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19.7.2019

Ich hatte ein paar Tage Ferien, was mein eh schon lausiges Upload-Programm noch weiter durcheinander gebracht hat. Und ich konnte einige Filme nicht sehen, hol die aber teilweise nach - angefangen mit dem neuen "Spider-Man"

Spider-Man: Far from Home (2019) * * * ½ Auch diesmal werden Teeniefilm und Superheldenaction bestens unter einen Hut gebracht, und wer will, der kann noch etwas Kritik am postfaktischen Zeitalter mit seinen Fake News und Online-Wahrheitsverdrehern à la Alex Jones erkennen (nicht zuletzt natürlich in der herrlichen Abspannsequenz). Jake Gyllenhaal kommt fast etwas zu kurz und visuell wirkt das Ganze ein wenig zu fad, aber gute Marvel-Unterhaltung ist garantiert.

Otherhood (2019) * * * Angela Bassett, Patricia Arquette und Felicity Huffman verkörpern drei alleinstehende Mütter, die ihre erwachsenen Söhne besuchen – und für Turbulenzen sorgen. Die Inszenierung der TV-Autorin Cindy Chupack ist etwas austauschbar, aber der Humor sitzt und die drei Aktricen zeigen sich in guter Spiellaune.

Maria Mafiosi (2017) * * ½ In ihrem Regiedebüt verbindet Schauspielerin Jule Ronstedt eine Bayernkomödie mit einer Mafiaklamotte. Das könnte passen, doch das Resultat ist so vorhersehbar wie austauschbar.

Kidnapping Stella (2019) * * * Solides deutsches Remake von "The Disappearance of Alice Creed ", simpel gestrickt und spannend, wenn auch nicht gar so atmosphärisch wie das Original. Kurios die Besetzung, in der zwei der jungen Hauptrollen von Comedy-Stars aus "Fack ju Göhte" gespielt werden.

28.6.2019

They Shall Not Grow Old (2018) * * * * Peter Jackson colorierte und bearbeitete Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg, unterlegt sie mit Erinnerungen von (britischen) Veteranen und schuf so einen Dokfilm, wie es ihn zuvor kaum je gab: Anstatt den Krieg aus der Distanz durch körnige, Stummfilmfetzen zu betrachten, werden wir in das Geschehen hineingezogen und bekommen das Gefühl von der Realität und impliziert dadurch auch von der Aktualität. Famos.

Hate U Give, The (2018) * * * Bewegendes und gut gespieltes, aber überlanges Rassismusdrama, das seine Themen eine Spur zu plakativ präsentiert und dafür ein paar Nebenfiguren opfert. Aber das Thema ist zu wichtig und zu engagiert präsentiert, um sich so den Film vermiesen zu lassen.

Capricorn One (1977) - Unternehmen Capricorn * * * ½ Spekulativer Verschwörungsthriller von Peter Hyams um eine fingierte Mars-Mission (was die "Mondlandung ist fake"-Meute befeuerte), bis auf ein paar Hänger gegen Ende packend inszeniert und vom durchaus namhaften Ensemble überzeugend gespielt. Ein etwas düstereres Ende hätte vielleicht auch nicht geschadet. 

St. Valentine's Massacre, The (1967) - Chicago-Massaker * * * ½ Einer der wenigen Filme, die B-Film-Ikone Roger Corman für ein Major-Studion inszenierte. Das tut er mit eindrücklicher Besetzung und tollen Sets, auch widersteht er der Versuchung, Gangster und Massaker zu glorifizieren. Ein guter, ganz klassischer Gangsterfilm - umso erstaunlicher, dass Corman unter Budget blieb und danach den Studios wieder abschwor, um sein eigenes Ding (primär als Produzent) durchzuziehen. 

Murder Mystery (2019) * * ½ Einer der besseren Filme, der aus dem Deal zwischen Adam Sandler und Netflix entstanden ist. Doch noch lange nicht gut: Die mit Sandler, Jennifer Aniston und Dany Boon besetzte Komödie folgt ziemlich unterhaltsam den Agatha-Christie-Spuren, hat aber auch plumpe Spässe auf Lager und wirkt uninspiriert inszeniert, ohne Pep und visuelle Raffinesse.

Elisa y Marcela (2019) * * * Isabel Coixet ("Eleg") erzählt die wahre Geschichte zweier Spanierinnen, die sich Anfang 20. Jahrhundert ineinander verlieben. Um zu heiraten, gibt sich eine als Mann aus. Gefilmt ist dies in nüchternem Schwarzweiss, und auch wenn das Thema viel hergibt, bleibt der Film etwas leer.

21.6.2019

Kritik online: Liverleaf * * ½
Kritik online: Der Galgensteiger * * ½
Kritik online: Peau d'ane * * * ½

17.6.2019

Chernobyl (2019) * * * * Detailverliebte, famos gespielte und bewegende Rekonstruktion des Unglücks von 1986 als HBO-Miniserie. Der Fünfteiler ist nie reisserisch, entwickelt aber gerade auch mit seiner Nüchternheit eine ungeheure Sogwirkung.

X-Men: Dark Phoenix (2019) * * ½ Drehbuchautor Simon Kinberg liefert ein halbwegs solides Regiedebüt ab: Mit diesem (nach dem "Apocalypse"-Exzess) schön geerdeten Superheldenfilm, der sich mehr auf Figuren, als auf Spektakel konzentiert. Dazu brauchbare Schauspieler, ein gelungener Soundtrack und eine mit Aussetzern packende Story. Ein Manko sind die Ersatz-Bösewichter um Jessica Chastain, die es eigentlich gar nicht gebraucht hätte. An den Kinokassen und bei den Kritikern legte der Film indes eine Bruchlandung hin, zum Teil verdient, zum Teil aber auch übertrieben.

History of Love, The (2016) * * * Die ambitionierte Romanverfilmung ist das US-Debüt des Rumänen Radu Mihaileanu ("Zug des Leben"). Gut gespielt und dauber inszeniert, doch die Verschachtelung sorgt nur dafür, dass die Figuren seltsam fremd bleiben und man mehr auf unbeholfene Dinge wie den schmalzigen Soundtrack achtet.

Instant Family (2018) - Plötzlich Familie * * * Die Adptionskomödie dreht sich etwas im Kreis, aber die Pointen sitzen und der Film hat das Herz am rechten Fleck.

12.6.2019

Men in Black: International (2019) * * ½ Kurzweiliger und tricktechnisch starker, aber dennoch unnötiger Neustart für die Reihe, bei dem selbst die in "Thor: Ragnarok" bestens harmonierenden Stars Chris Hemsworth und Tessa Thompson alle Chemie entzogen bekommen. Der Plot holpert, die meisten Witze missglücken, die Alien-Kreaturen erstaunen selten und Reihen-Neuzugang F. Gary Gray wirkt als Regisseur zu uninspiriert. Es fehlt die Frische und da die Handlung auch noch zu sehr dem ersten Teil folgt (Alien kommt auf die Erde, um etwas Mysteriöses zu bergen, während ein Veteran und ein Rookie es stoppen soll), stellt sich die Frage, warum überhaupt re-booten, wenn keine neue Idee da ist?

Unfriended: Dark Web (2018) * * ½ Solider zweiter Trip in die Wrlt des Desktop/Skype/Facebook-Horrors, der aufgebaut ist wie der Vorgänger und solide Spannung generiert - aber die Machart ist nun bereits etwas ausgelutscht und gabs schon besser. 

Brightburn (2019) * * ½ Der von James Gunn produzierte (und zwei seiner Brüdern geschriebene) Horrorreisser hätte eine Art "Chronicle" trifft "Superman" werden können, lässt aber alle Psychologie aussen vor und verlässt sich ganz auf Schocks. Das sieht zwar dufte aus, aber gibt letztendlich leider nichts her. Daraus hätte man so viel mehr machen können … 

Dead Don't Die, The (2019) * * Jim Jarmusch drückt dem Zombiefilm seinen lakonischen Stempel auf, mit Stars und einigen knochentrockenen Gags. Doch keine Handlung führt zu was, die illustre Darstellerriege hat kaum was zu tun, die dürftige Gesellschaftskritik kommt mit dem Holzhammer und am Ende bleibt nur ein Schulterzucken.

Long Shot (2019) * * * ½ Sympathische Liebeskomödie mit Politbeigaben, souverän besetzt und (trotz Unglaubwürdigkeiten) flott erzählt. Sozusagen "The American President 2.0" mit umgekehrten Vorzeichen und etwas mehr Vulgarität.

Mary Shelley (2017) * * * Gut gespieltes und inszeniertes, aber auch etwas lebloses Porträt, das trotz der spannenden Themen etwas zu langweilen beginnt. 

Five Feet Apart (2019) - Drei Schritte zu dir * * * Eine weitere "kranker Teenager"-Romanze, die das Thema vor allem gegen Ende stark strapaziert und mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden auch viel zu ausladend ausgefallen ist. Die Akteure indes sind sympathisch und tragen den rührenden Plot mit der nötigen Ernsthaftigkeit.

How to Train Your Dragon: The Hidden World (2019) - Drachenzähmen leicht gemacht 3 * * * ½ Der Abschluss der tollen Trickfilm-Trilogie ist in den Actionszenen manchnmal unkoordiniert und der kindliche Humor passt nicht immer - aber wenn der Film abhebt, dann richtig: mit tollen Bildern, fantastischer Animation und vor allem einem ganz grossen Herzen.

See You Yesterday (2019) * * ½ Der ambitionierte Teenie-Zeitreisefilm verbindet Wissenschaftliches mit Lockerem und gar Politischem (Gewalt gegen Schwarze) und ist entsprechend etwas holprig. Doch man bleibt trotz Logiklöchern und dummen Entscheidungen halbwegs dran - bis das offene Ende es einem völlig vergällt. Gastauftritt: Michael J. Fox!

Bad Batch, The (2016) * * Mit "A Girl Walks Home Alone at Night" bewies Ana Lily Amirpour Genre-Gespür. Doch ihr durchaus atmosphärischer Zweitling ist ein überlanges, zähes Endzeit-Genregemisch voller unsympathischer Figuren und schlecht erklärtem World Building. Und dafür wurde in (Minirollen) auch noch Jim Carrey, Keanu Reeves und Diego Luna verschwendet, richtig übel indes ist der kubanische Akzent von Jason Momoa. PS: Wieso Kannibalen immer nur ein Arm und ein Bein von Menschen essen, ist mir bis jetzt nicht klar.

Table 19 (2017) * * ½ Sympathische, aber extrem holprig erzählte Aussenseiter-Tragikomödie, die nie ihr ganzes Potential entwickeln kann.

Oh, Ramona! (2019) * ½ Die auf Englisch gedrehte rumänische Romanverfilmung schwimmt auf der Sexkomödien-Welle à la "American Pie", aber ohne Charme und dafür voller unsympathischer Figuren, so dass selbst die "Scott Pilgrim"-mässigen Comic-Einblendungen aufgesetzt wirken. Es gibt Lacher, keine Frage, aber viele der männlichen Wunschtraumerfüllungen sind richtig peinlich, umso erstaunlicher, dass eine Frau hinter der Kamera stand, und sich auch für Sexismus, Fat-Shaming und Homophobie nicht zu schade war.

Ben Is Back (2018) * * * Routiniertes, überzeugend gespieltes Suchtdrama, das ein wenig unfertig und auch wenig überraschend dahekrommt. Immerhin bietet Regisseur Peter Hedges seinem talentierten Sohn Lucas Hedges ("Manchester by the Sea") eine gute Schauspiel-Plattform.

1.6.2019

Godzilla: King of the Monsters (2019) * * * Der Fan-Service ist fantastisch: Von den beliebten Monstern wie King Ghidorah und Mothra über das alte Godzilla-Titellied bis hin zu kleinen Details. Und die Monster sind trotz CGI-Overkill famose Kreaturen. Leider ist die Story um sie herum schlicht gaga, die Figuren agieren selten logisch und sind, im Fall von Vera Farmiga, auch schlecht motiviert. Nicht zuletzt ist es ein Problem, dass Ghidorah stets von einem Sturm umgeben ist - anders als bei "Kong: Skull Island" kann man so nur selten die teils eindrücklichen Bilder begutachten, weil alles im Grau-Look, Regen und Geröll untergeht. Weniger CGI-Overkill (und weniger Hektik) hätten gut getan.

27.5.2019

Rocketman (2019) * * * ½ Energiereiche Adaption von Elton Johns Leben von Jugend bis Drogenentzug. Die Tiefen mit Sucht und Depressionen werden nicht ausgepart, das Schwulsein wird zelebriert (also anders als "Bohemian Rhapsody"). Toll in der Hauptrolle ist Taron Egerton, der mit Regisseur Dexton Fletcher schon "Eddie the Eagle" gedreht hat. Und er singt sogar selbst, egal ob er nicht jeden Ton trifft, er trifft Eltons Charakter.

Aladdin (2019) * * * ½ Ein weiteres Realfilm-Revival eines Disney-Klassikers, doch auch dieses Mal durchaus gelungen: Guy Ritchie verfilmte den Stoff mit Tempo und Farben, die Songs überzeugen, auch wenn der neue Track "Speechless" etwas gar sehr als "Let It Go"-Klon heraussticht - aber wer kann schon "Friend Like Me" oder "A Whole New World" widerstehen? Letztendlich auch gut sind die Schauspieler, egal ob ein sympathischer Newcomer wie Mena Massoud oder die singstarke Naomi Scott, und Will Smith gibt sich keine Blösse, in die Fussstapfen von Robin Williams zu treten.

Rim of the World (2019) * * Der Netflix-Film von McG zitiert schamlos bei besseren Filmen, von "Goonies" über "Jurassic Park" bis "Independence Day", lässt seine jungen Protagonisten abwechselnd Schlaues, Infantiles und unpassend Perverses sagen, und weiss einfach nicht, wohin mit seiner Alien-Invasions-Story. Das Ganze sieht zu billig aus, die Charaktere nerven am Anfang noch ziemlich und die Gags haben "Transformers"-Niveau, inklusive Rassismus-Stereotype und Sexismus. Gegen Ende wirds etwas besser, aber nie gut.

Mid90s (2018) * * * ½ Mit seinem Regiedebüt taucht Schauspieler Jonah Hill in die Skaterszene der 90er ein und erzählt eine an sicht recht simple Geschichte, aber mit glaubhaften Figuren und ungeheurem Zeitgeist.

Capharnaüm (2018) - Capernaum - Stadt der Hoffnung * * * ½ Hart an der Grenze zum Sozialporno, und die Geschichte wirkt daher gegen Ende stark forciert. Doch das Auge für das "echte" Beirut und der fulminante junge Hauptdarsteller machen den Film dennoch zum Erlebnis. 

Vent tourne, Le (2018) * * * Die französischsprachige Produktion von Bettina Oberli mag formerlhaft sein, wird aber von überzeugenden Darstellern und einer naturalistischen Inszenierung getragen. 

Wife, The (2018) - Die Frau des Nobelpreisträgers * * * Glenn Close holte sich verdient ihre siebte Oscarnomination für diesen Part, doch dem solide erzählten Drama hätte man etwas mehr Überraschungen in Dramaturgie und Inszenierung gegönnt.

Polaroid (2019) * * Der Horrorfilm lag zwei Jahre lang im Weinstein-Giftschrank. Kein Verlust, denn trotz ein, zwei netter Szenen ist das 08/15-Horror mit lahmen Figuren, einfallsloser Optik und einem ausgelutschten, "Ring"-mässigen Plot. 

Dumplin' (2018) * * * Nicht immens einfallsreiche, aber charmante Wohlfühl-Komödie mit Jennifer Annison als Mutter der rundlichen Hauptfigur, die an einer Schönheitskonkurrenz mitmacht. 

Wine Country (2019) * * * Amy Poehler inszenierte sich und viele ihrer Spezis (Tina Fey, Maya Rudolph u.a.) in einem Film um Frauen auf einem Trip durchs Napa Valley. Die Geschichte holpert ein wenig, aber die Figuren machen meistens Spasstrunken.

Stardust (1974) * * * ½ In seinem zweiten Film erzählt Michael Apted vom Auf- und Abstieg eines fiktiven Rockstars, gespielt von Musiker David Essex und unterstützt von Kollegen wie Dave Edmunds oder Keith Moon von "The Who". Das Schausiel und die Geschichte holpern bisweilen, doch der Film glänzt mit Authentizität und einem angenehm unglamourösen Touch.

Perfection, The (2018) * * * Abwechslungsreich aufgebauter und gut gespielter Horrorthriller zwischen Spannung und Sadismus. Je weniger man über ihn weiss, desto besser.

Hustle, The (2019) - Glam Girls * * ½ Nach "Bedtime Story" und "Dirty Rotten Scoundrels" die dritte Verfilmung des Stoffes, diesmal jedoch mit zwei Frauen (Rebel Wilson, Anne Hathaway) als Gauner. Der Mittelteil ist witzig, vor allem Hathaway als falsche Deutsche. Doch die Startphase harzt und viele Pointen bleiben auf der Strecke.

15.5.2019

John Wick - Chapter 3: Parabellum (2019) * * * ½ Noch kein Film der Reihe hatte so abwechslungsreiche Fights: Von Gun-Fu, Kopfschuss-Exzess über Martial-Arts, Vehikel-Action bis Kampf unter Einbezug von Tieren (Hunde, Pferde). Und am Look oder Keanu Reeves gibt es abermals nichts auszusetzen. Halle Berrys Dialoge wirken ein wenig forciert, auch kein Problem. Mein Problem mit der Reihe ist höchstens, dass während der erste Film noch so schön simpel war, wirkt nun alles so aufgeblasen, dass alle Glaubwürdigkeit weg ist. Allein schon das Thema "Regeln und Konsequenzen" ist voll von Logikbrüchen. Dennoch bleibt "John Wick" das US-Gegenstück zu "The Raid" mit seinen langen Action-Einstellungen und wie bedingungslos er sich dem Genre verschreibt.

Sun Is Also a Star, The (2019) * * * Sympathische Jugendromanverfilmung mit melancholischem Touch. Realistisch ist vieles nicht, doch das wird ja unter "Schicksal" abgetan. Störender ist da schon die oft unscharfe Kameraarbeit, die ein bewusstes Stilelement zu sein scheint - aber meistens nur ablenkt.

Missing Link (2019) * * * ½ Nicht der beste Film aus dem erstklassigen Animationsstudio Laika - aber dank der kuriosen Figuren und der kurzweiligen Story allemal gute Unterhaltung für jung und alt.

Flic de Belleville, Le (2018) - Belleville Cop * ½ Simpel gestrickte bis formelhafte Klamotte, die nicht einen spritzigen Moment hat und das durchaus vorhandene Talent von Omar Sy vergeudet.

8.5.2019

Kritik online: The Whispering Star * * ½

Silence, The (2019) * * ½ Formelhafter wie unglaubwürdiger Horrorfilm um Kreaturen, die auf Lärm reagieren. Dass das auch noch an "The Quiet Place" erinnert, dessen Drehbuch angeblich später als dieses hier entstanden sei, macht das Ganze noch ausgelutschter.

Klassentreffen 1.0: Die unglaubliche Reise der Silberrücken (2018) * ½ Til Schweiger sinkt mit dieser überlangen, hektisch geschnittenen und nur selten lustigen Fremdschämkomödie so tief wie nie: Es dominieren sexistische, schwulenfeindliche Gags und Schweiger selbst zelebriert sich überheblich in der Supermacker-Hauptrolle. Auch die Versuche, dem Ganzen etwas Herz zu verleihen, schlagen fehl. Und: Das soll eine Trilogie werden? Hilfe!

6.5.2019

Pokémon Detective Pikachu (2019) * * * ½ Kurzweiliger erster Realfilm rund um die Kultmunster. Das World Building ist gelungen, die simple Geschichte lässt miträtseln - doch vor allem ist es eine Freude für Pokémon-Fans, viele ihrer Lieblingsrkearuren so top animiert zum Leben erwacht zu sehen.

Other Side of the Door, The (2016) * * Das Indien-Setting des Horrorfilms sorgt für atmosphärische Pluspunkte, aber die Story ist so formelhaft und die Jump-Scares nerven so extrem, dass allfälliges Potential verpufft

25 km/h (2018) * * * Die Tragikomödie der "Friendship!"-Macher lebt ganz von der Echtheit der beiden Hauptfiguren und überzeugt mit einem Deutschland-Roadmovie der etwas beliebigen, aber stehts gehaltvollen Art.

Diary of a Wimpy Kid: The Long Haul (2017) - Gregs Tagebuch: Böse Falle * * Der vierte Teil fährt neue Darsteller auf und bietet eine formelhafte Roadtrip-Story mit nur ganz wenigen gelungenen Gags.

