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Sci-Fi-Liebesfilm. Indien. Hindi
Alternativer Titel
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Regie Harry Baweja
Drehbuch Harry Baweja, Rowena Baweja, Karan Razdan, Suparan Varma, Prem Soni
Produktion Pammi Baweja
Songs Anu Malik
Kamera Vijay Kumar Arora
Choreografie Remo, Vaibhavi Merchant, Ahmed Khan
Darsteller Harman Baweja, Priyanka Chopra, Boman Irani, Archana Puran Singh,
Dalip Tahil, Candida Fernandies, Kurush Deboo, Rachit Trehan, Harsh Vasiht
Länge 171 Min.

Kinostart 4.7.2008
Box office classification
Desaster
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco, molodezhnaja 4.9.08
©  Bilder Adlabs, Screenshots molodezhnaja


STORY
Karan (Harman Baweja) ist der 23-jährige Sohn des reichen Unternehmers Malhotra (Dalip Tahil) aus Sydney. Er hat alles im Leben, nur keine Liebe. Die findet er in der Person der schönen Sana (Priyanka Chopra), der er auf den ersten Blick verfällt. Sie wiederum lässt sich nur zögerlich umgarnen, doch tatsächlich werden die zwei ein Paar. Gerade als das Glück perfekt scheint, wird Sana bei einem Unfall getötet. Karan versinkt in grenzenloser Melancholie. Sein Onkel, der geniale Professor Yatin Khanna (Boman Irani), hat die Lösung: Mit der von ihm selbst gebauten Zeitmaschine könnten sie Sana retten. Karan will die moderne Kiste tatsächlich nutzen - doch um mit ihr ins Mumbai des Jahres 2050 zu reisen. Denn dort vermutet er eine Reinkarnation seiner Herzdame. In der Zukunft angekommen erblickt Karan tatsächlich seine Geliebte. Sie heisst Zeisha (Priyanka Chopra) und ist die berühmteste Sängerin der Welt.

 

REVIEW
Meine Mutter mag Science-Fiction nicht. Ganz im Gegensatz zu mir. Ihre abschätzige Haltung: "Das gibt es eh alles nicht". Diese Vorstellung lass ich ihr mal, aber sie ist etwas prekärer, wenn sie bei einem Filmemacher vorkommt, der sich an das Genre heranwagt. Gemeint ist Harry Baweja. Der hat schon etliche US-Filme zu Bollywood-Werken vermurkst und hat nun vom Studio Adlabs eine Menge Kohle gekriegt, um Indiens echten richtigen Sci-Fi-Film zu drehen. Mit solch fantastischemKram soll ja Geld zu machen sein, zeigte zuletzt Krrish. Doch wenn wenig Leidenschaft dahinter steht, kommt ein Film wie "Love Story 2050" heraus, bei dem man richtig spürt, wie ein verzweifeltes Kreativteam zusammensass und "Zeug, das es nicht gibt" zusammenschusterte. Hier ein Roboter, da ein fliegendes Auto. Juhui, wir basteln uns Sci-Fi. Wegen Dilettanten wie diesen hat das Genre mancherorts einen so schlechten Ruf.

Der Sci-Fi-Aspekt von "Love Story 2050" ist in der Tat ein Debakel von epischen Proportionen. Die Tricks stammen zwar aus den Rechnern internationaler Tricktüftler, doch sie sehen künstlich aus, als ob sie nie mit den realen Figuren interagieren würden. Schlimmer noch: Jedes Bild ist überladen mit optischen Reizen. Gerade Spezialeffekte sollte man sparsam und sinnvoll einsetzen, anstatt jede Bildkomposition vollzupappen mit Lichtern und Verzierungen. Am schlimmsten erwischt es den Song "Milo Na Milo", der einfach nur ein Gallenstein förderndes Gewusel ist.

Doch das markiert nur den oberflächlichen Fehlgriff in die Sci-Fi-Mottenkiste. Inhaltlich passiert dasselbe. Es scheint nicht ein eigener Gedanke in der Story zu stecken: Von "Time Machine" über "A.I." bis "I, Robot" und "Star Wars" wird alles zitiert. Nicht willentlich, sondern wohl eher, weil der fantasielose Baweja diese Filme mal gesehen hat und nun Szenen daraus auf Abruf umsetzt. Alles wirkt geklont und uninspiriert, ein Eintopf aus Sci-Fi-Ideen verrührt zur ungeniessbaren Sauce. Schon nur die ganze Motivation ist absurd: Anstatt in die Vergangenheit zu reisen und Sana zu retten, düsen die Leute in die Zukunft, um ihre Reinkarnation zu suchen. Vielleicht bin ich zu naiv, aber ich würde den einfacheren Weg vorziehen. In "Time Machine" hatte er das immerhin noch versucht. Hier nicht, hier muss alles schnell gehen, die nächste geklaute Idee wartet schon.

