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Thrillerdrama. Indien. Hindi
Alternativer Titel
Gangster: A Love Story

Regie Anurag Basu
Drehbuch Anurag Basu nach einer Story von Mahesh Bhatt
Produktion Mukesh Bhatt
Songs Pritam Chakraborty
Kamera Bobby Singh
Choreografie Raju Khan
Darsteller Kangna Ranaut, Emran Hashmi, Shiney Ahuja, Gulshan Grover, Vicky Ahuja
Länge 115 Min.

Kinostart 28.4.2006
Trade classification
Semi-Hit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
. .

©  Text Marco, molodezhnaja 28.5.06
©  Bilder Adlabs, Screenshots molodezhnaja


STORY
Die Inderin Simran (Kangna Ranaut) lebt in Seoul und betrinkt sich jeden Tag. Erst der Musiker Akash (Emran Hashmi) holt sie aus dem Alttagstrott, doch er schafft es nicht, sie von ihren Dämonen zu befreien. Nach einem Totalabsturz beichtet sie ihm endlich, wieso sie trinkt und den Lebensmut verloren hat: Sie ist mit dem gefürchteten indischen Gangster Daya Shankar (Shiney Ahuja) liiert. Sie hatten sogar einen gemeinsamen Sohn (Hitanshu Lodhia), doch als der wegen Dayas "Beruf" sein Leben verlor, verliess Simran ihn und floh nach Südkorea.

 

REVIEW
Die schlechte Farbabmischung der DVD dürfte mein Gefallen an diesem Film stark beeinflusst haben: "Gangster" ist zweifellos düster und seine Bilder oft finster, doch auf DVD werden viele Aufnahmen undefinierbar. Der konstante matte Blaufilter nervt so extrem, dass ich den Film als visuelle Panne abstempelte. Die Promo-Shots zum Film waren dagegen alle hell und leuchtend. Wie war die Kinofassung? Wohl irgendwo dazwischen. Und zweifellos auch behaftet mit diesem billigen Blau-Violett-Neon-Quatsch. Das ist keine Bildgestaltung, das ist ein fauler Weg zu visueller Melancholie, der in schmerzenden Augen resultiert.

Umso bedrückender ist dies, da "Gangster" eigentlich ein guter Film ist. Nicht ganz so gut, wie der Hype einiger Kritiker ihn dastehen lässt, aber zweifelsfrei auf allen Ebenen überdurchschnittlich. Die Musik von Pritam ist gelungen, die Schauspieler agieren souverän und die Story hat Kraft.

Aus dem Ensemble den besten oder die beste heraus zu picken, fällt schwer. Mir gefiel Emran Hashmi wegen seiner typischen, an Langeweile grenzenden Leichtigkeit, die seinen Charakter hier richtig trifft und nur selten in eine Performance abdriftet, die etwas zu distanziert wirkt. Aber das passt schon. Shiney Ahuja aus Sins und Hazaroon Khwaishen Aisi gibt der altbekannten "melancholischer Gangster"-Rolle ein charakterstarkes Gesicht. Auch er wirkt hin und wieder zu gelangweilt, aber Angesichts all der tollen Momente relativiert er dieses Manko mit links. Gulshan Grover glänzt in dem kurzen, aber kraftvollen Auftritt als Dayas Gangster-Vater. Nicht zuletzt sind die Augen aber auf die 19-jährige Kangna Ranaut gerichtet, da sie am meisten Leinwandzeit hat und auch ihr Debüt gibt. Von ihr dürfte man mehr sehen in Zukunft, denn sie überzeugt mit einer zurückhaltenden Darbietung. Und wie bei ihren beiden männlichen Co-Stars fällt auf, dass sie in manchen Szenen etwas zu oft die Leid geplagte Liebende spielt. Das immergleiche Gesicht, das traurig in die Ferne schaut, gehört zum Klischeekatalog von Melodramen und Regisseur Anurag Basu (Murder, Saaya, Tumsa Nahin Dekha), der seinen vorherigen Namen Anurag Bose nicht mehr gebraucht, wendet es etwas gar oft an.

Dafür punktet Basu als Geschichtenerzähler etwas mehr. Seine Rückblendenstruktur wirkt bemüht, offenbart jedoch später einige ihrer Vorteile. So ist etwa die Eröffnungssequenz ein kleines Mysterium, dessen Auflösung gefällt. Nicht zuletzt sorgt Basu aber für einen interessanten Twist im letzten Filmdrittel. Angedeutet, worum es geht, sei natürlich nicht, doch es zieht einem schon den Teppich unter den Füssen weg - und nicht auf freudvolle Art. Die negative Seite dessen ist, dass dadurch die Sympathie für Verbrecher etwas gar stark in die Höhe schnellt und mir insbesondere das Schlussbild deshalb nicht gefiel. Da es ohne Spoiler schwer zu diskutieren ist, widme ich mich im letzten Abschnitt dem Thema nochmals.