24.4.2019

Kritik: Avengers: Endgame * * * *

22.4.2019

Kritik online: Non si sevizia un paperino (1972) * * * ½ aka. Don't Torture a Duckling
Kritik online: The Great Battle (2018) * * *

Queen's Corgi, The (2019) - Royal Corgi * * ½ Formelhafter Trickfilm des belgischen Routiniers Ben Stassen ("The Son of Bigfoot"), der Kinder sicher bei Laune hält, die Erwachsenen mit ein paar schlüpfrigen Spässen aber eher irritieren dürfte.

Someone Great (2019) * * ½ Sympathische Darsteller retten diese zu dünne Netflix-Komödie um drei Frauen kurz vor den 30 auch nicht. Die Dialoge sind schön direkt, aber nach Hundert "bitch" und "fuck" dürstet man vielleicht doch nach etwas mehr Plot.

13.4.2019

Kritik: Suspiria (2018) * * *

Hellboy (2019) - Hellboy: Call of Darkness * * ½ Der Reboot unter der Regie von Neil Marshall rückt in R-Rating-Gefilde vor, vor allem im letzten Drittel mit Blut und Gewalt. Der Plot indes kommt langsam ins Rollen, der Humor wirkt bemüht, die Nebenfiguren sind lange uninteressant. Es ist eigentlich erst das infernale letzte Dritte, dass die Kohlen teilweise aus dem Feuer holt und den Film zum dem macht, was er sein sollte: ein Höllen-Comic mit Bildern voller Feuer und Blut.

10.4.2019

Blue Night (2018) - Here and Now * * Man möchte den Film besser finden, schliesslich geht es um eine Schicksalsentscheidung für Sarah Jessica Parker, es geht um das Leben und den Tod, alles richtig emotionale Themen. Und doch lässt diese Melodrama-tour-de-force einfach nur kalt, langweilt schon nach wenigen Minuten.

After (2019) - After Passion * * ½ Die Bestsellerromanverfilmung um eine Teenager-Liebe ist durch und durch vorhersehbar, bietet ziemlich fade Konflikte, einen phrasendreschenden Jungen und keinerlei Einfälle. Kein Wunder, war die Idee dahinter doch Fan Fiction für One-Direction-Star Harry Styles. Aber: Mit kleinen Abzügen sind die Hauptdarsteller recht sympathisch (mich nerven solche Floskeln wie "let me explain" oder "do you trust me?" - sag doch einfach, was Sache ist, verdammt!) und auch das Sinnlichkeits-Versprechen wird eingelöst. Die Buchfans dürften zufrieden sein, selbst wenn Hauptdarsteller Hero Fiennes Tiffin, der Neffe der Fiennes-Brüder, so gar nicht aussieht wie Styles. 

3.4.2019

Pet Sematary (2019) * * * Stilvolle Neuverfilmung der bekannten Stephen-King-Romans, der sich wie ein Albtraum entfaltet. Klar, man weiss, wie der Hase läuft und die Überraschungen halten sich in Grenzen - aber es macht Laune, den Ereignissen zu folgen. 

Shazam! (2019) * * * ½ DC kann auch lustig! Wie uns der Comic-Gigant uns das beweisen wollte, wirkt zwar kalkuliert, aber nach holperndem Start sehr unterhaltsam, mehr im früheren Comic-Stil als verkrampft düster à la Zack Snyder. Vor allem Hauptdarsteller Zachary Levi ist als Kind im Helden ein Genuss.  

Wonder Park (2019) - Willkommen im Wunder Park * * Der Nickeloden-Trickfilm legt ein immenses Tempo vor und ist kurz - und schafft es trotzdem, zu langweilen! Die hektischen Actionszenen und die lahmen Figuren lassen das eh schon tief angesetzte Interesse komplett schwinden. 

Vorname, Der (2018) * * * Sönke Wortmanns Remake eines französischen Films hat ein gelungenes Setup und überzeugende Figuren, zieht sich mit der Zeit aber etwas in die Länge. 

Love, Death & Robots (2019) * * * ½ Die von David Fincher produzierte Netflix-Anthologie zwischen Gewalt, Absurdität, Sex und Sci-Fi präsentiert verschiedenste SF-Geschichten in verschiedenen Animations-Stilen. Fast alle Episden sind gelungen, manche etwas gar auf Buben ausgerichtet mit Sex und Gore, aber zumindest was die Animation betrifft gibt’s hier Superklasse. "Sucker of Souls" und "Fish Night" wirken etwas unfertig, "When The Yogurt Took Over" etwas dünn. Aber dafür entschädigen die durchgestylte Startepisode "Sonnie's Edge", der unheimliche "Beyond the Aquila Rift" oder der philosophische "Zima Blue".

Peppermint (2018) * * Der Regisseur von "Taken" macht Jennifer Garner zur Rache-Heldin. Den Part meistert die Action-erfahrene Schauspielerin souverän, aber die Geschichte drumherum ist so plump gestrickt wie hässlich.

Vurdalaki (2017) - Fürst der Finsternis * * Trotz solider Produktionswerte ein ins Trashige abgleitender Vampirfilm aus Russland. Die Co Hauptdarstellerin Aglaya Shilovskaya ist bildschön, passt deswegen aber überhaupt nicht in das dörflich-düstere Setting.

Assassination Nation (2018) * * * Ein wütender Film für eine wütende Zeit: Die Salem-Hexenverfolgung wird zu einem Teenie-Film mit Grrrl-Power-Einschlag und Kritik an toxischer Männlichkeit. Das geht nicht immer auf, aber die Brutalität und die leider traurigen Wahrheiten direkt aus dem Online-Zeitalter sind doch eindrücklich. 

Night School (2018) * * Lahme Kevin-Hart-Komödie, die in nahezu jeder Wendung vorhersehbar ist und nur ab und zu einen gelungenen Gag parat hat. 

Johnny English Strikes Again (2019) * * ½ Die späte Fortsetzung bringt wenig Neues und ein paar nach Schema gezimmerte Agentenwitze. Aber die Darsteller sind alle mit Elan dabei und verbuchen ein paar Lacher.

Zimna wojna (2018) - Cold War * * * ½ Das oscarnominierte Liebesdrama des polnischen Regisseurs von "Ida" ist in seiner schwarzweissen Bildgestaltung phänomenal, auch die kurze Laufzeit ohne Ballast verdient Lob. Doch irgendwie blieben mir die Figuren, basierend auf den Eltern des Regisseurs, etwas fremd, wohl vor allem, weil ich vor allem den männlichen Hauptdarsteller etwas öde fand. 

SMS für Dich (2016) * * * Sympathisches, aber etwas langfädiges Regiedebüt der Schauspielerin Karoline Herfurth. Immer wieder toll in ihren auffälligen Nebenrollen: Katja Riemann, hier als Schlagerdiva. 

Boy Who Harnessed the Wind, The (2019) - Der Junge, der den Wind einfing * * * In seinem einfühlsamen, schnörkellosen Regiedebüt erzählt der Schauspieler Chiwetel Ejiofor die wahre Geschichte des William Kamkwamba: Der Junge aus Malawi will der tödlichen Dürre mit einer Wasserpumpe trotzen.

Highwaymen, The (2019) * * * Ein sauber gespielter und inszenierter Gegenentwurf zu "Bonnie and Clyde", dem es aber an erzählerischer Virtuosität fehlt.

First Man (2018) * * * ½ Etwas distanzierter FIlm über die erste Mondlandung und die Vorbereitung, vor allem fokussiert auf Neil Armstrong. Doch Damian Chazelle ("La La Land") inszeniert mit famosen Bildern, exquisiten Tricks und einem gelungenen Soundtrack.

Paris est à nou (2019) - Unser Paris * * Der französische Netflix-Film wurde per Crowdfunding finanziert und die Schweizerin Noémie Schmidt agiert solide. Doch trotz extremer naher Kamera bleibt man diesem abgehobenen Mix aus Terrence Malick, "Sliding Doors" und Endzeit-Psychothriller immerzu distanziert bis verwirrt. 

Scorpion King: Book of Souls (2018) * ½ Holprig erzählte, langweilige und amateurhaft gefilmte vierte Fortsetzung des "Mummy"-Prequels, längst befreit von Stars und Production Values. 

Prodigy, The (2019) * * ½ Solide inszenierter uznd gespielter Gruselfilm mit ein paar wirklich gelungenen Szenen, aber auch hohem Vorhersehbarkeits-Potential. Am Ende dann doch weniger dran, als erhofft.

Nun, The (2018) * * ½ Der Conjuring-Ableger hat ein paar sehr atmosphärische Stellen, wirkt ansonsten aber uninspiriert und nach Schema F hingeknallt, so dass sich rasch Langeweile einstellt.

Behind the Curve - Unter dem Tellerrand (2018) * * * Den antiwissenschaftlichen Kackbratzen von der Flachen-Erde-Bewegung eine Plattform zu geben, geht mir eigentlich gegen den Strich. Aber der Film entlarvt auf erstaunlich nüchterne Weise, wie irrgeleitet diese Leute sind und dass man sie vielleicht nur mit Empathie in die Vernunft zurückholen kann.

Licht (2017) - Mademoiselle Paradis * * * Unaufgeregtes, gut gespieltes, aber auch nicht immens hineinziehendes Porträt der blinden Rokoko-Musikerin Maria Theresia Paradis. 

Sisters Brothers, The (2018) * * * Das US-Debüt von Jacques Audiard erzählt eine unkonventionelle Westerngeschichte mit sackstarken Akteuren. Doch für eine Komödie ist das Ganze zu schwer, für einen dramatischen Western aber zu amüsant. So weiss man nicht recht, woran man hier (bei aller Faszination) ist. 

12.3.2019

They'll Love Me When I'm Dead (2018) * * * ½ Faszinierende Doku über Orson Welles und sein letztes (unvollendetes) Projekt "The Other Side of the Wind".

Upgrade (2018) * * * ½ Simpel gestrickter, aber höchst effektiver Sci-Fi-Actionfilm mit starkem Hauptdarsteller und der nötigen Dosis Grobheit.

Wolkenbruch (2018) * * * ½ Durchaus klischeereiche Adaption des Schweizer Hitromans, aber mit Tempo, Witz und sympathischen Darstellern erzählt. Das reichte zum Publikumserfolg. 

Private War, A (2018) * * * Konventionelles, aber wegen der Thematik einnehmendes Porträt einer eindrücklichen Kriegs-Journalistin, hier überzeugend gespielt von Rosamund Pike. 

Prayer Before Dawn, A (2018) * * * ½ Kraftvolle wahre Geschichte um einen jungen Briten im Thai-Knast. Die Story an sich ist dünn, doch man fühlt sich direkt hineinversetzt und auch die Körperlichkeit des Hauptdarstellers in diesem düsteren Gewusel fasziniert.   

True Detective - Season 3 (2019) * * * ½ Auch die dritte Staffel lebt von grandiosen Akteuren, atmosphärischer Inszenierung und komplexen Ermittlungen. Die Drei-Zeitebenen-Erzählweise macht das Miträtseln etwas schwierig und im Mittelteil hält die Reihe durch, weil man das Gefühl hat, alles drehe sich im Kreis und werde künstlich langgezogen. Und das Finale wirkt etwas fad - aber letztendlich lohnt sich die Sache. Etwas, was mir auffiel: Ein Krimi wie dieser mit vielen Namen ist schwierig als Serie, weil man eine Woche später vergessen hat, wer nun "Ryan", "James" oder sonstwer ist. Das ist nicht "Game of Thrones" wo Namen an Orte und Geschichten gekoppelt sind, weswegen man sie sich merken kann, nein, es sind nur Namen. Und ich habe mich deswegen oft dabei erwischt, zu fragen, "wer war jetzt das schon wieder?" 

Isn't It Romantic (2019) * * * Sympathische Komödie, in der Rebel Wilson in eine kitschige Romantic Comedy gerät. Das funktioniert besser als Amy Schumer's "I Feel Pretty", nicht zuletzt wegen witziger Einfälle und spielfreudiger Stars (auch dabei: Priyanka Chopra).

Triple Frontier (2019) * * * J.C. Chandor verfilmte ein Skript von Oscarpreisträger Mark Boal um fünf Ex-Militärkollegen, die einen Drogenboss ausrauben. Simpel im Inhalt, aber mit starker Charakterzeichnung und schnörkellos spannender Inszenierung.

Rate Your Date (2019) * * ½ Die deutsche Komödie beginnt halbwegs charmant und ist gut besetzt, doch es schleichen sich Hänger in den überlangen Film ein und die Kritik an Mobbing (und im erweiterten Sinn Technologie) wirkt halbgar.

5.3.2019

Captain Marvel (2019) * * * ½ Der erste weibliche Solo-Held im Marvel-Universum liefert einen grundsoliden Einstand mit kurzweiliger Geschichte, überzeugenden Tricks, selbstbewusster Brie Larson und ein paar netten Überraschungen. Heimlicher Star ist Kater Goose, derweil eher enttäuschend der Soundtrack, der ausserhalb der Avengers es einmal mehr nicht schafft, einem Marvel-Helden ein Leitmotiv aufzudrücken. PS: Das Eröffnungs-Logo ist eine herrliche Hommage an Stan Lee.

High Strung (2016) - Streetdance New York * * Trotz des deutschen Titels hat der Film nichts mit der Streetdance-Reihe zu tun, sondern erzählt eine durchnormierte Musik- und Tanzgeschichte um zwei langweilige Teens, die scheinbar einfach alles können (Tanzen, Musik etc.). Die restlichen Tänzer sind alle zu arrogant und schnöselig, so dass selbst ihre offensichtlichen Tanzqualitäten nicht den erwünschten Wow-Effekt erzielen. 

Iron Sky: The Coming Race (2019) * * Plumpe Fortsetzung mit ein paar gelungenen Einfällen, die ansonsten aber immer auf die offensichtlichsten Gags setzt und deren Trash-Feuerwerk nicht zünden will. Und das will was heissen, hat der Film doch u.a. Hitler auf einem T-Rex zu bieten.  

21.2.2019

Kritik online: Prem Ratan Dhan Payo
Kritik online: Trudno Byt Bogom * * * aka. "Es ist schwer, ein Gott zu sein".

Astérix: Le Secret de la Potion Magique (2018) - Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks * * * Wenig überraschende oder subtile Animationskomödie, die aber genügend Witz und Tempo aufweist. 

Happytime Murders, The (2018) * * ½ Ein schlüpfriger Puppenkrimi? Genau was für mich. Aber leider wurde das Verrücktheits-Level von "Meet the Feebles" nicht erreicht, vieles ist zu plump, zu kalkuliert. Immerhin erlauben sich die Macher ein paar richtig derbe Gags.

Mile 22 (2018) * * Formelhafter Mark-Wahlberg-Actionreisser von Peter Berg, der zwar zum Schluss ein Ass aus dem Ärmel zaubert, aber vorher nur langweilt - und vor allem nervt, wenn die Action von einem der besten Actionstars der Welt (Iko Uwais) per Schnittgewitter so zerstückelt wird, dass sein Talent nicht mehr sichtbar ist.

Unbroken: Path to Redemption (2018) * * Der Film knüpft an Angelina Jolies "Unbroken" an und erzählt, wie der kriegstraumatisierte Louis Zamperini sich erst dem Alkohol zuwandte, dann Gott. Crew und Akteure sind neu, Regie führte der christliche Filmemacher Harold Cronk ("God's Not Dead"), in dessen Händen die Geschichte zum klebrigen, amateurhaften Glaubensfilm wird.

Paddleton (2019) * * * Netflix-Film aus Produktion der Duplass-Brüder, von denen der eine (Mark) auch das Skript schrieb und die Hauptrolle stemmt. Entstanden ist ein sensibler Film über Freundschaft, Leben und Tod, der vor allem mit seinen realistischen Dialogen und schön menschelnden Figuren überzeugt.

13.2.2019

Kritik online: Alita: Battle Angel * * * ½
Kritik online: Padmaavat * * ½
Kritik online: May the Devil Take You * * ½

Goldene Handschuh, Der (2019) * * * Nach diesem Film will man einfach nur duschen. Fatih Akins penibel detailverliebte Rekonstruktion der Morde von Fritz Honka zeigt kapputeste Existenzen, ekelhafteste Morde und Räume in St. Pauli, die regelrecht von der Leinwand stinken. Vom Witz der Romanvorlage von Heinz Strunk blieb noch schwärzester Humor zurück, der einem immer wieder im Hals stecken bleibt. Auf jeden Fall kein Date-Movie.

Cold Pursuit (2019) * * * Fast 1:1-Remake des norwegischen Films "Kraftidioten" unter derselben Regie, diesmal nur mit Liam Neeson und angesiedelt in den USA. Der Transfer nach Amerika schadet der Story nicht, aber mir gefiel auch im zweiten Durchgang das Skript nicht immens gut, es wirkt wie eine Aneinanderreihung von Einzelfällen, und auch der schwarze Humor dürfte dunkler sein. Ein böses Vergnügen ist der Thriller aber allemal.  

Thoroughbreds (2017) * * * Frecher Teeniethriller, nicht ganz auf "Heathers"-Niveau, aber doch mit einigen gelungenen Einfällen und Schandtaten. 

Asphaltgorillas (2018) * * ½ Detlev Buck macht mit dem Neon-gestylten Thriller auf Guy Ritchie, doch auch wenn die Darsteller durchaus was hergeben und die absurde Verknüpfung der Ereignisse Potential hat, so wirkt doch alles ungeheuer gesucht, die Charaktere lassen kalt und mit der Zeit wird die Brutalität forciert, was sie etwas hässlich macht in einem ansonsten durchaus lockeren Film.

Smallfoot (2018) * * * Selten überraschender, aber kurzweiliger Trickfilm um das Zusammentreffen von Yetis und Menschen. 

Intrigo: Death of an Author (2018) * * * Millennium-Regisseur Daniel Alfredson übernahm die Trilogie nach Håkan Nesser. Dieser adrett gefilmte Auftakt ist schön verwinkelt, aber letztendlich wohl doch etwas dünn im Inhalt. 

10.2.2019

Kritik online: Shiraz * * * ½

6.2.2019

Can You Ever Forgive Me? (2018) * * * ½ Preisgekrönte, top gespielte Tragikomödie nach Tatsachen. Die Inszenierung ist etwas austauschbar, aber der Film überzeugt stets genug, um darüber hinwegzutäuschen.

Velvet Buzzsaw (2019) - Die Kunst des toten Mannes * * * Dan Gilroy macht sich in seiner dritten Regiearbeit hemmungslos über das Kunstgeschäft lustig, mit schön klaren Bildern und famoser Besetzung, angeführt von Jake Gyllenhaal. Doch der für Netflix produzierte Satire/Horror-Mix weiss nicht genau wohin und dass die besten Szenen sowie die ganze Story eigentlich schon im Trailer war, ist bezeichnend.

High Flying Bird (2019) * * * Steven Soderberghs erster Netflix-Film wurde in zwei Wochen auf dem iPhone gedreht und widmet sich nüchtern und fast zu insiderig dem Geschäft rund um Basketball. Die Schlussszene zeigt das Buch "The Revolt oft he Black Athlete" von 1969, das in etwa auch die Absicht des Films darlegt: mehr Macht den Sportlern, weniger den meist weissen Teamchefs.

Polar (2019) * * * Ultrabrutale Netflix-Adaption eines Web-Comics, übertrieben inszeniert vom Schweden Jonas Åkerlund, aber getragen von einigen eindrücklichen Gewaltszenen sowie Mads Mikkelsen in der Hauptrolle.

Lego Movie 2, The (2019) * * * ½ Temporeiche Fortsetzung, die jedoch inhaltlich etwas gar sehr auf die Blaupause des ersten Teils schielt, und die LEGO-Animation hab ich langsam gesehen. Aber der Witz und ein paar einfallsreiche Action-Set-Pieces reissens raus.

Läufer, Der (2018) * * * Stimmungsvolle Aufarbeitung eines Schweizer Kriminalfalls, der (bewusst) ein wenig ratlos zurücklässt. Max Hubacher indes ist fraglos souverän in der Hauptrolle. 

Book Club (2018) * * ½ Die (meist) überzeugenden weiblichen Altstars werden für eine holprige und vorhersehbare Geschichte verheizt, die mit einem Literaturclub nicht viel zu tun hat. Es geht vielmehr um Sex und Liebe im Alter. 

Predator, The (2018) - Predator: Upgrade * * ½ Shane Black, der im Original noch eine Nebenrolle hatte, inszenierte dieses Update, das sich nie entscheiden kann, ob es Parodie oder Revival sein will. Die Tricks sind auch eher durchschnittlich und die Story wartet mit gar vielen Unglaubwürdigkeiten auf. 

