe Erwachsener, die seit Jahrzehnten Fangis spielt, hat eine nette Grundidee, wird aber im Nu repetetitiv.

Submergence (2017) * * Die Romanverfilmung von Wim Wenders ist ein bedeutungsschwangerer Langweiler, dessen zwischenmenschlichen Beziehungen völlig unglaubwürdig sind. Alicia Vikander sollte in Zukunft solchen Melodramen (siehe auch "Tulip Fever", "The Light Between Oceans") vielleicht fernbleiben, denn so gut sie ist, darin geht sie immer unter.

11.7.2018

Kritik online: Kladivo na carodejnice (1970) * * * *
Kritik online: Lust Stories (2018) * * *

10.7.2018

Ant-Man and the Wasp (2018) * * * Nette Fortsetzung von "Ant-Man", kurzweilig, tricktechnisch top und witzig. Aber dramaturgisch einer der schwächsten Marvel-Filme mangels Fokus und richtig prägnanten Figuren.

Skyscraper (2018) * * ½ Extrem formelhafter Mix aus "Die Hard" und "The Towering Inferno", ganz und gar zugeschnitten auf Hauptdarsteller Dwayne Johnson. Wäre der bedrohte Wolkenkratzer realistischer, wäre der Film wohl auch dramatischer, aber weil alles so künstlich aussieht, mangelt es an visuellen Wow-Momenten.

Sicario: Day of the Soldado (2018) - Sicario 2  * * * ½ Grundsolider, gut gespielter, packender Thriller, der aber nicht mehr den Fokus und den famosen Stil des Originals hat (wohl weil hinter der Kamera nahezu alle Beteiligten ausgetauscht wurden). Auch fehlt Emily Blunt, die zuvor das Herz ausmachte, Episode zwei wirkt dagegen distanzierter. 

Papillon (2018) * * * Brauchbares, aber unnötiges Remake, das nicht so aufgeblasen ist wie die McQueen/Hoffman-Fassung, aber daher auch nicht dessen Nachhhaltigkeit entwickelt. 

Destination Wedding (2018) * * * 90 Minuten lang tauschen Keanu Reeves und Winona Ryder unsympathisch Dialoge aus, es gibt keinen anderen Sprechpart - das strengt an. Doch der grenzenlose Zynismus der beiden sorgt für göttliche Disharmonie, eine der bizarrsten Sexszenen überhaupt und so manch köstliche Szene. Ein schwieriger, aber durchaus lohnender Film, nicht nur für Leute mit negativer Welteinstellung. 

Marfa Girl (2013) * * * Larry Clark will diesmal nicht nur mit nackten Teenagern schocken, sondern bietet auch Einblicke in das Leben von Ausgestossenen und Aussenseitern an der Grenze. Die seltsam unchronologische Erzählweise (manchmal selbst innerhalb einer Szene) ist unnütz künstlich, der Rest wirkt schön roh und ungeschönt.

12 Strong (2018) * * ½ Inhaltlich dürrer Nach-Tatsachen.Soldatenfilm aus der Bruckheimer-Fabrick, solide gemacht und gespielt, aber so uninspiriert und mit propagandistischem Anstrich, dass einem schnell die Lust vergeht. 

Tau (2018) * * Die Netflix-Produktion ist ein ziemlicher Reinfall, trotz soliden Schauwerten und Gary Oldman als Computerstimme. Die Story überrascht nie, mit der Logik hapert es und einige Szenen sind nahezu lächerlich. 

Dude (2018) * * * Die Netflix-Produktion nimmt ihre weiblichen Teenage-Heldinnen zwischen Schule, Drogen und Sex überraschend ernst. Schade sind die Aktricen deutlich zu alt und eine Date-Rape-Szene wird seltsam still hingenommen. Aber ansonsten ein solider Highschool-Film-Effort.

Adrift (2018) * * ½ Sauber inszeniertes True-Story-Drama um ein auf See havariertes Pärchen; doch die Dramaturgie reisst nicht wirklich mit, es gibt so gut wie keine Überraschungen, zumal wir ähnliche Geschichten schon so oft gesehen haben.