"Gangster" macht demnach keine grossen Sprünge, verführt nicht zu Euphorie, unterhält aber mit einem stimmungsvollen Mix aus Drama, Thrill und Lovestory. Die Überraschungen geben der Dreiecksgeschichte den letzten Kick, die Musik peppt die Inszenierung auf. Etwas mehr Sorgfalt hätte in die Kameraarbeit fliessen müssen - weniger Blautöne, mehr Kontraste. Man kann düstere Filme auch drehen, ohne den Zuschauern 95% des Bildes vorzuenthalten. Darin liegt die eigentliche Kunst, ein Bild eindunkeln kann jeder. Dadurch wird auch Seoul als Drehort etwas abgewertet, da man gar nie viel von der Stadt sieht. Und zu guter letzt hätte ich den Film noch um ein paar der oben angesprochenen "ich leide und schaue traurig in die Welt"-Szenen erleichtert. Zu viele davon führen den Film von der Melancholie in die Lethargie und das Leiden wird selbstgefällig: Traurige Menschen machen eben mehr Tiefgang. Und düstere Bilder mehr Tristesse. Das ist Anurags etwas zu leicht durchschaubare Technik, um den Film aus der Masse zu heben. Aber er lohnt sich trotzdem.

[SPOILER] - Und dem Schluss sollte man eben schon ein paar Worte widmen. Achtung: Erst lesen, wenn ihr den Film gesehen habt. Was passiert? Daya wird erhängt und Simran springt in den Tod. Beide haben dabei ein glückseliges Lächeln auf dem Gesicht, das mich bereits etwas irritierte. Wenn er sie liebte, sollte er eigentlich auch traurig sein, immerhin sieht er sie nie wieder. Ein Mann wie er wird für sein schlechtes Karma ja wohl kaum in den Himmel oder das Nirvana aufsteigen, oder? Denkste. Am Schluss sind er, Simran und ihr toter Sohn in einem saftigen Feld vereint. Das ist einerseits ein plumpes Zugeständnis an ein Publikum, das einen zu düsteren Schluss nicht geschluckt hätte. Auf der anderen Seite ruft es ein paar ungute Gefühle betreffend der Weltanschauung hervor. Wer tötete und killte wie wild, aber dies nie bereute, sondern seinen Weg nur der Liebe wegen änderte, kommt trotzdem schnurstracks in den Himmel zu seiner Familie? Liebe allein erlöst auch den schlechtesten Menschen von seinem negativen Karma? Ein bisschen weiter gesponnen ist der Link zum versprochenen Himmel für Selbstmordattentäter auch nicht mehr weit: So lange man für eine "gute" Sache stirbt, vergibt der Allmächtige auch die niedersten Taten. Daya ist zwar kein Selbstmordattentäter, aber ein mehrfacher Mörder - und einer, der seine Taten notabene nie bereute! Die Liebe bringt ihn in den Himmel. Schön für ihn, aber für mich ein dubioses Happyend.

 

SONGS
1) Tu Hi Meri Shab Hai - Gefälliges Liebeslied mit eingängiger Melodie (K.K.)
2) Lamha Lamha - Durchschnittliches Liebeslied (
Abhijeet)
3) Bhigi Bhigi - Souveränes
Montage-Stück basierend auf "Prithibi" des Bengalen Gautam Chatterjee. Intoniert vom bengalischen Sänger James (sein Hindi-Debüt).
4) Ya Ali - Temporeiches Stück mit der Debüt-Stimme
Zubeen. Nicht schlecht.
5) Mujhe Mat Roko - Mässiger Leidgesang zur nicht völlig befriedigenden Schluss-Montage (
Kavita Seth)

 

MEINE DVD
Adlabs (IND), Code 0, NTSC
Anamorphic Widescreen
Hindi Dolby Digital 5.1 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * (Schlankes Digipack. Bilder matt, ausgewaschen, unscharf und oft zu dunkel. Dadurch erkennt man bei düsteren Bildern fast gar nichts mehr)

 

BESTELLEN 
nehaflix (USA)

 

EXTERNE REVIEWS 
indiafm.com (4/5)
Rediff.com (3½/5)

 

SCREENSHOTS (teilweise aufgehellt und Kontrast erhöht zur besseren Erkennbarkeit)

 


 

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