Wild Pear Tree, The / Ahlat Ağaçı (2018) - Die Wildbirne * * ½ Nach seinem Cannes-Gewinner "Winterschläfer" macht Nuri Bilge Ceylan nochmals Ähnliches: Ein Dreistünder mit langen Gesprächen, in denen Familiäres genauso zum Zug kommt wie das Sinnieren über Geschichte und aktuellen Zustand der Türkei. Das ist ambitioniert, zwischenzeitlich poetisch, mal facettenreich. Doch auch bleiern lang und anstrengend. Das ständige Geschwätz setzt zu, gerade weil es oft so beliebig wirkt. Ein paar wenige Bilder prägen sich ein, eine Brücke in einer Stadt, eine Begegnung mit einer Frau, aber nichts hat dramaturgische Kraft, alles wirkt aneinandergehängt.

Mule, The (2018) * * * Clint Eastwood verfilmte eine unglaubliche wahre Geschichte um einen 90-jährigen Drogenschmuggler, und kam für die Hauptrolle sogar aus der selbst auferlegten Schauspiel-Rente. Der Film ist seltsam bizarr, mal reflexiv autobiographisch, mal ein süffisanter Mittelfinger an seine Kritiker. Doch zwischen aller Holprigkeit ist es doch ein ziemlich unterhaltsames Werk. 

Trauma (2017) * * Plumper und absichtlich auf widerlich getrimmter Exploitation-Reisser, der inhaltlich nicht viel hergibt und dessen Versuch, sich als Kritik an der chilenischen Vergangenheit zu verkaufen, völlig fehlschlägt. 

28.1.2019

Kritik online: The Housemaid * * ½

25.1.2019

Kritik online: Antiporno * * *

If Beale Street Could Talk (2018) * * * Der Regisseur von "Moonlight" verfilmte den Roman über eine junge afroamerikanische Liebe in schwierigem Umfeld. Das zentrale Paar wirkt so idealisiert, dass der Film seltsam distanziert wirkt, trotz all der grossen Emotionen; und auf 2 Stunden ausgedehnt ist der Inhalt eher dünn. Lob geht indes an die Bildsprache, die Schauspieler und einige grossartige Szenen.

Vice (2018) * * * Adam McKay suchte sich mit Dick Cheney ein gar leichtes Ziel aus und die satirischen Seitenhiebe sind daher nicht überraschend. Auch machen die Story-Unterbrüche, die in "The Big Short" gut passen, das Ganze etwas holprig. Doch starke Schauspieler und wichtige Ideen holen die Kohlen aus dem Feuer.

Watership Down (2018) * * * Die etwas lange Trickfilm-Miniserie von Netflix kommt nicht an den düsteren Zeichentrickfilm von 1978 heran, vor allem die Animation ist schlichter, weniger visionär. Doch die Story bleibt näher am Roman von Richard Adams dran und der hat fraglos immer noch Kraft.

Creed 2 (2019) * * * ½ Grundsolide Fortsetzung zum erfrischenden "Creed". Die Akteure überzeugen, die Boxkämpfe sind (wenn auch nicht so virtuos wie in Teil 1) eine Wucht, nur die Story wirkt dieses Mal nicht mehr so stark, auch wenn Freunde von "Rocky IV", auf den hier immer angespielt wird, ihre helle Freude haben können. 

Searching (2018) * * * ½ Ein schlauer wie packender Thriller, der ausschliesslich aus Onlinematerial, TV und Social Media zusammengeschustert ist. Was anderswo ein plumpes Gimmick sein könnte, wertet hier den Fortgang massgeblich auf. 

Skyldige, Den -The Guilty (2018) * * * Das mit bösen Wendungen gespickte Regiedebüt von Gustav Möller ist ein Einpersonen-Kammerspiel, bei dem Jakob Cedergren zu Hochform aufläuft. Visuell und dramaturgisch ist das aber nicht immer in der Lage, die Spannung aufrecht zu halten. 

Mandy (2018) * * * ½ Ein Infernaler Trip mit Nicolas Cage im allerbesten Berserker-Modus. Die Atmosphäre aus lodernd roten Bildern, Blut und Synthesizer-Musik setzt atmosphärische 80's-Akzente, die (fast zu exzessiv eingesetzte) Zeitlupe macht das Ganze noch traumwandlerischer. Inhaltlich vielleicht nicht gar so originell, aber der Kultstatus kommt verdient.  

House with a Clock in Its Walls, The (2018) - Das Haus der geheimnisvollen Uhren * * * Splatter-Boy Eli Roth adaptierte einen Fantasyroman für die ganze Familie. Ganz nett und top besetzt, doch auch etwas zäh und nicht mit dem Charme, welche die Filme der Produktionsfirma Amblin in den 80ern auszeichnete. 

Life of the Party (2018) - How to Party with Mom * * Formelhafte Klamotte, die Ben Falcone seiner Frau Melissa McCarthy auf den Leib inszenierte. Grosse Lacher gibt es nur ganz wenige. 

10x10 (2018) * * Ein Thriller aus dem Klischee-Katalog, der psychologischen Tiefgang nur vorgaukelt. Luke Evans spielt immerhin solide.

Last Laugh, The (2019) * * ½ Beliebige und entschleunigte Netflix-Komödie, bei der die Stars Chevy Chase und Richard Dreyfuss eigentlich die verkehrten Rollen spielen, zumal Dreyfuss' Comedy-Auftritte eher fahl sind. Auch die restlichen Gags im Film wirken dann doch etwas angestaubt.

Ch'tite famille, La (2018) - Die Sch'tis in Paris * * ½ Formelhafte Klamotte von und mit Dany Boon, der damit an seinen Erfolg von "Bienvenue chez les ch'tis" anknüpfen wollte (auch wenn dies kein Sequel ist). Die Gags hängen aber durch, die Darsteller wirken verschenkt.

13.1.2019

Kritik online: Right Now, Wrong Then * *
Kritik online: Manila - In the Claws of Light * * * ½

11.1.2019

Glass (2019) * * M. Night Shyamalans Fortführung seines frühen Hits "Unbreakable" und seines letzten Aufbäumens "Split" beginnt stimmig, ächzt aber durch einen langweiligen zweiten Akt, krankt an Unglaubwürdigkeiten, unnützen Nebenfiguren und harzigen Mr.-Exposition-Dialogen, die die Comicwelt in die reale überführen wollen. Und dann endet alles noch in einem visuell flachen, mit unlogischen Twists versetzten Finale. Während James McAvoy seine Figur zum Overacten nutzt, schlafwandelt Bruce Willis durch den Film und macht die Kampfszenen à la "alter Mann vs. Oben-Ohne-Fetischist" noch (unfreiwillig) lachhafter. Einzig rettender Punkt: Der Soundtrack hat zwar nicht James-Newton-Howard-Niveau, aber er ist angenehm dissonant und vielversprechend.

Favourite, The (2018) * * * * Süffisante Geschichtsstunde des Griechen Giorgos Lanthimos, der zwischen bissiger Satire und heftigem Pathos die Geschichte von Königin Anne erzählt, grossartig gespielt von Olivia Colman. Deren Zusammenspiel mit Rachel Weisz und Emma Stone macht den Kern des Films, unterstützt von gewagter Musik, geschliffenen Dialogen und fast schon Kubrick-esker Bildsprache.

Mary Queen of Scots (2018) * * * Das Filmdebüt der Theaterregisseurin Josie Rourke ist nicht unerwartet leicht theatralisch, aber das passt und sorgt für Atmosphäre. Bildsprache und Akteure überzeugen. Etwas fragwürdig ist, dass Geschichte zurechtgebogen wird, um die (gut gemeinten) Botschaften rüberzubringen, das betrifft nicht nur die Zeichnung der beiden beiden Frauen (Saoirse Ronan als Maria Stuart, Margot Robbie als Elizabeth I), sondern auch schwarze und asiatische Nebenrollen. Nichts gegen diversifiziertes Casting, aber in einem Historienstück lenkt es fast schon ab. 

9.1.2019

Kritik online: Jä-soo * * *

Blumen von gestern, Die (2016) * * * Mal etwas anderes: ein deutsches Holocaust-Drama mit grosser Menge an schrägem und doppelbödigen Witz. Das klappt nicht immer, aber die überzeugenden Darsteller tragen auch über die dramaturgischen Untiefen.

8.1.2019

Black Mirror: Bandersnatch (2018) * * * Netflix' interaktiver Serienableger hat raffinierte Momente und spielt geschickt mit dem Thema der Kontrolle. Mit der Zeit geht den Zeitschlaufen aber die Luft aus.

Nutcracker and the Four Realms, The (2018) * * Aufwendig produzierte Disney-Kiste, die mit vorherigen "Nussknacker"-Inkarnationen nur noch wenig gemein hat und stattdessen daherkommt wie ein 08/15-Märchen, das zu allem Übel auch noch "rushed" wirkt: ein dünner, aber aufgeblasener Plot in eineinhalb Stunden abgehakt, da bleibt kein Platz für Charakterentwicklung. Schade um die namhaften Akteure, v.a. Keira Knightley legt sich chargiermässig voll ins Zeug und Mackenzie Foy ist in der Hauptrolle süss.

Bird Box (2018) * * * In der Netflix-Produktion muss sich Sandra Bullock durch eine Horror-Apokalypse à la "A Quiet Place" schlagen (nicht sehend statt nicht sprechend), und das passiert angenehm unheimlich und dramatisch, wenn auch leicht vorhersehbar.

Breaking In (2018) * * Home-Invasion-Thriller der formelhaftesten und simpelsten Art, der auch durch solide Akteure kaum gerettet wird.

Ibiza (2018) * * ½ Simpel gestrickte, teilweise recht plumpe Komödie um drei Amerikanerinnen, die auf der titelgebenden Ferieninsel landen.

7.1.2019

Kritik online: Shoplifters * * * *

Robin Hood (2018) * ½ Ein nervtötend überinszeniertes Update, das inhaltlich nicht ausgereift ist und visuell so viele unnötige Kapriolen schlägt, dass man schnell die Lust verliert. Die eingeplanten Fortsetzungen werden zum Glück nie realisiert.

1.1.2019

Kritik online: Frühlingslied * *

31.12.2018

Kritik online: Burning * * * ½

Ralph Breaks the Internet (2018) * * * ½ Spassige, flott animierte und einfallsreiche Fortsetzung von "Wreck-It Ralph", die in mancher Hinsicht der Film ist, der "Emoji Movie" gerne gewesen wäre in Sachen Internet/Meme/Popkultur.  

Bumblebee (2018) * * * ½ In den Händen von "Kubo and the Two Strings"-Regisseur Travis Knight entstand ein "Transformers"-Ableger, der mehr einem Amblin-Film der 80er (namentlich "E.T.") ähnelt als Michael Bays Fetisch-und-Hektik-Exzessen. Man kann der Action ausnahmsweise folgen und die Figuren sind nicht nur eindimensionale Hüllen, was sich ganz besonders bei den weiblichen Figuren zeigt. Das entschädigt dafür, dass die Story doch eher formelhafter Natur ist.

Beautiful Boy (2018) * * * ½ Tragische wahre Story um einen Vater und seinen drogensüchtigen Sohn. Nichts daran ist echt überraschend, aber die Emotionen, die Nachdenk-Ansätze und die Darsteller überzeugen. 

Aquaman (2018) * * * ½ Trotz Überlänge ein flottes DC-Comicabenteuer, das dank James Wan auf dem Regiestuhl deutlich farbenfroher und peppiger, oft gar psychedelisch daherkommt, als die Werke von Zack Snyder. Bei der Story hätte man mehr herausholen können und das Ganze wirkt weniger dynamisch als DC-Überflieger "Wonder Woman", aber die Richtung stimmt.

Green Book (2018) * * * ½ Komödienprofi Peter Farrelly verfilmte eine wahre Geschichte um eine Männerfreundschaft, die in den 60er-Jahren den Rassen-Graben überwindet. Manchmal klebrig und vorhersehbar, aber der Film hat viel Charme, die Darsteller sind toll, allen voran Viggo Mortensen, der in der Rolle aufgeht. 

Alpha (2018) * * * Halb Coming-of-Age-Drama, halb prähistorischer Abenteuerfilm: die eine Hälfte der Hughes Brothers inszenierte einen formelhaften, aber bildgewaltigen Mix.

Kids in Love (2016) * * Das seichte Filmchen über privilegierte junge Engländer wirkt deutlich länger als es ist, weil die Figuren so schrecklich kalt lassen. Da hilft auch das gewohnt solide Spiel von Will Poulter nicht. 

Spy Who Dumped Me, The (2018) - Bad Spies * * Mila Kunis und Kate McKinnon wären eigentlich die Top-Besetzung für eine abgedrehte Agentenparodie. Doch die Story ist so dünn und zerdehnt, die Gags sind so voraussehbar - das kann niemand retten. 

Nebel im August (2017) * * * ½ Nüchterne wie eindringliche Aufarbeitung des Schicksals von Ernst Lossa, der in einer Euthanasie-Anstalt der Nazis landete. Jung wie alt spielen zudem sehr überzeugend. 

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) * * * Aufwendige Verfilmung des Michael-Ende-Romans. Inszenatorisch und inhaltlich etwas gar sehr auf der sicheren Seite, aber für Kinder gute Unterhaltung. 

55 Steps (2017) - Eleanor & Colette * * * Einfühlsame, aber auch etwas formelhafte Tatsachenverfilmung von Bille August, die ganz vom Talent der Hauptdarstellerinnen Hilary Swank und Helena Bonham Carter lebt. 

Attack of the Lederhosen Zombies (2016) * * Der österreichische Zombiefilm hätte Potential zum Kult- und Trashfilm, doch er kommt erzählerisch nie in Fahrt, die Figuren sind uninteressant und der Trash-Anspruch wirkt zu forciert.

Profs, Les (2013) - School Camp * * Infantile französische Comicverfilmung um Amateur-Lehrer, die eine vom Ende bedrohte Schule retten sollen. Die Gags pendeln zwischen sexistisch, vorhersehbar und einfach dumm, auch ein paar Lacher retten das dünne Konzept nicht. Da lieber "Fack ju Göhte".

Lazarus Effect, The (2015) * * ½ Trotz stattlicher Besetzung um Olivia Wilde und Donald Glover ist diese Blumhouse-Produktion um ein Serum, das Tote auferweckt, so unendlich formelhaft, dass der Spass sich verpufft.

Moment d'égarement, Un (2015) - Der Vater meiner besten Freundin * * * Kokettes, unterhaltsames und vor allem gut besetztes Remake einer französischen Tragikomödie von 1984, doch das Thema bleibt allen Versuchen zum Trotz dann doch eher trivial abgehandelt. 

14.12.2018

Mortal Engines (2018) * * * Die Romanverfilmung holt viel Inspiration bei bekannteren Fantasy- und Steampunkt-Stoffen, so steckt auch Miyazaki und "Star Wars" drin. Alles höchst interessant, alles Stoff für Grösseres. Doch der unerfahrene Regisseur (unter Produktion von Peter Jackson) hetzt durch das Material, dass man epische Vistas kaum geniessen kann. Was für eine vergeudete Chance, da hätte ein grandioser Film drin gelegen.

Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018) * * * * Mit kreativem Imput von "Lego Movie"-Macher Phil Lord entstand ein rasanter und in seiner Erzählweise ungeheuer erfrischender (animierter) Spider-Man-Einsatz, der auch visuell prickelnd und den Mut hat, volle Pulle in die LSD-Farbkiste zu greifen. Der beste Spidey wohl seit Sam Raimis "Spider-Man II". Kleiner Nachtrag: Auch wenn die Optik oft sensationell ist, machten die Animatoren einen Fehlgriff, wenn es um Bildhintergründe geht. Viele wirken, als schaue man einen 3D-Film ohne 3D-Brille und das war eine bewusste Entscheidung. Es verleiht dem Film einen spezielle Touch, aber macht ihn irgendwie auch unnötig unscharf und Kopfschmerz-anfällig. 

Zwingli (2018) * * * Etwas trockene, aber handwerklich wie schauspielerisch solide Aufarbeitung des Lebens des Schweizer Reformators; historisch manchmal etwas gar sehr auf Heldenverehrung getrimmt, aber thematisch immer reizvoll und im letzten Drittel durchaus mit Facetten.

Gotti (2018) * ½ Der von Kritikern zurecht verrissene Film ist nicht extrem schlecht, aber er ist vor allem totlangweilig, hakt lustlos ein "best-of" des Mafioso ab, und ist ihm zu allem Übel auch noch viel zu wohlgesonnen.

Renegades (2017) * * Stark standardisierter und formelhafter Kriegs-Actionfilm, immerhin halbwegs unprätentios (und mit J.K. Simmons in einer Nebenrolle). 

Junge muss an die frische Luft, Der (2018) * * * Die Verfilmung von Hape Kerkelings Jugendtagen hält gut die Balance aus Humor und berührendem Drama. Dramaturgisch ist das etwas beliebig, aber dank tollen Akteuren und gelungenen Szenen bleibt der Film dennoch hängen. 

2.12.2018

Extraordinary Journey of the Fakir, The (2018) - Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Kleiderschrank feststeckte * * * Sympathischer Weltreisefilm mit dem südindischen Superstar Dhanush, inszeniert von Ken Scott ("Starbuck") auf den Spuren von Filmen wie "Hector and the Search for Happiness" oder "Der Hundertjährige". Mit einem Hauch Bollywood, mehr als einem Hauch Kitsch à la Lasse Hallström, doch der Mix davon mit der aktuellen Migrationsthematik geht völlig schief. 

Ballad of Buster Scruggs, The (2018) * * * ½ Die Netflix-Produktion der Coen-Brüder nimmt verschiedene Western-Geschichten und vereint sie zu einer Anthologie, die das Leben in der Frontier-Zeit beschreibt: mal komisch, mal zynisch, mal bewegend. Die Struktur ist fast zwingend etwas holprig, da die Episoden nicht verknüpft sind, doch das Genie der Coens ist immer zu sehen.

Mowgli (2018) * * * ½ Andy Serkis inszenierte für Netflix seine Variante des Kipling-Klassikers, etwas näher an der Vorlage als die Disney-Version vom Vorjahr, und dadurch auch düsterer. Was dem Plot an Dynamik fehlt, macht "Mowgli" mit einem überzeugenden jungen Hauptdarsteller, gefälliger Optik und eben düsterer Optik wett. So kann man auch darüber hinwegsehen, dass die Tricks etwas schwächer sind als in "Jungle Book".

Grinch, The (2018) * * ½ Die "Minions"-Macher verwursten den Dr.-Seuss-Klassiker zum flotten, aber einfallslosen Trickfilm, der zwischen Zynismus und Zucker sowie zwischen Weihnachts-Kommerz und Menschlichkeit oszilliert, was ihn etwas schizophren erscheinen lässt (fast könnte man sagen: verlogen).

Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald (2018) * * ½ Der bisher schwächste Film im Potter-Kosmos ist dramaturgisch unausgewohen, wirkt halbfertig und wirkt visuell über weite Strecken uninspiriert. Ich war nie ein Fan von David Yates' Grau-in-Grau-Look, den er hier immerhin ein paar Mal bricht, aber nun hab ich endgültig genug. Gebt dem Mann eine Farbpalette, damit er mal etwas verspielter bebildert. Auch recht übel: Johnny Depps Flucht am Anfang ist schrecklich inkohärent, da hat auch noch der Cutter versagt. Und ähnliche chaotische Actionszenen gibts auch später. Immerhin sind die Schauspieler überzeugend und ein paar Einzelszenen lassen die Magie aufleben.

Girl in the Spider's Web, The (2018) - Verschwörung * * * Wieder neue Besetzung, wieder neuer Regisseur. Aber diese nicht mehr auf einem Stieg-Larsson-Buch basierende Fortsetzung ist dennoch etwas besser als erwartet: ein gut gemachter, kurzweiliger Actionthriller, bei dem der Tiefgang der Vorgänger zwar zurückgeschraubt wird, aber das Publikum trotzdem mit Lisbeth Salander mitfiebern kann.

Pokémon the Movie: I Choose You! (2017) - Pokémon – Der Film: Du bist dran! * * ½ Gelungenes Prequel/Reboot der Reihe, mit gewohnten Beigaben, aber weil man nun 19 Folgen lang immer "grösser/besser" bringen musste, ist es entspannend, hier mit Nr. 20 wieder einen Gang zurückzuschalten. 

Christmas Chronicles, The (2018) * * * Putziger Weihnachtsspass von Netflix mit Kurt Russell als Weihnachtsmann.

Cam (2018) * * * Der Netflix-Horrorfilm ist ein konsequent durchgezogener Thriller rund um Sex, doppelte Identität und Internet. Eine reizvolle Mischung, überzeugend gespielt, wenn auch etwas lang für den doch dünner als erhofften Inhalt.

Fallen (2016) * * Prototypische "Young Adult"-Fantasy, die aber wie der Auftakt zu einer Serie wirkt, die freilich wohl niemals kommen wird. Entsprechend unfertig und ideenlos ist die Engel-auf-Erden-Story, die Schauspieler wirken gelangweilt, der Plot hat keine Raffinesse.

Bad Times at the El Royale (2018) * * * ½ Cleverer Gaunerfilm in poppiger Ästhetik. Deutlich zu lang und nicht so genial wie Drew Goddards Erstling "Cabin in the Woods", aber überzeugende Unterhaltung allemal.

