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Anime
Japan 2009
Alternative Titel Sama wozu;
サマーウォーズ

Regie Mamoru Hosoda
Drehbuch Satoko Okudera

Länge 114 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 6

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco, molodezhnaja 31.5.10
©  Bilder Nippon Television, Screenshots molodezhnaja


STORY
Der
schüchterne Schüler Kenji Koiso ist ein Mathematikgenie, aber im zwischenmenschlichen Umgang eine Niete. Als ihn die hübsche Mitschülerin Natsuki Shinohara bittet, sie heim aufs Land zu begleiten, wo ihre Oma Sakae ihren 90. Geburtstag feiert, ist er nervös - aber glücklich. Da ahnt er noch nicht, dass Natsuki ihn als ihren Freund ausgeben will! Bald schon ist dies das kleinste seiner Probleme: Versehentlich knackt er per Handy einen Code, mit dem sich ein Hacker seines Accounts in der virtuellen Welt Oz bemächtigt. In dieser gigantischen Online-Welt, in der man kommunizieren, flirten, spielen, handeln und einkaufen kann, herrscht fortan Chaos. Und bald schon greift der Hacker, der sich Love Machine nennt, auch auf die reale Welt über, indem er computergesteuerte Systeme an sich reisst. Während Kenji mit Hilfe von Natsukis Cousin Kazuma, der in Oz als legendärer Fighter King Kazma auftritt, versucht, das Problem im Netz zu lösen, packt die Familie die Sache in der echten Welt an. 

 

REVIEW
Kaum ein Film hat es bisher geschafft, unsere Abhängigkeit vom Web 2.0 und die Folgen der globalen Vernetzung ebenso spannend wie intelligent aufzuzeigen. Umso erstaunlicher, mit welcher Leichtigkeit Mamoru Hosoda es hier in seinem Anime "Summer Wars" fertig kriegt. Hosoda, der mit seinem ersten echten Soloprojekt, dem märchenhaften The Girl Who Leapt Through Time, bereits für euphorische Kritiken sorgte, stellte sich für seinen Zweitling noch deutlich höhere Ziele und reüssiert beinahe auf der ganzen Linie. Er erschuf zwei visuell deutlich trennbare Welten, die aber zu interagieren beginnen.

Auf der einen Seite haben wir die virtuelle Welt von Oz, primär entstanden am Computer und vollgepackt mit absonderlichen Kreaturen, mit Popkultur-Referenzen und viel viel Farbe. Der Bild- und Informationsfluss in Oz ist ungeheuerlich, und doch wirkt es stets irgendwie aufgeräumt, was an dem weissen Hintergrund liegt, vor dem alles abspielt. Die Welt sieht so gleichsam freundlich chaotisch, aber auch unterkühlt und albtraumhaft aus. Irgendwo zwischen "Tron", Paprika und Pokémon. Mit "Paprika" verbindet ihn auch das Animationsstudio Madhouse, das hinter beiden Projekten stand.

Auf der anderen Seite zeigt uns "Summer Wars" die reale Welt auf dem Lande. Ein idyllisches Häuschen mit einer riesigen Sippe - sozusagen das analoge Netzwerk. Hosoda stellt uns die Personen am Anfang am Esstisch im Eiltempo vor und Protagonist Kenji ist völlig überfordert. Uns Zuschauer geht es wohl genauso, doch es dauert nicht lange, dann hat man gelernt, die charakterlich völlig verschiedenen Personen voneinander zu trennen und sie mitsamt ihren Macken ins Herz zu schliessen.

Der Film lebt fortan vom Kontrast. Hosoda klagt nämlich die unreflektierte Expansion des Web 2.0 an, also der interaktiven Netzwerke, die die Menschen auf virtueller Ebene verknüpft, sie aber auch vergessen lässt, wie man real noch kommuniziert. Er tut dies nicht polemisch oder lehrmeisterlich, sondern mit schlauen Andeutungen und mit visueller Raffinesse. Er lehnt die Vorteile des Internet-Zeitalters nicht per se ab, plädiert aber dafür, auch unplugged zu leben. Eben wieder in einem echten sozialen Netzwerk, dessen beständigstes Modell wir alle kennen: die Familie.

Mit Witz wird die Familie als Gegner des Hacker-Angriffs aktiv. Analog gegen digital. Echtes Netzwerk gegen Fake-Freundkultur. Eine wirklich clevere und vor allem unterhaltsame Sache. Negativ zu Buche schlägt höchstens die Lauflänge: "Summer Wars" ist nicht exzessiv lang, aber es fühlt sich bisweilen an, als würde er in Unwichtiges abgleiten, vor allem im Mittelteil. Eine leichte Kürzung hätte nicht geschadet. Auch fehlt mir der allerletzte emotionale Kick. Es gibt zwar tolle Figuren, vor allem die starken Frauen wie Natsuki und ihre Oma, doch nie geht einem dies gleichermassen ans Herz wie in einem Film von Hayao Miyazaki.

Aber schon nur der Umstand, dass mehrere Kritiker Mamoru Hosoda überhaupt mit Miyazaki vergleichen, zeigt, in welcher Liga er mittlerweile spielt. Wenn schon, dann löst er für mich schon eher Mamoru Oshii ab, der immer mal wieder mit seinen Filmen daneben haut und seine Blütephase hinter sich zu haben scheint. Was ihn Hosoda ähnlicher macht ist das Interesse für virtuelle Welten und Parallelexistenzen. Wenn schon, dann animiert Hosoda ganz klassisch traditionell im Miyazaki-Stil nähert sich inhaltlich aber den komplexen Geschichten eines Oshii oder eines Satoshi Kon.

Oder: Er ist seine eigene Stimme, ein Anime-Auteur von Format. Zusammen mit Makoto Shinkai (5 Centimeters per Second) bietet er sich auf jeden Fall als einer jener an, die in Japan die neue Speerspitze der Anime-Regisseure bilden. "Summer Wars" ist auf jeden Fall ein eindrücklicher Beweis dafür. Man hätte ihn minimal straffen können und im Endkampf war mir der Spiel-Mechanismus sowie die Inkorporation der anderen Spieler nicht hundertprozentig klar - aber so etwas schmälert den Reiz höchstens leicht. Der Plot funktioniert bestens, die Figuren sind gelungen, der Stil gefällt, die Inszenierung packt. Ja, der Film ist klasse.
 

 

MEINE DVD
Singapur, Code 3, NTSC
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Japanisch 5.1 und DTS mit englischen und chinesischen Untertiteln.

 

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Singapur)

 

EXTERNE LINKS 
imdb.com

 

SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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