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Comicverfilmung. USA 2006
Alternative Titel
X III; X-Men 3; X-Men III: Der letzte Widerstand

Regie Brett Ratner
Drehbuch Zack Penn, Simon Kinberg
Produktion Lauren Shuler-Donner, Ralph Winter
Ausführende Produzenten Avi Arad, Stan Lee, John Palermo, Kevin Feige
Musik John Powell
Kamera James Muro, Philippe Rousselot
Darsteller Hugh Jackman, Ian McKellen, Halle Berry, Patrick Stewart, Famke Janssen,
Kelsey Grammer, Shawn Ashmore, Anna Paquin, Rebecca Romijn, Ellen Page, Ben Foster,
Aaron Stansford, James Marsden, Dania Ramirez, Vinnie Jones, Cameron Bright
Länge 105 Min.

US-Kinostart 26.04.2006
CH-Kinostart
25.05.200
6

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik

©  Text Marco, molodezhnaja 11.5.06
©  Bilder 20th Century Fox


STORY
Um seinen Sohn (Ben Foster) vom Mutanten-Dasein zu erlösen, hat ein Wissenschafter ein Serum mit dem schlichten Namen "Cure" entwickelt, welches die Mutanten-Gene "repariert" und die Empfänger wieder zum Homo Sapiens macht: zu ganz normalen Menschen. Die Mutanten sehen in diesem Heilmittel einen Angriff auf ihre Existenz. Mutanten-Führer Magneto (Ian McKellen) weiss diese Ängste geschickt zu schüren. Während manche Mutanten wie Rogue (Anna Paquin) sich ernsthaft überlegen, sich mit "Cure" behandeln zu lassen, greift Magneto einen Gefangenenkonvoi der Regierung an, um seine Assistentin Mystique (
Rebecca Romijn) zu befreien. Dabei setzen die Beamten "Cure" als Waffe ein. Nunmehr unter Beschuss geraten, entscheidet der US-Präsident, "Cure" unter Regierungsschutz zu stellen. Damit hat Magneto sein Argument für einen Angriff. Ganz besonders hat er es auf einen Buben (Cameron Bright) abgesehen, aus dessen Genen die Basis des Serums gewonnen wird und der auf Alcatraz verwahrt wird. Die X-Men unter Prof. Xavier (Patrick Stewart) haben derweil noch andere Probleme: Jean (Famke Janssen) ist wieder auferstanden - jedoch als böse Phoenix. Sie tötet in ihrer Rage gleich zwei der X-Men und nur Wolverine (Hugh Jackman) glaubt noch, sie retten zu können.

 

REVIEW
Das "x" im Fox-Logo am Anfang blendet etwas langsamer aus, als der Rest. Ein hübscher, subtiler Touch. Verheisst das einen verspielteren "X-Men" oder einen subtilen? Weder noch: Was folgt ist ein hochroutinierter, an Visionen nicht gerade reicher, aber unterhaltsamer Abschluss der Marvel-Reihe. Mit "Rush Hour"-Regisseur Brett Ratner an der Spitze waren die Erwartungen tief, insofern ist "The Last Stand" eine Erleichterung. Doch es ist nicht ganz der "X"-Film, der hätte sein können. Als grosses Finale einer geliebten Serie hätte doch noch mehr stimmen müssen.

Viele Probleme liegen denn tatsächlich auch bei Ratner. Er ersetzte Bryan Singer, der die ersten zwei "X"-Teile drehte. Singer machte seine Arbeit auch nicht 100% perfekt - so fehlte dem ersten Teil die Tiefe und dem zweiten die Action, zwei Aspekte, die mich die Serie stets schätzen, aber nie lieben liessen - doch er hatte Raffinesse, die seine Filme einzigartig erscheinen liessen. Als Singer mitsamt seiner "X3"-Crew den Hut nahm und zur DC-Comic-Auferstehung "Superman Returns" wechselte, sprang kurz Snatch-Produzent Matthew Vaughn ein, der aber 9 Wochen vor Drehbeginn auch die Segel strich. Auftritt Ratner, der zuvor "Superman" verlassen musste und durch diese Rochade, sowie den Umstand, dass Fox nicht auf Singers Rückkehr warten wollte, um den dritten "X-Men" zu drehen, doch noch zu seinem Superheldenfilm kam.

