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Sci-Fi-Film. USA 2011
Alternativer Titel -

Regie J.J. Abrams
Drehbuch
J.J. Abrams
Produktion
J.J. Abrams, Steven Spielberg, Bryan Burk
Musik Michael Giacchino
Kamera
Larry Fong
Schnitt Maryann Brandon, Mary Jo Markey
Darsteller
Joel Courtney, Elle Fanning, Kyle Chandler, Riley Griffiths, Noah Emmerich,
David Gallagher, Ryan Lee, Gabriel Basso, Zach Mills, Ron Eldard, Amanda Michalka
Länge
112 Min.

Kinostart USA 10.6.2011
Kinostart CH 4.8.2011

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
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©  Text Marco, molodezhnaja 6.7.2011
©  Bilder Paramount, Screenshots molodezhnaja


STORY
Winter 1979 in der Kleinstadt Lillian in Ohio: Die Mutter des 13-jährigen Joe Lamb (Joel Courtney) stirbt bei einem Unfall in der Fabrik. Der Vater, Polizist Jackson Lamb (Kyle Chandler), hat fortan Mühe damit, dem Buben familiäre Wärme zu geben. Im Sommer lenkt sich Joe daher mit seinen Freunden ab: Unter der Regie des dicklichen Charles (Riley Griffiths) drehen sie mit ihrer Super-8-Kamera einen Zombiefilm! Charles hat für die weibliche Hauptrolle die hübsche Alice (Elle Fanning) angeheuert, in die sich Joe schon lange verguckt hat. Doch während dem Dreh auf dem kleinen Bahnhof rast ein Auto auf einen Güterzug und bringt ihn zum entgleisen. Die Kinder überleben die Katastrophe, kurz darauf tauchen Soldaten auf. Der Zug hatte geheime Güter der Air Force geladen. Und an Bord befand sich auch eine seltsame Kreatur, die bald für unheimliche Zwischenfälle im Ort sorgt.  

 

REVIEW
Es ist etwas kurios: Wenn ich ein Jahrzehnt nennen müsste, dass die schlechtesten Filme hervorgebracht hat, meine Wahl würde auf die 80er fallen. Diese billigen Actionkisten, die Rachereisser, Neonlichter, Schmuddelbilder. Das ist alles schlecht gealtert. Und doch: Ausgerechnet in dieses Jahrzehnt fallen die meisten meiner Lieblingsfilme! Sieht man von den 70ern mit "Star Wars" ab gibt’s in den Eighties "Raiders of the Lost Ark", "Aliens", "E.T." und vieles andere. Auffällig: Bei den meisten handelt es sich um Genreproduktionen der Marke Steven Spielberg. 

Um so schöner also, wenn nun ein Mann diese Ära aufleben lässt. Es ist J.J. Abrams, der schon Star Trek zu einem neuen Leben verhalf und davor TV-Geschichte geschrieben hat (u.a. mit "Lost"). Er drehte mehr oder weniger heimlich seine uramerikanische Sci-Fi-Jugend-Monster-Geschichte als Hommage an seine Idole, allen Voran Steven Spielberg, aber auch John Carpenter und andere 80er-Ikonen. Spielberg selbst produzierte das Ganze sinnigerweise über seine "alte" Firma Amblin, was schon gleich beim Logo wohlige Gefühle aufkommen lässt. 

Und in dem Stil geht’s weiter. Sobald ich die Kleinstadtatmosphäre um 1980 sah, musste ich schmunzeln. Als ich die Kids auf BMX sah, musste ich schmunzeln. Und danach noch viele weitere Male. Abrams kanalisiert vor allem "E.T.", der auch für die letzten Szenen des Films herhalten durfte. Aber er tut dies nie auf aufdringliche oder diebische Weise, sondern als sich organisch entwickelnde Geschichte mit Nostalgie-Flair, die aber dennoch modern bleibt. Mit heftigen Spezialeffekten (die für ein Budget von nur 50 Millionen Dollar stattlich aussehen), mit Digitaloptik und schnellem Schnitt. 

Aber im Herzen bleibts eine Kleinstadt-Kids-in-intergalaktischem-Konflikt-Story, die Filmfreunde das Herz aufgehen lässt. Man schaue schon nur mal diese Kinder an, sozusagen eine Gruppe von "Goonies", jeder treffsicher gecastet mit allen verbundenen Klischees (der Dicke, der Vorlaute, der Bastler, das Mädchen). Sie alle spielen so natürlich, als wären sie tatsächlich unschuldige Helden eines 80er-Jahre-Films. Sie sind Herz und Seele von "Super 8", die ihm aber vor allem auch Witz verleihen. Ihre Gehversuche in der Filmwelt sind absolut köstlich - und Abrams schenkt uns im Abspann dann auch das komplette Produkt ihres cineastischen Abenteuers: ein wunderbares, handgemachtes Filmchen. 

Toll auch die Handlung, die Abrams selbst schrieb, und aus kleinen Dingen etwas Episches macht. Das böse Militär ist ein typisches 80er-Produkt, passt aber bestens in die Story. Die Annäherung zwischen Bub und Mädchen sprüht nur so vor Charme. Und natürlich sind die Eltern der Hauptfiguren alleinstehend. All das verleiht der Monstergeschichte, denn darum handelt es sich im Kern, unzählige Facetten und extrem viel Sympathie. Von Anfang an war ich emotional dabei, aber hab ständig gekichert und mitgebangt. Ein toller Mix. 

Abrams zeigt auch inszenatorisch einmal mehr Stärke. Die schnelle Montage wirkt nie hektisch, aber dynamisch. Die Bilder prickeln dank einfachen, aber überzeugenden Kompositionen. Und die Spiegel- und Blenden-Effekte, die in "Star Trek" fast schon exzessiv zum Zug kamen, sind hier dezent eingesetzt - man kann auch das als Hommage ansehen, siehe etwa Spielbergs "Close Encounters of the Third Kind“, der voller solcher Lichtspiegeleien sind. Das Tolle an dem Film ist, wie subtil und doch deutlich Abrams seinen Vorbildern Tribut zollt. Solch lockere Hommagen gibt es selten. 

"Super 8" muss sich aber den einen oder anderen Vorwurf gefallen lassen. Der Gröbste ist wohl das Monster an sich, das zu sehr aussieht wie eine Mini-Version von dem aus der Abrams-Produktion "Cloverfield". Schlecht ist es nicht, doch ihm fehlt es etwas an Charakter und Einzigartigkeit. Dann gibt’s in der zweiten Filmhälfte ein paar Hänger und minimale Logiklöcher, die aber den Genuss nie schwächen. Und letztendlich ist es bedauerlich, dass der Film nicht auf Zelluloid gedreht wurde. Vor allem bei den Nachtszenen rauscht das Digitalbild leicht, was nicht so toll aussieht. 

Dennoch drehte J.J. Abrams ein weiteres Mal einen tollen Film, der ihn vielleicht nicht zu den Virtuosen des aktuellen Hollywood-Kinos macht, aber zu einem der verlässlichsten Regisseure. Was er anpackt, ist gut. Mindestens gut. Und im Falle von "Super 8" sogar richtig gut - weshalb der Film die beste Hollywoodproduktion der ersten Jahreshälfte 2011 ist.

 

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EXTERNE REVIEWS 
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