Wobei "schnell" relativ ist. Obwohl die Handlung überhastet wirkt, so kommt sie stellenweise kaum voran. Die ganzen Sydney-Szenen quälen sich lange dahin. Und am Schluss ist das Gedöns satte drei Stunden lang. In die Länge gezogen durch einen schlaffen Auftakt, einen unnötigen und viel zu spät eingeführten Bösewicht sowie mühsame Songs. Wenn tatsächlich im Jahr 2050 Musik aus den Lautsprechern dröhnt, wie sie Anu Malik hier auftischt, dann mögen Wissenschafter bitte den 100% schalldichten Ohrenstöpsel entwickeln. Aber die fade Musik spiegelt die Schwächen des ganzen Films wieder: Wie aus der Retorte, ohne Leidenschaft und ohne echte Zukunftsvision. Letzteres lässt sich auf fast alle Bereiche anwenden. So ist das futuristische Mumbai zwar nett anzusehen, aber frei von nachvollziehbarer Geographie.

Noch eine Liga peinlicher sind der "A.I."-Teddy und der "Bicentennial Man"-Roboter. Als sei dies nicht schon genug des Schmerzes sitzen natürlich auch noch zwei Kinder in der Zeitmaschine. Obwohl Baweja mit den Bälgern in der Zukunft nichts anzufangen weiss, müssen sie mit, um den Familienquotienten hochzuhalten. Soll ja alles an den Kinokassen schön abräumen. Dass dies nicht funktionierte und die teure Produktion heftig floppte, kann man nur mit einem "Danke Gott!!" goutieren.

Inmitten all dieses intellektuell brachliegenden Tohuwabohus tummeln sich dann noch ein paar Schauspieler. Boman Irani im "Doc Brown"-Look ist gerade noch solide, Priyanka Chopra gibt immerhin noch fürs Auge was her, auch wenn ihre roten Haare und Anime-Outfits auf Dauer etwas anstrengen. Und dann ist da noch Harman. Wer? Keine Angst, es lohnt sich nicht, den Namen zu merken, denn dieser Newcomer wird Bollywoods Showbühne wohl bald wieder verlassen. Zu seinem Gig kam er durch den Papa, der freilich niemand anders ist als Regisseur Harry Baweja. Weil der nie im Leben eine eigene Idee zustande bringt, hat er dem Spross wohl eingetrichtert, er solle doch einen anderen Schauspieler nachäffen, der auch in einem Film seines Daddys debütierte und zu Ruhm kam: Hrithik Roshan.

Unterschiede? Nur zwei. Harman kann nicht schauspielern und hat null Charisma. Der Rest? Beinahe identisch. Von der Sprache über die Gummi-Tanzschritte und die Muskel-Mode bis hin zu beinahe kopierten Einzelszenen aus anderen Filmen versucht sich Baweja Junior hier als Klon von Roshan Junior. Mit verheerendem Effekt. Man nimmt den Jüngling gar nie als eigenen Schauspieler wahr, sondern sieht in ihm nur eine drittklassige Kopie von Hrithik. So lässt sich kein Film tragen und in der Tat bricht Baweja unter der Last zusammen. Er lässt sich nichts anmerken und spielt wacker mit, doch mit jeder Minute reitet er sich tiefer in die cineastische Bedeutungslosigkeit - sei es mit schlecht choreografierten Kämpfen oder mit Nonsens-Dialogen wie "dein Leben ist wie ein Hot Dog ohne Wurst". Debüt missglückt, bitte wieder abdanken.

Für mich als Sci-Fi-Fan ist "Love Story 2050" gleichzeitig lohnender und frustrierender als für andere. Lohnender, weil ich in manchen Genre-Zitaten und Tricks noch was Ansprechendes sehen kann. Frustrierender, weil ich dieses Genre wirklich liebe und es weh tut, es so verhunzt zu sehen. Zumal es nur die Vorurteile der Anti-Sci-Fi-Fraktion bestätigt, wonach es sich eh nur um unlogisches, unwahrscheinliches Zeug handelt. Ja das ist es - in diesem Film. Harry Bawejas Mammutproduktion ist ein teurer, bunter, langer, überfrachteter, ideenloser, abgekupferter und nur selten spannender Griff ins Klo. Zwei Sterne gibts noch ganz knapp für Priyanka, ein paar Tricks und ein, zwei Lieder. Und für die Hintergrundmusik, für die sich Monty Sharma mehr als einmal bei "True Love's First Kiss" aus "Shrek" bedient. Wer weiss, wo er sonst noch die Finger drin hatte. Aber genug auf einem toten Pferd herumgehauen: "Love Story 2050" ist tricktechnisch ambitioniert, aber in nahezu allen Belangen ein Reinfall.

 

SONGS
1) Sach Kehna - Mach mir den Roboter: Tanz na ja. Lied doof (Kunal Ganjawala).
2) Mausam Achanak - Glanzloses Liebeslied (Alka Yagnik,
Shaan).
3) Meelon Ka - Aufwendig orchestrierte Nummer, aber etwas schwach (Alka Yagnik, KK).
4) Lover Boy - Wenn so die Musik der Zukunft klingt, dann gute Nacht. Ein Müll-Lied (
Alisha Chinnoy).
5) Milo Na Milo - Schlecht gesungen, überfüllt inszeniert (
Shaan
).
6) Meelon Ka II - Schön intoniert, aber wenig nachhaltig (Alka Yagnik, KK).

 

MEINE DVD
Adlabs (IND), Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Hindi 5.1 und 2.0 mit englischen, arabische, holländischen, spanischen und französischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * * (Etwas mattes Bild mit wenigen Verpixelungen)

 

BESTELLEN 
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EXTERNE REVIEWS 
imdb

Bollywood Hungama (2/5)
Rediff.com (1/5)

 

SCREENSHOTS


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