Hölle, Die (2017) * * * Harter Reisser von Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky, der wenig Story oder Charakterentwicklung bietet, aber darüber mit Tempo hinwegtäuscht- Die Hauptdarstellerin ist klasse, die Inszenierung leicht Giallo-inspiriert.

Hamilton: I nationens intresse (2012) - Agent Hamilton: Im Interesse der Nation * * ½ Sauber gemachter, aber inhaltlich wenig prickelnder Schwedenthriller nach dem Roman von Jan Guillou.

Hamilton: Men inte om det gäller din dotter (2012) * * ½ Temporeicher, aber formelhafter zweiter Reisser mit Mikael Persbrandt in der Schweden-Bond-Rolle.

20.6.2018

Kritik online: The Agony and the Ecstasy * * * * ½

19.6.2018

Kritik online: The Tiger - An Old Hunter's Tale * * *

Alex Strangelove (2018) * * * Sehr sympathischer Netflix-Jugendfilm um die sexuelle Identitätssuche eines Schülers. Dramaturgisch etwas holprig und als Ganzes etwas vorhersehbar, doch die Überraschungen liegen oft im Detail.

18.6.2018

Kritik online: The Pink Panther Strikes Again * * * * ½

Love, Simon (2018) * * * ½ Wohlfühl-Teeniefilm um einen schwulen Schüler und seine Sorgen rund ums Outing. Die Witze sind gelungen, die Story überrascht, die Schauspieler sind alle höchst charmant. Nur beim Kitsch drückt der Film etwas gar fest auf die Tube, etwa bei der Zeichnung von Simons Familie. Doch das ist wohl dem Feelgood-Zwang geschuldet.

90210 Shark Attack (2014) ½ Selbst verglichen mit anderen Werken des B-Regisseurs David DeCoteau ist dieser "Horrorfilm" wahrer Bodensatz. Null Handlung, null Spannung, null Schauspieltalent, null Budget für Spezialeffekt und fast null Haifisch. Dafür endlose Szenen, in denen adrette Typen baden oder sich einseifen. Klar, das erwartet man von DeCoteau, aber noch nie war das in so viel Langeweile verpackt wie hier. 

Ocean's 8 (2018) * * ½ Verschmitzter Ableger der (männlichen) Ocean's-Reihe nun mit namhafter weiblicher Besetzung. Die Darsteller machen denn auch Spass, die Inszenierung ist flott, aber es fehlt die Chemie zwischen den Akteuren, wie sie etwa noch bei Clooney/Pitt/Damon zu sehen war. Auch die Story wirkt eher wie ein Abklatsch des ersten Teils.

6.6.2018

Jurassic World: Fallen Kingdom (2018) * * * Das erste Drittel mit Dinos und Vulkanausbruch ist visuell stimulierend, doch danach fällt der Film optisch wie inhaltlich ab, wirkt reduziert auf klischeereiche Szenen und eher formelhaftes Monsterspektakel. Schade auch, kommt John Williams' Soundtrack so gut wie nie vor und wich stattdessen einem austauschbaren Klangteppich. Durchaus symptomatisch. PS: Während der erste "Jurassic World" dem Muster von Steven Spielbergs Original folgte, hat dieser nun etliche Parallelen zu Teil 2, "The Lost World"

Rider, The (2017) * * * ½ Höchst atmosphärische Americana-Story um einen jungen Rodeoreiter. Die Story wirkt etwas repetitiv, doch sie ist auch nicht zentral, denn hier geht es um einen Einblick in ein Leben - was noch authentischer dadurch wird, dass sich fast jeder praktisch selbst spielt.

Hereditary (2018) * * * ½ Ein präzise inszeniertes Regiedebüt, das den Horror langsam, aber konsequent aufbaut. Toll gespielt von Toni Collette & Co. und mit einigen schön unheimlichen Szenen, die dankbarerweise ohne Jump Cuts auskommen. Schade nur wirkt die Story wenig innovativ, die ganze Reviewer-Euphorie um den Film kann ich deswegen nicht ganz nachvollziehen. 