Ratner ist ein Handwerker, das sieht man seinen früheren Filmen an. Das Timing ist mässig, seine bildgestalterische Vision beschränkt, seine Schauspielführung passabel. Der Mann schreit regelrecht Mittelmass. Das qualifiziert ihn sicher nicht für einen solch wichtigen Film. Ratner wächst auch kaum über sich hinaus und inszeniert "X-Men: The Last Stand" als Nachäffung von Singers vorherigen Filmen, das heisst, er hat gute Vorbilder und macht sie handwerklich solide nach. Nichts visuell Bahnbrechendes, nichts inhaltlich Grossartiges. Aber das, was zuvor stimmte, stimmt meistens auch in Teil drei. Nicht zuletzt auch, weil Singer charakterliche Vorarbeit leistete und Ratner nun die Früchte ernten kann.

Der Film beginnt mit einer Trainingssimulation, in der Hugh Jackman sich cool gibt, die aber nicht völlig mitreisst. Zu hastig werden wir in die Eriegnisse geworfen. Es folgt eine etwas holprig geschnittene Parallelschaltung mehrerer Handlungsstränge hin zur Wiederauferstehung von Jean alias Phoenix. All dies ist nichts Unerwartetes, da "X2" den Plot bereits ankündigte. Erst wenn Jean richtig böse wird, hofft man auf den Knall. Einer kommt in ihrem Haus - und sei nicht gespoilert. Doch danach bleibt sie viel zu passiv. Sie lässt sich von Magneto um den Finger wickeln, bloss weiss niemand, warum. Selbst beim Showdown wartet sie artig hinter Magneto, bevor sie kurz vor Schluss mal etwas wüten darf. Da ging was daneben, immerhin soll Phoenix der Übermutant schlechthin sein. Das zeigt sie auch in ein paar Szenen, aber warum Ratner sie so aufs Abstellgleis stellt und regelrecht vergisst, macht wenig Sinn.

Wenn wir schon bei solchen dramaturgischen Schwächen sind: "Leech"-Boy Cameron Bright (Birth) ist ein McGuffin. Es gibt zwar eine wunderbare Szene mit derm überraschend guten Kelsey Grammer im Labor, doch der Junge wächst nie über den Status hinaus, den die Hasenpfote in M:i:III hatte: Alle wollen ihn, doch niemand weiss so recht, warum. Kann Serum nur mit seinen Genen hergestellt werden? Was ist er genau? Wie entstand er? Was passiert mit ihm? So viele Fragen um dieses Kind bleiben weit offen. Ebenso etliche um Phoenix. Und um Magneto, dessen Motivation diesmal plumper ist als in den Vorgängern. Etwas stimmt mit seinem bösen Getue diesmal einfach nicht. Und wenn er im Wald vor etwa 50 Mutanten eine Kriegsrede hält, dann ist das etwas ... unterwältigend. Ich weiss, das Wort gibts nicht, aber es passt formidabel.