Overlord (2018) - Operation Overlord * * * ½ J.J. Abrams produzierte diesen Mix aus Zombie-, Nazi-Exploitation- und Kriegsfilm, oft splattrig und überzeichnet, dann aber auch als halbwegs seriöser Film gut. Fast schon ein wenig wie "Wolfenstein".

Taxi 5 (2018) * * Halb Remake, halb verspätetes Sequel: die Luft in dieser Luc-Besson-Produktion ist endgültig raus, stattdessen gibts mässige Action und peinliche Witze. 

Nine Lives (2016) * * Nicht ganz so schlimm wie sein Ruf, aber jeder, der in Barry Sonnenfelds Mann-wird-Katze-Komödie dabei war, kanns besser. Da täuschen auch ein paar amüsante Momente nicht drüber hinweg.

Terminal (2018) * * ½ Ein Neo-/Neon-Noir, der seine tolle Besetzung und die kühne Optik verschwendet, da man nie wirklich mit jemandem mitfiebert und die Story zu verkrampft auf verzwickt getrimmt ist. 

Outlaw King (2018) * * * Die Netflix-Produktion um den Schottenkönig Robert the Bruce bietet eine angenehm dreckige Optik und einige überraschende Gewaltspitzen, doch die Story reisst nicht mit wie jene von "Kollege" William Wallce in "Braveheart" und Chris Pine wirkt nicht nur seines Akzents wegen ein bisschen fehlbesetzt. Sehenswert dennoch allemal.

25.10.2018

Kritik online: The Night Comes for Us (2018) * * * ½

Bohemian Rhapsody (2018) * * * Anders als die Songs von Queen experimentiert dieses Musiker-Biopic nicht herum: Bryan Singer (und nach dessen Kündigung Dexter Fletcher) inszenierten eine etwas weichgespülte und oberflächliche Hommage an die Band, welche aber temporeich von Song zu Song hüpft und auch schauspielerisch einiges auf dem Kasten hat. Ich hab wohl weniger mit dem Film mitgefiebert, als mit Freddie Mercury als Person/Ikone und mit den Songs, die man eh immer hören kann.

Butter (2011) - Alles in Butter * * * Gelungen besetzte Komödie zwischen Politsatire und Wohlfühlfilm, was ab und zu nur holprig funktioniert. Kurzweilig ists allemal.

Gleissendes Glück (2016) * * ½ Martina Gedeck und Ulrich Tukur sind famos in der Romanverfilmung um Einsamkeit und Sex. Doch die sperrige und kopflastige Inszenierung machen das Charakterdrama rasch öde. 

23.10.2018

Kritik online: Lord Jim (1965) * * *
Kritik online: Die 6 Kummerbuben (1968) * * ½

22.10.2018

Halloween (2018) * * * Der Film schliesst direkt an John Carpenters Original an, nur 40 Jahre später versteht sich, und ist ein wenig aufgebaut wie "Terminator 2" mit Jamie Lee Curtis als traumatisiertem Opfer, das sich mit Waffen und Rachegelüsten eingedeckt hat. Wenn immer Curtis im Fokus ist, überzeugt der Film, doch er hat auch zu viele Nebenfiguren (und einen völlig unglaubwürdigen Twist bei einer von ihnen) auf Lager. Auch echte Atmosphäre kommt nur selten auf, trotz Musik von Carpenter und Sohn. Ein solides Sequel durchaus, das von Kritik und Publikum aber ein wenig zu euphorisch aufgenommen wurde.

Apostle (2018) * * * Gareth Evans, Regisseur der indonesischen "Raid"-Reisser, kehrt in seine walisische Heimat zurück und überrascht mit Historienhorror auf den Spuren des Klassikers "Wicker Man". Nach einem etwas langsamen Start wird der Film zum fiebrigen Okkult-Horror, was an sich ganz nach meinem Gusto wäre, aber doch etwas gar plakativ daherkommt.

22 July (2018) * * * Nach dem norwegischen Film "Utøya 22. juli" kommt von Paul Greengrass der etwas konventionellere Ansatz. Das Massaker ist noch immer erschütternd, doch Breivik bekommt zu viel Fokus und wird dadurch mehr glorifiziert als gewollt. Auch stört, dass die norwegischen Schauspieler gebrochen Englisch sprechen müssen. Der Film ist aber allemal hochwertig inszeniert und gespielt. 

I Still See You (2018) * * Der Regisseur von "Midnight Sun" inszenierte mit der dortigen Hauptdarstellerin Bella Thorne einen von der Idee her reizvollen Mysterythriller, der wirr erzählt ist und gegen Ende komplett aus dem Ruder gerät.

Swimming with Men (2018) * * * Schematischer, aber sympathischer britischer Film um eine Männergruppe, die dank einem ungewöhnlichen Hobby etwas Ruhe in ihr Leben bringt: Synchronschwimmen. 

Hostiles (2017) - Hostiles - Feinde * * * ½ Zappendusterer Western von Scott Cooper ("Out of the Furnace") mit kraftvollen Darstellern. Das Tempo ist gedrosselt, die Story an sich dünn, dafür entschädigt die tolle Atmosphäre (Soundtrack inklusive). 

Every Day (2018) - Letztendlich sind wir dem Universum egal * * * Die an sich an den Haaren herbeigezogene Ausgangslage wird mit dem nötigen Ernst, aber auch viel Humor durchgezogen, und entlässt auch noch mit einer gut gemeinten Botschaft. 

Tully (2018) * * * Die dritte Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody ist etwas holprig im Tonfall, überzeugt aber dank der sackstarken Charlize Theron und einigen gelungenen Seitenhieben aufs Muttersein. 

Goodbye Christopher Robin (2017) * * * Sentimentales, aber auch rührendes Drama um das familiäre Zusammenleben im Haus von "Winnie the Pooh"-Schöpfer A.A. Milne.  

Egon Schiele - Tod und Mädchen (2017) * * * Etwas gar braves Porträt des provokanten Wiener Künstlers, aber gediegen inszeniert und mit interessanten Einblicke in die Wiener Bohème vor dem Ersten Weltkrieg. 

Simple Favor, A (2018) - Nur ein kleiner Gefallen * * * Süffisanter Thriller von Comedy-Experte Paul Feigg, der einen auf schlüpfrig-wendungsreichen Thriller im Stil von "Gone Girl" oder "Wild Things" macht, wenn auch nicht so toll wie jene beiden. Die Romanverfilmung beginnt keck und überraschend amüsant, die Montage ist gelungen, doch die Glaubwürdigkeit stürzt gegen Ende ab und entlässt mit einem schlechteren Eindruck, als nötig gewesen wäre.

Anon (2018) * * ½ Ähnlich wie in "Gattaca" widmet sich Regisseur Andrew Niccol einer kalten Überwachungs-Zukunft. Hier ermittelt Clive Owen gegen eine Frau, die sich in die Hirne von Menschen hackt und mordet. Reizvolles Thema, läuft aber ins Nichts und wird nach starkem Start rasch öde. 

Ploey (2018) * * Der isländisch-belgische Trickfilm ist in seiner Animation mittelprächtig und inhaltlich ziemlich dünn - zudem tischt er für einen Kinderfilm immer mal wieder fragwürdige Moral auf. 

2.10.2018

Venom (2018) * * ½ Unterhaltsamer Superheldenfilm, bei dem aber deutlich herumgeschnipselt wurde. Nun weiss man nicht mehr, ob dies eine Beinahe-Komödie oder ein düsterer Comicfilm sein soll - wobei der wandelbare Tom Hardy eher auf ersteres setzt und herrlich ist, wenn er mit quasi mit sich selbst agieren muss. Gegen Ende ist die Luft dann aber endgültig raus.

Star Is Born, A (2018) * * * ½ In seinem Regiedebüt verschafft Bradley Cooper der oft verfilmten Story ein Update, mit sich überzeugend in der Hauptrolle und Lady Gaga als stimmgewaltige Partnerin. Recht unaufdringlich und einfühlsam inszeniert, wenn auch etwas zu lang und an den Ecken und Kanten abgeschliffen. 

Unschuldige, Der (2018) * * * ½ Nach "Chrieg" erneut ein sehenswertes Werk von Simon Jaquemet: Extrem atmosphärisch irgendwo zwischen "Eyes Wide Shut" und "The Exorcist" taucht er in die Untiefen des Sektenlebens ein, höchst realistisch, dann doch geradezu höllisch. Auch wenn die Aussage bisweilen schleierhaft bleibt, das Drama ist alleine schon wegen des tollen Spiels von Judith Hofmann starkes Kino. 

Maniac (2018) * * * ½ "True Detective"-Regisseur Cary Joji Fukunaga adaptierte eine norwegische Serie für Netflix zur höchst eigenwilligen Miniserie. Top gespielt, vor allem von Emma Stone, Sonoya Mizuno und Sally Field, oft ansprechend schräg bebildert und inhaltlich stimulierend. Mit der Zeit gehen den psycho-surrealen Episoden aber der Pepp aus und die Story beginnt, sich im Kreis zu drehen. Am Ende ist es dann doch dünner als erhofft.

Incredibles 2 (2018) * * * * Die späte Fortsetzung des Pixar-Juwels ist nicht mehr ganz so frisch wie das Original von 2004, glänzt aber mit immensem Tempo, tollen Figuren und gewohnt hochwertigem Humor. Bis Teil drei geht es nun hoffentlich nicht vierzehn Jahre.

Mein Blind Date mit dem Leben (2017) * * * Sympathische deutsche Verfilmung eines autobiographischen Romans um einen jungen Mann, der Karriere machen will, obwohl er kaum mehr etwas sieht. Vorhersehbar und zu lang, aber die Tragikomödie unterhält fraglos. 

Hold the Dark (2018) - Wolfsnächte * * * Der Regisseur von "Green Room" verfilmte einen düsteren Roman und heraus kam ein noch düstererer, allegorischer Reisser, der so nihilistisch und blutig ist, dass es verbissen wirkt. Doch die kraftvollen Akteure und die Bilder von Nordalaska reissen das Ruder doch eher Richtung positiv. 

Breathe (2017) * * * Bewegendes True-Story-Drama, inszeniert von Gollum-Darsteller Andy Serkis. So faszinierend die Hauptfigur doch auch ist, so unüberraschend ist die Geschichte erzählt. 

Status Update (2018) - Appgefahren * * ½ Nette Jugendkomödie mit Fantasy-Touch, leider auch überlang und mit ein paar unpassenden Comedy-Szenen. Da hätte mehr dringelegen.

Truth or Dare (2018) * * Die Blumhouse-Produktion enttäuschte Publikum und Kritiker, und tatsächlich wirkt der Horrorfilm manchmal eher wie eine Parodie von Filmen à la "Final Destination" als echter Horror. Manche Szenen und Plot-Twists funktionieren aber ganz brauchbar, gar so viel Hass hat der Film doch nicht verdient.

Laissez bronzer les cadavres (2017) - Leichen unter brennender Sonne * * ½ Bei den Machern von "Amer" erwartet man ja viel Stil vor wenig Substanz. Doch ihre neue 70er-Jahre-Verbeugung (besonders Italowestern, Giallo und Poliziotti) bietet ausser ein paar wirklich wunderschönen Tableaus wenig. Der Inhalt ist "dank" seiner leeren Figuren und der dünnen Handlung recht langweilig, da nützten auch alle fetischierenden Nahaufnahmen, Morricone-esken Töne oder verkünstelte Abstraktionen nichts.

Roman J. Israel, Esq. (2017) * * * Stark gespieltes und intelligentes Drama, das im Kern eine sehenswerte Charakterstudie bietet, aber immer wieder in zu gemächliche Segmente abgleitet, geschwätzig wird und betreffend der Hauptfigur auch ein paar unglaubwürdige Entscheidungen auftischt. Sehenswert indes allemal.

Fahrenheit 451 (2018) * * Schlappe Neu-Interpretation des klassischen Stoffes, die den Inhalt der Ray-Bradbury-Vorlage nur halb verstanden zu haben scheint, und auch inszenatorisch eher auf der flauen Seite ist. 

Winchester (2018) * * Der Gruselfilm der "Jigsaw"-Macher springt auf den "Conjuring"-Zug auf mit einer teils-wahren, historisch angehauchten Geschichte, bringt aber nur selten Spannung mit sich und nervt stattdessen mit plakativen Jump-Cuts. Immerhin: auf Hauptdarstellerin Helen Mirren ist immer Verlass. 

Barbie Dolphin Power (2018) - Barbie - Die Magie der Delfine * * Harmlos-kurzweiliges Abenteuer, erzählerisch eins der flotteren, aber nach nunmehr 36 (!) Filmen gehts doch immer um dasselbe, Meerjungfrauen und Delphine sind wirklich kein Bonus-Einfall mehr. 

Blue My Mind (2017) * * * ½ Faszinierender Schweizer Debütfilm um ein Mädchen, dessen Körper sich in der Pubertät wandelt - mehr als normal, denn der Film tangiert durchaus Body Horror. Toll gespielt und extrem nah dran an den Figuren, so ein Film tut dem Schweizer Filmeschaffen auf jeden Fall gut. 

Next Gen (2018) - Das Mädchen und ihr Roboter * * * Grammatik-Fehler im deutschen Titel hin oder her: Die Netflix-Produktion ist ein aufwendiger Animationsfilm mit Tempo, solidem Charakterdesign und reichlich Action. Dass die Story in vorhersehbaren Bahnen läuft, lässt sich verkraften. 

Sherlock Gnomes (2018) * * Magere Fortesetzung des eh schon dünnen "Gnomeo and Juliet", der mit seinen Songs aber noch etwas mehr Schwung hatte als dieses By-the-numbers-Produkt.

Mom and Dad (2017) * * * Der Film definiert «überzeichnet»: von der Story über Nicolas Cages Schauspiel bis zur hysterischen Inszenierung. Es geht darum, dass Eltern überall Amok laufen und ihre Kinder töten wollen. Mal erinnert das an einen Zombie-Film, mal an eine pechschwarze Satire. Schön derb, aber sicher nicht für jedermann.

Invasion (2012) * * ½ Zwischen Drama und Thriller pendelndes, überlanges Werk, das ein wenig an Haneke erinnert, aber nach interessantem Start schnell an Faszination verliert.

5.9.2018

Sorry für das lange Funkloch, ich hab den Sommer genossen und auch kurz Urlaub eingelegt. Die Kritiken haben sich derweil aufgestaut und sind z.T. nun fast ein Monat alt :)

Utøya 22. juli (2018) * * * ½ Der norwegische Film von Erik Poppe ("Kongens nei / King's Choice") rekapituliert das schreckliche Massaker von Utøya aus Opfersicht in einer langen Einstellung. Das geht extrem nahe, ist vor allem für die Hauptdarstellerin eine tour de force und jeder Schuss aus der Ferne lässt das Blut gefrieren. Und: Breivik wird nicht einmal mit Namen genannt, was den Fokus klar auf die Opfer legt. Nur: Muss man das sehen? Grenzt es an Exploitation? Die Frage muss jeder für sich beantworten.

Climax (2018) * * * ½ Ein neuer Gaspard Noë, ein neuer Schocker. Der Film ähnelt einem schlechten Club-Besuch: Erst wird getanzt (PS: So muss ein Tanzfilm sein, keine Cuts, nur zuckende Körper minutenlang), dann kommen Drogen ins Spiel und alles wird zum Horrortrip, der Noë mal wieder erlaubt, in die Abgründe der Menschen zu schauen. Das ist aber visuell so anstrengend und einfach unangenehm, dass der Film zur Durchhalteübung wird, obwohl er Noës kürzester seit langem ist, und sein vielleicht "sanftester". Wie immer eine schweirig zu bewertende Sache, denn faszinierend und einzigartig ist der Film in jeder Sekunde.

BlacKkKlansman (2018) * * * ½ Spike Lees preisgekrönte Aufarbeitung einer unglaublichen wahren Geschichte um einen schwarzen Cop, der den KKK infiltrierte. Manchmal böse, oft pointiert, stets unterhaltsam - trotz Überlänge und etwas sprunghafter Erzählweise, wie wir sie manchmal von Lee kennen.

Meg, The (2018) * * * Die Romanverfilmung steckte jahrelang in der Produktionshölle und scheint nun sehr auf Mainstream eingedampft. Doch Jason Statham trägt den Film gut, die Tricks sind solide, der Unterhaltungswert trotz Überlänge vorhanden.

Man Who Killed Don Quixote, The (2018) * * * Nach über 20 Jahren voller Produktionsprobleme, Wetterchaos, Darsteller-Tode und sonstiger Probleme kommt der Film von Terry Gilliam doch noch ins Kino. Und enttäuscht etwas. Es ist urtypisches Gilliam-Theater, überdreht und karnevalesk, aber wie eine der Figuren sagt "There is a plot?". Zwischen verkrampfter Meta-Ebene und genereller Orientierungslosigkeit schleicht sich schnell einmal Übersättigung ein.

Christopher Robin (2018) * * * ½ Disneys Realversion von Winnie Puuh widmet sich "Hook"-mässig dem erwachsenen Christopher Robin und ist oft Kitsch pur, aber unwiderstehlich charmant, vor allem, wenn die Tiere ins Spiel kommen. Einziges Manko: Marc Forster inszeniert viel zu grau-in-grau-düster. Man dachte wohl, er sei wegen dem thematisch ähnlichen "Finding Neverland" vorbestimmt für den Job, aber er war keine gute Wahl.

Disenchantment (2018) * * * ½ Für Netflix produzierte "Simpsons"-Mastermind Matt Groening diese mehr-oder-weniger Mittelalter-Version von "Futurama". Nicht gar so witzig und kultig, aber allemal amüsant, kurzweilig und voller gewitzter Gags.

When We First Met (2018) * * * Gelungene Zeitschlaufen-Liebeskomödie, die zwra etwas vorhersehbar, aber amüsant abläuft. Produziert von Netflix.

Geschwister, Die (2016) * * * Intimes Berlin-Drama um einen Makler und ein Geschwisterpaar, dem er eine Wohnung verschafft (und sich in den Bruder verliebt). Etwas gar gemächlich und deprimierend, Happy End ist da natürlich fast schon aussichtslos.

Darkest Minds, The (2018) * * Eine der austauschbarsten Young-Adult-Romanverfilmungen - inhaltlich wie gestalterisch. Und weil sie floppte, ist das Ganze auch noch unfertig, denn die nächsten Teile werden wir kaum zu sehen bekommen. Kein grosser Verlust.

Package, The (2018) * * ½ Die Netflix-Komödie um ein versehentlich abgeschnittenes Geschlechtsteil hakt so ziemlich jeden nur vorstellbaren Witz zum Thema ab, tut dies aber wild genug, um zu amüsieren. 

Schönste Mädchen der Welt, Das (2018) * * * Lose basierend auf "Cyrano de Bergerac" entstand eine deutsche Teeniekomödie, die von ihren zwei jungen Hauptdarsteller und gelungenen Rap Battles lebt. Nicht überraschend, aber unterhaltsam. 

Imagine I'm Beautiful (2014) * * ½ Etwas holpriges, solide gespieltes Indie-Drama um eine angeknackste junge Frau, die von Utah nach Brooklyn zieht, und dort Freundschaft mit ihrer ebenso kaputten Mitbewohnerin knüpft.

Kongens nei (2016) - The King's Choice * * * ½ Überzeugend gespieltes und detailverliebtes Kriegsdrama um die Nazi-Invasion in das neutrale Norwegen. Ein wenig Pathos sei vergeben, in der Heimat jedenfalls wars der erfolgreichste Film des Jahres.

Nur Gott kann mich richten (2017) * * * Formelhafter, aber eindringlicher Gangsterfilm von "Blutzbrüdaz"-Regisseur Özgür Yildirim. 

Stronger (2017) * * * Das Denkmal für einen Überlebenden des Boston-Attentats (gespielt von Jake Gyllenhaal) ist bewegend und toll gespielt, doch auch etwas lang und mit vorhersehbarem Pathos.  

6.8.2018

Hotel Artemis (2018) * * ½ Auf kultig und cool getrimmter kleiner Actionthriller, aufgepeppt mit Star-Namen wie Jodie Foster und Jeff Goldblum. Aber der Film will einfach nie zünden, wirkt forciert und nur selten einprägsam. 

Equalizer 2 (2018) * * ½ Die eigentliche Hauptgeschichte ist vielleicht eine Stunde Filmmaterial wert, drumherum gruppiert Regisseur Antoine Fuqua so viele unnütze Nebenhandlungen, dass man sich fragt, ob der Drehbuchautor überhaupt wusste, was er erzählen möchte. Durchaus solide gespielt und szenenweise überzeugend, aber diesem 2. Teil fehlt der Punch des auch schon leicht überschätzten Vorgängers.

Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society, The (2018) * * * ½ Überlange, aber bewegende, gut gespielte und hübsch bebilderte Romanverfilmung mit Wonneproppen Lily James in einer Rolle, die auf sie zugeschnitten scheint.  

Children Act, The (2018) - Kindswohl * * * Richard Eyre ("Iris") verfilmte den Roman von Ian McEwan (der auch das Skript schrieb) auf methodische, eindringliche Weise, ganz geankert mit Emma Thompsons famoser Hauptrolle. Viele der moralischen und psychologischen Fragen werden nicht ganz ausformuliert und die Ereignisse gegen Ende werden immer willkürlicher, aber der Film hat trotz seiner Mängel Kraft.

Wrinkle in Time, A (2018) - Das Zeiträtsel * * Die Fantasy-Romanverfilmung erstickt in künstlichen CGI-Tricks und behaupteten, aber nie fühlbaren Emotionen. Auch wirken viele der stark kostümierten Schauspieler nicht in ihrem Element. Was eine Art "Unendliche Geschichte" hätte werden können, ist so nur dröge - und floppte deftig im Kino. 

Mercy, The (2018) - Vor uns das Meer * * Die wahre Geschichte ist mit Colin Firth und Rachel Weisz stark besetzt, doch das Schicksal der auf dem Meer treibenden Hauptfigur geht nie an die Nieren, wegen a) der Dramaturgie, die mit Rückblenden immer aus der Bedrohung reisst und b) die Charaktere einfach nicht immens sympathisch sind. 

Extinction (2018) * * Der Sci-Fi-Film von Netflix funktioniert streng nach Schema, selbst der Twist wirkt von einer Blaupause und ist auch nicht besonders glaubwürdig (oder schockierend) eingefädelt. Das limitierte Budget erledigt den Rest.

Mitte der Welt, Die (2017) * * * Sympathischer deutscher Jugendfilm, der vor allem bei den Figuren trumpft, selbst wenn die Story aus besseren Filmen zusammengeschustert scheint.

Ghostland / Incident in a Ghostland (2018) * * ½ Mit seinem englischsprachigen Debüt bleibt sich Pascal Laugier treu und schockt gehörig, visuell reizvoll. Doch die Story ist letztendlich doch deutlich dünner als erwartet und der sadistische Anstrich ist nicht jedermanns Sache.

So was von da (2018) * * ½ Die Romanverfilmung taucht ins Partyleben von Hamburg ein und macht das auf schön pulsierende, improvisierende Weise. Doch inhaltlich ist hier nicht viel dran und die technischen Spielereien von unnötigen Jump-Cuts bis zu einer fischaugigen Linse wirken aufgesetzt.

How It Ends (2018) * ½ Der Endzeitfilm von Netflix kriecht gelangweilt seinem offenen Schluss entgegen, der aber nicht wirklich rätseln lässt, sondern einfach vorher gestellte Fragen ignoriert und den Film irgendwie zu früh beendet.

Abracadabra (2018) * * ½ Der Regisseur des innovativen Schwarzweissfilms "Blancanieves" drehte einen unsteten Mix aus Komödie, Drama und Fantasythriller, der für seine unkonventionelle Herangehensweise zwar Lob verdient, mich aber schon nach wenigen Minuten seltsam kalt liess.

Don't Knock Twice (2017) * * Inhaltlich austauschbarer Horror mit anstrengendem Dunkel-Look, der viel zu viele Szenen so sehr verschleiert, dass man nichts mehr erkennt.

22.7.2018

Mission: Impossible - Fallout (2018) * * * * Christopher McQuarrie tritt als erster Regisseur in der Reihe zum zweiten Mal an und liefert ein weiteres hochklassiges Actionprodukt ab. Er braucht ein wenig, bis er in Schwung kommt, aber dann lässt er nicht mehr locker - spannungsmässig, emotional und vor allem im Actionbereich. Bei letzterem ist wieder Realismus Trumpf, Tom Cruise lernte für das grandiose Finale sogar Helikopter fliegen. Diese Hingabe kommt rüber.

Mamma Mia! Here We Go Again (2018) * * * Die späte Fortsetzung muss fast komplett auf Meryl Streep verzichten und über der Story hängt ihr Schatten auf etwas nervende Weise. Aber die Neuzugänge um Prequel/Sequel, v.a. Lily James, sind toll, einige alte Cast-Mitglieder stehlen immer noch die Show, v.a. Christine Baranski, und 70's-Ikone Cher ABBA singen zu sehen, hat etwas Meta-Faszinierendes. Demgegenüber kann Pierce Brosnan immer noch nicht singen und die Story taugt letztendlich eben nichts. Fans des ersten Teils wird das kaum kümmern.

Tag (2018) - Catch Me! * * ½ Die auf Tatsachen basierende Komödie um eine Gruppe Erwachsener, die seit Jahrzehnten Fangis spielt, hat eine nette Grundidee, wird aber im Nu repetetitiv.

Submergence (2017) * * Die Romanverfilmung von Wim Wenders ist ein bedeutungsschwangerer Langweiler, dessen zwischenmenschlichen Beziehungen völlig unglaubwürdig sind. Alicia Vikander sollte in Zukunft solchen Melodramen (siehe auch "Tulip Fever", "The Light Between Oceans") vielleicht fernbleiben, denn so gut sie ist, darin geht sie immer unter.

11.7.2018

Kritik online: Kladivo na carodejnice (1970) * * * *
Kritik online: Lust Stories (2018) * * *

10.7.2018

Ant-Man and the Wasp (2018) * * * Nette Fortsetzung von "Ant-Man", kurzweilig, tricktechnisch top und witzig. Aber dramaturgisch einer der schwächsten Marvel-Filme mangels Fokus und richtig prägnanten Figuren.

Skyscraper (2018) * * ½ Extrem formelhafter Mix aus "Die Hard" und "The Towering Inferno", ganz und gar zugeschnitten auf Hauptdarsteller Dwayne Johnson. Wäre der bedrohte Wolkenkratzer realistischer, wäre der Film wohl auch dramatischer, aber weil alles so künstlich aussieht, mangelt es an visuellen Wow-Momenten.

Sicario: Day of the Soldado (2018) - Sicario 2  * * * ½ Grundsolider, gut gespielter, packender Thriller, der aber nicht mehr den Fokus und den famosen Stil des Originals hat (wohl weil hinter der Kamera nahezu alle Beteiligten ausgetauscht wurden). Auch fehlt Emily Blunt, die zuvor das Herz ausmachte, Episode zwei wirkt dagegen distanzierter. 

Papillon (2018) * * * Brauchbares, aber unnötiges Remake, das nicht so aufgeblasen ist wie die McQueen/Hoffman-Fassung, aber daher auch nicht dessen Nachhhaltigkeit entwickelt. 

Destination Wedding (2018) * * * 90 Minuten lang tauschen Keanu Reeves und Winona Ryder unsympathisch Dialoge aus, es gibt keinen anderen Sprechpart - das strengt an. Doch der grenzenlose Zynismus der beiden sorgt für göttliche Disharmonie, eine der bizarrsten Sexszenen überhaupt und so manch köstliche Szene. Ein schwieriger, aber durchaus lohnender Film, nicht nur für Leute mit negativer Welteinstellung. 

Marfa Girl (2013) * * * Larry Clark will diesmal nicht nur mit nackten Teenagern schocken, sondern bietet auch Einblicke in das Leben von Ausgestossenen und Aussenseitern an der Grenze. Die seltsam unchronologische Erzählweise (manchmal selbst innerhalb einer Szene) ist unnütz künstlich, der Rest wirkt schön roh und ungeschönt.

12 Strong (2018) * * ½ Inhaltlich dürrer Nach-Tatsachen.Soldatenfilm aus der Bruckheimer-Fabrick, solide gemacht und gespielt, aber so uninspiriert und mit propagandistischem Anstrich, dass einem schnell die Lust vergeht. 

Tau (2018) * * Die Netflix-Produktion ist ein ziemlicher Reinfall, trotz soliden Schauwerten und Gary Oldman als Computerstimme. Die Story überrascht nie, mit der Logik hapert es und einige Szenen sind nahezu lächerlich. 

Dude (2018) * * * Die Netflix-Produktion nimmt ihre weiblichen Teenage-Heldinnen zwischen Schule, Drogen und Sex überraschend ernst. Schade sind die Aktricen deutlich zu alt und eine Date-Rape-Szene wird seltsam still hingenommen. Aber ansonsten ein solider Highschool-Film-Effort.

Adrift (2018) * * ½ Sauber inszeniertes True-Story-Drama um ein auf See havariertes Pärchen; doch die Dramaturgie reisst nicht wirklich mit, es gibt so gut wie keine Überraschungen, zumal wir ähnliche Geschichten schon so oft gesehen haben.

Hölle, Die (2017) * * * Harter Reisser von Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky, der wenig Story oder Charakterentwicklung bietet, aber darüber mit Tempo hinwegtäuscht- Die Hauptdarstellerin ist klasse, die Inszenierung leicht Giallo-inspiriert.

Hamilton: I nationens intresse (2012) - Agent Hamilton: Im Interesse der Nation * * ½ Sauber gemachter, aber inhaltlich wenig prickelnder Schwedenthriller nach dem Roman von Jan Guillou.

Hamilton: Men inte om det gäller din dotter (2012) * * ½ Temporeicher, aber formelhafter zweiter Reisser mit Mikael Persbrandt in der Schweden-Bond-Rolle.

20.6.2018

Kritik online: The Agony and the Ecstasy * * * * ½

19.6.2018

Kritik online: The Tiger - An Old Hunter's Tale * * *

Alex Strangelove (2018) * * * Sehr sympathischer Netflix-Jugendfilm um die sexuelle Identitätssuche eines Schülers. Dramaturgisch etwas holprig und als Ganzes etwas vorhersehbar, doch die Überraschungen liegen oft im Detail.

18.6.2018

Kritik online: The Pink Panther Strikes Again * * * * ½

Love, Simon (2018) * * * ½ Wohlfühl-Teeniefilm um einen schwulen Schüler und seine Sorgen rund ums Outing. Die Witze sind gelungen, die Story überrascht, die Schauspieler sind alle höchst charmant. Nur beim Kitsch drückt der Film etwas gar fest auf die Tube, etwa bei der Zeichnung von Simons Familie. Doch das ist wohl dem Feelgood-Zwang geschuldet.

90210 Shark Attack (2014) ½ Selbst verglichen mit anderen Werken des B-Regisseurs David DeCoteau ist dieser "Horrorfilm" wahrer Bodensatz. Null Handlung, null Spannung, null Schauspieltalent, null Budget für Spezialeffekt und fast null Haifisch. Dafür endlose Szenen, in denen adrette Typen baden oder sich einseifen. Klar, das erwartet man von DeCoteau, aber noch nie war das in so viel Langeweile verpackt wie hier. 

Ocean's 8 (2018) * * ½ Verschmitzter Ableger der (männlichen) Ocean's-Reihe nun mit namhafter weiblicher Besetzung. Die Darsteller machen denn auch Spass, die Inszenierung ist flott, aber es fehlt die Chemie zwischen den Akteuren, wie sie etwa noch bei Clooney/Pitt/Damon zu sehen war. Auch die Story wirkt eher wie ein Abklatsch des ersten Teils.

6.6.2018

Jurassic World: Fallen Kingdom (2018) * * * Das erste Drittel mit Dinos und Vulkanausbruch ist visuell stimulierend, doch danach fällt der Film optisch wie inhaltlich ab, wirkt reduziert auf klischeereiche Szenen und eher formelhaftes Monsterspektakel. Schade auch, kommt John Williams' Soundtrack so gut wie nie vor und wich stattdessen einem austauschbaren Klangteppich. Durchaus symptomatisch. PS: Während der erste "Jurassic World" dem Muster von Steven Spielbergs Original folgte, hat dieser nun etliche Parallelen zu Teil 2, "The Lost World"

Rider, The (2017) * * * ½ Höchst atmosphärische Americana-Story um einen jungen Rodeoreiter. Die Story wirkt etwas repetitiv, doch sie ist auch nicht zentral, denn hier geht es um einen Einblick in ein Leben - was noch authentischer dadurch wird, dass sich fast jeder praktisch selbst spielt.

Hereditary (2018) * * * ½ Ein präzise inszeniertes Regiedebüt, das den Horror langsam, aber konsequent aufbaut. Toll gespielt von Toni Collette & Co. und mit einigen schön unheimlichen Szenen, die dankbarerweise ohne Jump Cuts auskommen. Schade nur wirkt die Story wenig innovativ, die ganze Reviewer-Euphorie um den Film kann ich deswegen nicht ganz nachvollziehen. 

Don't Worry, He Won't Get Far on Foot (2018) * * * Gus Van Sant erzählt vom Leben eines Cartoonisten und Alkoholikers, wobei der Fokus auf Letzterem liegt. Die Stars um Joaquin Phoenix und Jonah Hill sind famos, der Wechseln zwischen Witz und Drama gelingt trotz etwas holpriger Erzählweise auch. Die Story dürfte aber etwas mehr Fokus haben, gegen Ende wirkt vieles fast melodramatisch.

Downsizing (2017) * * ½ Nach dem amüsanten und ideenreichen Start fragmentiert der Film in alle Richtungen und findet nie einen dramaturgischen oder emotionalen Anker. Der Humor von Alexander Payne ist ebenso sichtbar wie sein Humanismus, ebenso wie in seinen besten Werken, aber hier wirkt das alles nie aus einem Guss. Kein per se schlechter Film, aber einer, bei dem man frustriert ist, weil so viel mehr hätte drinliegen können. 

Singularity (2017) * ½ Der junge Schweizer Regisseur Robert Kouba realisierte einen Hollywood-Sci-Fi-Film, der sich grosszügig bei "Terminator" und "Hunger Games" bedient, und von A bis Z leider billig und holprig daherkommt. Keine Idee fruchtet, kein Bild bleibt hängen. Und John Cusack schlafwandelt einmal mehr durch eine typische Paycheck-Rolle, ist aber immer noch besser als die grauenhaft untalentierten Teenager in den Hauptrollen. 

Chli Häx, Di / Die kleine Hexe (2018) * * * Putzige Adaption von Otfried Preusslers Bestseller, etwas gewhöhnungsbedürftig nur, Karoline Herfurth auf Schweizerdeutsch synchronisiert zu hören.  

28.5.2018

Kritik des deutschen Krimis Sieben Tage Frist (* * ½)

Wind River (2017) * * * ½ Der Autor von "Sicario" und "Hell or High Water" inszenierte ein fesselndes Drama mit intensiven Szenen. Ab der Sequenz, in der zwei Väter von getöteten Kindern sich weinend in die Arme fallen, hab ich gewusst, dass ich den Film mag. Und auch danach kombiniert Taylor Sheridan eindrücklich die raue Natur Montanas mit dem komplizierten Seelenleben der Figuren. 

Mann aus dem Eis, Der (2017) * * Jürgen Vogel spielt den Ötzi und grunzt sich durch einen visuell durchaus anregenden, aber nach wenigen Minuten todlangweilig werdenden Film. 

Loving Vincent (2017) * * * ½ Von Hand (!) mit Ölfarben gemalter Trickfilm, der dafür verdient eine Oscarnomination erhielt. Die Story liess mich eher kalt, aber dem Stil kann man sich nicht entziehen. 

Cured, The (2017) * * ½ Der Film will dem Zombie-Genre neue Impulse geben, ist aber in seinem Aufbau extrem unglaubwürdig und wird deswegen auch rasch öde. 

Forget About Nick (2017) * * Margarethe von Trotta taucht in New Yorks Modewelt mit zickenden Männlein und Weiblein ein. Selten lustig, selten tiefgründig, meistens langweilig. 

On Chesil Beach (2017) * * * Eine seltsame Romanverfilmung, die nicht sicher ist, was sie erzählen will - aber das mit überzeugenden Darstellern (Saoirse Ronan glänzt wie immer) und sauberer Inszenierung tut. Auch die angesprochene Idee eines Missbrauchs wird nie ausgeführt, was den unsteten Ton zwischen Humor und Heavy Drama weiter kompliziert. 

Wonder (2017) - Wunder * * * ½ Vorhersehbares, aber bewegendes und stark gespieltes Melodrama vom Regisseur von "The Perks of Being a Wallflower". 

Beast of Burden (2017) - Der Kurier * ½ Der klaustrophobische Teil mit Daniel Radcliffe in einem Cockpit dominiert fast den ganzen Film und wird rasch extrem öde. Hier ging etwas von der Struktur bis zur Ausführung schief. 

HHhH / The Man With the Iron Heart (2017) - Die Macht des Bösen * * ½ Der Auftakt um SS-Monster Reinhard Heydrich ist faszinierend und bedrohlich, doch in der Mitte wechselt der Fokus zu den Widerständlern und trotz soliden Akteuren hat mich dies nur noch gelangweilt. 

18.5.2018

Kritik von John Woos Manhunt (* *)

Solo: A Star Wars Story (2018) * * * ½ Nach den vielen Produktionsproblemen ist es erleichternd, einen durch und durch unterhaltsamen, visuell stimulierenden und solide gespielten Film zu sehen. Nur: Braucht es ihn? Er bringt nichts Neues und ich hab die "wie wurde Person X zu Person X"-Vorgeschichten-Drehbücher längst satt, denn sie entzaubern den Mythos und wirken wie Fanfiction. Tricks klasse, Soundtrack auch, Alden Ehrenreich brauchbar, Donald Glover etwas overhyped, aber ein Highlight im Film. Und zum Glück gibt es nicht zu viele verkrampfte Momente, den Film in den Episoden-Kontext einzuordnen.

15.5.2018

Deadpool 2 (2018) * * * ½ Wie schon beim ersten Teil der überraschend erfolgreichen Reihe holpert die Story etwas, weil sie vor lauter Rückblenden, Meta-Jokes und langen Gag-Monologen zerstückelt wird. Doch die Gags sind schön derb und zünden besser als im Vorgänger, die Action ist solide (wenn auch beim Co-Regisseur von "John Wick" minimal enttäuschend), die Post-Credits-Sequenz ist köstlich, die Brutalität erstaunt und Ryan Reynolds hat die Rolle buchstäblich perfektioniert.

Revenge (2017) * * * ½ Das Langfilmdebüt der Französin Coralie Fargeat verleugnet seine Exploitation-Wurzeln nicht, sondern mischt audiovisuell aufregend Rachefilm, französischen Kultfilm, "Mad Max" und "Kill Bill" zum kurzweiligen Reisser. Hauptdarstellerin Matilda Lutz geht von Lolita zu "Tomb Raider"-Look und der Film behält ihren Sex Appeal stets bei, doch auf schön doppelbödige Weise.

Cargo (2017) * * * ½ Wie sich Martin Freeman mit Baby durch ein Zombie-verseuchtes, postapokalyptisches Australien kämpft, ist visuell anregend und bewegend, dazu gibt’s einen interessanten Rassen-Subtext, also ob die Zombies eine Krankheit wären, welche die von den Weissen gebrachte Verunreinigung wieder vom Kontinent der Aborigines entfernt.

Rampage (2018) * * * The Rock und drei riesige Kreaturen: das klingt nach dummem Actionspass und genau das will der Film auch sein, nicht mehr und nicht weniger. Mit Logik sollte man gar nicht erst kommen (ein Riersenkrokodil schwimmt unerkannt von Florida bis Chicago?), sonst ruiniert man sich nur den Fun bei diesem tricktechnisch soliden Spektakel.

5.5.2018

Kritik des japanischen Thrillerdramas The Third Murder (* * *) von Hirokazu Kore-eda.

Sense8 - Season 2 (2016) * * * Die zweite Staffel ist in ihren (gut gemeinten) Botschaften oft so plakativ, dass selbst die Dialoge holpern. Auch die Logik wird strapaziert und vor lauter Zeitlupen-Montagen und wiederkehrenden Themen kommt die Story lange Zeit so gut wie nicht voran. Aber der Look ist trotzdem noch immer top, die Ideen gefallen und die Staffel zieht bis zum offenen Ende noch an. Eine dritte Staffel soll es laut Netflix nicht geben, dafür ein Spielfilm-Finale.

Week of, The (2018) - Die Woche * * Ein weiterer Adam-Sandler-Flop, der im Rahmen seines Netflix-Deals entstand. Ein paar wenige Gags amüsieren, aber der bemühte Plot zieht sich in die Länge, etliche Pointen treffen nicht und das Melodrama am Ende wirkt unverdient.

Uns geht es gut (2016) * * Anstrengender deutscher Kunstfilm um ein paar junge Leute, die durchs Leben driften. Der erotisch aufgeladene Film ist nur leider genauso ziellos und dadurch schwindet alles Interesse recht schnell.