Don't Worry, He Won't Get Far on Foot (2018) * * * Gus Van Sant erzählt vom Leben eines Cartoonisten und Alkoholikers, wobei der Fokus auf Letzterem liegt. Die Stars um Joaquin Phoenix und Jonah Hill sind famos, der Wechseln zwischen Witz und Drama gelingt trotz etwas holpriger Erzählweise auch. Die Story dürfte aber etwas mehr Fokus haben, gegen Ende wirkt vieles fast melodramatisch.

Downsizing (2017) * * ½ Nach dem amüsanten und ideenreichen Start fragmentiert der Film in alle Richtungen und findet nie einen dramaturgischen oder emotionalen Anker. Der Humor von Alexander Payne ist ebenso sichtbar wie sein Humanismus, ebenso wie in seinen besten Werken, aber hier wirkt das alles nie aus einem Guss. Kein per se schlechter Film, aber einer, bei dem man frustriert ist, weil so viel mehr hätte drinliegen können. 

Singularity (2017) * ½ Der junge Schweizer Regisseur Robert Kouba realisierte einen Hollywood-Sci-Fi-Film, der sich grosszügig bei "Terminator" und "Hunger Games" bedient, und von A bis Z leider billig und holprig daherkommt. Keine Idee fruchtet, kein Bild bleibt hängen. Und John Cusack schlafwandelt einmal mehr durch eine typische Paycheck-Rolle, ist aber immer noch besser als die grauenhaft untalentierten Teenager in den Hauptrollen. 

Chli Häx, Di / Die kleine Hexe (2018) * * * Putzige Adaption von Otfried Preusslers Bestseller, etwas gewhöhnungsbedürftig nur, Karoline Herfurth auf Schweizerdeutsch synchronisiert zu hören.  

28.5.2018

Kritik des deutschen Krimis Sieben Tage Frist (* * ½)

Wind River (2017) * * * ½ Der Autor von "Sicario" und "Hell or High Water" inszenierte ein fesselndes Drama mit intensiven Szenen. Ab der Sequenz, in der zwei Väter von getöteten Kindern sich weinend in die Arme fallen, hab ich gewusst, dass ich den Film mag. Und auch danach kombiniert Taylor Sheridan eindrücklich die raue Natur Montanas mit dem komplizierten Seelenleben der Figuren. 

Mann aus dem Eis, Der (2017) * * Jürgen Vogel spielt den Ötzi und grunzt sich durch einen visuell durchaus anregenden, aber nach wenigen Minuten todlangweilig werdenden Film. 

Loving Vincent (2017) * * * ½ Von Hand (!) mit Ölfarben gemalter Trickfilm, der dafür verdient eine Oscarnomination erhielt. Die Story liess mich eher kalt, aber dem Stil kann man sich nicht entziehen. 

Cured, The (2017) * * ½ Der Film will dem Zombie-Genre neue Impulse geben, ist aber in seinem Aufbau extrem unglaubwürdig und wird deswegen auch rasch öde. 

Forget About Nick (2017) * * Margarethe von Trotta taucht in New Yorks Modewelt mit zickenden Männlein und Weiblein ein. Selten lustig, selten tiefgründig, meistens langweilig. 

On Chesil Beach (2017) * * * Eine seltsame Romanverfilmung, die nicht sicher ist, was sie erzählen will - aber das mit überzeugenden Darstellern (Saoirse Ronan glänzt wie immer) und sauberer Inszenierung tut. Auch die angesprochene Idee eines Missbrauchs wird nie ausgeführt, was den unsteten Ton zwischen Humor und Heavy Drama weiter kompliziert. 

Wonder (2017) - Wunder * * * ½ Vorhersehbares, aber bewegendes und stark gespieltes Melodrama vom Regisseur von "The Perks of Being a Wallflower". 

Beast of Burden (2017) - Der Kurier * ½ Der klaustrophobische Teil mit Daniel Radcliffe in einem Cockpit dominiert fast den ganzen Film und wird rasch extrem öde. Hier ging etwas von der Struktur bis zur Ausführung schief. 

HHhH / The Man With the Iron Heart (2017) - Die Macht des Bösen * * ½ Der Auftakt um SS-Monster Reinhard Heydrich ist faszinierend und bedrohlich, doch in der Mitte wechselt der Fokus zu den Widerständlern und trotz soliden Akteuren hat mich dies nur noch gelangweilt. 

