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Drama. Schweiz
Alternativer Titel Ist Dr. Ferrat schuldig?; Ledige Mütter

Regie Edmund Heuberger
Drehbuch Stefan Markus
Produktion Stefan Markus

Musik Georges Stilly
Kamera Hans Haug

Schnitt Georges Stilly
Darsteller Leopold Biberti, Marina Rainer, Fritz Schulz, Margarete Fries, Rita Liechti,
Maria Becker, Lukas Ammann, Walter Wellauer, Gerti Wiesner
Länge
110 Min.

Kinostart 1940

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
. . .

©  Text Marco, molodezhnaja 14.9.2012
©  Bilder SF, Screenshots molodezhnaja


STORY
Die 17-jährige Edith (Marina Rainer) feiert bei ihrer Freundin Ellen (Maria Becker) in Zürich. Sie weckt das Interesse des netten Jean (Lukas Ammann), der die naive junge Frau zum Ausgang bewegt. Er macht sie prompt betrunken und missbraucht sie. Edith realisiert erst viel später, dass sie vergewaltigt wurde - und nun von ihrem Peiniger schwanger ist! Verzweifelt bittet sie ihren Vater, den Gynäkologen Paul Ferrat (Leopold Biberti), eine Abtreibung vorzunehmen. Der weigert sich zuerst, doch als ihm klar wird, dass sein ungewollter Schwiegersohn schlechte Gene hat, nimmt er den Eingriff vor. Mit tragischen Folgen.

 

REVIEW
Der Problemfilm hat wohl Tradition im Schweizer Kino. Noch heute loten Filmemacher sehr gerne Themen aus, die aktuelle Themen und Probleme aufgreifen - und "Dilemma" zeigt, dass auch schon in der frühen Schweizer-Kinogeschichte, die ja bekanntlich etwas später anfing, als in anderen Ländern, zu diesem Inspirationsmittel gegriffen wurde. Das Jahr war 1940, das Thema Abtreibung. Durchaus mutig, zieht man in Betracht, dass Europa in jener Zeit gerade mit etwas Grösserem beschäftigt war und von weiten Kreisen der Bevölkerung geschweige denn den Moralisten oder Kirchen Gegenwind zu erwarten war.

Doch Stefan Markus (1884-1957) nahm den Mut zusammen. Der Zürcher Drehbuchautor und Kunsthändler hatte einst eines von Van Goghs Sonnenblumen-Gemälden verkauft, um mit dem Erlös die Firma Gotthard-Film zu gründen. Nach dem Erfolg mit dem Drama „Rapt“ in Frankreich kehrte er kriegsbedingt in die Schweiz zurück und realisierte "Dilemma" als Produzent und Autor. Die Inszenierung überliess er dem heute kaum mehrbekannten Edmund Heuberger (1883-1962). Dass das Duo das heisse Eisen anpackte, verdient Lob.

Aber auch die Umsetzung? Ein bisschen weniger. Denn "Dilemma" hat eine Menge Probleme. Er neigt zum Melodrama, er ist zu lang und viel zu redselig. Die Argumente werden immer lange breitgeklopft und in typisch Schweizerischer Manier werden Pro und Kontra aufgewogen. Das ist zwar argumentativ vorbildlich, aber cineastisch etwas schlapp. Besonders krass wird das dann gegen Ende vor Gericht, wo die Verhandlung einem Abspulen von Thesen und Ideen gleichkommt.

Doch lohnend ist der Film allemal. Die Schauspieler zum Beispiel agieren solide, vom schmierigen Lukas Ammann ("Graf Yoster gibt sich die Ehre") über den ehrenhaften Leopold Biberti bis zur Theaterschauspielerin Maria Becker (1920-2012) in ihrem Leinwanddebüt. Auch die Optik lässt sich sehen: Unaufdringliche Bilder, die aber ein gutes Gefühl für Raum und Zeit haben - besonders schick etwa die Impressionen aus Zürich, die gleich nach dem Vorspann laufen, und aus heutiger Sicht eine interessante Momentaufnahme der Stadt ermöglichen.

Das reicht sicher nicht zum Klassiker im Schweizer Kino, doch zum gelungenen Melodrama. Das Thema Abtreibung ist bis heute nicht ausdiskutiert - und "Dilemma" birgt auch keine revolutionäre Aussage. Aber schon nur einen Film darüber zu drehen, ist Wohlwollen wert. Und dass sozusagen im Vorbeigehen auch noch Date Rape (oder Notzucht) zur Sprache kommt, weitet das Spektrum noch weiter aus. Ein Problemfilm also. Und ein brauchbarer.

 

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EXTERNE REVIEWS 
imdb.com

 

SCREENSHOTS

Screenshots der TV-Ausstrahlung mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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