28.4.2018

Kritik des japanischen Dramas Radiance (* * ½)

Isle of Dogs (2018) * * * ½ Wes Andersons zweiter Stop-Motion-Trickfilm ist stilistisch ganz und gar sein Baby: mit liebevoll arrangierten Bildern, schrägen Figuren, eigenwilligem Humor. Die Story wirkt etwas gar gestelzt und dadurch fliesst die Handlung nicht so gut, doch man kann sich dieser Aneinanderreihung an Kuriositäten kaum verschliessen. 

The Leisure Seekers (2017) - Ella & John * * ½ Gut gemeintes, aber recht belangloses Oldie-Roadmovie, das alleine von der Besetzung (Donald Sutherland, Helen Mirren) lebt.

Ingrid Goes West (2017) * * * Eine etwas holprige, aber sehr sympathische Komödie mit ein paar gelungenen Weisheiten über das Leben in Kalifornien. 

25.4.2018

Avengers: Infinity War (2018) * * * * Marvel bündelt seine ganzen Superhelden, von den "Avengers" bis zu den "Guardians oft he Galaxy", in einem einzigen Film. Mit dem zu erwarten spektakulären Resultat. Die Action dürfte manchmal etwas entschleunigt sein, die Optik im All kommt nie an die Verspieltheit von "Guardians" oder "Thor: Ragnarok" heran und wirkt monoton. Und das Ganze ist nun schlicht zu überladen mit Helden. Doch der Mix aus Krawall, Humor und Pathos funktioniert fantastisch, die zweieinhalb Stunden Laufzeit spürt man nie, und das Cliffhanger-Ende ist mutig. Die Spannung bis zur Fortsetzung 2019 ist gross.

22.4.2018
Kritik von Yoji Yamadas What a Wonderful Family! (* * *)

Deep Blue Sea 2 (2018) * ½ Mehr Remake als Fortsetzung - und was für eines: amateurhaft inszeniert auf Haifisch-Trash-Niveau à la Syfy, viel zu viel Blabla, schwache Schauspieler, wenig Spannung. Das Original war kein cineastischer Höhenflieger, aber sehr kurzweilig. Davon kann hier keine Rede mehr sein.

I Feel Pretty (2018) * * Die Amy-Schumer-Show hat eine gut gemeinte Body-Positivity-Botschaft, diese aber verpackt in eine durch und durch vorhersehbare, ab und zu richtig mühsame Komödie. Schumer ist brauchbar, die Internet-Jungs werden ihr wohl wie gewohnt (unnötig) viel Hass entgegenbringen. Doch die Show stiehlt wohl Michelle Williams mit ihrer Piepsstimme. 

Daddy's Home 2 (2018) * * Noch zwei grundverschiedene Grossväter dazuzunehmen (Mel Gibson! John Lithgow!) ist an sich genial, doch daraus machen die Filmemacher nichts Schlaues, höchstens eine halblustige Variante von "National Lampoon's Christmas Vacation".

18.4.2018

Kritik des japanischen Remakes Unforgiven (* * * ½)
Kritik des japanischen Hit-Sequels Bayside Shakedown: The Final (* *)

Quiet Place, A (2018) * * * ½ John Krasinski inszenierte sich und seine Frau Emily Blunt in einem hochspannende Horrorfilm nach "Signs"-Muster. Die Atmosphäre ist toll aufgebaut, über Unglaubwürdigkeit schaut man schnell hinweg. 

Blockers (2018) * * ½ In den USA gefeierte, aber eigentlich eher mittelmässige Komödie, die ein Pro-Argument hat: die "horny teenagers" sind diesmal Mädels. Ansonsten läuft alles nach Formel und die Ausgangslage ist für aufgeschlossene Zuschauer einfach verdammt unglaubwürdig.

Detroit (2017) * * * ½ Kathryn Bigelow widmet sich den Rassenunruhen in der titelgebenden Stadt im Jahr 1967, sehr detailliert und realistisch, nur der Fokus fehlt in der überlangen Produktion bisweilen. 

Gun Shy (2017) * * Eine durchwachsene, meistens unlustige Komödie von Simon West, in der Antonio Banderas als abgehalfterter Altrocker à la Slash immerhin ein paar Pointen auf seiner Seite hat.

Agnes (2015) * * ½ Die Adaption des Debütromans des Schweizer Schriftstellers Peter Stamm hat einen interessanten Kern, ist aber zunehmend sperrig und lethargisch umgesetzt.

Amant double, L' (2017) - Der andere Liebhaber * * * François Ozons erotischer Thriller zerfällt am Schluss dramaturgisch in sich zusammen, was frustriert. Aber inszenatorisch wie schauspielerisch überzeugt der Film, einige angedachte Ideen machen neugierig - und dass das Ganze den Schwenk in Richtung überschwängertem Trash wagt, ist auch recht angenehm. Wäre nur der Inhalt durchdachter.

Lost in Space - Season 1 (2018) * * * ½ Netflix' Revival der Kultserie geht ganz neue Wege, verbannt sogar John Williams' tolles Titelstück in den Abspann, und bietet aufwendige, kurzwielige Sci-Fi. Die Figuren treffen etwas oft dumme Entscheidungen und manche Entwicklungen sind weniger der Logik als der dramaturgischen Willkür geschuldet. Aber das mindert das Interesse nur bedingt.

5.4.2018

Ready Player One (2018) * * * * Steven Spielberg verfilmte den Nostalgie-und-Geek-Roman von Ernest Cline, wechselt dabei mit hohem Tempo zwischen realer Welt und Spielwelt hin- und her. Beide sind vollgestopft mit Popkultur-Referenzen, von A-Ha über "Starcraft" bis "Iron Giant" oder "Back to the Future". Doch Spielberg verfällt nicht einfach dem Zitieren, sondern macht diese Elemente zum elementaren Teil der (etwas dünnen) Story. Der blaustichige, ausgewaschene Look droht manchmal, die visuellen Spielereien zu verschleiern, aber dank Spielbergs Erzähltalent wird man immer mitgerissen. Etwas unpassend höchstens die Schlussbotschaft, die im Gegensatz zum Rest des Films auf Gamer-feindliche Weise moralisierend scheint.

Lean on Pete (2017) * * * ½ Etwas zu lange, aber bewegende Romanverfilmung vom Regisseur von "45 Years", in der vor allem der junge Hauptdarsteller Charlie Plummer einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

You Were Never Really Here (2017) - Beautiful Day * * * ½ Das radikale Drama von Lynne Ramsay ("We Need to Talk about Kevin") ist Style over Substance, denn der exploitation-lastige Inhalt zwischen "Taxi Driver" und "Oldboy" gibt mit seinen nicht gerade erhellenden Rückblenden nicht so viel her. Doch der kraftvolle Score von Jonny Greenwood und vor allen die Power-Performance von Joaquin Phoenix hieven das Ganze trotzdem ins Sehenswerte. 

Strange Magic (2015) * * Die Story von George Lucas (!) ist lose bei Shakespeare inspiriert, doch die lieblose Animation der Figuren und die austauschbare Geschichte machen das Ganze rasch langweilig.

Game Over, Man! (2018) * * ½ Die Netflix-Komödie tischt so ziemlich die primitivsten Witze auf und hat einen kuriosen Penis-Fetisch. Doch bei den völlig überzeichneten Gewaltszenen und dem schlüpfrigen Humor hab ich mich, auch wenn ich nicht wollte, doch immer wieder gekrümmt vor Lachen. 

Geostorm (2018) * * ½ Der ehemalige Emmerich-Produzent Dean Devlin machte es als Regisseur seinem Kumpel gleich und inszenierte einen geradezu alles abdeckenden Katastrophenfilm. Der fällt oft ins Lächerliche ab und einige Tricks sind unter aller Sau, aber Fans von Desaster-Schauwerten kommen immer mal wieder auf ihre Kosten.

Roxanne Roxanne (2017) * * ½ Das Netflix-Drama porträtiert die Jung-Rapperin Roxanne Shanté aus dem New York der 80er. Die Musik scheint nur am Rande wichtiger, im Vordergrund steht das Sozialdrama um Shanté - und das ist so einfallslos wie gemächlich inszeniert.

26.3.2018

Lady Bird (2017) * * * * Zauberhafter Jugendfilm mit realistischen Figuren, die Humor und Emotionen gleichermassen vermitteln. Schauspielerin Greta Gerwig realisierte als Regisseurin damit ein (autobiografisches) Herzensprojekt und zuzuschauen, wie sie die Darsteller führt und die Geschichte erzählt, macht sie zu einem ernstzunehmenden neuen Talent hinter der Kamera. Letzter Punkt: Die Irin Saoirse Ronan ist genial als kalifornisches Mädchen von Nebenan.

Suburbicon (2017) * * ½ George Clooney adaptierte ein Skript der Coen-Brüder und vereinte es mit einem Rassismus-Drama zu einem konfusen Thrillerdrama, das szenenweise durchaus überzeugt (und auch toll besetzt ist), aber nie wirklich fesselt.

Pacific Rim: Uprising (2018) * * * Ohne Regisseur Guillermo Del Toro fehlt der Fortsetzung etwas die Seele, aber als kurzweilige und audiovisuell imposante Materialschlacht mit tollen Tricks schlägt der Film ein (Notiz am Rande: Die Action mag krawallig sein, aber anders als bei "Transformers" kann man der Action dank ruhigeren Einstellungen wenigstens folgen!). Das Hauptproblem indes ist, dass die Story aufgewärmt scheint, und dem simplen "Robo vs. Monsters"-Konzept wenig Neues entlockt.

Happy End (2017) * * ½ Michael Hanekes schwächster Film seit langem ist eine Art Fortsetzung von "Amour", hat starke Darsteller, eine gewohnt stilvolle Inszenierung und einige raffinierte Szenen. Aber die Story mäandriert endlos und mündet irgendwie im Nichts. 

Professor Marston & the Wonder Women (2017) * * * Ein gelungenes Porträt mit überzeugender Besetzung und nur leichtem Hang zur Weiderholung.  

Flatliners (2017) * * Ein nutzloses und unnötiges Remake (oder solls eine Fortsetzung sein?). Die Darsteller sind nicht übel, aber sie machen aus dem ihnen gebotenen, aufgewärmten Material auch nicht viel.  

Battle of the Sexes (2017) * * * Die Macher von "Little Miss Sunshine" rekonstruieren das Tennismatch von 1973 zwischen Bobby Riggs und Billie Jean King mit überzeugenden Stars, Witz und viel Zeitkolorit. Schade ist der Film deutlich zu langatmig. 

Gringo (2018) * * * Starbesetzte Komödie, angenehm frech und zynisch. Sie dürfte noch einiges frecher sein und einige Nebenhandlungen wirken unfertig - aber solide Unterhaltung ist stets garantiert. 

Letzte Pointe, Die (2017) * * * "Schweizermacher"-Regisseur Rolf Lyssy drehte eine wohlige Tragikomödie, die ein paar schwere Themen auf lockere Weise anpackt. Dramaturgisch und inszenatorisch indes dürfte der Film mehr Pepp haben.

Clue (1985) - Alle Mörder sind schon da * * * Drollige Verfilmung des Brettspielklassikers "Cluedo" mit durchaus namhafter Besetzung. Nicht so genial wie "Murder by Death" eine Dekade früher, oft sogar klamaukig, aber immer unterhaltsam, sei es nur wegen Tim Currys Overacting oder Colleen Camps Sexappeal. Fun fact: Im Kino gab es drei alternative, etwa gleich mittelmässige Enden, die für TV und DVD nun nacheinander gezeigt werden.

Rebel in the Rye (2017) - Das verschwiegene Buch * * * Eine stattliche J.-D.-Salinger-Biografie, natürlich angesiedelt um sein Kultbuch "The Catcher in the Rye". Es fehlt allerdings an echten dramaturgischen wie inszenatorischen Überraschungen.

Pitch Perfect 3 (2017) * * ½ Die Luft ist raus aus der A-capella-Reihe, auch wenn ein gewisser Restcharme zweifellos geblieben ist und auch Humor immer wieder auftaucht.

14.3.2018

Tomb Raider (2018) * * * Der Neustart der Reihe orientiert sich am blutigen Realismus des gleichnamigen Spiels von 2013, einzelne Szenen sind gar 1:1 übernommen. Aber der Plot wirkt seltsam ausgedünnt und mit falschen Prioritäten aufgefüllt, v.a. die Papa-Story wirkt nun ausgelutscht, und es fehlt nicht zuletzt an Blut: Ein R-Rating wäre sinnvoller gewesen. Und doch: Alicia Vikander ist eine energische Lara, das Tempo ist solide, der Unterhaltungswert trotz allem recht hoch.

Midnight Sun (2018) * * * Formelhaftes, aber bewegendes Remake des gleichnamigen japanischen Films von 2006. Patrick Schwarzenegger gibt sein Hauptrollen-Debüt und ist ganz solide, wenn auch etwas austauschbar.

Mary Magdalene (2018) * * * In Bild und Ton eindrücklicher Bibelfilm vom Regisseur von "Lion", der den Fokus auf Maria Magdalena lenkt. Die feministische Neuorientierung wirkt eine Spur zu forciert, vor allem gegen Ende, aber funktioniert. Mässig indes die eigentliche Aussagekraft und der Fakt, dass Jesus hier nie und nimmer als visionärer Prophet herüberkommt: er predigt kaum, ist mehr am Weinen und ins Weite Schauen.

Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House (2017) - The Secret Man * * * Wichtiger Whistleblower-Film um "Deep Throat", gespielt von Liam Neeson. Die Inszenierung ist leider lustlos und graustichig, das Tempo gedrosselt. Das mindert die Kraft des Films markant. 

Home Again (2017) - Liebe zu Besuch * * ½ Die Komödie von Nancy-Meyers-Tochter Halley hat ihren Charme, doch der geht zwischen Klischees und holpriger Inszenierung immer mal wieder unter. 

All I See Is You (2017) * * Mark Fosters überfrachteter Thriller fällt immer mehr auseinander, ist psychologisch holprig und allzu verkünstelt inszeniert für den doch eher auf TV-Thriller-Niveau gehaltenen Inhalt. 

Jigsaw (2017) * * Der Ableger der "Saw"-Reihe ist eigentlich bloss eine weitere, unglaubwürdige Fortsetzung der ausgelutschten Reihe, die immer und immer wieder auf Jigsaw zurückfällt, obwohl der längst tot ist. Es ist nur noch lächerlich. Die Todesszenen? Für Horrorfans ja ganz nett. 

6.3.2018

Kritik des koreanischen Actionfilms The Villainess (* * * ½)

Death of Stalin, The (2017) * * * ½ Der Regisseur von "In the Loop" drehte eine bitterböse Satire auf die Sowjetpolitik, lose basierend auf Tatsachen rund um die Säuberungswellen nach Stalins Tod.

5.3.2018

Oscar-Update

Annihilation (2018) - Auslöschung * * * ½ Alex Garlands Romanverfilmung ist ein visuell faszinierender Sci-Fi-Trip zwischen Tarkowskis Werken "Stalker" und "Solaris" sowie Bodyhorror und allerlei Auflösungs-Metaphern, von Krebs bis Altern. Nicht alles sitzt, aber es gibt genug zu diskutieren - und bestaunen.

Wetter in geschlossenen Räumen, Das (2015) * * * Maria Furtwängler glänzt als UNO-Mitarbeiterin im Nahen Osten, die sich ständig im Delirium befindet. Die Atmosphäre ist Trumpf, auch wenn sich Längen einschleichen. 

Death Wish (2018) * * Unnötiges Remake mit ein paar wenigen interessanten neuen Ansätzen (Amerikas Waffenpolitik, Social media), die Regisseur Eli Roth aber nie fruchten lässt. Was bleibt ist ein 08/15-Rachefilm mit einem erstaunlich müden Bruce Willis. 

Comedian, The (2016) * * * Ich kein Fan von solchen Wut- und Fluch-Comedians, wie der Film sie porträtiert - aber Robert De Niro und seine Co-Stars sind so überzeugend, dass der Film von Taylor Hackford doch seine Momente hat. 

LEGO Ninjago Movie, The (2017) * * * Kurzweiliger, aber austauschbarer Lego-Film, bei dem die hektische Machart und überladene Optik zum ersten Mal anfängt, die Qualität runterzuzuziehen.  

28.2.2018

Kritik des US-Stummfilms Shoes (* * * ½)

Irreplaceable You (2018) - Unersetzbar * * * Rührendes und charmantes Netflix-Drama um eine sterbenskranke junge Frau. Oft erzählt? Ja, aber die Geschichte, wenn sie so frisch gemacht ist, zieht immer.

26.2.2018

Kritik des deutschen Gruselfilms Laurin (* * * ½)

25.2.2018

Kritik des Schweizer Dramas Der schwarze Tanner (* * * ½)

22.2.2018

Kritik des Trickfilms Godzilla: Monster Planet (* * ½)
Kritik von Takashi Miikes 100. Fillm, Blade of the Immortal (* * *)

Peter Rabbit (2018) * * * Putzige Live-Action-Komödie mit den Figuren von Beatrix Potter. Anfänglich etwas seelenlos, aber immer flott und erstaunlich frech in seinem Humor. Beste Besetzung: Domhnall Gleeson, den man ebenso leidenschaftlich hassen wie mögen kann. 

Game Night (2018) * * * ½ Die "Vacation"-Regisseure erzählen eine turbulente Geschichte mit viel Energie und treffsicherem Witz. Die Darsteller sind mit Lust dabei, die Pointen funktionieren bis kurz vor Schluss bestens. Als kleines Zückerchen gibts einen wummrigen Soundtrack von Synthie-Master Cliff Martinez.

Mute (2018) * * ½ Der Netflix-Film, den Duncan Jones seinem Vater David Bowie und seiner Ersatzmutter Marion Skene widmet, soll eine Art Weiterführung von "Moon" sein, hat mit dem aber nichts zu tun. Der Sci-Fi-Thriller hat Dank Musik von Clint Mansell, soliden Tricks und dem Mix aus englischen und deutschen Schauspielern eine ganz eigen Atmosphäre - aber in dieser etabliert sich nie eine richtige Story: Die Suche nach der Geliebten ist plump, die Antagonisten wechseln alle paar Minuten und man weiss nie recht, was das alles eigentlich bringen soll.

20.2.2018

Kritik des sowjetischen Dramas Sudba Cheloveka (* * * ½) aka. "Ein Menschenschicksal"
Kritik des tschechischen Dramas
Marketa Lazarova (* * * *)

Early Man (2018) * * * Nicht der beste Film aus den Knetgummi-Studios von Aardman, aber immer noch eine kurzweilige Geschichte voller schrulliger Figuren und schräger Ideen.

19.2.2018

Post, The (2017) * * * ½ Steven Spielberg verfällt, weil das Thema so aktuell ist wie eh und je, ab und zu der Polit-Predigt. Doch er macht es spannend und eindringlich, getragen von tollen Akteuren und einer erstaunlich nüchternen Inszenierung. 

Biene Maja, Die: Die Honigspiele (2018) * * Austauschbarer Trickfilm, solide animiert und flott erzählt, aber die Botschaften werden im Eiltempo und ohne echten Nachhall vermittelt, so dass der Film rasch verpufft. 

Ritual, The (2017) * * * Der britische Gruselfilm um vier Freunde, die durch Nordschweden wandern, ist am Anfang höchst bedrohlich, fast "Blair Witch"-ohne-Wackel-Kamera. Die Auflösung indes holpert, aber eines hat der Film von Anfang bis Ende: eine erstklassige Inszenierung, die jedes Stück Holz unheimlich erscheinen lässt. 

Magical Mystery (2017) * * * Die Verfilmung des Romans von Sven Regener lebt von den Schauspielern, allen voran Charly Hübner, doch er steuert nie irgendwo hin und beginnt bald, abzustumpfen. Die schrägen Figuren halten das Ganze zum Glück knapp am Leben. 

Square, The (2017) * * * ½ Der Cannes-Gewinner ist etwas überschätzt, aber die ätzende Kunstkritik ist vor allem am Anfang sehr unterhaltsam, doppelbödig und hochwertig, leider nur ist der Film zu lang und läuft sich gegen Ende dann mal tot. 

18.2.2018

Kritik des Schweizer Dramas Marie-Louise (* * * ½)

14.2.2018

Foreigner, The (2017) * * * Von Martin Campbell sauber inszenierter Rachethriller mit Jackie Chan in einer seiner besten dramatischen Rollen. Dass die Story doch eher simpel ist, lässt sich verschmerzen. 

Shape of Water, The (2017) * * * ½ "Amélie" trifft "Creature from the Black Lagoon": Guillermo Del Toros Fantasyromanze ist visuell erquickend und schauspielerisch überzeugend. Nur die Geschichte kommt nur selten über Schablonenhaftigkeit hinaus.

Fifty Shades Freed (2018) * ½ Zum Glück ist die Reihe nun aus: Der langweilige Abschluss hat nichts zu erzählen, ist ideenlos inszeniert und die Thriller-Beigaben sind eine Lachnummer. Die Erotik hat etwas mehr zu bieten als im zweiten Teil, aber bei der x-ten Schmuse-Montage zu einem einfältigen Popsong sehnt man nur noch ein rasches Ende herbei.