18.5.2018

Kritik von John Woos Manhunt (* *)

Solo: A Star Wars Story (2018) * * * ½ Nach den vielen Produktionsproblemen ist es erleichternd, einen durch und durch unterhaltsamen, visuell stimulierenden und solide gespielten Film zu sehen. Nur: Braucht es ihn? Er bringt nichts Neues und ich hab die "wie wurde Person X zu Person X"-Vorgeschichten-Drehbücher längst satt, denn sie entzaubern den Mythos und wirken wie Fanfiction. Tricks klasse, Soundtrack auch, Alden Ehrenreich brauchbar, Donald Glover etwas overhyped, aber ein Highlight im Film. Und zum Glück gibt es nicht zu viele verkrampfte Momente, den Film in den Episoden-Kontext einzuordnen.

15.5.2018

Deadpool 2 (2018) * * * ½ Wie schon beim ersten Teil der überraschend erfolgreichen Reihe holpert die Story etwas, weil sie vor lauter Rückblenden, Meta-Jokes und langen Gag-Monologen zerstückelt wird. Doch die Gags sind schön derb und zünden besser als im Vorgänger, die Action ist solide (wenn auch beim Co-Regisseur von "John Wick" minimal enttäuschend), die Post-Credits-Sequenz ist köstlich, die Brutalität erstaunt und Ryan Reynolds hat die Rolle buchstäblich perfektioniert.

Revenge (2017) * * * ½ Das Langfilmdebüt der Französin Coralie Fargeat verleugnet seine Exploitation-Wurzeln nicht, sondern mischt audiovisuell aufregend Rachefilm, französischen Kultfilm, "Mad Max" und "Kill Bill" zum kurzweiligen Reisser. Hauptdarstellerin Matilda Lutz geht von Lolita zu "Tomb Raider"-Look und der Film behält ihren Sex Appeal stets bei, doch auf schön doppelbödige Weise.

Cargo (2017) * * * ½ Wie sich Martin Freeman mit Baby durch ein Zombie-verseuchtes, postapokalyptisches Australien kämpft, ist visuell anregend und bewegend, dazu gibt’s einen interessanten Rassen-Subtext, also ob die Zombies eine Krankheit wären, welche die von den Weissen gebrachte Verunreinigung wieder vom Kontinent der Aborigines entfernt.

Rampage (2018) * * * The Rock und drei riesige Kreaturen: das klingt nach dummem Actionspass und genau das will der Film auch sein, nicht mehr und nicht weniger. Mit Logik sollte man gar nicht erst kommen (ein Riersenkrokodil schwimmt unerkannt von Florida bis Chicago?), sonst ruiniert man sich nur den Fun bei diesem tricktechnisch soliden Spektakel.

5.5.2018

Kritik des japanischen Thrillerdramas The Third Murder (* * *) von Hirokazu Kore-eda.

Sense8 - Season 2 (2016) * * * Die zweite Staffel ist in ihren (gut gemeinten) Botschaften oft so plakativ, dass selbst die Dialoge holpern. Auch die Logik wird strapaziert und vor lauter Zeitlupen-Montagen und wiederkehrenden Themen kommt die Story lange Zeit so gut wie nicht voran. Aber der Look ist trotzdem noch immer top, die Ideen gefallen und die Staffel zieht bis zum offenen Ende noch an. Eine dritte Staffel soll es laut Netflix nicht geben, dafür ein Spielfilm-Finale.

Week of, The (2018) - Die Woche * * Ein weiterer Adam-Sandler-Flop, der im Rahmen seines Netflix-Deals entstand. Ein paar wenige Gags amüsieren, aber der bemühte Plot zieht sich in die Länge, etliche Pointen treffen nicht und das Melodrama am Ende wirkt unverdient.

Uns geht es gut (2016) * * Anstrengender deutscher Kunstfilm um ein paar junge Leute, die durchs Leben driften. Der erotisch aufgeladene Film ist nur leider genauso ziellos und dadurch schwindet alles Interesse recht schnell.

