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Sexkomödie

Japan 2015
Alternative Titel Eiga: minna! Esupâ da yo!; 映画 みんな!エスパーだよ!

Regie Sion Sono
Darsteller Shota Sometani, Elaiza Ikeda, Erina Mano, Makita Sports, Motoki Fukami,
Reiya Masaki, Megumi Kagurazaka, Ken Yasuda, Maryjun Takahashi, Tokio Emoto, Rosa Sahel

Länge 114 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 16

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco Spiess, molodezhnaja 7.12.2016
©  Bilder Gaga, Screenshots molodezhnaja


STORY
Der Schüler Yoshiro (Shota Sometani) ist voll unter der Kontrolle seiner Hormone. Wenn er masturbiert, kann er sich kaum entscheiden, von welcher Frau er träumen soll - am liebsten aber von der schönen Sae (Erina Mano). Da wird er beim Wichsen von einem ausserirdischen Licht getroffen und kann fortan die Gedanken anderer lesen! Das gleiche ereilt seine Schulkollegin Miyuki (Elaiza Ikeda). Und die beiden sind nicht alleine, wie sie bald herausfinden: Professor Asami (Ken Yasuda), Saes Vater, rekrutiert ein halbes Dutzend an Leuten, die übersinnliche Begabungen bekommen haben. Neben Yoshiro und Miyuki sind das etwa Yosuke (Motoki Fukami), der sich teleportieren kann. Oder Takako (Megumi Kagurazaka), die in die Zukunft sehen kann. Sie alle waren noch Jungfrauen während des Energiestosses und haben daher ihre Fähigkeiten bekommen. Und die müssen sie nun auch einsetzen, denn Asami hat entdeckt, dass es auch jene gibt, die ihre Gaben für das Böse nutzen.

 

REVIEW
Japanische Teenie-Sexkomödien gibt's viele. Sowas schaut sich doch höchstens ein Perverser oder ein Filmkompletist an. Ausser, sie ist von Sion Sono - dann hat man sogar drei Gründe. Der gefeierte Regisseur zeigte sich 2015 besonders fleissig und nach vier doch eher einfahrenden Filmen in diesem Jahr liess er hier bei seinem fünften einfach gehen. Der Stoff basiert auf einem Manga von Kiminori Wakasugi (Detroit Metal City), den Sono bereits 2013 mit teilweise denselben Akteure als TV-Reihe verfilmte. Was ihn genau zu dieser Geschichte zieht, ist schleierhaft, denn sie ist wirklich infantil und plump, die Motivationen der Figuren sind fast immer schleierhaft. Aber wenn einer wie Sion Sono sich voll darin versteift, dann kommt wenigstens etwas heraus, das man nicht alle Tage sieht.

Und noch etwas ist speziell: Der Sono-Kenner wird rasch bemerken, dass dies eine Art von pubertärem Begleitwerk seines Kultfilms Love Exposure darstellt. Es gibt so viele Parallelen, dass man fast annehmen muss, dass Wakasugi den Film kannte. Als da wären: Der Held ist Unterhöschenfetischist, die Angebetete betitelt ihn deswegen als hentai (pervers), eine lesbische Kontrahentin begehrt die Angebetete, der Held sucht eine vom Schicksal diktierte Traumfrau. Und als wären all die in der Handlung auftretenden Parallelen nicht schon genug, unterstreicht Sono das Ganze, indem er bei der Kurzpräsentation von Yoshiros potentiellen Wichsvorlagen den Ravel-insprierten Track "Bolero Rhythm" laufen lässt - wir erinnern uns: Der Ur-Bolero war in der ersten Hälfte von "Love Exposure" ein Leitmotiv, das akustisch auf das grosse Wunder vorbereite.

Doch bevor "Love Exposure"-Fans sich auf den Film stürzen, zurück zum Wichtigen: "The Virgin Psychics" ist so richtig infantil, weit perverser und triebgesteuerter als westliche Gegenstücke. Nasse T-Shirts, Grossaufnahmen von Unterhöschen, kaum bekleidete Damen und Männer, vulgäre Ausdrücke, allerlei Wichs-Gesten oder Ständer in der Hose: Nichts wird ausgelassen. Das Ganze könnte als Meta-Kommentar auf die japanischen Fetische durchgehen, von Schulmädchen bis Slips, aber Sono zeigt nicht mit dem Finger auf jene, die auf so etwas stehen, sondern zelebriert es. Ohne Pardon. Das gäbs im Westen dann wohl eher nicht.

Allerdings hat auch er einen leicht moralisierenden Knick drin. So ist eigentlicher Sex nie zu sehen, nur das Aufgeilen. Und die Bösewichter (sofern man ihre Motivation überhaupt einordnen kann) sind noch perverser, wollen sie doch die Welt in eine riesige Orgie stürzen. Das wär wohl selbst Sono zu viel, er bleibt lieber bei unseren Helden, die einfach nur Sex wollen. Blümchensex würd auch reichen, schliesslich sind sie alles Jungfrauen, die schon beim Anblick eines BHs Monster-Errektionen bekommen. Also mehr oder weniger normale Teenager. Nicht aber die Schurken, die sind böse weil sie beim Sex noch einen draufsetzen. Pfui. Oder lesbisch sind. Doppelpfui. Da wird nicht ganz klar, ob diese Typifizierungen reiner Zufall sind, oder ob Sono wirklich in seinem versexten Kopf das eine oder andere Vorurteil oder konservative Empfinden hegt.

Wie dem auch sei: Wer den Film anschaut, wird nicht viel Konservatives entdecken, sondern sich dem wilden Treiben hingeben. Und manchmal hemmungslos lachen. Der Film ist zu lang, die Dramaturgie holpert, Hauptdarsteller Shota Sometani chargiert ziemlich und das Ganze ist selbst nach meinem doch sehr dehnbaren Geschmack zu kindisch. Dadurch werden die emotional gemeinten Szenen gegen Ende regelrecht nichtig, denn man investiert keinerlei Gefühle in die Charaktere. Aber man kann letztendlich trotzdem nicht anders, als Sonos Hingabe an die Perversion und seinen überzeichneten Anime-Look ein wenig zu feiern. Die Kamera selbst wird zum lustvollen Betrachter, wenn sie statt der Gesprächspartnerin in die Augen zu schauen, sich plötzlich Richtung Dekolleté senkt, nur um erschrocken wieder auf Augenhöhe zu gehen. Filme, die so unverfroren die Säfte anregen, gibt es selten. Vielleicht zu recht, wenn selbst ein Sion Sono daraus nur marginal mehr als eine Titten-und-Ständer-Show rausholt.

 

EXTERNE LINKS 
imdb.com

 

SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit VLC 2.2.1 verkleinert und geschärft mit Photoshop CS2


 

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