What Happened to Monday? / Seven Sisters (2017) * * * Die interessante Ausgangsidee verliert stark an Glaubwürdigkeit mit der Zeit, aber die Spannung bleibt erhalten und Noomi Rapace' Spiel wertet alles zusätzlich auf. 

American Assassin (2017) * * * Solide Romanadaption, unerwartet deftig teilweise. Die Story indes flacht ab, aber wenn man Darsteller wie Dylan O'Brien und Michael Keaton am Start hat, behält das Ganze trotzdem Klasse. 

Wizard of Lies, The (2017) * * * ½ Robert De Niro brilliert als Finanzbetrüger Bernie Madoff, unterstützt von soliden Co-Stars und einer nüchternen Inszenierung von Barry Levinson.

7.2.2018

All the Money in the World (2017) * * * Ridley Scott verfilmte das Drama um den entführten Enkel von Milliardär Getty, sauber gespielt und (bis auf den exzessiven Einsatz von Farbfilter) ebenso inszeniert. Aber es fehlt etwas an Überraschungen und herausragenden Szenen. In die Filmgeschichte eingehen wird der Thriller indes, weil in einer Nacht-und-Nebel-Aktion der in Ungnade gefallene Kevin Spacey durch Christopher Plummer ersetzt wurde und alle seine Szenen neu gedreht werden mussten. Respekt. Und letztendlich gut für den Film, denn Plummer passt besser als Spacey mit künstlicher Nase. 

Maze Runner, The: The Death Cure (2018) * * * Das wegen Dylan O'Briens Unfall etwas verspätete Finale der Trilogie ist (trotz massiven Abweichungen zur Buchvorlage) geradlinig und actionreich, die Jungdarsteller überzeugen. Ein paar Nebenhandlungen wie der Angriff auf die Stadt verlängern das Ganze unnötig und es gibt etwas gar viele Zufälle. Knapp der schwächste Teil der Trilogie, da nicht immens überraschend. 

Final Portrait (2017) * * * Als Regisseur widmete sich Stanley Tucci dem Leben des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti. Inhaltlich und dramaturgisch eher dünn, aber die Darsteller (allen voran Geoffrey Rush) sorgen für solide Unterhaltung. 

6.2.2018

Black Panther (2018) * * * Der dramaturgisch wohl unausgegorenste Marvel-Film seit langem. Durchaus solide gemacht und visuell etwas anders als gewohnt - aber der aufgebaute Konflikt à la "Malcolm X vs. Martin Luther King" kommt zu spät und scheitert, weil die Hauptfigur keine echten Visionen hat. Das Skript hätte wohl nochmals überarbeitet werden müssen, was schade ist, weil sonst vieles stimmt.

Cloverfield Paradox, The (2018) * * ½ Netflix landete mit dem überraschenden Start des zuvor als Kinofilm geplanten Werks einen Coup. Und die erste halbe Stunde aus Sci-Fi, Horror und Cloverfield-Verknüfung verspricht viel. Der Rest löst das allerdings nicht ein, die Story wird immer dümmer und die Verbindung zum Ur-"Cloverfield" ist viel zu gesucht, als hätte man hier zwei Filme verwoben. Nicht zuletzt wird vieles nicht erklärt. Wieso hat der Arm etwa ein eigenes Wesen? Und anderes läuft auf nichts raus: Die Szenen auf der Erde etwa, wo der Mann der Astronautin ein Mädchen rettet und sich mit ihr verschanzt. Ende dieser Story, Mädchen für nix.

Molly's Game (2017) * * * ½ Für die übertriebene Lauflänge erstaunlich kurzweilige und spritzige Biographie, mit Jessica Chastain in Toplaune, souverän unterstützt von Idris Elba als ihr Anwalt.

2.2.2018

Kritik des Schweizer Dramas Das Menschlein Matthias (* * ½)

25.1.2018

Call Me by Your Name (2017) * * * * Eine zauberhafte Sommerromanze, so melancholisch wie leichtfüssig, und famos gespielt von allen Beteiligten - allen voran dem jungen Timothée Chalamet. Regisseur Luca Guadagnino schafft es wie nur wenige andere, Ferienland-Stimmung in Bilder umzusetzen (siehe zuletzt "A Bigger Splash").

Open House, The (2018) * ½ Teenager Logan ist traumatisiert vom Tod seines Vaters. Doch erst als mit seiner Mama in einer zum Verkauf stehenden Villa weilt, beginnt der wahre Horror. Welcher? Das weiss der sterbenslangweilige Film bis zu seinem hirnrissigen Schluss wohl selbst nicht so recht.

Disaster Artist, The (2017) * * * ½ James Franco verfilmte die Entstehungsgeschichte des wegen seiner Miesheit zum Kultfilm avancierten „The Room“ mit sich selbst in der Hauptrolle als Regisseur/Hauptdarsteller Tommy Wiseau. Für „Room“-Kenner eine Freude, aber wie Franco das Wesen eines besessenen Filmemachers zeigt, entwickelt neben viel Comedy auch erstaunlich viel Herz.

I, Tonya (2017) * * * ½ Sarkastische Biografie der Eiskunstläuferin Tonya Harding, toll verkörpert von Margot Robbie. Die Figuren treffen den Nagel auf den Kopf und auch wenn der Film der Version Hardings zu folgen scheint, macht er sich doch auch über deren Erinnerungen lustig.

Leatherface (2017) * * So unnötiges wie unglaubwürdiges "Texas Chainsaw"-Prequel, das immerhin über weite Strecken nicht der weit verbreiteten Rob Zombie'schen Ich-filme-Müllkippen-bei-Dunkelheit-Ästhetik verfällt, sondern den Horror auch bei Tag steigen lässt. Doch sehenswert ist letztendlich nur der Gore, der hier heftig aufgetischt wird.

Victoria & Abdul (2017) * * * Stephen Frears verfilmte die wahre und faszinierende Geschichte von Queen Victoria und ihrem indischen Freund und Helfer. Die Darsteller sind souverän, kein Wunder mit Judi Dench in der Hauptrolle, und der Film ist süffisant - aber es fehlt der Story dann doch etwas an Gehalt und Dringlichkeit. 

Sac de billes, Un (2017) * * * ½ Der bewegende Roman, einfühlsam und stilvoll inszeniert von Christian Duguay. 

Salzburg Connection, The (1972) - Top Secret * * ½ Routinierter, aber etwas austauschbarer Agententhriller, der zu oft zäh erzählt ist. Klaus Maria Brandauer gab hier sein Leinwanddebüt, mit dabei auch Udo Kier und Anna Karina.

À bras ouverts (2017) - Hereinspaziert! * * ½ Die Französische Komödie der "Monsieur Claude"-Macher tischt fast denselben Multikulti-Spass erneut auf, doch diesmal noch klischeereicher und deutlich weniger frisch. 

My Little Pony (2017) * * * Erstaunlich kurzweiliger Kinofilm zu den beliebten Figuren. Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, habe ich mich über einige der überzeichneten Figuren gut amüsiert. Die Geschichte indes bleibt rudimentär. 

Borg/McEnroe (2017) * * * Gut gespielte und kurzweilige Rekapitulation dieser legendären Tennis-Rivalität, jedoch recht arm an Überraschungen und ohne die Vitalität eines "Rush". 

Circle, The (2017) * * Der mit Tom Hanks und Emma Watson stark besetzte Thriller packt wichtige Themen wie Privatsphäre, Überwachung und gläserne Kunden an, ohne daraus etwas Spannendes oder Logisches zu machen. Figuren handeln bekloppt, die Naivität ist oft schwer auszuhalten. 

17.1.2018

Kritik des koreanischen Thrillerdramas Pluto (* * *)

Florida Project, The (2017) * * * ½ Gelungene Milieustudie, die hinter den properen und farbenfrohen Fassaden (gefilmt vom Kameramann von Pharrells "Happy") das soziale Elend und die Schizophrenie Floridas zeigt. Toll und oft improvisierend gespielt. Nur die Dramaturgie ist letztendlich etwas mager.

16.1.2018

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) * * * * Ein glorios gespieltes, facettenreiches Drama, in dem Hass und Liebe unentwegt um Vorherrschaft buhlen; gewohnt zynisch und mit bösen Dialogen inszeniert vom Iren Martin McDonagh. Die Parallelen zu "Fargo" sind wohl gewollt, vom Komponisten bis zum Hinterwäldler-Setting - und der famosen Frances McDormand.

Book of Henry, The (2016) * * ½ Das Drama von "Jurassic World"-Regisseur Colin Treverrow zeigt starke Leistungen von Naomi Watts und den gefragten Jungstars Jaeden Lieberher & Jacob Tremblay, ja selbst die erste halbe Stunde ist richtig gut mit dem Mix aus Comedy und Drama. Doch ein paar Wendungen in der Mitte machen alles kaputt, verlieren einen überzeugenden Tonfall völlig aus den Augen und ruiniert fast allen Goodwill. 

Polka King, The (2018) * * ½ Jack Black ist eine Freude als real existierender krimineller Polka-Star, doch die Story, welche die Fakten etwas gar weisswäscht, überrascht trotz des Absurditäts-Levels nur selten und dreht sich lange im Kreis.

Wonder Wheel (2017) * * ½ Überzeichnetes Drama und unterzeichnete Figuren dominieren diesen schwachen Woody-Allen-Film, der durch solide Schauspieler und angenehm lichtgeflutete Bilder von Vittorio Storaro aufgewertet wird. Nach dem (übereilten) Ende bleibt primär Schulterzucken. 

Good Time (2016) * * * ½ Stilistisch eindrücklicher und mit dem famos aufspielenden Robert Pattinson auch besten verankerter Neon-Gaunerthriller.

God's Own Country (2017) * * * ½ Narrativ nicht überraschend, aber eine präzise Charakterstudie mit Herz und gutem Auge für Alltag und dessen Frust wie auch dessen Freuden.

15.1.2018

Kritik von Shin Godzilla (* * *).

10.1.2018

Kritik des koreanischen Hits Confidential Assignment (* * *). 

Abschussfahrt (2014) * * Tumbe deutsche Schülerkomödie um Jungs, die in Prag einen draufmachen. Viel zu aggressiv im Humor, und mit den Figuren ist man nie dabei. 

Devil and the Deep Blue Sea, The / The Book of Love (2016) * * ½ Gut gemeintes und durchaus rührendes, aber zu klebriges Drama, bei dem Maisie Williams' aufgesetzter Akzent noch zusätzlich irritiert. 

Annabelle: Creation (2017) - Annabelle 2 * * Das Prequel ist besser als der erste "Annabelle", aber bis auf eine stimmungsvolle Inszenierung hat er nichts ausser plumpen Jump Scares zu bieten. Kam bei den Kritikern erstaunlich gut an, wohl weil er besser war, als verdient. 

Beyond Skyline (2017) * ½ Im Kern bot schon der Vorgänger "Skyline" Potential, das dann aber der Lächerlichkeit preisgegeben wurde. Niemand wollte eine Fortsetzung. Sie kam trotzdem. Und auch sie hätte was - vergeigts aber weitgehend. Immerhin sind die Stars von "The Raid" mit dabei.  

9.1.2018

Kritik des japanischen Dramas While the Women Are Sleeping (* * ½) von Wayne Wang.

Phantom Thread (2017) * * * ½ Daniel Day-Lewis gibt seine (angeblich) letzte Darbietung als starrsinniger Modedesigner, eine Rolle, die ihm auf den Leib geschneidert scheint. Er und seine Co-Stars spielen famos, die klassische Musik von Johnny Greenwood betört, die kühlen Bilder, für die Regisseur Paul Thomas Anderson erstmals gleich selbst als Kameramann waltete, haben einen Kubrick-Touch. Und der eiskalte Humor macht manche Szenen köstlich. Aber: Die Geschichte ist so kontrolliert und für ihre Laufzeit an sich dünn, dass ich nie einen echten emotionalen Zugang fand. Der Film lässt daher grässlich kalt, die Euphorie vieler Kritiker teile ich lediglich im technischen Bereich. Und selbst da war Anderson schon besser.

120 battements par minute (2017) - 120 Beats Per Minute * * * ½ Engagiertes und lebensechtes Drama um die Aids-Krise in den 90ern. Der Fokus auf die Act-Up-Gruppe macht den Film etwas kühl, die endlosen Diskussionen strengen an (und resultieren in akuter Überlänge). Aber als Zeitbild faszinierend, atmosphärisch und wichtig.

Commuter, The (2018) * * ½ Routinierter Actionthriller, der aber zu sehr den anderen Zusammenarbeiten von Liam Neeson und Regisseur Jaume Collet-Serra ähnelt - vor allem "Non-Stop". Spannend sicher, aber zu austauschbar, und die Tricks und Actionszenen wirken zudem etwas billig.

3.1.2018

Kritik des koreanischen Historienthrillers The Age of Shadows (* * * ½) von Kim Jee-woon ("The Good the Bad the Weird").

2.1.2018

Kritik der japanischen Comicverfilmung Death Note: Light Up the New World (* *).

Dieses bescheuerte Herz (2017) * * * Mit der realen Vorlage hat diese Tragikomödie kaum mehr etwas zu tun, aber Publikumsliebling Elyas M'Barek und seine überzeugenden Co-Stars sorgen für etliche gelungene Szenen und die richtige Balance aus Humor und Kitsch. Nie subtil, aber stets unterhaltsam. 

Congress, The (2013) * * * Innovativer Sci-Fi-Mix aus Realfilm und Zeichentrick, sowohl gültig als Kritik Hollywoods wie der Gesellschaft an sich. Robin Wright spielt sich dabei famos selbst. Die zweite Hälfte bietet visuell zwar viel, aber der Film verliert deutlich an Kraft und schöpft sein Potential nicht aus. 

Megan Leavey (2017) - Sergeant Rex * * ½ Wahre Geschichte um eine Soldatin und ihren Hund, durchaus bewegend uns solide gemacht, aber voller militaristischem Pathos, das ausserhalb der USA einfach nicht so funktionieren will. 

1.1.2018

Kritik des koreanischen Fantasydramas Vanishing Time - A Boy Who Returned (* * * ½).

31.12.17

Kritik des koreanischen Katastophenfilms Pandora (* * *).

30.12.17

Kritik des Bollywood-Films Jab Harry Met Sejal (* * ½).
Kritik des Hongkong-Klassikers Comrades, Almoist a Love Story (* * * ½).

Get Me Roger Stone (2017) * * * Die Netflix-Produktion porträtiert einen der grössten Schleimbeutel hinter den Kulissen der US-Politik, Strippenzieher, Verschwörungsmufti und Durch-und-durch-Arschloch Roger Stone - der sich über dergleichen Anfeindungen sogar freut. Der Film zeigt nüchtern wie Stone die Fäden von Nixon bis Trump zieht, gefällt daher kurioserweise linken wie rechten Zuschauern. Aus unterschiedlichen Gründen.

28.12.17

Kritik des sowjetischen Stummfilms Goluboy ekspress (* * *).

27.12.17

Kritik des Horrorklassikers Operazione paura (* * * ½).

26.12.17

Kritik des koreanischen Historienfilms The Last Princess (* * *).

Greatest Showman, The (2017) * * * Inhaltlich glattgebügelte und auf Schauwert-Musical getrimmte Verfilmung des Lebens von "Zirkus-Erfinder" P.T. Barnum. Die Besetzung ist toll und singt (bis auf Rebecca Ferguson) selbst, das Tempo ist hoch, der Unterhaltungswert ebenso.

Bright (2017) * * ½ David Ayer mischt Fantasy, Thriller und Buddy-Komödie in einem von Menschen, Orks, Elfen und anderen Wesen bewohnten Los Angeles. Das düstere Machismo passt nicht so recht zu den Albernheiten, aber der Film ist zumindest schön ruppig und selten langweilig.

Star Wars Holiday Special, The (1978) * Ein grauenhafter TV-Nachzügler des Originalfilms, bei dem die Besetzung fast komplett antrat, aber George Lucas fehlte. Der verbot danach auch jede wietere Aufführung - verständlich: Das peinliche und langweilige Laientheater beschmutzt den Star-Wars-Mythos mit kindischen Dialogen, unterirdischer Bildgestaltung, Softporno-Einlage und recht miesem Cartoon-Clip. Immerhin singt Carrie Fisher am Schluss süss.

Maximilian (2016) * * * ½ Stattlicher TV-Historienfilm von Andreas Prochaska, bemerkenswert in seiner düsteren Optik und sauber gespielt. Einzig Hauptdarsteller Jannis Niewöhner ist deutlich zu attraktiv für einen Kinn-und-Lippengeschädigten Habsburger ...

Maria Theresia (2017) * * * Etwas beliebiger, aber von  Robert Dornhelm schön süffisant inszenierter TV-Zweiteiler mit spielfreudiger Besetzung und sehenswertem Mix aus historischen Fakten sowie Spekulationen rund um die junge Maria Theresia.

20.12.17

Kritik des koreanischen Thrillers Bluebeard (* * *).

16.12.17

Kritik des koreanischen Gruseldramas House of the Disappeared (* * *).
Kritik des Animes Silent Voice (* * * ½).

15.12.17

Kritik von Out of Inferno (* * ½) von den Pang-Brothers.
Kritik von Opfergang (* * * ½).

Song to Song (2017) * * Wie schon "Knight of Cups" ist dies nur eine Collage von Flüstern und Flirten in edler Architektur. Musikhintergrund? Wird nicht aufgenommen. Figuren? Ein Hauch von nichts. Diesen schönen Akteuren zwei Stunden lang beim Lamentieren, Plattitüden Hauchen und Anbändeln zuzusehen, ist schnell auslaugend und ein weiterer Schritt nach unten für den einst grossen Terrence Malick. 

Jumanji (2017) * * * Amüsanter und kurzweiliger Neustart zur Reihe. Man hätte mehr aus dem Game-Setting herausholen können, der Schurke und die "Levels" sind recht öde. Aber die erwachsenen Schauspieler, die die Teen-Verhaltensweise ihrer Gamer kopieren dürfen, sind höchst spassig. Bis auf Kevin Hart, der ist einfach wieder Kevin Hart. 

Cut, The (2014) * * * Mit seinem ersten englischsprachigen Film knöpft sich Fatih Akin den Völkermord an den Armeniern vor. Das ist in der ersten Stunde einfahrend, danach etwas ausufernd. Aber immerhin stets mit einem Aufwand inszeniert, den man sonst von Akin nicht kennt.

Einsamkeit und Sex und Mitleid (2017) * * * ½ Zwischen Gesellschaftsdrama und bitterböser Satire pendelt diese Romanverfilmung von Lars Montag, für welche die Darsteller einiges an Mut aufbringen mussten. Doch es hat sich gelohnt: ein sehenswertes Bild der Grossstädter von heute. 

Promise, The (2017) * * ½  Das Drama präsentiert episch und mit Staraufgebot ein wichtiges Thema: den Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich. Doch trotz Emotionen wirkt das alles seltsam distanziert und die Figuren gehen einfach nicht nahe.

Room, The (2003) * Ein legendär schlechter Film von und mit Tommy Wiseau, der zum Kult wurde - dank grässlich miesem Schauspiel, unerotischen Sexszenen, Football-Fetisch, unterirdischen Dialogen und unendlich vielen "hi"-Begrüssungen.

12.12.17

Kritik von Star Wars: The Last Jedi (* * * *)
PS: Ich bin kurz davor, den halben Euphorie-Stern noch abzuziehen, da ich den Film aber am Sonntag nochmals anschauen werde, habe ich die Entscheidung bis dann aufgeschoben.

Ferdinand (2017) * * * Das Kinderbuch wurde einst schon als Kurzfilm von Disney verfilmt, nun macht das "Ice Age"-Team daraus einen simpel gestrickten, aber unterhaltsamen Spielfilm aus dem Computer.

7.12.17

Coco (2017) * * * * Zauberhafter Pixar-Trickfilm, der mexikanische Kultur und Folklore gewissenhaft und herzlich in seine Story um Familie und Musik einbaut. Ein paar Parallelen zu "Kubo and the Two Strings", aber der Rest ist inhaltlich wie visuell einfallsreiches Kino. Und wer im letzten Drittel nicht einige Tränen vergiesst, ist aus Stein.

Sens de la fête, Le (2017) - C'est la vie * * * ½ Sympathische französische Komödie von den "Intouchables"-Machern mit schlauem Humor und interessantem Konzept.

Mountain Between Us, The (2017) * * ½ Kate Winslet und Idris Elba kraxeln als Crash-Überlebende durch imposante Rocky-Mountains-Panoramen. Doch der sich entwickelnden Romanze kann man sich schwer erwärmen, weil der Film an einem Berg von Klischees und holprigen Dialogen zerschellt. Vor allem Winslet hat ihre Mühe mit diesem für sie suboptimalen Material. 