28.4.2018

Kritik des japanischen Dramas Radiance (* * ½)

Isle of Dogs (2018) * * * ½ Wes Andersons zweiter Stop-Motion-Trickfilm ist stilistisch ganz und gar sein Baby: mit liebevoll arrangierten Bildern, schrägen Figuren, eigenwilligem Humor. Die Story wirkt etwas gar gestelzt und dadurch fliesst die Handlung nicht so gut, doch man kann sich dieser Aneinanderreihung an Kuriositäten kaum verschliessen. 

The Leisure Seekers (2017) - Ella & John * * ½ Gut gemeintes, aber recht belangloses Oldie-Roadmovie, das alleine von der Besetzung (Donald Sutherland, Helen Mirren) lebt.

Ingrid Goes West (2017) * * * Eine etwas holprige, aber sehr sympathische Komödie mit ein paar gelungenen Weisheiten über das Leben in Kalifornien. 

25.4.2018

Avengers: Infinity War (2018) * * * * Marvel bündelt seine ganzen Superhelden, von den "Avengers" bis zu den "Guardians oft he Galaxy", in einem einzigen Film. Mit dem zu erwarten spektakulären Resultat. Die Action dürfte manchmal etwas entschleunigt sein, die Optik im All kommt nie an die Verspieltheit von "Guardians" oder "Thor: Ragnarok" heran und wirkt monoton. Und das Ganze ist nun schlicht zu überladen mit Helden. Doch der Mix aus Krawall, Humor und Pathos funktioniert fantastisch, die zweieinhalb Stunden Laufzeit spürt man nie, und das Cliffhanger-Ende ist mutig. Die Spannung bis zur Fortsetzung 2019 ist gross.

22.4.2018
Kritik von Yoji Yamadas What a Wonderful Family! (* * *)

Deep Blue Sea 2 (2018) * ½ Mehr Remake als Fortsetzung - und was für eines: amateurhaft inszeniert auf Haifisch-Trash-Niveau à la Syfy, viel zu viel Blabla, schwache Schauspieler, wenig Spannung. Das Original war kein cineastischer Höhenflieger, aber sehr kurzweilig. Davon kann hier keine Rede mehr sein.

I Feel Pretty (2018) * * Die Amy-Schumer-Show hat eine gut gemeinte Body-Positivity-Botschaft, diese aber verpackt in eine durch und durch vorhersehbare, ab und zu richtig mühsame Komödie. Schumer ist brauchbar, die Internet-Jungs werden ihr wohl wie gewohnt (unnötig) viel Hass entgegenbringen. Doch die Show stiehlt wohl Michelle Williams mit ihrer Piepsstimme. 

Daddy's Home 2 (2018) * * Noch zwei grundverschiedene Grossväter dazuzunehmen (Mel Gibson! John Lithgow!) ist an sich genial, doch daraus machen die Filmemacher nichts Schlaues, höchstens eine halblustige Variante von "National Lampoon's Christmas Vacation".

18.4.2018

Kritik des japanischen Remakes Unforgiven (* * * ½)
Kritik des japanischen Hit-Sequels Bayside Shakedown: The Final (* *)

Quiet Place, A (2018) * * * ½ John Krasinski inszenierte sich und seine Frau Emily Blunt in einem hochspannende Horrorfilm nach "Signs"-Muster. Die Atmosphäre ist toll aufgebaut, über Unglaubwürdigkeit schaut man schnell hinweg. 

Blockers (2018) * * ½ In den USA gefeierte, aber eigentlich eher mittelmässige Komödie, die ein Pro-Argument hat: die "horny teenagers" sind diesmal Mädels. Ansonsten läuft alles nach Formel und die Ausgangslage ist für aufgeschlossene Zuschauer einfach verdammt unglaubwürdig.

Detroit (2017) * * * ½ Kathryn Bigelow widmet sich den Rassenunruhen in der titelgebenden Stadt im Jahr 1967, sehr detailliert und realistisch, nur der Fokus fehlt in der überlangen Produktion bisweilen. 

Gun Shy (2017) * * Eine durchwachsene, meistens unlustige Komödie von Simon West, in der Antonio Banderas als abgehalfterter Altrocker à la Slash immerhin ein paar Pointen auf seiner Seite hat.