Aber, und das relativiert vorher Gesagtes teilweise: Zum Glück sind die Schauspieler weiterhin ein "X"-Trumpf. Ian McKellen sagt auch die lächerlichsten Dialoge mit Gusto und verleiht der Figur jene Würde, die sie braucht. Bis hin zum berührenden letzten Shot im Film. Der übrigens zur "hab ich das gesehen oder nicht?"-Gattung gehört (nach dem Abspann kommt noch mehr, damit bleibt die Frage, ob Fox doch auf Teil 4 statt auf Spinoffs setzt). Und McKellen ist nicht der einzige Schauspieler, der reüssiert: Hugh Jackman ist wieder eine trockenhumorige Freude, etwa in seinen Dialogen mit Beast (den er "Furball" nennt). Doch er war auch schon kantiger. Ratner hat Wolverine weichgewaschen. Grammer hat mich überzeugt, obwohl ich die Idee eines blauen Mutanten im Anzug erst für schrecklich hielt. Halle Berry hat sich vertraglich eine grössere Rolle zugesichert und ist passabel, Famke Janssen nicht schlecht, wenn sie mal was tun darf - sie hat sogar eine Sexszene mit Hugh, die kurz Erinnerungen an ihren Bond-Charakter Xenia Onatopp aufkommen lässt.

Rebecca Romijn ist weiterhin toll als blaue Mystique, wenngleich ihr Auftritt diesmal etwas anders verläuft als in den vorherigen Teilen. Auf jeden Fall ist sie die einzige, die überhaupt so etwas wie eine emotionale Entwicklung durchmacht. Patrick Stewart ist gut und hat wie McKellen den Vorteil, ein paar schwache Dialoge mit seiner Aura dennoch gut vorzutragen. Wirklich trashy sind die Dialoge von Vinnie Jones, der aber Spass macht. Ben Foster als muskulöser Boy mit Engelsflügeln wirkt wie ein Fantasieprodukt aus dem Gay-Jahreskalender, doch auch er ganz gut. Man merkt, die "X"-Serie hat wahnsinnig viele Charaktere, über die man gar nicht alle im vernünftigen Rahmen referieren kann. Es ist Ratner anzurechnen, dass er allen ihre Momente gönnt und die Mutanten-Action diesmal auch auslebt.

Das macht er mit Tempo: 105 Minuten sind für einen epischen Showdown fast etwas kurz, doch aus der Serie ist (auf hohem Niveau) die Luft raus - deshalb genau die richtige Länge, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Alle paar Minuten folgt zudem eine grosse Szene, die wieder fesselt. Höhepunkt ist wohl der Einsatz der Golden-Gate-Brücke bzw. der danach etwas B-Film-haft choreografierte Angriff auf Alcatraz. Bei dem habe ich mich nur gewundert, wieso der strategisch so souveräne Magneto (er bringt gleich zweimal einen Satz über den Einsatz von Bauern im Schach) eine solch lachhaft verschwenderische Angriffstaktik anwendet. Aber seis drum.

Das Finale vergibt ein paar Chancen bezüglich noch heftigerer Action. Im Buch-Ableger des Drehbuchs soll es eine Sequenz geben, in der Magneto Wolverines Innenskelett beinahe herausreisst. Das fehlt hier ganz. Und obwohl Ratner ein paar wichtige Figuren ins Nirvana schickt, fehlt dem Finale das Gefühl, es gehe um Leben und Tod.

Wenn sich die Kritik gesamt etwas negativ angehört hat, dann spiegelt dies mein Gefühl wieder, man hätte mehr herausholen können. Die ganze Reihe ist gut, nicht "Spider-Man"-Gut, aber gut - und "X-Men III" ist ein solider Abschluss. Mit tollen Akteuren, wuchtiger Musik von John Powell, einigen coolen Action-Setups, frechen Dialogen und ein wenig Emotionen (McKellen am Schluss) bringt Brett Ratner einen Sommer-Popcornfilm auf die Leinwand, ohne hohe Ansprüche (die Schwulen-Parallelen à la "X2" sind aber noch da) und ohne grosse Ambitionen. Eben: Ratner der Handwerker hat wieder zugeschlagen. Es hätte schlimmer werden können, aber der würdige Abschluss für eine der beliebtesten Comicreihen überhaupt ist das dann doch nicht geworden. Und der grosse "Phoenix"-Film schon gar nicht.

 

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