Aus dem Nichts (2017) * * * ½ Basierend auf den NSU-Morden in Deutschland erzählt Fatih Akin eine fiktive Leidensgeschichte. Er schneidet im Schmerz nie weg und Diane Kruger, in ihrer ersten deutschen Hauptrolle, spielt exzellent. Das letzte Segment mit der gewollt kontroversen Schlussszene fällt etwas ab, aber Akins Wut (und sein Können) sind stets sichtbar.

Beach Rats (2017) * * * ½ Traumwandlerisches Drama um einen Teenager zwischen seiner Homosexualität und dem Alltag in einer Macho-Clique in Brooklyn. Inhaltlich vielleicht etwas dünn, aber voller Atmosphäre und getragen von einem überzeugenden Hauptdarsteller.

Papa Moll (2017) * * * Drollige, auf Kinder und Familien ausgerichtete Verfilmung der Schweizer Kultbücher, die den Spagat zwischen Originaltreue und moderner Umsetzung finden. Manchmal holpern Story und Dialoge, doch die Figuren wachsen in die Story und damit ans Herz, v.a. Stefan Kurt ist toll in der Titelrolle. 

Colossal (2016) * * * Interessanter Mix aus Charakterstudie und ... Monsterfilm. Das wirkt gesucht und holpert bisweilen, aber die Schauspieler um Anne Hathaway und Jason Sudeikis sowie der Einfallsreichtum überzeugen.

Midnight Sun (2014) * * ½ Süsses, aber etwas gar formelhaftes Jugend-und Eisbären-Abenteuer. 

6 Below (2017) * * Josh Hartnett geht in den Bergen verloren. Das basiert auf Tatsachen, kommt aber nie an "127 Hours " ran: zu schematisch, zu kühl. 

Bach in Brazil (2015) * * * Edgar Selge, Bach und Brasilien: ein sympathischer Mix, adagio inszeniert und mit leisem Humor. 

47 Meters Down (2017) * * ½ Solider Hai-Thriller, der kurzfristig sogar ins Kino gehievt wurde. Die Hai-Szenen sind besser als beim üblichen TV-Trash, aber der Story geht bald die Luft aus. 

Dræberne fra Nibe (2017) - Small Town Killers * * Die dänische Komödie möchte rabenschwarz sein, doch der Ton stimmt nie, die Story mündet im Nichts und das eventuell vorhandene Potential wird nie ausgeschöpft.

No Way Out (1950) - Der Hass ist blind * * * ½ Joseph L. Mankiewicz inszenierte Sydney Poitier in seinem Kinodebüt, als Arzt, der ins Visier eines Rassisten (Richard Widmark) gerät. Engagiert in Inhalt und Spiel, solide inszeniert, wenn auch dramaturgisch nicht immens überraschend. 

Paris Can Wait / Bonjour Anne (2016) - Paris kann warten * * Superseichte Frankreich-Tour von Francis Ford Coppolas Ehefrau. Da kann auch die souverän aufspielende Diane Lane die Langeweile nicht aufhalten. 

Henri 4 (2010) * * * Aufwendige und namhaft besetzte Verfilmung der historischen Heinrich-Mann-Romane. Selten überraschend, aber immer mit genügend Fleisch, Blut und historischem Gehalt.  

Return to Montauk (2017) - Rückkehr nach Montauk * * Volker Schlöndorffs Max-Frisch-Hommage hat Potential, schläfert aber rasch ein und verliert im letzten Drittel allen Fokus. 

Morris from America (2016) * * * Sympathischer kleiner Film um einen Afroamerikaner, sauber gespielt vom Komiker Craig Robinson, der mit seinem Sohn in Heidelberg lebt. Ein paar Klischees und Stereotypen, aber auch ein paar erfrischende Ideen.

Alles ist Liebe (2014) * * ½ Das starbesetzte, durchaus charmante deutsche Remake eines holländischen Weihnachtsfilm wandelt etwas gar deutlich auf "Love Actually"-Spuren und ist nicht nur zu lang, sondern auch zu einfallslos.

26.11.17

Stranger Things (2016) * * * * Die Netflix-Serie hat eine an sich simple Story, doch der Mix aus "The Mist", "Aliens" und 80er-Jahre-Kino von Carpenter bis Spielberg macht den von tollen Figuren und stimmiger Atmosphäre getragenen Trip dennoch zum Ereignis. 

Stranger Things 2 (2017) * * * * Ein paar Nebenfiguren sind nicht mein Ding (Stichwort: "Lost Boys"-Punker), doch auch die zweite Staffel ist von Musik bis Atmosphäre ein Genuss. Diesmal mit mehr Horror und noch mehr "Aliens"/Catpenter-Referenzen als sowieso schon vorhanden.

 

15.11.17

Justice League (2017) * * ½ Die Helden sind diesmal besser als in "Batman v Superman", v.a. Wonder Womans Seele und Flashs Humor stechen heraus. Doch der Bösewicht taugt wenig, das Finale ist ein CGI-Müll und Danny Elfman vergeigt den Soundtrack, obwohl er sein altes "Batman"-Thema und John Williams' "Superman"-Thema kurz auspackt. Dazwischen erklingt nur Soundmurks. Immerhin ist die Story recht knackig gehalten und holpert erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, dass Zack Snyder die Regie nach dem Tod seiner Tochter an Joss Whedon übergab. Der Goodwill ist nun aber endgültig aufgebraucht: Das DC-Universum ist, sieht man mal von "Wonder Woman" ab, ein vom fundamentalen Problem, dass Düster-Batman und Hoffnungs-Superman nicht zusammenpassen, heruntergezogenes Universum.

13.11.17

Kritik des französischen Mysterythrillers Pleins feux sur l'assassin (* * * ½)
Kritik des deutschen Propagandafilms Die Rothschilds (* ½)

Mudbound (2017) * * * ½ Ausladend inszenierte und gut gespielte Romanadaption, die sich ganz der typischen "Deep South"-Bilder bedient und den Rassismus der 40er-Jahre intensiv anprangert.

6 Days (2017) * * * Grundsolide und recht spannende, wenn auch wenig überraschende Aufarbeitung der Geiselnahme in der iranische Botschaft in London 1980. 

Arsenal (2017) * ½ Einfallsloser und langweiliger Thriller, bei dem Nicolas Cage (mit grässlicher Frisur und künstlicher Nase) und John Cusack mal wieder auf gewohntes Direct-to-Video-Niveau absinken. Der recht hohe Blut-Anteil macht die Sache auch kaum besser. 

Rendel (2017) * * ½ Wenn Finnen einen Superheldenfilm drehen, kommt sicher nicht 08/15 raus: ein düsterer, blutiger Mix aus "Punisher" und "Batman". Aber irgendwie ist die Rachestory dann doch konventionell, der Film mit der Zeit eher träge.

9.11.17

Kritik des Dramas Sweet Bean (* * *)

Big Sick, The (2017)  * * * ½ Basierend auf Erlebnissen von Hauptdarsteller Kumail Nanjiani entstand ein wunderbarer Mix aus Komödie, Romanze und Drama, die nicht nur die Balance bestens meistert, sondern jedem dieser Genres etwas Erfrischendes dazufügt.

Tusen ganger god natt (2013) - Tausendmal gute Nacht * * * Gut gespieltes Drama mit einigen Denkanstössen, doch die Terror- und Dritt-Welt-Problematik verblasst etwas gegen das Familienproblem der Protagonisten, was das Ganze etwas holpern lässt.

Goliath (2017) * * * Ohne Ballast und ansprechend naturalistisch inszeniertes Schweizer Drama, das aber (der Kürze geschuldet) etwas gar schnell voranschreitet und gegen Ende leicht überzeichnet wird. Fraglos solide: die Leistung der Darsteller

Family Man, A (2017) - The Headhunters * * ½ Bemühtes und bisweilen sehr klebriges Motivationsdrama, in dem Gerard Butler als tougher Headhunter über den Sinn seines Lebens sinnieren muss. Solide gespielt und inszeniert, aber mehr nicht.

Bad Moms Christmas, A (2017) - Bad Moms 2 * * Wie schon beim erfolgreichen Vorgänger untergräbt die Sentimentalität den Humor und so bleibt trotz Hoden-Waxing und Penis-Lebkuchen doch vor allem Weihnachts-Schmalz. Da helfen auch Susan Sarandon und Christine Baranski als Omas nicht weiter.

Murder on the Orient Express (2017) - Mord im Orient-Express * * * Kenneth Branaghs starbesetzte Neuverfilmung des Agatha-Christie-Stoffes ist stilvoll und sauber gespielt, aber es fehlt das zündende Etwas, was den Film wirklich nötig machen würde. Auch wirken (bis auf Brabagh) alle Schauspieler etwas unterfordert. 

Confirmation, The (2017) - Mein fast perfekter Vater * * * Clive Owen und der kleine Jaden Lieberher ("It") sind famos als Vater und Sohn, aber die Geschichte um Aussenseiter und gesellschaftliche Verlierer kommt kaum vom Fleck, was immerhin durch gelungene Szenen aufgewogen wird. 

Aftermath (2017) - Vendetta * * ½ Von der wahren Vorlage, dem Flugzeugunglück von Überlingen, blieb in dieser Hollywood-Variante nicht mehr viel übrig.  Arnold Schwarzenegger wirkt, trotz solidem Drama-Spiel, in der Hauptrolle zudem etwas fehlbesetzt. 

Pubertier, Das (2017) * * * Schwungvolle, wenn auch wenig überraschende deutsche Hit-Komödie mit charmanter Besetzung.

2.11.17

Kritik des polnischen Historienfilms Krzyzacy (* * *)

1.11.17

Paddington 2 (2017) * * * ½ Hochcharmante Fortsetzung zwischen schlauem Witz und zuckersüssem Wohlfühl-Ambiente. Die Schauspieler sind das Tüpfchen auf dem "i", vor allem Hugh Grant als überkandidelter Bösewicht. 

Un + une (2015) * * ½ Die Liebes-Tragikomödie von Claude Lelouch hat Charme, begibt sich aber etwas gar oft auf esoterisches Terrain. 

Hunter's Prayer, The (2017) * * Durch und durch formelhafter Actionthriller von Jonathan Mostow, bei dem Sam Worthington lustlos die klischierte Rolle des bekehrten Killers gibt.

Detour (2017) - To Kill a Man * * * Inhaltlich zwar etwas dürftiger, aber clever arrangierter und solide gespielter Thriller von Genre-Profi Christopher Smith.  

Overdrive (2017) * * ½ Mit den Macho-Allüren kann ich ebenso wenig anfangen wie mit dem Autofetisch und der 08/15-Story. Aber die Oldtimer-Action ist halbwegs solide und die Schauspieler um Scott Eastwood und Ana De Armas ist engagiert dabei. 

Jungle (2017) * * * "Wolf Creek"-Regisseur Greg McLean ist ein Mann, der wohl noch nie schöne Ferien verbracht hat - das passt auch zu dieser True Story um Daniel Radcliffe, der im südamerikanischen Dschungel verloren geht. Manche Szenen sind passend widerlich (Wurm aus Wunde zum Beispiel ...), aber das Ganze ist trotz ungemütlicher Atmosphäre schon eher formelhaft. 

Junge Marx, Der (2017) * * ½ Gute Schauspieler machen diese sperrige und wenig mitreissende Jung-Marx-Bio auch nicht viel lebendiger.   

26.10.17

Fack ju Göhte 3 (2017) * * * Witziger als Teil zwei, weils zurück an die vertraute Schule ging - aber die Luft ist nun definitiv raus, also gut, dass es der letzte Teil ist. Mühsam: Der Kreisch-Humor der Schüler, die ich manchmal schlicht nicht verstanden habe. Fragwürdig: Humor rund um Drogen und Suizid, manchmal hart an der Grenze. Toll: Wie gewohnt Katja Riemann, fast übertrumpft von "Toni Erdmann"-Star Sandra Hüller.

Unlocked (2017) * * ½ Der Terror-Thriller von Michael Apted war jahrelang in Produktion und verstaubte danach trotz Starbesetzung (Noomi Rapace, Orlando Bloom, Michael Douglas, John Malkovich, Toni Collette) im Archiv. Verständlich, denn bis auf solide Darbietungen ein paar spannende Szenen hat er der lustlos inszenierte Film nicht viel zu bieten.

Hounds of Love, The (2016) * * * ½ Der verstörende wie visuell stimmige australische Thriller verdient sich mit seinen Figuren ein emotionales Ende. Nicht neu im Entführungs-Film-Kosmos, aber konsequent durchexerziert.

22.10.17

Kritik von Blind Date (* * *) mit Hardy Krüger.

21.10.17

Kritik von Tikhiy Don (* * *)

20.10.17

Thor: Ragnarok (2017) - Thor: Tag der Entscheidung * * * ½ Der bisher beste Thor-Film ist ein knallbuntes, spassiges Unterfangen, in den Händen des Neuseeländers Taika Waititi bestens aufgehoben. Die Darsteller spielen mit Freude, darum ist es umso bedauerlich, dass die herrliche Bösewichtin Cate Blanchett zu wenige Szenen hat und zum 08/15-Gegner verkommt. 

18.10.17

Kritik von Diabolik (* * * ½)

Wolves at the Door (2016) * ½ Der Horrorthriller beruft sich auf die Morde der Manson Family, erweckt aber nicht eine Sekunde lang True-Story-Feeling, geschweige denn die 70er-Jahre. Was dann bleibt ist ein langweiliger, mässig inszenierter Reisser. 

Within / Crawlspace (2017) * * Szenenweise stimmungsvoller, aber weitgehend ideenloser Horrorfilm. 

Sage femme (2017) - Ein Kuss von Béatrice * * * Gut gespieltes und berührendes französisches Drama mit leisem Humor, wenn auch ohne Szenen, die in Erinnerung bleiben. 

Hevn (2015) - Rache * * * Solide inszenierter skandinavischer Rachethriller, dessen etwas gar simples Konzept die Spannungskurve drückt.

Shark Lake (2015) * ½ Langweiliger Hai-Thriller, bei dem zwischen der lahmen Story und den schwachen Tricks immer mal wieder Dolph Lundgren durchs Bild schlafwandelt.

12.10.17

Kritik des Sci-Fi-Trickfilms Starship Troopers: Traitor of Mars (* * ½)

Snowman, The (2017) * * Die Jo-Nesbø-Adaption des talentierten schwedischen Regisseurs Tomas Alfredson ("Let the Right One In") schlittert haarscharf am Desaster vorbei: stark gespielt, atmosphärisch inszeniert und gespickt mit fürs skandinavische Kino üblichen Gräueltaten - das rettet den zweistündige Thriller teilweise. Aber der Film ist unnötig aufgeblasen und mündet in einer schwachen Auflösung. Zu viele Fragen bleiben offen (warum sind die Leichen z.B. zerstückelt?), zu verschwendet sind etliche Figuren.

Dinner, The (2017) * * ½ Weil ihre Söhne in eine verabscheuungswürdige Straftat verwickelt sind, müssen zwei verfeindete Brüder (Richard Gere, Steve Coogan) wieder miteinander reden - bei einem Diner im Nobelrestaurant. Gut gespielt und ziemlich böse, aber mit diesen giftelnden Figuren möchte man kaum zwei Stunden verbringen.  

Mune, le gardien de la lune (2014) * * * ½ Süsser wie einfallsreicher französicher Trickfilm, der sich in manchen Aspekten durchaus vom Schaffen Hayao Miyazakis inspirieren liess.

Cult of Chucky (2017) * * ½ Ganz brauchbarer erneuter Versuch, die Horrorpuppe aus den 80ern neu zu beleben. Solide Gore-Effekte, annehmbare Inszenierung, dünne Story.

Bring It On: Worldwide #Cheersmack * ½ Mit dem mittlerweile sechsten Teil ist die Luft endgültig raus. Formelhafte Langeweile ohne Charme, dafür mit den üblichen Tanzbattle-Posern. 

Gold (2016) * * * Solides, auf Tatsachen beruhendes Drama um die Gier an der Wall Street. Gut gespielt, aber nicht immens überraschend.  

Churchill (2017) * * ½ Brian Cox spielt den grossen britischen Staatsmann angenehm angeknackst, aber die Inszenierung ist recht zäh und historische Fakten werden gar oft zurechtgebogen.  

Man Down (2016) * * Shia LaBeouf in einer seiner besten Rollen - aber der Mix aus Kriegstrauma und postapokalyptischer Aufarbeitung will nicht funktionieren und mündet in einen mühsamen Schluss.  

Last Face, The (2017) * * Die Regiearbeit von Sean Penn vergeudet die Oscarpreisträger Javier Bardem und Charlize Theron für ein gut gemeintes, aber richtig ödes Drama.

1.10.17

Kritik von Kung Fu Yoga (* *) mit Jackie Chan.
Kritik von Blade Runner 2049 (* * * *).

Grave (2016) - Raw * * * ½ Das französische Coming-of-Age-Drama ist im Horrorstil verpackt, so blutig wie widerlich wie trotz allem stets schön. Tolle Schauspieler und einige krasse Szenen runden das Ganze ab.

Quand on a 17 ans (2017) - Mit Siebzehn * * * ½ Ein wunderbarer Adoleszenz-Film von Ü70-Regisseur André Téchiné, der mühelos von zwei 17-jährigen Jungs und ihrer Annäherung erzählt. Etwas konventionell, aber einfühlsam und echt. 

24.9.17

It (2017) * * * ½ Das erste Kapitel der Stephen-King-Adaption ist höchst atmosphärisch und in den Szenen mit den (talentierten) Kinderdarstellern kommt "Stand by Me"-Vibe auf. Die Clown-Sequenzen mit Pennywise sind eher reissbrettartig, aber immerhin unheimlich genug. An den Kinokassen wars jedenfalls ein monströser Hit. 

Lommbock (2017) * * ½ Die verspätete Fortsetzung von "Lammbock" ist ein netter Kiffer-Spass, der aber nicht recht weiss, wohin er in seiner Handlung will. 

19.9.17

Kingsman: The Golden Circle (2017) * * * ½ Die Zutaten, die den ersten Teil so genial machten, sind fast alle wieder da - nur diesmal zerdehnter und weniger frisch präsentiert. Das Zusammenspiel von Musik und Action stimmt wieder, der Witz ist schön subversiv und die letzten 30 Minuten liefern die gewohnte Fusion aus Brutalität und Pepp, doch zu oft müssen Überbleibsel aus Teil 1 aufgearbeitet werden (Colin Firth, Prinzessin etc.) anstatt eine Story voranzubringen. Leicht enttäuschend.

18.9.17

Kritik des Bollywood-Hits Raees (* * *).

Glass Castle, The (2017) * * * ½ "Er war ein beschissener Vater, aber er hatte seine Momente": Der Regisseur von "Short Term 12" (auch mit Brie Larson) verfilmte die düstere Autobiographie etwas ausladend und teilweise repetitiv, aber höchst eindringlich - nicht zuletzt dank des Spiels von Larson, Woody Harrelson und Naomi Watts. 

Göttliche Ordnung, Die (2017) * * * Erfolgreiche Schweizer Tragikomödie über die späte Einführung des Frauenstimmrechts. Stets gut gemeint und unterhaltsam gemacht, wenn auch recht formelhaft. 

16.9.17

Kritik des chinesischen Hits The Mermaid (* * ½)

13.9.17

Kritik des Bollywood-Hits Jai Ho (* *)

12.9.17

Mother! (2017) * * * ½ Darren Aronofsky stösst Filmfans mal wieder vor den Kopf mit diesem intensiven und Allegorie-reichen Trip im Stile eines ultimativen Home Invasion Thrillers. Er läuft etwas ausser Kontrolle, aber fasziniert durchgehend. Es gibt zwei faszinierende Lesungen, die nicht ohne Spoiler gehen: Es ist ein apokalyptische Lesung der Bibel von Adam und Eva bis zur Kreuzigung von Christus und dem Untergang der Welt. Oder eine Studie über die Schöpfungskraft der Frauen und die destruktive Gier der Männer, etwas sexistisch dargeboten, aber auch höchst interessant.

Message from the King (2016) * * ½ Der King im Titel ist Jacob King, gespielt von "Avengers"-Mitglied Chadwick Boseman. Er kommt aus Südafrika nach Los Angeles, um seine tote Schwester zu rächen. Das wird in den Händen von Regisseur Fabrice du Welz ("Vinyan") düster und grob - aber auch recht monoton.

11.9.17

Kritik des koreanisches Dramas Han Gong-ju (* * * ½)

First They Killed My Father (2017) - Der weiter Weg der Hoffnung * * * Angelina Jolie verfilmte den autobiografischen Roman über das Überleben als Kind in Zeiten der Roten Khmer. Vor Ort mit Laien gedreht, erstaunlich nüchtern von Anthony Dod Mantle bebildert ist der Film höchst authentisch und bewegend. Es fehlt ein wenig der Fokus im Mittelteil und die 135min wirken daher etwas lang.