Agnes (2015) * * ½ Die Adaption des Debütromans des Schweizer Schriftstellers Peter Stamm hat einen interessanten Kern, ist aber zunehmend sperrig und lethargisch umgesetzt.

Amant double, L' (2017) - Der andere Liebhaber * * * François Ozons erotischer Thriller zerfällt am Schluss dramaturgisch in sich zusammen, was frustriert. Aber inszenatorisch wie schauspielerisch überzeugt der Film, einige angedachte Ideen machen neugierig - und dass das Ganze den Schwenk in Richtung überschwängertem Trash wagt, ist auch recht angenehm. Wäre nur der Inhalt durchdachter.

Lost in Space - Season 1 (2018) * * * ½ Netflix' Revival der Kultserie geht ganz neue Wege, verbannt sogar John Williams' tolles Titelstück in den Abspann, und bietet aufwendige, kurzwielige Sci-Fi. Die Figuren treffen etwas oft dumme Entscheidungen und manche Entwicklungen sind weniger der Logik als der dramaturgischen Willkür geschuldet. Aber das mindert das Interesse nur bedingt.

5.4.2018

Ready Player One (2018) * * * * Steven Spielberg verfilmte den Nostalgie-und-Geek-Roman von Ernest Cline, wechselt dabei mit hohem Tempo zwischen realer Welt und Spielwelt hin- und her. Beide sind vollgestopft mit Popkultur-Referenzen, von A-Ha über "Starcraft" bis "Iron Giant" oder "Back to the Future". Doch Spielberg verfällt nicht einfach dem Zitieren, sondern macht diese Elemente zum elementaren Teil der (etwas dünnen) Story. Der blaustichige, ausgewaschene Look droht manchmal, die visuellen Spielereien zu verschleiern, aber dank Spielbergs Erzähltalent wird man immer mitgerissen. Etwas unpassend höchstens die Schlussbotschaft, die im Gegensatz zum Rest des Films auf Gamer-feindliche Weise moralisierend scheint.

Lean on Pete (2017) * * * ½ Etwas zu lange, aber bewegende Romanverfilmung vom Regisseur von "45 Years", in der vor allem der junge Hauptdarsteller Charlie Plummer einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

You Were Never Really Here (2017) - Beautiful Day * * * ½ Das radikale Drama von Lynne Ramsay ("We Need to Talk about Kevin") ist Style over Substance, denn der exploitation-lastige Inhalt zwischen "Taxi Driver" und "Oldboy" gibt mit seinen nicht gerade erhellenden Rückblenden nicht so viel her. Doch der kraftvolle Score von Jonny Greenwood und vor allen die Power-Performance von Joaquin Phoenix hieven das Ganze trotzdem ins Sehenswerte. 

Strange Magic (2015) * * Die Story von George Lucas (!) ist lose bei Shakespeare inspiriert, doch die lieblose Animation der Figuren und die austauschbare Geschichte machen das Ganze rasch langweilig.

Game Over, Man! (2018) * * ½ Die Netflix-Komödie tischt so ziemlich die primitivsten Witze auf und hat einen kuriosen Penis-Fetisch. Doch bei den völlig überzeichneten Gewaltszenen und dem schlüpfrigen Humor hab ich mich, auch wenn ich nicht wollte, doch immer wieder gekrümmt vor Lachen. 

Geostorm (2018) * * ½ Der ehemalige Emmerich-Produzent Dean Devlin machte es als Regisseur seinem Kumpel gleich und inszenierte einen geradezu alles abdeckenden Katastrophenfilm. Der fällt oft ins Lächerliche ab und einige Tricks sind unter aller Sau, aber Fans von Desaster-Schauwerten kommen immer mal wieder auf ihre Kosten.

Roxanne Roxanne (2017) * * ½ Das Netflix-Drama porträtiert die Jung-Rapperin Roxanne Shanté aus dem New York der 80er. Die Musik scheint nur am Rande wichtiger, im Vordergrund steht das Sozialdrama um Shanté - und das ist so einfallslos wie gemächlich inszeniert.