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Samuraifilm
Japan 1962
Alternative Titel Chushingura - Hana no maki yuki no maki; The 47 Ronin;
47 Samurai; Chushingura: 47 Samurai; The Loyal 47 Ronin;
忠臣蔵

Regie Hiroshi Inagaki
Drehbuch Toshio Yasumi
Darsteller Koshiro Matsumoto, Yuzo Kayama, Tatsuya Mihashi, Toshiro Mifune,
Akira Takarada, Yosuke Natsuki,
Setsuko Hara, Makoto Sato, Chusha Ichikawa

Länge 207 Min. (PAL: 198 Min)
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 12

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco, molodezhnaja 8.9.07
©  Bilder Eastern Eye / Image, Screenshots molodezhnaja


STORY
Im Frühling 1701 soll der junge Lord Naganori Asano (Yuzo Kayama) in Edo am Sitz des Shoguns die Ankunft der Gesandten des Kaisers aus Kyoto vorbereiten. Da er zuvor den korrupten Zeremonienmeister
Lord Yoshinaga Kira (Chusha Ichikawa) nicht gut genug bestochen hat, bekommt er dessen Häme zu spüren. Als Kira mit seinen Beleidigungen zu weit geht, zieht Asano sein Schwert und attackiert den alten Mann - und dies im Palast des Shoguns. Dafür wird er zum rituellen Suizid verurteilt, den Asano umgehend ausführt. Sein Ako-Clan wird aufgelöst, all seine Samurai werden auf einen Schlag zu Ronin.
Haushofmeister Kuranosuke Oishi (Koshiro Matsumoto) hofft, dass der Shogun ihnen noch eine Chance gewähren würde und will betteln gehen. Doch nach und nach reift in ihm die Idee, dass er und die verbliebenen Ronin des Hauses Ako einen anderen Weg einschlagen sollten: Rache. Fürst Kira soll sterben für seinen Frevel. Keine einfache Mission, denn der mächtige Uesugi-Clan steht auf Kiras Seite.

 

REVIEW
Der klassische Chushingura-Stoff, also die fiktionalisierte Erzählung von der heldenhaften Mission der 47 Ronin, gehört in Japan zum semi-historischen-Legendentum wie im Westen Robin Hood oder der Kampf um Alamo. Entsprechend oft wurde die Geschichte denn auch verfilmt. Welches die beste Adaption ist, bleibt schwer zu bestimmen - Ichikawas 47 Ronin (1994), Fukasakus Sword of Vengeance (1978), Watanabes The Loyal 47 Ronin (1958) oder Mizoguchis 47 Samurai (1941) sind alles valable Kandidaten. Doch eines ist klar: Bei fast ausnahmslos allen Kritikern findet sich Teinosuke Kinugasas "Chushingura" von 1962 im obersten Bereich, wenn nicht gar an der Spitze. Das gut dreieinhalbstündige Epos ist in der Tat ein faszinierender Film und dürfte vor allem was die Vorgeschichte der Rache angeht die definitive Inkarnation sein.

Die Vergeltungsaktion selbst, mit dem die Ronin ihren Herren rächen und sich auf den Samurai-Code (Bushido) beziehen, nimmt in dem Film ein erstaunlich kleines Segment ein. Kämpfe gibt es dementsprechend bis zum Schluss kaum und der Angriff selbst war in meinen Augen gar nicht besonders spektakulär. Wer tolle Samurai-Fights sehen will, ist andernorts auf alle Fälle besser aufgehoben als hier. Doch "Chushingura" widmet sich seziererisch der Vorgeschichte. Schon der Kira/Asano-Zwischenfall, der in Kon Ichikawas 47 Ronin nur am Rande behandelt wird, nimmt hier eine gute Stunde ein und zeigt präzise die Welt aus Machtspielen, Korruption und peniblem Regelkatalog, die dem jungen Fürst das Leben kostete.

Der Mittelteil verschreibt sich den Reaktionen in Asanos Schloss und führt die eigentliche Hauptfigur ein, Haushofmeister Oishi. Der ist anfänglich alles andere als heldenhaft gezeichnet, er hängt im Bordell herum und wird von Untergebenen als Feigling betitelt. Das psychologische Dilemma hätte Regisseur Hiroshi Inagaki (Samurai I-III) besser ausarbeiten können, statt sich einer Reihe letztendlich unwichtiger Nebenfiguren zu widmen, doch auch so bietet dieses Segment einen spannenden Einblick in die Welt der Samurai. Der dritte Akt nimmt dann eben der Angriff auf Kira ein - eigentlich kurios, dass "Chushingura" in zwei Teile ("Blüten" und "Schnee") geteilt ist, wenn es doch so klar ein Dreiakter ist. Doch die Teilung ist nur eine cineastische Konvention um in der Mitte eine Intermission zu erlauben. Erzählerische Bedeutung hat sie nicht unbedingt.

Als Dreiakter funktioniert "Chushingura" famos, Langeweile schleicht sich trotz eindrücklicher Lauflänge keine ein. Wenn gestrafft werden müsste, dann bei besagten Nebenfiguren, denn hin und wieder bekommt man das Gefühl, Inagaki wolle alle 47 Ronin vorstellen. Die Konzentration auf die zentralen Figuren ist hierbei natürlich der bessere Ansatz, sonst bleibt selbst für einen Star wie Toshiro Mifune kaum mehr Platz. Er spielt den Speerträger Genba Tawaraboshi, eine marginale Figur, aber dank Mifunes Charisma nicht vergeudet. Eigentlicher Hauptdarsteller ist Koshiro Matsumoto, der Oishi etwas steif, aber überzeugend gibt. Unterstützung bekommt er von einigen versierten Toho-Mimen, Ozu-Veteranin Setsuko Hara spielt seine gebeutelte Ehefrau.

Mit standfesten Akteuren, ansprechender Ausstattung, epischer Inszenierung, edler Kameraführung (ich mag die Raumunterteilung, die oft Charaktere mit klaren Linien trennt oder vereint) und präzisem Skript entwickelt "Chushingura" viel Dynamik. Er mag etwas lang sein, das Finale dürfte eine Spur wuchtiger sein, doch als urjapanische Studie über Loyalität und Ehre, mit einem Touch Hollywood'schem Spektakel-Kino, ist dieser Jidai-geki (Historienfilm) auf alle Fälle sehenswert. Wer sich für die Geschichte der 47 Ronin interessiert, kommt sowieso nicht um dieses Werk herum.

 

MEINE DVDs

USA, Code 1, NTSC
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Japanisch 1.0 mit nicht ausblendbaren englischen Untertiteln

Australien, Code 4, PAL
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Japanisch 2.0 mit englischen Untertiteln

DVD-Vergleich: Die US-Disk bietet ein absolut erschreckendes Bild voller Blockbildung, Kratzern, Unschärfen und sonstigen Fehlern. Die Untertitel sind nicht ausblendbar. Das Letterboxed-Bild hat nur einen Vorteil gegenüber der anamorphen Fassung aus Australien: sie ist heller. Die australische DVD ist zwar auch unscharf und mehr Farbe / Helligkeit / Kontrast hätte das Bild massiv aufgewertet, doch gegenüber der unsäglichen US-Disk ist es allemal ein Fortschritt.

 

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