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Drama
China 2006
Alternative Titel Sanxia haoren; The Good People of the Three Gorges; 三峽好人

Regie Jia Zhang-Ke
Drehbuch Jia Zhang-Ke
Darsteller Han Sanming, Zhao Tao, Wang Hong-Wei,
Li Zhubin, Xiang Hai

Länge 107 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 6

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
. .

©  Text Marco, molodezhnaja 25.1.07
©  Bilder Warner Bros., Screenshots molodezhnaja


STORY
Der Bergmann Han Sanming (Han Sanming) reist nach 16 Jahren Arbeit in der Shanxi-Provinz in seine Heimatstadt Fenjie am Jangtse-Fluss, um seine Ex-Frau Missy zu finden. Doch der Ort ist komplett überschwemmt: Er gehört zu jenen Städten, die während des Baus des Dreischluchtenbaus überflutet wurden. Die Bewohner wurden umgesiedelt und sind dabei, noch weitere Orte abzutragen für die
nächst höhere Flutung. Sanming irrt in der Umgebung herum, redet mit unterbezahlten Arbeitern und zwangsumgesiedelten Bewohnern. In der gleichen Zeit kommt auch die Krankenschwester Shen Hong
(Zhao Tao) nach Fenjie. Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann Guo Bin, einem Arbeiter, der sich nicht mehr bei ihr meldet.

 

REVIEW
Jia Zhang-Ke, Vertereter der "sechsten Generation" chinesischer Filmemacher und "Poet der Langeweile", wird in Kunstfilmkreisen verehrt. Ich habe von seinen Werken bisher erst Unknown Pleasure gesehen und halte dementsprechend keine gossen Stücke auf ihn - denn der Film gehört zur Gattung selbstverliebter Kunstfilme, die Festivals und Independent-Kinos verstopfen, obwohl sie bestenfalls für eine arte-Ausstrahlung nach Mitternacht brauchbar wären. Umso erlösender, dass Jias "Still Life" deutlich besser ist - auch wenn das keiner grosser Anstrengung bedarf.

Doch auch dieses lethargische Stimmungsstück ist nicht wirklich überzeugend und schon gar nicht den Goldenen Löwen wert, den das Drama überraschend beim Filmfestival von Venedig 2006 gewonnen hat. Jia schwelgt wieder in unendlicher Langsamkeit und Banalität, zeichnet fade Figuren in unbedeutenden Situationen, lässt sie endlos auf Landschaften blicken und sagt dabei gar nichts aus. Rettung kommt nur von Seite der Kamera: Die Bilder in "Still Life", aufgenommen mit Digitaler Kamera, sind von karger Poesie, ungemein stimmig in fast jeder Einstellung. Brillant zeigen die Bilder ein China des Aufbruchs, in dem konstant demoliert und wieder aufgebaut wird. Diese Landschaft, oft fast postapokalyptisch, ist von ungeheurer Faszination.

Und alleine in den Bildern steckt der Kommentar auf dieses "neue China". Die Arbeiter etwa, die für ein paar Yuan an Gebäuden herum hauen, scheinen trotz extremer Anstrengung nicht vorwärts zu kommen, ein Sinnbild für ihren gesellschaftlichen Status in der Boomnation. Erst die Masse machts, denn überall wird gebaut und abgebaut. Überall wird gehämmert und demoliert, doch es herrscht ein seltsamer Stillstand. Eine hoffnungslose Räumungsmentalität inmitten dieses als futuristisch angepriesenen Megaprojekts, wegen dem über 1.4 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Jia geht deutlich auf Distanz zu dem ungebremsten, kapitalistischen Boom im Reich der Mitte, welches schöne Landschaften opfert (die ironischerweise auf Banknoten abgedruckt sind) und Menschen umsiedelt, als wären sie Pflanzen.

Wenn nur Inhalt und Dramaturgie da mithalten könnten. Doch Jias prätentiöses Nichtssagen, das Mäandrieren und dokumentarische Abfilmen mit den immergleichen Mustern und Motiven, verliert nach wenigen Minuten alle Spannung. Möchtegern-deutbare Tricks wie ein UFO, das bei der Zusammenkunft der beiden Handlungsstränge abhebt, irritieren ebenso wie sinnlose Zwischentitel. Und so aussagekräftig die Bilder für sich sein mögen - der Rest des Films fügt ihnen nichts hinzu ausser passablen Akteuren (viele schauen in die Kamera) in uninteressanten Rollen, ausgestattet mit belanglosen Dialogen. Wenn man nach fast zwei Stunden verschlafen aus dem Sessel steigt und sich fragt, was das nun alles sollte, ist klar: Der Poet der Langeweile hat wieder zugeschlagen, etwas humanistischer als zuvor, aber ebenso selbstgefällig. Die Bilder bleiben in Erinnerung und werten das Drama zum interessanten Zeitbild auf, zum Dokument der industriellen Aufbruchsfront Chinas mit all ihren Opfern. Doch als Film ist "Still Life" nur beschränkt brauchbar.

 

MEINE DVD
China, Code 0, PAL
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Mandarin 2.0 mit englischen und chinesischen Untertiteln.

 

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SCREENSHOTS

 


 

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